Verbundenheit zwischen Frankreich und Deutschland

Seit Jahren gibt es eine gute deutsch-französische Zusammenarbeit. (Bild: bluedesign - stock.adobe.com)

25.4.2022: Macron für weitere fünf Jahre wiedergewählt

In der gestrigen Stichwahl um die französische Präsidentschaft, hat sich der Amtsinhaber Emmanuel Macron gegen seine rechte Konkurrentin durchgesetzt. Der 44-Jährige konnte 58,55 Prozent der Stimmen auf sich vereinen, Le Pen kam auf 41,45 Prozent. 28 Prozent der Franzosen blieben der Wahlurne fern, neun Prozent gaben einen ungültigen Stimmzettel, einen sogenannten "vote blanc" ab. Offiziell verkündet wreden soll das Endergebnis frühestens am Mittwoch.

Macron hatte seinen Vorsprung von nur vier Prozent gegenüber Marine Le Pen vom ersten Wahlgang vor zwei Wochen auf 17 Prozent ausbauen können. Er hat damit Frankreich und Europa vor einer rechtsextremen Präsidentin im Élysée bewahrt - obwohl er alles andere als ein beliebter Präsident ist. Er gilt als Präsident der Reichen und der Gewinner. Das schlägt sich auch in Umfragen nieder: Nur 22 Prozent sind danach der Überzeugung , Macron verstehe etwas von ihren Sorgen, von ihrem Alltag – im Gegensatz zu seiner Gegnerin Marine Le Pen, der sie das viel mehr zutrauen.

Erleichtert vom Wahlergebnis zeigt sich EU-Ratspräsident Charles Michel: "Wir können fünf weitere Jahre auf Frankreich zählen", twitterte der Belgier. "In diesen stürmischen Zeiten brauchen wir ein starkes Europa und ein Frankreich, das sich voll und ganz für eine souveränere und strategischere Europäische Union einsetzt. Kanzler Scholz gratulierte ebenfalls via Twitter: Die Wahl Macrons sei ein "starkes Bekenntnis zu Europa". Und er fügte hinzu: "Ich freue mich, dass wir unsere gute Zusammenarbeit fortsetzen!" Scholz telefonierte noch am Abend mit dem neuen, alten französischen Präsidenten.

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, Michael Roth begrüßte die Wiederwahl Macrons als Stabilisierung Europas begrüßt. "Ganz Europa und insbesondere Deutschland können aufatmen", sagte Roth dem Redaktionsnetzwerk Deutschland . Damit "bleibt der EU eine Zerreißprobe und den deutsch-französischen Beziehungen eine existenzielle Krise erspart."

Macrons zweite Amtszeit wird laut französischer Verfassung jedoch auch seine letzte sein.

11.4.2022: Macron und Le Pen in zwei Wochen in Stichwahl

Bei der gestrigen Wahl um die französische Präsidentschaft hat sich Amtsinhaber Emmanuel Macron überraschend strark geschlagen. Nach der Auszählung von 99 Prozent der Stimmen kommt Macron auf 27,6 Prozent der Stimmen, seine rechtspopulistische Konkurrentin Marine Le Pen schafft es, 23,4 Prozent der Stimmen auf sich zu versammeln. An dritter Stelle liegt der Linkspopulist Jean-Luc Mélenchon mit immerhin 22 Prozent. Weit abgeschlagen sind die beiden ehemaligen Volksparteien, der Sozialisten und der Repulikaner.

Am 24. April 2022 finden jetzt die Stichwahl zwischen Macron und Le Pen statt. Die meisten Konkurrenten haben ihre Anhänger dazu aufgerufen, Macron ihre Stimme zu geben.

8.4.2022: "Frankreich ist ein absolut wichtiger Handelspartner"

Vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich hat die deutsche Wirtschaft die Bedeutung einer auf Europa ausgerichteten Politik in dem wichtigen Nachbarland betont. Die Regierung von Emmanuel Macron habe sich sehr stark für die französische und die ausländische Wirtschaft eingesetzt, sagte der Geschäftsführer der Außenhandelskammer Frankreich (AHK), Patrick Brandmaier. Das Klima für Unternehmen in Frankreich sei sehr positiv und es gebe seit Jahren eine sehr solide deutsch-französische Zusammenarbeit.

Der Ausgang der Frankreichwahl sei wichtig für die Ausrichtung der deutsch-französischen Achse sowie die handels- und industriepolitische Ausrichtung der EU, sagte der Außenhandelswirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Volker Treier. Das gelte insbesondere angesichts des Ukraine-Kriegs und der zu bewältigenden Folgen.

"Frankreich ist ein absolut wichtiger Handelspartner", betonte Treier. "Frankreich ist der drittwichtigste Exportmarkt für Deutschland vor China und nach den USA." Die Erwartung sei, das Frankreich auf Rang zwei aufrücke. "Frankreich wird attraktiver, zumindest relativ." Dabei spiele auch der im Vergleich zu Deutschland deutlich niedrigere Industriestrompreis eine Rolle. Deshalb überlegten auch Unternehmen aus dem Südwesten Deutschlands, ihre Geschäfte in Frankreich auszubauen. 71 Prozent der zu Jahresbeginn vom DIHK befragten Unternehmen wollten 2022 im Euroraum investieren, dabei spiele Frankreich eine wichtige Rolle.

Ukraine-Krieg: Alle wichtigen Informationen für die Industrie

Flaggen von der Ukraine und Russland
(Bild: jd-photodesign - stock.adobe.com)

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Deutsche Firmen sind der größte ausländische Investor

Das deutsch-französische Handelsvolumen stieg 2021 nach einem coronabedingten Einbruch im Vorjahr 2021 auf 165 Milliarden Euro, 102,3 Milliarden Euro davon waren deutsche Exporte nach Frankreich. Dabei verkauften deutsche Unternehmen nicht nur viele Waren nach Frankreich sondern seien dort, gemessen an der Zahl der Projekte, auch der größte ausländische Investor. Sie trügen damit zu der von Präsident Macron angestrebten Reindustrialisierung des Landes bei.

Die französische Präsidentschaftswahl startet an diesem Sonntag (10.4.), die Stichwahl ist am 24. April. In den Umfragen liegt der für eine zweite Amtszeit kandidierende Präsident Macron klar vorne, seine rechte Hauptherausforderin Marine Le Pen hat zuletzt aber immer mehr zu ihm aufgeschlossen. Auf Rang drei in den Umfragen liegt Linkspolitiker Jean-Luc Mélenchon.

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dpa