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"Das abgelaufene Geschäftsjahr war eines der stärksten in der Geschichte unseres Hauses, ohne Berücksichtigung von Beteiligungsverkäufen so gar das beste", sagte Siemens-Chef Joe Kaeser. - Bild: Siemens

| von Stefan Weinzierl

Bei der Bilanzvorlage für das abgelaufene Geschäftsjahr am Donnerstag in München wurde bekannt, dass Deutschlands größter Industriekonzern im laufenden Geschäftsjahr ein Ergebnis je Aktie zwischen 6,80 und 7,20 Euro und eine Marge des industriellen Geschäfts von 10,5 bis 11,5 Prozent erwartet. Die Book-to-Bill-Ratio, also das Verhältnis zwischen Auftragseingang und Umsatz, soll über 1 liegen.

Im abgelaufenen Fiskaljahr hat der Konzern seine selbst gesteckten Ziele erfüllt: Die Marge des industriellen Geschäfts erreichte mit 10,8 Prozent das obere Ende des angestrebten Zielbandes von 10 bis 11 Prozent. Beim Ergebnis je Aktie war sogar noch mehr drin: 6,74 Euro erwirtschaftete Siemens, nachdem das Zielband in den abgelaufenen zwölf Monaten gleich zweimal erhöht wurde, zuletzt lag die Erwartung bei 6,50 bis 6,70 Euro.

Auch die Aktionäre durften das zurückliegende Fiskaljahr in guter Erinnerung behalten. Die Dividende soll um 0,10 Euro auf 3,60 Euro steigen.

"Das abgelaufene Geschäftsjahr war eines der stärksten in der Geschichte unseres Hauses, ohne Berücksichtigung von Beteiligungsverkäufen so gar das beste", sagte Siemens-Chef Joe Kaeser laut einer Mitteilung.

Schon im abgelaufenen Schlussquartal wuchsen die Bäume für den Dax-Konzern aber nicht mehr in den Himmel. Der Auftragseingang, der eine Indikation auf künftige Umsätze gibt, lag um 14 Prozent unter dem Vorjahreswert und erreichte 20,33 Milliarden Euro. Hier konnte der Dax-Konzern ein Jahr zuvor aber auch Großaufträge buchen, die in diesem Jahr so nicht anfielen, etwa ein Windprojekt in Deutschland und Teile des 8-Milliarden-Euro schweren Energieauftrags aus Ägypten.

Beim Umsatz konnte Siemens indes um 3 Prozent auf 21,95 Milliarden Euro zulegen, ein Ergebnis gut gefüllter Auftragsbücher in den zurückliegenden Monaten.

Das Ergebnis des industriellen Geschäfts erreichte im vierten Quartal 2,45 Milliarden Euro, unverändert gegenüber dem Vorjahresquartal. Hier belasteten im zurückliegenden Quartal auch Restrukturierungskosten insbesondere in der schwächelnden Division Prozess Industries and Drives.

Die Division, die Kleinantriebe, etwa für Fertigungsstraßen oder Abfüllanlagen, herstellt, riss dann im Schlussquartal auch als einziger Geschäftsbereich nach unten aus, während alle anderen Divisionen die Profitabilitäts-Erwartungen erfüllen konnten.

Unterm Strich verdiente Siemens zwischen Juli und September 1,15 Milliarden Euro nach 959 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Das entspricht einem Ergebnis je Aktie von 1,42 Euro nach 1,18 Euro.

Von Dow Jones Newswires befragte Analysten hatten für das Schlussquartal mit einem Auftragseingang von 21,39 Milliarden Euro, einem Umsatz von 22,24 Milliarden Euro und einem Ergebnis des industriellen Geschäfts von 2,5 Milliarden Euro gerechnet. Das Ergebnis je Aktie wurde bei 1,54 Euro gesehen. Siemens hat die Erwartungen also leicht verfehlt. Im Fokus des Marktes steht aber der Ausblick und weniger die Zahlen des zurückliegenden Quartals.

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