Sind künftig wieder mehr deutsche Unternehmen in Moskau respektive in Russland aktiv?

Sind künftig wieder mehr deutsche Unternehmen in Moskau respektive in Russland aktiv? - Bild: Pixabay

| von Gabriel Pankow

Einer am Mittwoch (26.6.2019) veröffentlichten Umfrage der deutsch-russischen Auslandshandelskammer (AHK) zufolge sprachen sich 87 Prozent der Befragten dafür aus, dass die Kanzlerin an großen russischen Tagungen der Branche wie dem Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg teilnehmen sollte. In diesem Jahr führte dort Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) Gespräche.

"Die deutsche Politik kann hierbei - auch ohne den Rahmen der Sanktionen zu verletzten - ein deutliches Signal setzen", sagte AHK-Chef Matthias Schepp in Moskau. Er plädierte für mehr Gespräche auf höchster Ebene. "Deutschland sollte sich von seinen Partnern nicht die Butter vom Brot nehmen lassen - egal, ob es sich um Sanktionsländer handelt oder um China oder Japan, deren Staats- und Regierungschefs auf russischen Wirtschaftsforen jüngst Auftritte hatten." Deutschland sollte auf positive Weise Flagge zeigen.

USA wollen russische Wirtschaft "in die Knie zwingen"

Ihr Russland-Geschäft bewerteten die deutschen Firmen alles in allem als gut. "Unsere Unternehmen rechnen trotz schwacher Wirtschaft in Russland, dass ihr Umsatz und Gewinn durchaus steigen wird", sagte Schepp. 39 Prozent wollten in Russland investieren. Die Einschätzungen zum Geschäftsklima blieben aber verhalten.

"Die Sorgenfalten sind nicht weniger geworden", sagte er und verwies auf Sanktionen der EU und der USA im Ukraine-Konflikt. Die 141 Unternehmen, die an der Umfrage teilnahmen, gaben den Verlust durch entgangene Geschäfte wegen der US-Maßnahmen mit insgesamt 1,1 Milliarden Euro an.

Die Sanktionen der EU hätten dagegen vergleichsweise geringe Auswirkungen auf das Russland-Geschäft der Firmen, sagte der Kammerchef. Die der USA zielten aber darauf ab, die russische Wirtschaft "in die Knie zu zwingen".

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