Modeleisenbahn

"Werden Sie zum Eisenbahner", fordert unser Kolumnist Kai-Olaf Dammenhain. (Bild: Claudia Otte - stock.adobe.com)

Ich lese gerade die Biographie von Theodor Fontane mit dem Untertitel „Ein Jahrhundert in Bewegung“. Ich habe das Buch gekauft, weil ich seine Bücher gern gelesen habe und einfach etwas mehr wissen wollte. Und ich kann Ihnen sagen, es ist sehr spannend. Vor allem weil es wieder mal zeigt, auch unsere Vorfahren standen vor riesigen Herausforderungen. Und: Sie haben diese auch bewältigt.

Ich bin überzeugt, das sollte uns Mut machen. Wussten Sie, dass Fontane erste Gedichte in der Zeitschrift 'Die Eisenbahn' veröffentlichte? Ich nicht, aber viel spannender ist, was hat das mit uns zu tun und mit unseren aktuellen Herausforderungen?

Wir können es uns gar nicht mehr vorstellen, aber damals gab es einen Kulturkampf zwischen der Kutsche und der Eisenbahn. Wenn es nach dem König von Preußen gegangen wäre, gäbe es keine Eisenbahn. König Friedrich Wilhelm III. betrachtete die Eisenbahn eher skeptisch und soll anlässlich der Eröffnung der privaten Berlin-Potsdamer Eisenbahn 1838 gesagt haben, „er könne sich keine große Seligkeit davon versprechen, ein paar Stunden früher von Berlin in Potsdam zu sein“. Die Zeitschrift 'Die Eisenbahn' hatte den Untertitel „Ein Unterhaltungsblatt für die gebildete Welt“.

Autonomes Fahren hat viele Vorteile

Und was hat das mit uns heute nun zu tun? Es gibt immer den Wettbewerb zwischen den Bewahrern und den Fortschreitenden. Man könnte auch sagen „ich kann mir keine große Seligkeit davon versprechen, mit meinem Auto autonom zu fahren“. Ja, kann man sagen, aber wenn es die Kunden wollen, sollte man sich schnell und am besten ganz schnell daran machen, dieses dem Kunden zur Verfügung zu stellen. Vor allem, wenn es absehbar ist, dass wir noch mehr Verkehr bekommen, das Selberfahren immer unattraktiver wird und wir nebenbei mit autonomem Fahren auch noch sehr viel Energie sparen können.

Ich habe immer mit jüngeren Kollegen diskutiert, warum sie in ihren Firmenfahrzeugen so viel Connectivity haben wollen. Heute verstehe ich es und möchte es nicht mehr missen. Ich sehne mich nach dem autonomen Fahren, weil es meinen Weg zur Arbeit einfach angenehmer machen kann.

Diese Veränderungen sind für etablierte Industrien dramatisch. Weil sich immer komplette Ecosysteme verändern. Zukünftige autonome Fahrzeuge werden sich in einem ganz anderen Ecosystem bewegen und auch hergestellt werden.

Sie fragen sich warum?

Die Antwort ist, es braucht keinen starken Motor mehr, kein aufwendiges Fahrwerk aber volle Connectivity, bequeme Sitze und ein Entertainment wie zu Hause. Das Auto wird zum Smartphone auf Rädern und „schlimmstenfalls“ kann es von jedem im Auftrag gefertigt werden. Wenn das mal keine Veränderung für unsere Industrie ist.

Auch die Maschinenbauer sind betroffen

Betrifft Sie nicht, Sie stellen Werkzeugmaschinen her?

Verstehe ich, aber wer sagt, dass das nicht genauso in Ihrer Industrie passiert. Unsere Maschinenbauer leben von einer Industrie, die massenhaft individuelle hoch komplexe mechanische Produkte herstellt. Wenn es die Mechanik nicht mehr so ausgeprägt braucht und die Individualisierung die Software macht, dann betrifft es auch Sie als Maschinenbauer. Aber auch Sie können sich neue Geschäftsmodelle einfallen lassen. Oder mit Ihren Mitarbeitern mal in die Diskussion gehen. Ich bin sicher, Sie haben das Potenzial in Ihren Unternehmen. Sie müssen es nur heben und sich auf die Diskussion einlassen wollen! Werden Sie zum „Eisenbahner“.

Transformation ist auch ein Thema im Podcast mit Heidelberg-CEO Rainer Hundsdörfer. Er erklärt unter anderem, wie Heidelberg zum Technologieunternehmen werden will:

Das ist unser Kolumnist Kai-Olaf Dammenhain

Kai-Olaf Dammenhain
(Bild: Dammenhain)
  • Geschäftsführer beNIMBL GmbH – Digital Advisory Techedge Group
  • 60 Jahre alt, Maschinenbau studiert in München mit Fokus R&D und Produktion
  • Über 30 Jahre Berufserfahrung in der Industrie und Beratung
  • Lehraufträge an Fachhochschule und DHBW, TUM Alumni und Mitglied TUM Mentoring Program

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