Schwächere Geschäfte für deutsche Maschinenbauer.

Deutsche Maschinenbauer stellen sich auf schwächere Geschäfte ein. (Bild: winnievinzence - stock.adobe.com)

Deutschlands Maschinenbauer stellen sich vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges auf schwächere Geschäfte in diesem Jahr ein. Der Branchenverband VDMA senkte am Freitag seine Produktionsprognose deutlich. "Statt eines ursprünglich erwarteten Zuwachses von real sieben Prozent rechnen wir nun für das laufende Jahr nur noch mit einem Produktionsplus von vier Prozent", sagte VDMA-Präsident Karl Haeusgen am Freitag. Die Prognose sei allerdings mit Unsicherheiten behaftet. Im vergangenen Jahr wuchs die Produktion nach Daten des Statistischen Bundesamtes um 6,4 Prozent.

"Für den Maschinen- und Anlagenbau ist die Geschäftstätigkeit mit Russland zwar nicht existenziell, aber die Unternehmen werden für den russischen Angriffskrieg, der durch nichts zu rechtfertigen ist, einen Preis zahlen müssen", sagte Haeusgen. Das Land rangierte im vergangenen Jahr nur noch auf Platz neun der wichtigsten Abnehmerländer. Vor allem Landtechnik "Made in Germany" ging nach Russland.

Sollte Russland wie angedroht Betriebe und Produktionsstätten westlicher Unternehmen verstaatlichen, die das Land verlassen, "dann laufen wir auf eine lange Eiszeit zu", sagte der VDMA-Präsident.

Vorrangig gehe es jetzt für viele Firmen erst einmal darum, die Sicherheit ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Ukraine und auch in Russland zu gewährleisten, berichtete Haeusgen. Zugleich müssten sie sich auf weitere Lücken in den Lieferketten einstellen.

Nach einer aktuellen Umfrage des VDMA, an der sich Anfang März knapp 550 Mitgliedsfirmen beteiligten, sehen 85 Prozent der Unternehmen den Ukraine-Krieg als gravierendes oder merkliches Risiko für ihre Geschäfte. Sorge bereiten den meisten (knapp 80 Prozent) vor allem die indirekten Auswirkungen, zum Beispiel durch weitere Energiepreissprünge, die allgemeine Verunsicherung von Kunden oder die Rubel-Abwertung. Direkte Folgen erwarten 45 Prozent der Firmen durch die Verschiebung von Projekten, weniger Umsätze oder Sanktionen.

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Flaggen von der Ukraine und Russland
(Bild: jd-photodesign - stock.adobe.com)

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Probleme mit Lieferketten

Etwa drei Viertel der Maschinenbauer haben Probleme mit Lieferketten. Eine Mehrheit der Befragten (53 Prozent) rechnet hier mit einer Verschärfung aufgrund des Krieges. Probleme bereiten der mittelständisch geprägten deutschen Schlüsselindustrie vor allem Engpässe bei Metallerzeugnissen und Elektronikkomponenten, die teilweise mit bis zu sechs Monate Verspätung bei den Unternehmen eintreffen.

Der Umfrage zufolge haben inzwischen 82 Prozent der Unternehmen deswegen Rückstände in der Produktion, zum Beispiel bei Endprodukten, die aufgrund von Materialmangel nicht fertiggestellt und ausgeliefert werden können.

Gut drei Viertel der Unternehmen haben aus den jüngsten Erfahrungen während der Corona-Pandemie gelernt und stellen ihre Lieferketten kritisch auf den Prüfstand. "Das heißt sicher auch, dass europäische Liefernetzewerke an Gewicht gewinnen werden", sagte Haeusgen. Dank gut gefüllter Auftragsbücher rechnen 84 Prozent der Unternehmen trotz der wirtschaftlichen Folgen des Krieges mit einem Umsatzplus in diesem Jahr.

Hören Sie hier im Podcast von industry insights was VDMA-Präsident Karl Haeusgen vor dem Maschinenbau-Gipfel über Herausforderungen und Trends im Maschinenbau zu sagen hatte:

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dpa