Der Konflikt um die Zukunft des verlustreichen Autobauers Opel wird schärfer.

Der Konflikt um die Zukunft des verlustreichen Autobauers Opel wird schärfer. - Bild: Opel

Die IG Metall und der Betriebsrat werfen der eigenen Geschäftsführung und dem neuen Eigner PSA offenen Tarifbruch vor.

Würde in Eisenach künftig nur ein Fahrzeug gebaut, laufe dies in etwa auf eine Halbierung der Belegschaft von derzeit 1800 Mitarbeitern an dem Standort hinaus, sagte Schäfer-Klug. Unter der Leitung von PSA will Opel in dem thüringischen Werk nur noch einen Geländewagen anstatt der bislang zwei Kleinwagen-Modelle Adam und Corsa montieren. "Die Halbierung der Belegschaft in Eisenach wäre der Einstieg in den Komplettausstieg", sagte der Regionalbevollmächtigte der IG Metall, Uwe Laubach.

Im Motorenwerk Kaiserslautern sollten die Beschäftigten einem Szenario zufolge keine Motorenteile mehr herstellen, sondern nur noch die Endmontage machen. "Wenn das so käme, würde das eine Verringerung der Mitarbeiterzahl bedeuten", sagte der dortige Betriebsratschef Lothar Sorger nach einer Betriebsversammlung. Im vergangenen Jahr arbeiteten gut 2000 Menschen in Kaiserslautern. Die Ingenieure in Rüsselsheim sollen künftig zusätzlich für die Entwicklungsleitung bei den leichten Nutzfahrzeugen der PSA-Gruppe zuständig sein.

Zum Vorschlag des Managements würde auch ein Verzicht der Mitarbeiter gehören. "Dafür hätten alle Beschäftigten 4,3 Prozent dauerhaft abgeben sollen, Urlaubs- und Weihnachtsgeld", kritisierte Schäfer-Klug. "Ein solches Angebot werden wir auch weiterhin nicht annehmen."

Pläne "besser als Tarifvertrag"

Opel-Chef Micheal Lohscheller erklärte in einer auf Twitter verbreiteten Videobotschaft, das Unternehmen wolle in Deutschland investieren und den Tarifvertrag einhalten. Man habe Pläne für Kaiserslautern und Eisenach vorgelegt, die sogar besser seien, als das, was im Tarifvertrag festgeschrieben sei. "Die Voraussetzung für umfangreiche Investitionen ist Wettbewerbsfähigkeit."

Der Streit sorgt auch für Unruhe in Berlin. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) habe ein großes Interesse an einer nachhaltigen Perspektive für Opel und seine Beschäftigten, sagte eine Sprecherin am Donnerstag. Der SPD-Politiker Bernd Westphal verlangte, der neue Opel-Mutterkonzern PSA müsse sich an die Zusagen halten, die bei der Übernahme des Rüsselsheimer Autobauers gemachten worden seien: "Die SPD-Bundestagsfraktion steht an der Seite der Belegschaft."

Warum der Opel-Tarifstreit zu Werksschließungen führen kann

Droht den Opel-Werken Kaiserslautern und Eisenach die Schließung? Der aktuelle Tarifstreit zwischen Opel-Mutter PSA und der IG Metall könnte durchaus zu Werkschließungen und Entlassungen führen, so der Direktor des CAR-Centers an der Universität Duisburg-Essen, Ferdinand Dudenhöffer.

Lesen Sie mehr!

Kanzlerin Angela Merkel hatte gefordert, dass sich PSA an die Zusagen halten solle. "Wir erwarten jetzt erst mal von dem Unternehmen, dass es all das, was es versprochen hat im Zusammenhang mit der Übernahme, auch einhält", hatte sie am Mittwoch gesagt. Altmaier und Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) führten dazu Gespräche an Opel-Standorten.

PSA hatte bislang versichert, die Opel-Sanierung ohne Entlassungen oder Werkschließungen zu schaffen. Umfangreiche Abfindungsprogramme sollen die Belegschaft reduzieren. Investitionszusagen gab es bislang nur für Opel-Werke außerhalb Deutschlands. An den deutschen Opel-Standorten mit fast 19 000 Beschäftigten wird derzeit massiv kurzgearbeitet.

Opel will investieren

Firmenchef Lohscheller stellte im ersten Quartal 2018 erste, kleine Verbesserungen fest. Die "Erträge werden deutlich besser", sagte er nach Informationen der "Wirtschaftswoche" auf einer Mitarbeiterversammlung im Rüsselsheimer Adam-Opel-Haus.

Allerdings habe Opel im ersten Quartal 25 000 Autos weniger als vor einem Jahr verkauft, berichtete das Magazin unter Berufung auf Aussagen Lohschellers. Die Gründe dafür sehe der Manager im vom Brexit geplagten Großbritannien und dem schwächer wachsenden türkischen Markt. Opel wolle in Deutschland investieren, doch man müsse die Kosten drücken. "Teilweise waren unsere Werke doppelt so teuer wie PSA-Werke", wurde Lohscheller zitiert.

  • 1862 wurde in Rüsselsheim die erste Nähmaschine von Adam Opel hergestellt. Seine Söhne starteten die Automobilproduktion im Jahr 1899. Opel Patent-Motorwagen, Doktorwagen, Laubfrosch, Kapitän, Rekord, Senator, Monza, Admiral und Diplomat sind nur einige der Highlights der traditionsreichen Automobilproduktion. Neben der Fahrzeug- und Getriebeproduktion befinden sich am Stammsitz alle zentralen Unternehmensbereiche, wie das Internationale Technische Entwicklungszentrum mit mehr als 7.000 Ingenieuren, das Design-Center, der Prototypenbau, die zentrale Berufsausbildung und die Unternehmenszentrale im Adam Opel Haus. Heute produziert das Werk in Rüsselsheim das Opel-Flaggschiff, den neuen Insignia, und den Opel Zafira.

    1862 wurde in Rüsselsheim die erste Nähmaschine von Adam Opel hergestellt. Seine Söhne starteten die Autoproduktion 1899. Neben der Fahrzeug- und Getriebeproduktion befinden sich dort alle zentralen Unternehmensbereiche, wie das Internationale Technische Entwicklungszentrum mit mehr als 7.000 Ingenieuren, das Design-Center, der Prototypenbau, die zentrale Berufsausbildung und die Unternehmenszentrale. Heute produziert das Werk in Rüsselsheim das Opel-Flaggschiff, den neuen Insignia sowie den Zafira. - Bild: Opel

  • Der Automobilbau in Eisenach blickt auf eine lange Tradition. Am 23. September 1992 eröffnete das neuerrichtete Fahrzeugwerk und der erste in Eisenach gefertigte Opel Astra rollte im Beisein des damaligen Bundeskanzlers Dr. Helmut Kohl von der Linie. Das Werk Eisenach gilt hinsichtlich Umweltverträglichkeit, Fertigungstechnologie und Produktionssystem eines der modernsten Automobilwerke der Welt.

    Der Automobilbau in Eisenach blickt auf eine lange Tradition. Am 23. September 1992 eröffnete das neuerrichtete Fahrzeugwerk und der erste in Eisenach gefertigte Opel Astra rollte im Beisein des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl von der Linie. Das Werk Eisenach gilt hinsichtlich Umweltverträglichkeit, Fertigungstechnologie und Produktionssystem eines der modernsten Automobilwerke der Welt. - Bild: Opel

  • Das Getriebe- und Motorenwerk Aspern produziert Drei- und Vierzylinder-Benzinmotoren mit Hubräumen von 1,0 bis 1,4 Liter sowie Fünf- und Sechsgang-Getriebe. Diese Getriebe werden sowohl in Kombination mit Benzin- als auch Dieselmotoren verbaut.

    Das Getriebe- und Motorenwerk Aspern produziert Drei- und Vierzylinder-Benzinmotoren mit Hubräumen von 1,0 bis 1,4 Liter sowie Fünf- und Sechsgang-Getriebe. Diese Getriebe werden sowohl in Kombination mit Benzin- als auch Dieselmotoren verbaut. - Bild: Opel

  • Das Werk Gliwice (Gleiwitz) wurde in Rekordzeit von nur 22 Monaten gebaut und startete die Produktion von Komponenten im April 1998. Vier Monate später rollte das erste Fahrzeug, ein Astra (F) Classic, vom Band. GM Manufacturing Poland war seinerzeit der größte ausländische Investor in Schlesien. Aktuell fertigt das Werk den Opel Astra (K), den GTC, den Opel Astra Viertürer und exklusiv das elegante Cabrio Opel Cascada.

    Das Werk Gliwice (Gleiwitz) wurde in Rekordzeit von nur 22 Monaten gebaut und startete die Produktion von Komponenten im April 1998. Vier Monate später rollte das erste Fahrzeug, ein Astra (F) Classic, vom Band. GM Manufacturing Poland war seinerzeit der größte ausländische Investor in Schlesien. Aktuell fertigt das Werk den Opel Astra (K), den GTC, den Opel Astra Viertürer und exklusiv das elegante Cabrio Opel Cascada. - Bild: Opel

  • Das Werk in Tychy wurde 1996 von Isuzu Motors Polska Sp. Zo.o. (ISPOL) gegründet und startete 1999 mit der Produktion von Dieselmotoren für Opel/Vauxhall. Seitdem fertigte das Werk über zwei Millionen Motoren. Im Jahr 2013 übernahm GM das Unternehmen und gründete GM Powertrain Poland. Das Werk wird aktuell für die Produktion einer neuen Motorenfamilie umgebaut.

    Das Werk in Tychy wurde 1996 von Isuzu Motors Polska Sp. Zo.o. (ISPOL) gegründet und startete 1999 mit der Produktion von Dieselmotoren für Opel/Vauxhall. Seitdem fertigte das Werk über zwei Millionen Motoren. Im Jahr 2013 übernahm GM das Unternehmen und gründete GM Powertrain Poland. Das Werk wird aktuell für die Produktion einer neuen Motorenfamilie umgebaut. - Bild: Opel

  • Das Werk im spanischen Zaragoza wurde 1982 mit der Fertigung des ersten Opel Corsa eröffnet. Seit der Werksgründung liefen unter anderem der Kadett, der Astra, der Tigra und der Mokka vom Band. Mehr als zehn Millionen Autos und über drei Millionen Komponenten wurden bisher in Zaragoza produziert.

    Das Werk im spanischen Zaragoza wurde 1982 mit der Fertigung des ersten Opel Corsa eröffnet. Seit der Werksgründung liefen unter anderem der Kadett, der Astra, der Tigra und der Mokka vom Band. Mehr als zehn Millionen Autos und über drei Millionen Komponenten wurden bisher in Zaragoza produziert. - Bild: Opel

  • Das Opel Werk in Szentgotthárd wurde 1992 eröffnet. In dem  Motorenwerk werden Drei- und Vierzylinder-Benzinmotoren mit Hubräumen von 1,0 - 1,6 Liter gefertigt. Zudem wird dort die neueste Generation mittelgroßer Dieselmotoren produziert. 2012 wurde am Standort ein neues Motorenwerk eröffnet. Die Flexibilität des Werks erlaubt den schnellen Wechsel des Produktionsprogramms, um auf Nachfrageveränderungen prompt reagieren zu können.

    Das Opel Werk in Szentgotthárd wurde 1992 eröffnet. In dem Motorenwerk werden Drei- und Vierzylinder-Benzinmotoren mit Hubräumen von 1,0 - 1,6 Liter gefertigt. Zudem wird dort die neueste Generation mittelgroßer Dieselmotoren produziert. 2012 wurde am Standort ein neues Motorenwerk eröffnet. Die Flexibilität des Werks erlaubt den schnellen Wechsel des Produktionsprogramms, um auf Nachfrageveränderungen prompt reagieren zu können. - Bild: Opel

  • Das Werk Kaiserslautern ist das Zentrum der Komponentenproduktion im europäischen Opel/Vauxhall-Produktionsverbund. Aktuell werden Leichtbau-Komponenten wie Aluminiumhauben, Karosseriestrukturteile, Motoren und Achsen produziert. Neben der jüngsten Zweiliter-Dieselmotoren-Generation fertigt das Werk Kaiserslautern unter anderem die Mehrzahl der Karosseriekomponenten für den Astra

    Das Werk Kaiserslautern ist das Zentrum der Komponentenproduktion im europäischen Opel/Vauxhall-Produktionsverbund. Aktuell werden Leichtbau-Komponenten wie Aluminiumhauben, Karosseriestrukturteile, Motoren und Achsen produziert. Neben der jüngsten Zweiliter-Dieselmotoren-Generation fertigt das Werk Kaiserslautern unter anderem die Mehrzahl der Karosseriekomponenten für den Astra. - Bild: Opel

  • Vauxhall Iron Works startete im Jahr 1903 mit der Autoproduktion. Der Standort Luton wurde 1907 eröffnet und ist das größte Werk für leichte Nutzfahrzeuge in Großbritannien. Gleichzeitig ist „Griffin House“ Hauptsitz von Vauxhall Motors Ltd. Seit 2001 werden in Luton verschiedene Varianten des Vivaro produziert, beispielsweise als Kastenwagen, Doppelkabine, Hochpritsche mit und ohne Seitenstaufläche und Plattform-Fahrgestell

    Vauxhall Iron Works startete im Jahr 1903 mit der Autoproduktion. Der Standort Luton wurde 1907 eröffnet und ist das größte Werk für leichte Nutzfahrzeuge in Großbritannien. Gleichzeitig ist „Griffin House“ Hauptsitz von Vauxhall Motors Ltd. Seit 2001 werden in Luton verschiedene Varianten des Vivaro produziert, beispielsweise als Kastenwagen, Doppelkabine, Hochpritsche mit und ohne Seitenstaufläche und Plattform-Fahrgestell. - Bild: Opel

  • Vauxhall Motors eröffnete 1962 das Werk Ellesmere Port in der Grafschaft Cheshire. Das Werk ist „Home of the Astra“. Das meistverkaufte Opel-Modell wird sowohl als Fünftürer wie auch als Sports Tourer im britischen Werk gefertigt. Der Astra Sports Tourer läuft sogar exklusiv in Ellesmere Port vom Band.

    Vauxhall Motors eröffnete 1962 das Werk Ellesmere Port in der Grafschaft Cheshire. Das Werk ist „Home of the Astra“. Das meistverkaufte Opel-Modell wird sowohl als Fünftürer wie auch als Sports Tourer im britischen Werk gefertigt. Der Astra Sports Tourer läuft sogar exklusiv in Ellesmere Port vom Band. - Bild: Opel