Zwei Mitarbeiter führen eine Qualitätskontrolle der Fluidkonnektoren in der Produktion durch.

Die Norma Group schließt das Geschäftsjahr 2020 mit einer Erholung zum Jahresende ab. - Bild: Norma Group

| von Redaktion Produktion

Die Coronakrise und hohe Umbaukosten haben dem Verbindungstechnik-Spezialist Norma 2020 trotz einer deutlichen Erholung zum Jahresende zu schaffen gemacht. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (Ebita) sackte im Vergleich zum Vorjahr um fast zwei Drittel auf 54,6 Millionen Euro ab, wie der im Nebenwerteindex SDax notierte Zulieferer am Mittwoch im hessischen Maintal bei der Vorlage vorläufiger Zahlen mitteilte. Die entsprechende Marge lag bei 5,7 Prozent und damit ebenfalls deutlich unter den 13,2 Prozent ein Jahr zuvor.

An der Börse verlor die Aktie zunächst kurz nach Handelsbeginn rund 1,5 Prozent an Wert, zuletzt notierte sie nur noch knapp im Minus mit 0,10 Prozent.

Ebita-Marge entsprach den Erwartungen

Aus Sicht von Analyst Peter Rothenaicher von der Baader Bank entspricht die bereinigte operative Gewinnmarge (Ebita-Marge) den Erwartungen. Der Netto-Barmittelzufluss aus dem operativen Geschäft sei zugleich stark ausgefallen und habe das Unternehmensziel deutlich übertroffen. Die Umsätze indes seien nach den Unternehmensaussagen vom Januar keine Überraschung mehr gewesen.

Die Erlöse fielen 2020 trotz der Krise nicht so stark wie zunächst befürchtet. Sie sanken im vergangenen Geschäftsjahr um 13,4 Prozent auf 952,2 Millionen Euro. Hier belasteten auch negative Währungseffekte, organisch war der Umsatz um 12,1 Prozent rückläufig. Konzernchef Michael Schneider verwies ungeachtet dessen darauf, dass Norma die eigene Prognose für 2020 erreicht und sogar leicht übertroffen habe. Insgesamt habe sich das Geschäft der Maintaler "in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld" im vergangenen Jahr "als robust erwiesen", befand der Manager.

Deutlich steigende Nachfrage im zweiten Halbjahr

Schneider betonte, dass Norma im zweiten Halbjahr weltweit wieder eine deutlich steigende Nachfrage seiner Kunden verspürt habe, nachdem es zunächst bereits erste Erholungstendenzen in China gegeben habe. Im Schlussquartal konnten die Hessen den Umsatz mit 261,2 Millionen Euro stabil halten, organisch legte er sogar um 3,8 Prozent zu. Das bereinigte Ebita sank um 16,3 Prozent auf 21,3 Millionen Euro, die Marge ging um 1,6 Prozentpunkte auf 8,2 Prozent zurück.

Laut Schneider sind die Geschäfte von Norma im vierten Quartal besser als erwartet verlaufen, insbesondere das Autogeschäft habe eine Erholung verzeichnet. Das "strikte Kostenmanagement" habe auch im Schlussquartal Wirkung gezeigt, so der Konzernlenker.

Spar- und Umbauprogramm

Angaben zum Überschuss und zur Prognose machte Norma zunächst nicht. Zum Ausblick auf das laufende neue Geschäftsjahr 2021 will sich Schneider bei der Bekanntgabe der vollständigen Bilanz am 24. März äußern. Norma steckt mitten in einem umfassenden Spar- und Umbauprogramm, durch das der Konzern ab 2023 jährlich Einsparungen von rund 50 Millionen Euro erzielen und sich den Angaben zufolge langfristig flexibler und profitabler aufstellen will. Nach einem verlustreichen und von der Pandemie geprägten ersten Halbjahr war der Autozulieferer dann aber im dritten Quartal unter dem Strich in die Gewinnzone zurückgekehrt.

Im Gegensatz zu reinen Automobilzulieferern ist Norma breiter aufgestellt. Die Norma Group stellt unter anderem Schläuche, Verschraubungen, Rohre und Befestigungen her. Die Produkte des Verbindungstechnik-Spezialisten kommen etwa in der Autoindustrie, bei Luftfahrt und Marine, in Kühlsystemen oder im Wassermanagement zum Einsatz. Das Unternehmen hat laut eigenen Angaben rund 8800 Mitarbeiter.

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