Flagge Türkei

Bild: Armagan Tekdoner

| von Karoline Kopp

Der gescheiterte Putsch in der Türkei dürfte die Wirtschaft des Landes schwer treffen. Immerhin sieht es aber laut Investoren und Analysten so aus, als wenn die Folgen der Entwicklung am Bosporus wirtschaftlich nicht über die türkischen Grenzen hinausgehen.

Als Nachrichten über den Putschversuch durchsickerten, gerieten die türkische Lira ebenso wie Währungen anderer Schwellenländer unter Druck. Relativ schnell schuf die Regierung in Ankara aber wieder Ordnung und inhaftierte Tausende Mitglieder des Militärs.

Analysten befürchten nunmehr weitere Kursabschwünge für die Lira. Der Grund ist die politische Instabilität, die das Land weiterhin erfassen dürfte. Diese Entwicklung droht laut Analysten auch den jüngsten Aufschwung der Wirtschaft zu unterminieren. Andere Schwellenländer wurden von den Ereignissen in der Türkei gleich mit erfasst. So verbilligten sich etwa der südafrikanische Rand und der mexikanische Peso zum US-Dollar.

Erdölroute Türkei

Zwar ist die Türkei kein großer Ölproduzent. Doch einige der meistbefahrenen Schifffahrtsrouten für Öl gehen durch die Gewässer des Landes. Täglich passieren nahezu 3 Millionen Fass Erdöl die Türkei. Nach anfänglichen Störungen war der Bosporus am Samstag schnell wieder befahrbar. Für die Türkei selbst dürfte der Putsch jedoch den jüngsten Wirtschafts- und Börsenaufschwung vermiesen, urteilen Analysten.

Türkische Wirtschaftsdaten hatten in den vergangenen Monaten auf eine anziehende Aktivität im Verarbeitenden Gewerbe und ein verbessertes Verbrauchervertrauen hingewiesen. Hier dürfte es nach den jüngsten Ereignissen und der allgemein erwarteten politischen Polarisierung jedoch einen deutlichen Dämpfer geben.

Analyst Michael Harris von Renaissance Capital rechnet jetzt mit Neuwahlen, die Erdogan anordnen wird, um eine Supermehrheit im Parlament zu erringen. "Die Märkte mögen zwar klare politische Verhältnisse, aber in diesem Fall würde das Risiko einer Polarisierung steigen."

Dow Jones Newswires

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