In der Münchner Siemens-Zentrale kann man auf ein erfolgreiches Quartal zurückblicken.

In der Münchner Siemens-Zentrale kann man auf ein erfolgreiches Quartal zurückblicken. - Bild: Siemens

| von Stefan Weinzierl

Unter dem Strich verdiente Siemens hingegen mit 1,2 Milliarden Euro 14 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Höhere Steuern sowie Kosten für den Personalabbau bei den Töchtern Siemens Gamesa und Siemens Healthineers waren unter anderem die Gründe dafür. Analysten hatten mit einem stärkeren Rückgang gerechnet. Vorbörslich stand die Aktie dennoch leicht unter Druck.

Der starke Euro bremste das Wachstum und belastete Auftragseingang und Umsatz. Der Umsatz sank daher um 4 Prozent auf 20,5 Milliarden Euro, vergleichbar lag er auf Vorjahresniveau. Hier machten sich vor allem die Erlösrückgänge in der Kraftwerkssparte sowie bei der Windanlagentochter Siemens Gamesa, die unter einem anhaltenden Preisdruck leidet, bemerkbar.

Aufträge satt

Dagegen kann Siemens auf volle Auftragsbücher blicken: Die Auftragseingänge stiegen um 16 Prozent auf 22,8 Milliarden Euro, was etwas mehr war, als Analysten geschätzt hatten. Dabei konnte die schwächelnde Kraftwerkssparte den Abwärtstrend stoppen und erstmals seit längerer Zeit wieder mehr Aufträge an Land ziehen.

Die Prognose für das am 30. September endende Geschäftsjahr bekräftigte Siemens. So erwartet der Konzern bereinigt einen Gewinn je Aktie von 7,70 bis 8,00 Euro. Die Ergebnismarge im industriellen Geschäft soll weiter bei 11 bis 12 Prozent liegen, nach 11,1 Prozent im Vorjahr. Die Ergebnisprognosen sind dabei um Kosten für den geplanten Personalabbau bereinigt. Der Umsatz soll bereinigt um Währungseffekte und Zu- und Verkäufe leicht steigen.

Für das vierte Quartal erwartet Finanzvorstand Ralf Thomas höhere Kosten - unter anderem für die laufende Abspaltung des Zuggeschäfts, das mit der französischen Alstom zusammengelegt werden soll. Weiter geht der Manager von höheren Restrukturierungskosten aus. Siemens hatte für die schwächelnde Sparte einen Abbau von 6100 Stellen angekündigt und erwartet früheren Aussagen zufolge bis zum Ende des Geschäftsjahres beträchtliche Kosten dafür.

Bereits am Vorabend hatte der Konzern seine neue Strategie vorgelegt, mit der Siemens das Wachstum mittelfristig beschleunigen will. Das Unternehmen will Sparten zusammenlegen und sich künftig auf drei operative Bereiche konzentrieren.

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