Der Rhein ist eine der wichtigsten Verkehrsadern Deutschlands.

Der Rhein ist eine der wichtigsten Verkehrsadern Deutschlands. - Bild: 1195798 auf Pixabay

Damit auch bei langen Dürren der Transport über den Rhein ungefährdet bleibt, will Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) künftig besser vorsorgen. Ein Acht-Punkte-Plan soll helfen, die Versorgungssicherheit für Bürger und Unternehmen aufrechtzuerhalten.

Um seine Pläne der Öffentlichkeit zu präsentieren, begibt sich Scheuer am Donnerstag (15.00 Uhr) in Köln selbst aufs Wasser. Sein Ziel: Prognosen sollen sich verbessern, sodass leichter und passgenauer geplant werden kann. Mit dabei sind auch Vertreter von Thyssenkrupp sowie BASF, die zu den stark von Niedrigwasser betroffenen Unternehmen gehören.

Der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) lobte die Initiative: "Damit wird anerkannt, dass die Binnenschifffahrt als Verkehrsträger systemrelevant ist, um die Versorgung der Industriestandorte am Rhein sicherzustellen", schrieb der Verband. Die Pläne ermöglichten es der Binnenschifffahrt, dass Transporte auch bei Niedrigwasser besser planbar und länger durchführbar bleiben.

Diese Konzerne leiden unter niedrigem Pegelstand

Durch die lang anhaltende Dürre hatte der Rhein im vergangenen Jahr einen Rekordtiefststand erreicht. Zeitweise betrug der Pegelstand des Rheins in Köln nur 70 Zentimeter, in Emmerich (Kreis Kleve) waren es sogar nur 14 Zentimeter. Dadurch verschmälerte sich die Fahrrinne für Güterschiffe, was viele Unternehmen vor große Probleme stellte. Frachtschiffe konnten nur noch zu zwei Dritteln beladen werden, viele Fähren stellten ihren Betrieb ein.

Thyssenkrupp etwa bringt mit eigenen Schiffen normalerweise rund 60.000 Tonnen Erze und Kohle pro Tag von Nordseehäfen zu den Hochöfen in Duisburg - das war wegen der niedrigen Pegel nicht mehr möglich. Am Ende des Jahres stand bei dem Konzern nach Angaben eines Sprechers ein finanzielles Minus im "niedrigen dreistelligen Millionenbereich".

Doch statt sich auf die Politik zu verlassen, sind die Unternehmen am Rhein in Sachen Vorsorge bereits selbst tätig geworden. Der Mineralölkonzern BP etwa lässt in Gelsenkirchen eine neue Abfüllanlage für Kesselwagen bauen, die auf der Schiene rollen sollen.

Der Chemiekonzern Covestro prüft den Einsatz von Schiffen mit flacherem Boden und will zum Beladen stärkere Pumpen benutzen. Und der Branchenriese BASF hat sich für ein erneutes Niedrigwasser Transportkapazitäten auf Schiffen mit niedrigerem Tiefgang gesichert.

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