Neuer Automobilstandort im Osten Deutschlands.

Mit der Fabrik entstand nach zwei Jahren Bauzeit und vielen Vorabzulassungen bis zur endgültigen Genehmigung Anfang März ein neuer Automobilstandort im Osten Deutschlands. (Bild: Björn Wylezich - stock.adobe.com)

Am Rande von Berlin startet am Dienstag die Mission Tesla: Die Fabrik des US-Elektroautobauers in Grünheide wird mit viel Prominenz eröffnet. Zur Feier haben sich Kanzler Olaf Scholz, Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck, Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke und Tesla-Chef Elon Musk angesagt. Musk, der schon am Montag in Berlin landete, will persönlich die ersten Fahrzeuge vom Typ Model Y an Besitzer übergeben. Auf Twitter teilte Musk am Montagabend mit: "Wir freuen uns, .... die ersten Serienfahrzeuge von Giga Berlin-Brandenburg zu übergeben!"

Mit der Fabrik entstand nach zwei Jahren Bauzeit und vielen Vorabzulassungen bis zur endgültigen Genehmigung Anfang März ein neuer Automobilstandort im Osten Deutschlands. Das Projekt gilt als Vorzeigemodell - auch was die Bau- und Genehmigungszeit angeht. Der Bundesverband der Deutschen Industrie etwa sieht das Verfahren für die Fabrik als Vorbild, dringt aber insgesamt auf einfachere Verfahren.

Für den Institutsleiter des Distributed Artificial Intelligence Laboratory an der Technischen Universität Berlin, Sahin Albayrak, ist die Eröffnung des Werks ein "Meilenstein für die digitale Transformation der Automobilindustrie in Deutschland." Teslas sogenannte Gigafactory werde Nachwuchsforscher der Weltklasse anziehen, die an Universitäten und in Forschungsprojekten ihr Know-how einbrächten. "Dadurch können wir die Forschung an intelligenten vernetzten Verkehrssystemen in Deutschland stärken."

Tesla plant in einer ersten Stufe mit bis zu 500.000 Autos im Jahr und rund 12.000 Beschäftigten. Eine Batteriefabrik befindet sich im Bau. Bis zur Eröffnung muss das Unternehmen noch zahlreiche Auflagen erfüllen. Das Land Brandenburg sieht jedoch keine Hindernisse mehr. Die IG Metall begrüßte den Start der Tesla-Fabrik. Mit den Arbeitsbedingungen hinke Tesla allerdings im innerdeutschen Vergleich hinterher, erklärte Bezirksleiterin Birgit Dietze. Zu einem Unternehmen mit einem hohen ökologischen Anspruch gehörten auch hohe soziale Standards mit entsprechend guten Arbeitsbedingungen.

Diskussion über Wasserversorgung

Der brandenburgische Umweltminister Axel Vogel sieht trotz des Klimawandels und des Wachstums im Großraum Berlin noch genug Wasservorräte. Das Grundwasser sei ausreichend. Lokal gebe es aber deutliche Probleme. Auch zeichneten sich Probleme für Berlin und das Umland ab, weil Menschen und Industrie immer mehr Wasser benötigten.

Nach Ansicht von Umweltschützern ist die Wasserversorgung für Tesla nicht gesichert. Der Geschäftsführer der Grünen Liga Brandenburg, Michael Ganschow, kritisierte die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Frankfurt (Oder), dass dieses "entgegen jeder wissenschaftlichen Expertise" entschieden habe und die Trinkwasserversorgung in einem Verfahren zur Klage der Grünen Liga und des Naturschutzbundes Nabu gegen das Land wegen einer Bewilligung zur Wasserentnahme auch für Tesla auf 30 Jahre als gesichert ansehe.

Das Gericht hatte eine Wasserförderung aus dem Wasserwerk Eggersdorf Anfang März aus formellen Gründen verworfen. Nun muss die Beteiligung der Öffentlichkeit für eine höhere Wassermenge nachgeholt werden. Das Land duldet weiter die Entnahme in voller Höhe der Bewilligung von 3,8 Millionen Kubikmeter Wasser im Jahr.

Tesla hatte den geplanten Wasserverbrauch in der Planung gesenkt. Das Unternehmen veranschlagt nach früheren Angaben pro Fahrzeug einschließlich Batterieproduktion 2,2 Kubikmeter und betont, das liege unter dem Branchenschnitt von mehr als drei Kubikmetern. Anwohner und Umweltschützer wollen zur Eröffnung dennoch demonstrieren.

Die Grüne Liga und der Nabu wollen nach eigenen Angaben noch in dieser Woche über ihren Anwalt Widerspruch gegen die Gesamtgenehmigung für die Tesla-Fabrik einlegen. Das Landesamt für Umwelt habe die Vorlage der aktuellen Antragunterlagen in den letzten Wochen "verschleppt beziehungsweise verweigert". Somit müssten sich die Umweltverbände die Akteneinsicht erzwingen.

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dpa