Bei der Verleihung des Umweltpreises von Daimlier posieren Beteiligte für ein Selfie.

Daimler zeichnet seit 20 Jahren die besten Umweltinitiativen aus. – Bild: Daimler

| von Anja Ringel

Eine Firma engagiert sich beim Thema Klimawandel, die nächste unterstützt lokale Umweltprojekte: Immer mehr Unternehmen engagieren sich öffentlich für diese Bereiche. Das hat nicht nur altruistische Gründe. Experten haben bereits 2010 in einer Studie festgestellt, dass Unternehmen inzwischen vermehrt auf Klimaschutzfragen angesprochen werden.

Bernhard Langefeld von der Unternehmensagentur Roland Berger schreibt in einem Beitrag, dass zum Beispiel die Reduktion der CO2-Emissionen sowohl von der Belegschaft, dem Kapitalmarkt als auch dem Endverbraucher positiv aufgenommen wird. Eine britische Großbank analysiere bei der Kreditvergabe unter anderem die CO2-Bilanz, so Langefeld. Werden bestimmte Nachhaltigkeitsrichtlinien erfüllt, gibt es attraktivere Konditionen.

Ein weiteres Beispiel ist die US-amerikanische Fondsgesellschaft BlackRock. Deren Chef Larry Fink hat die beteiligten Unternehmen nun im Januar dazu aufgefordert, mehr für den Klimaschutz zu unternehmen, wie die ‚Zeit’ berichtet. Denn: Das Klimarisiko sei auch ein Anlagerisiko, so Fink.

So gehen deutsche Autobauer und Zulieferer mit den Themen Klima und Umwelt um:

Audi-Stiftung fördert neue Technologien

Der Autobauer Audi hat seit zehn Jahren eine eigene Stiftung für Umwelt. Zum zehnjährigen Bestehen sagte der Geschäftsführer der Umweltstiftung, Rüdiger Recknagel, im vergangenen Jahr: „Umweltschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die Stiftung ist Impulsgeber und Treiber für den Einsatz innovativer Technologie im Umweltschutz.“ Man wolle jeden Einzelnen für Umweltschutz begeistern und konkrete Ideen mitgeben, um den eigenen Fußabdruck zu verringern, erklärte Recknagel weiter.

Geschäftsführer Rüdiger Recknagel spricht bei einer Veranstaltung vor zig Besuchern. Auf der Leinwand ist eine Folie der Audi-Stiftung für Umwelt zu sehen.
Geschäftsführer Rüdiger Recknagel bei einer Veranstaltung der Umweltstiftung von Audi. – Bild: Audi AG

Einer der Schwerpunkte der Stiftung ist die Förderung von „Greenovations“ – neuer Technologien für einen schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen. Die Erforschung der CO2-Speicherkapazität von Wäldern ist außerdem eines der Projekte von Audi. Dabei will die Stiftung herausfinden, „wie Bäume optimal gesetzt werden müssen, um eine größtmögliche Kohlenstoff-Bindung und beste Bedingungen für biologische Vielfalt im Wald zu erreichen.“

BMW: Segelrennsport für die Klimaforschung

Auch der Münchner Autobauer BMW unterstützt unterschiedliche Projekte für Klima- und Umweltinitiativen. Eher ungewöhnlich ist dabei das Engagement im Segelrennsport, das auch der Klimaforschung dienen soll. BMW erklärt in einer Pressemitteilung, dass das unterstützte Team Malizia während des Regatta „Vendée Globe“ in das schwer zugängliche, aber für Wissenschaftler interessante Südpolarmeer segeln wird. In den dortigen Regionen gibt es keine kommerzielle Schifffahrt.

Während dieser Fahrt sollen nun Daten zur globalen CO2-Zirkulation gesammelt werden. BMW beteiligt sich an der Messelektronik, die an Bord angebracht wird. Außerdem sollen Schulkinder für den Schutz der Weltmeere sensibilisiert werden.

Das Segelsportteam Malizia ist auf ihrem Segelboot auf der Elbe in Hamburg unterwegs.
Das Segelsportteam Malizia wird von BMW unterstützt. Auf dem Bild ist das Team in Hamburg zu sehen. – Bild: BMW Group

Daimler zeichnet die besten internen Umweltinitiativen aus

Erst im Februar hat Daimler den „Environmental Leadership Award 2020“ verliehen. Damit werden dem Unternehmen zufolge die besten internen Umweltinitiativen ausgezeichnet. Die Auszeichnung gibt es bereits seit 20 Jahren und wurde dieses Jahr zum zwölften Mal vergeben.

Die Teilnahme war diesmal fast doppelt so hoch wie bei der vorherigen Ausschreibung: Knapp 150 Projekte von 1.200 Teilnehmern aus 30 Ländern wurden laut Daimler eingereicht.

Während der Preisverleihung in Stuttgart sagte Markus Schäfer, Mitglied des Vorstands von Daimler und Mercedes Benz: „Die gesamte Mobilitätsbranche befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Unsere Aufgabe ist es, diese Transformation nachhaltig und im Rahmen unserer sozialen, ökonomischen und ökologischen Verantwortung zu gestalten.“ Er zeigte sich beeindruckt von den Projekten. Manches habe gezeigt, dass auch im Kleinen etwas Großes bewegt werden kann.

Das waren zwei der Gewinnerideen:

  • „Closed-Loop-Recycling“: Recycling von Automobil-Aluminium, um so unter anderem die CO2-Emissionen zu senken
  • „Electric Drive Bus“: Heizungs- und Klimatisierungssystem für Busse mit Hilfe einer neuartigen CO2-Wärmepumpe. Die Pumpe soll im Vergleich zu konventionellen Systemen jährlich 40 Prozent Energie einsparen.

Gebrauchte Teile werden bei Volkswagen wiederverwertet

Volkswagen hat ein klares Ziel beim Thema Umwelt: Der Konzern möchte dabei ein Vorbild sein. „Wir möchten allen Menschen Mobilität bieten und dabei die Umwelt möglichst wenig belasten“, heißt es auf der Unternehmensseite.

Eines der Projekte ist „Aus alt mach neu“. Dabei nimmt der Autobauer viele gebrauchte Teile aus Motor, Getriebe und Elektronik wieder zurück. Nach einer Prüfung und Aufarbeitung werden diese dann wieder in ein anderes Fahrzeug eingesetzt. Kunden können bei einer Reparatur laut Volkswagen selbst entscheiden, ob sie ein neues Ersatzteil oder ein gebrauchtes Austauschteil haben möchten. Die recycelten Teile sparen dabei 33 Prozent an Energie und 28 Prozent an CO2-Emissionen.

Bosch möchte keinen CO2-Fußabdruck hinterlassen

Nicht nur die Autobauer, auch die Zulieferer beschäftigen sich mit Umweltthemen. Ab diesem Jahr möchten Bosch-Standorte von der Entwicklung über die Produktion bis zur Verwaltung keinen CO2-Abdruck mehr hinterlassen, erklärt Pressesprecherin Agnes Mazzei auf Nachfrage von PRODUKTION.

So soll das Ziel erreicht werden: Steigerung der Energieeffizienz, Ausbau der regenerativen Energien, Erweiterung des Ökostrom-Zukaufs und Kompensation des unvermeidbaren CO2-Ausstoßes. Laut Mazzei sind die Bosch-Werke in Deutschland bereits seit 2019 klimaneutral.

Panoramabild vom Bosch-Werk in Feuerbach. Im Vordergrund ist in rot der Schriftzug "Bosch" zu lesen.
Die Bosch-Werke in Deutschland (auf dem Bild: Feuerbach) sind seit vergangenem Jahr klimaneutral. – Bild: Bosch

Weitere Maßnahmen, um den Erdgasverbrauch in Deutschland auszugleichen, sind bei Bosch: Windkraft-Anlagen auf den Philippinen und in der Karibik, Aufforstung in Panama und Verstromung von klimaschädlichem Methangas.

Continental will Rohstoffverbrauch minimieren

Continental hat seit 1992 ein Umweltmangementsystem im Unternehmen. Die Ziele seien dabei, den Rohstoffverbrauch und die Umweltbelastungen zu minimieren, so der Konzern. Die Effizienz und die Verbesserung der spezifischen Verbräuche stehen dabei im Vordergrund.

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