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Geplanter Jahresumsatz von Siemens deutlich überschätzt. - Quelle: Siemens

Allerdings geht der Konzern nun davon aus, bei der erwarteten operativen Marge (Ebita) für das Industriegeschäft das untere Ende der Spanne von 11 bis 12 Prozent zu erreichen. Die Umsätze sollen vergleichbar moderat wachsen, teilte Siemens weiter mit. Allerdings sei dieses Ziel "herausfordernder" geworden. Die Prognose für das Ergebnis je Aktie wurde bekräftigt. Kosten für Personalabbau sind dabei herausgerechnet.

Geopolitik und deren Auswirkungen auf die Weltwirtschaft schadeten einer ansonsten positiven Investitionsneigung, kommentierte Konzernchef Joe Kaeser. Er vertraut beim Erreichen der Jahresziele auf die weiter vollen Auftragsbücher.

Woher kommt der unerwartete Umsatzrückgang?

Im dritten Geschäftsquartal (per Ende Juni) sank das bereinigte Ebita des Industriegeschäfts um 12 Prozent auf rund 1,9 Milliarden Euro und verfehlte die Erwartungen der Analysten. Dabei belasteten schwächere Ergebnisse in der Digitalisierungssparte. Hier wirkten sich die Schwäche in der Autoindustrie sowie im Maschinenbau unter anderem negativ auf das Automatisierungsgeschäft aus. Auch das vor der Ausgliederung stehende Energiegeschäft Gas and Power verzeichnete sinkende Ergebnisse. Siemens berichtete dabei erstmals in der neuen Struktur.

Die entsprechende Marge nahm von 11,3 Prozent auf 9,6 Prozent ab. Bereinigt um Kosten für den Personalabbau lag die Marge bei 9,9 Prozent. Die bereinigten operativen Margen der neu formierten Sparten digitale Industrie, smarte Infrastruktur sowie Gas and Power gingen im Quartal zurück und lagen unter den mittelfristigen Zielwerten des Konzerns. Nur das Zuggeschäft erzielte steigende Renditen und lag im mittelfristigen Zielkorridor. Netto sank der Gewinn im Konzern leicht von 1,1 auf 1,0 Milliarden Euro.

Umsatz trotz eintrübendem Umfeld gestiegen

Trotz eines sich eintrübenden Umfeldes steigerte Siemens den Umsatz um 4 Prozent auf rund 21,3 Milliarden Euro, vor allem dank steigender Erlöse bei den beiden börsennotierten Töchtern Siemens Gamesa und Siemens Healthineers, die bereits die Tage zuvor Zahlen vorgelegt hatten. Zudem kann Siemens weiter auf volle Auftragsbücher blicken. Dank mehrere Großaufträge bei Siemens Gamesa und in der Zugtechniksparte erhöhte sich der Ordereingang um 8 Prozent auf 24,5 Milliarden Euro.

Siemens befindet sich in der größten Transformation seit Jahren. Die Münchner wollen sich mittelfristig von ihren Energiegeschäften trennen und sich auf die Digitalisierung konzentrieren. Die neu zum 1. April formierte Energiesparte Gas and Power will der Konzern ausgliedern und bis September 2020 an die Börse bringen. Dabei will Siemens die Mehrheit an dem neuen Unternehmen abgeben, aber Ankeraktionär bleiben. In die neue Gesellschaft soll dann auch der Anteil von 59 Prozent an dem Windanlagenbauer Siemens Gamesa eingebracht werden.

Digital Industries und Smart Infrastructure im Fokus

Siemens will sich künftig auf seine Wachstumsfelder Digital Industries sowie Smart Infrastructure konzentrieren. In den Märkten Automatisierung, industrielle Digitalisierung und intelligente Infrastruktur will Siemens deutlich zulegen und seine Stellung ausbauen. Flankiert werden sie von der börsennotierten Mehrheitsbeteiligung Siemens Healthineers sowie der Bahntechnik. Die strategische Neuausrichtung ist Teil des Programms "2020+", mit dem der Konzern Wachstum und Profitabilität ankurbeln will.

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