Blaue Fahnen von Thyssenkrupp wehen im Wind.

Thyssenkrupp arbeitet derzeit an einer Lösung für seine Stahlsparte. - Bild: Thyssenkrupp

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) bleibt bei seinem Nein zu einem Einstieg des Staates bei der Stahlsparte von Thyssenkrupp. "Eine Landesbeteiligung sehe ich derzeit nicht", sagte er am Donnerstag (11.3.) bei einer Online-Veranstaltung des 'Handelsblatts'. Wenn sich das Land an dem Unternehmen beteilige, werde "das Geschäftsmodell dadurch nicht besser". Die IG Metall hatte sich wiederholt für einen Einsteig des Staates bei Thyssenkrupp stark gemacht.

Es sollte eine Lösung gesucht werden, bei der "entweder das Unternehmen aus eigener Kraft oder mit einem Partner, was natürlich noch besser wäre, die eigene Zukunft vorbereitet", sagte Laschet weiter. Der Staat werde dabei helfen, "dass das Unternehmen auch mit dem Stahl in seiner Substanz erhalten bleibt", versicherte der Ministerpräsident. Laschet ist Mitglied des Kuratoriums der Krupp-Stiftung, dem größten Einzelaktionär von Thyssenkrupp.

Thyssenkrupp hatte im vergangenen Monat die Verkaufsverhandlungen mit der britischen Liberty-Steel-Gruppe beendet. "Die Entscheidung des Managements war richtig, wir können beruhigt sein", sagte Laschet mit Blick auf die angeschlagene Bremer Greensill Bank. Die Finanzaufsicht Bafin hatte der Bank die Geschäfte verboten, weil sie nicht den Nachweis über die Existenz von bilanzierten Forderungen erbringen konnte, die sie von der GFG Alliance Group angekauft hat. Zu GFG gehört Liberty Steel.

Gestern gab der Konzern außerdem bekannt, dass er in seiner Stahlsparte weitere 750 Stellen abbauen will. Auf eine entsprechende Vereinbarung habe man sich mit der IG Metall verständigt, teilten Thyssenkrupp und die IG Metall mit. Das Vorhaben soll bis Herbst 2023 umgesetzt werden.

Nach Firmenangaben ist dieser Schritt nötig, um den wirtschaftlichen Schaden durch die Corona-Folgen zu begrenzen. Die Gewerkschaft zeigte sich erleichtert, dass sie einen noch größeren Jobabbau habe verhindern können. Bereits seit einem Jahr läuft der Abbau von 3.000 Stellen, nun zückt das Management abermals den Rotstift. Ende 2020 hatte der Bereich 26.336 Mitarbeiter, die allermeisten davon in NRW.

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