Osram

Der Leuchtmittel-Konzern Osram bleibt möglicherweise vorerst doch auf seinen Glühbirnen, Halogenstrahler und LED-Lampen sitzen. Offenbar will die Bundesregierung den Verkauf an einen chinesischen Investor genau prüfen. - (Bild: Osram)

Osrams geplanter Verkauf seiner Lampensparte an ein chinesisches Konsortium rund um den LED-Hersteller MLS wird von der Bundesregierung vertieft geprüft. Das berichten mit der Angelegenheit vertraute Personen Dow Jones.

Eine vor rund drei Monaten beantragte Unbedenklichkeitsbescheinigung sei nicht erteilt worden. Den Unternehmen sei ein Fragenkatalog übersandt worden.

Osram hofft auf mehr als 400 Millionen Euro für den Bereich, der mit rund 8.800 Mitarbeitern einen Umsatz von fast 2 Milliarden Euro macht - rund 40 Prozent des Konzernerlöses. Die Transaktion soll ursprünglichen Ankündigungen zufolge bis zum Ende des laufenden Osram Geschäftsjahres am 30. September 2017 abgeschlossen sein.

Das Bundeswirtschaftsministerium wollte sich zu den Informationen nicht äußern.

Übernahme des Osram-Gesamtkonzerns vom Tisch?

Die Bundesregierung schaut bei Aufkäufen von deutschen Technologie-Unternehmen durch Chinesen nunmehr genauer hin. Auch die Übernahme von Aixtron, einem Zulieferer für die Chip-Industrie, wird von der Bundesregierung neu untersucht. Unbestätigten Meldungen zufolge lösten US-Geheimdienst-Erkenntnisse die Untersuchung des 670 Millionen Euro schweren Verkaufs von Aixtron an den Fujian Grand Chip Investment Fund aus.

Die Osram-Aktie geriet bereits am gestrigen Donnerstag stark unter Druck und verlor 3 Prozent. Es belastet nicht nur eine mögliche, Monate lang dauernde Prüfung des Lampensparten-Verkaufs. Eine mögliche teilweise oder vollständige Übernahme der verbleibenden Osram AG durch einen chinesischen Käufer sollte erstmal vom Tisch sein, so eine mit dem Vorgang vertraute Person. Entsprechende Marktgerüchte hatten den Kurs der Osram-Aktie getrieben.

Die Wirtschaftswoche hatte am Donnerstag zuerst über die Prüfung der Osram-Transaktion berichtet.

Dow Jones Newswires

 

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