EU und GB, dazwischen wird mit rotem Buntstift ein Strich gezogen

Der Brexit hat auch zur Folge, dass es eine neue Kennzeichnungspflicht gibt. - Bild: tanaonte - stock.adobe.com

Seit mehr als fünf Monaten ist der Brexit nun vollzogen und Großbritannien ist kein Teil der EU mehr. Und das hat tiefe Spuren hinterlassen. So sind zum Beispiel die Exporte nach Großbritannien im März um 13,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat auf 6,5 Milliarden Euro eingebrochen. Laut einer Umfrage von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG und der British Chamber of Commerce in Germany (BCCG) ist der Brexit für 67 Prozent der Unternehmer negativer als sie es zu Jahresbeginn noch gedacht haben. 

Und dabei sind die ganzen Folgen des Brexit noch nicht einmal sichtbar. Denn für einige Bereiche gibt es Übergangsfristen. So auch für die Kennzeichnung auf Produkten und technischen Unterlagen. Denn als Großbritannien noch Teil der EU war, galt ganz normal das CE-Zeichen als Kennzeichnung, dass das Produkt alle EU-weiten Anforderungen an Sicherheit, Gesundheitsschutz und Umweltschutz erfüllt. Nach dem Brexit habe die britische Regierung dann ein eigenes nationales Kennzeichen eingeführt, erklärte Pilz-Chefin Susanne Kunschert auf einer Pressekonferenz. Das neue Zeichen: UKCA (UK Conformity Assessed).

Noch gilt eine Übergangsfrist und das CE-Kennzeichen darf bis 1. Januar 2022 verwendet werden. Aber Vorsicht: Das ist nur möglich, wenn die britischen und EU-Produktionsvorschriften identisch sind. Falls die EU zum Beispiel Änderungen vornimmt, werden die von Großbritannien nicht mehr übernommen und für diese Produkte darf die CE-Kennzeichnung beim Export ins Vereinigte Königreich nicht mehr verwendet werden.

UKCA und CE: Diesen Sonderfall gibt es

Ab dem 1. Januar 2022 müssen alle Produkte auf dem britischen Markt ein UKCA-Zeichen haben. Das bedeute einen hohen Aufwand, so Kunschert vergangene Woche. Denn Produkte für den britischen Markt müssen dann durch eine britische Prüfstelle die Zertifizierung bescheinigen lassen.

Laut IHK Rhein-Nekar hat das Vereinigte Königreich die bisher in der EU zugelassenen Prüfstellen („Notified Bodies“ oder „Benannte Stellen”) mit Sitz in GB als „UK Approved Bodies“ anerkannt. Denn: Nur im Land ansässige UK Approved Bodies dürfen britische Konformitätsbewertungen vornehmen. Produkte dürfen im Übrigen sowohl das CE als auch die UKCA-Kennzeichen tragen. Bis Ende 2022 darf das Kennzeichen dabei provisorisch angebracht werden – zum Beispiel über ein Zusatzlabel. Ab 1. Januar 2023 muss es dann fest am Produkt angebracht sein. 

Wie viel ein UKCA-Zeichen kostet, hängt laut der Normungsorganisation BSI von vielen Faktoren ab – beispielsweise der Zahl der Produkte sowie der Produktionsstandorte.

Einen Sonderfall gibt es noch: Nachdem Nordirland Teil des EU-Binnenmarktes für Waren bleibt, gilt dort weiter die CE-Kennzeichnung.

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