"Die Produktionseinheit (PE) Blech ist ein konkretes Beispiel dafür, wie Industrie 4.0 funktioniert. Mit derartigen Anwendungsfällen können wir es schaffen, die Produktivität in den nächsten Jahren um bis zu 30 Prozent zu steigern", sagte Dr.-Ing. Mathias Kammüller, Vorsitzender des Geschäftsbereichs Werkzeugmaschinen bei Trumpf

"Die Produktionseinheit (PE) Blech ist ein konkretes Beispiel dafür, wie Industrie 4.0 funktioniert. Mit derartigen Anwendungsfällen können wir es schaffen, die Produktivität in den nächsten Jahren um bis zu 30 Prozent zu steigern", sagte Dr.-Ing. Mathias Kammüller, Vorsitzender des Geschäftsbereichs Werkzeugmaschinen bei Trumpf. - Bild: Trumpf

| von Stefan Weinzierl
Abbildung Mathias Kammüller: dunkler Anzug, weißes Hemd, gestreifte Krawatte. Dunkle, gescheitelte Haar
Mathias Kammüller, Vorsitzender des Geschäftsbereiches Werkzeugmaschinen bei Trumpf. - Bild: Trumpf

Der Werkzeugmaschinen- und Laserspezialist Trumpf geht in der praktischen Umsetzung von Industrie 4.0 den nächsten Schritt. Anlässlich der Hausmesse Intech präsentierte das Unternehmen eine vernetzte Pilotfabrik. Das Unternehmen hat seine "Produktionseinheit Blech", hausintern gerne PE Blech genannt, die vergleichbar mit einem klassischen Blechfertigungsunternehmen ist, auf digitalisierte Prozessabläufe umgestellt.

Gleichzeitig erklärte Mathias Kammüller, Vorsitzender des Geschäftsbereichs Werkzeugmaschinen, dass das Ditzinger Traditionsunternehmen seine eigene Fertigung in fünf Jahren komlett digitalisiert haben will. "Dann sind die Industrie-4.0-Konzepte durchgängig eingesetzt und wirksam", so Kammüller. So will Trumpf es schaffen, die Produktivität in den nächsten Jahren um bis zu 30 Prozent zu steigern.

Industrie 4.0: abstrakt und erklärungsbedürftig

In der PE Blech, die als eines der drei Industrie-4.0-Pilotprojekte der Ditzinger gilt, werden auch Bausteine aus der hauseigenen Lösungswelt TruConnect und der digitalen Geschäftsplattform Axoom intensiv genutzt und weiterentwickelt. So kann beispielsweise ein MES-System Maschinenzustände erfassen, darstellen und auswerten – papierlos, interaktiv und mit stets aktuellen Produktionsmeldungen auf einem mobilen Handheld.

Als einer der Vorreiter weltweit arbeite Trumpf seit Jahren intensiv an der Realisierung von Industrie 4.0. "Gerade weil das Thema vergleichsweise abstrakt ist, möchten und müssen wir nah an unseren Kunden sein, ihnen Orientierung bieten und die vielen offenen Fragen beantworten", unterstreicht Mathias Kammüller, Vorsitzender des Geschäftsbereichs Werkzeugmaschinen die zentrale Rolle von Industrie 4.0. "Die Produktionseinheit Blech ist ein konkretes Beispiel dafür, wie Industrie 4.0 funktioniert. Mit derartigen Anwendungsfällen können wir es schaffen, die Produktivität in den nächsten Jahren um bis zu 30 Prozent zu steigern", so Kammüller. In rund fünf Jahren soll das Unternehmen digitalisiert sein, so Kammüller.

Arbeit 4.0: neue Qualifizierungskonzepte erfolderlich

Abbildung Gerhard Rübling: grauer Anzug, weißes Hemd, dunkelrote Krawatte. Brille und glaue Haare, Schnautzbart
Gerhard Rübling, Arbeitsdirektor und verantwortlich für Vertrieb und Services innerhalb der Gruppengeschäftsführung bei trumpf. - Bild: Trumpf

Abgesehen von den technologischen Herausforderungen beschäftige sich Trumpf intensiv mit den gesellschaftlichen Auswirkungen, die mit der Digitalisierung der Arbeitswelt einhergehen. "Industrie 4.0 führt zu veränderten Arbeitsaufgaben, die andere Kompetenzen unserer Mitarbeiter bedingen", sagt Gerhard Rübling, Arbeitsdirektor und verantwortlich für Vertrieb und Services innerhalb der Gruppengeschäftsführung. "Diese Kompetenzen müssen auf Grund der Geschwindigkeit der Veränderungen mit modernen Lernformen vermittelt werden. Deshalb erarbeiten wir derzeit ein neues Qualifizierungskonzept für die zunehmend disziplinübergreifenden und prozessorientierten Tätigkeiten unserer Mitarbeiter."

Für Trumpf zeichne sich ab, dass die Arbeitswelt in Zukunft sehr stark durch Mobilität und Agilität der Arbeitnehmer gekennzeichnet sein werde. Folglich seien dies auch zentrale Punkte im neuen Bündnis für Arbeit, über das derzeit verhandelt wird. "Wir möchten weg von der starren Wochenarbeitszeit hin zu einer Jahresarbeitszeit", erklärt Rübling. "Das bietet mehr Flexibilität für das Unternehmen und für die Mitarbeiter." So lassen sich beispielsweise Auslastungsspitzen in der Produktion besser abbilden oder zusätzlich zum Urlaub längere Freizeitblöcke bilden.

Partnerschaften spielen zentrale Rolle

Abbildung Peter Leibinger: dunkler Anzug, hellblaues Hemd, gemustere Krawatte, lichtes Haar
Peter Leibinger, stellvertretender Vorsitzender der Unternehmensgruppe und Vorsitzender des Geschäftsbereichs Lasertechnik bei Trumpf. - Bild: Trumpf

Wichtig für die Innovationskraft von Trumpf sei die Kollaboration mit Hochschulen und außeruniversitärer Forschung. Peter Leibinger, stellvertretender Vorsitzender der Unternehmensgruppe und Vorsitzender des Geschäftsbereichs Lasertechnik, betont: "Die Vernetzung von Daten und Dingen kann nur im Zusammenspiel vieler Player gelingen. Die institutionelle Forschung in Projekten mit mehreren Partnern spielt für uns eine zentrale Rolle".

Deswegen engagiere sich Trumpf auch als Partner der Innovationsplattform Code_n, die im September in Karlsruhe ein großes Start-up-Festival veranstalten wird. "Wir wollen uns dort mit anderen Unternehmen und Start-ups aus dem Bereich Photonics 4.0 austauschen und gemeinsam neue Impulse für die Zukunft der Photonik setzen", führt Leibinger aus. Photonics 4.0 beschreibt, wie Industrie 4.0 mit Hilfe von optischen Technologien weiter voranschreiten kann.

Der Eintrag "freemium_overlay_form_pro" existiert leider nicht.