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Nach dem Sieg Trumps sind die Finanzmärkte nach Einschätzung der Nord LB nervös. - Bild. Nord LB

| von Gunnar Knüpffer

Überraschend hat Donald Trump nun doch die US-Präsidentschaftswahl gewonnen. Diese Entscheidung der US-Wähler muss laut Nord LB als große Überraschung gewertet werden. Der Triumph von Trump führe an den internationalen Finanzmärkten somit schon zu einem zweiten „Brexit-Moment“ im Jahr 2016. Die Finanzmärkte würden sich auf die neue Nachrichtenlage einstellen und insbesondere neue Gleichgewichtspreise für Finanzaktiva suchen müssen. Dieses durch eine größere Verunsicherung geprägte Umfeld spreche zunächst für eine erhöhte Volatilität: "Die Finanzmärkte sind nervös."

Selbst im „Land of the Free“ scheint die Einschränkung des Freihandels laut Nord LB momentan offenkundig sehr viele Anhänger zu haben. Die neue US-Regierung werde nun zumindest versuchen, Maßnahmen in Richtung der Stärkung der internationalen Position von US-Unternehmen zu ergreifen; der Neo-Merkantilismus sei unter Trump natürlich Trumpf.

Die Republikaner konnten auch eine Mehrheit im Senat und im Repräsentantenhaus gewinnen. Die Demokraten sind damit auf breiter Front die Verlierer der aktuellen Abstimmung.

Es sei aber weiterhin noch nicht klar, wie die US-Politik unter dem neuen Präsidenten konkret ausgerichtet werden wird. Das wahrscheinlichste Szenario bleibt nach Auffassung der Nord LB eine Situation, in der der US-Kongress die protektionistischen Ideen Trumps sehr weitgehend blockieren will und wird. Der neue Präsident habe sich im Parlament nämlich eine große Zahl von Feinden gemacht. Insbesondere im Senat seien viele seiner „Parteifreunde“ zudem generell für den Freihandel.

Sollte es dazu kommen, würden sich die Finanzmärkte sukzessive weniger Sorgen machen müssen (zum Beispiel um ein mögliches Ende der NAFTA), was dann auch wieder zu einer Beruhigung beitragen dürfte. Die aktuellen Turbulenzen würden somit ein zeitlich begrenztes Phänomen bleiben. "Es kann aber natürlich auch anders kommen", teilte die Nord LB mit. Sollte die neue Regierung der USA ihre neo-merkantilistischen Pläne wirklich nachhaltiger umsetzen können, würden die turbulenten Zeiten sicherlich anhalten. In einem solchen Szenario müssten vor allem die Währungen Mexikos und Kanadas unter sehr nachhaltigen Druck kommen.

Das Fazit der Bank lautet: Der überraschende Ausgang der US-Präsidentschaftswahl hat an den Finanzmärkten größere Turbulenzen ausgelöst. Die Anleger sind offenkundig überrascht. Der Aktienmarkt hasst Unsicherheit; insofern kommen die Kurse der Dividendenpapiere global unter Druck. Der DAX hat zum Start des Handels mehr als 200 Punkte verloren. Wenn sich an den Märkten die Auffassung durchsetzt, dass der Kongress die protektionistischen Pläne des neuen Präsidenten weitgehend blockieren wird, sollte es aber wieder zu Entspannungstendenzen kommen, meint die Nord LB. Auch in der US-Politik werde wohl nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird.