Gemälde eines Elefanten

Welche weißen Elefanten stehen bei Ihnen im Raum? (Bild: stock.adobe.com - Anna Ismagilova)

Kennen Sie weiße Elefanten? Die gibt es nicht sagen Sie. Es gibt diese seltene Anomalie bei allen Tieren auch bei Elefanten. Tiere mit dieser Eigenschaft gelten in manchen Ländern als Zeichen der Macht.

Bei uns gibt es diese Tiere im übertragenen Sinne, als eine Beschreibung für ein Thema, über das wir nicht sprechen wollen, obwohl jedem dieses Thema bekannt ist.

Ich kenne aus meinem Umfeld zwei Themen, die in die Kategorie fallen. Einmal das Thema Energieversorgung und in dem Zusammenhang die Kernenergie. Und zum anderen das Thema Digitalisierung und in dem Zusammenhang die Auswirkungen auf die eigenen Produkte. Jeder meiner Ansprechpartner ist überzeugt, dass in seinem Produktspektrum „sharing economy“ nicht machbar ist und er sich darüber keine Gedanken machen muss. Angesprochen kommt dann der Verweis auf die „gescheiterten“ Versuche mit car2go oder andere Beispiele.

Warum sind wir uns so sicher, dass es in unserem Umfeld nicht zu den Veränderungen kommen wird, nicht alles auf den Kopf gestellt wird? Oder ist gerade die große Unsicherheit der Grund, warum wir nicht darüber reden? Kann nicht wahr sein, was nicht wahr sein darf.

"Augen zu und warten bis es vorbei ist" hilft nicht

In unseren Projekten und Diskussionen zeichne ich mit unseren Kunden oftmals eine Landkarte der Partner und möglichen neuen Mitbewerber. Dabei betrachten wir den aktuellen Stand und mögliche Szenarios in der Zukunft. Wichtig bei dieser Übung ist immer die Betrachtung, wer welche Rolle einnimmt und in Zukunft einnehmen kann. Mit der Veränderung der Rolle im Spiel gehen Veränderungen von Anforderungen und damit auch notwendige Kompetenzen einher. Damit kann man sich vorbereiten, überlegen, welche Rolle man in Zukunft einnehmen möchte und welche Kompetenzen man entwickeln muss.

Das spannende ist, viele unserer Kunden können es in diesen Workshops genau erklären und beschreiben. Sie wissen genau, was auf sie zukommt, aber sie mögen nicht offen darüber reden. Fast so als wenn das Motto gilt „Augen zu und warten bis es vorbei ist“. Da sind wir wieder bei dem weißen Elefanten. Dabei bedeutet ein weißer Elefant Macht und Einfluss und nichts Anderes gewinnt man zurück, wenn man über ihn redet. Ich kann da noch ein anderes Bild zeichnen. Ein amerikanischer Pick-up-Hersteller hat viele Jahre mit dem Slogan geworben „Greif den Stier bei den Hörnern“.

Nehmen sie sich die Zeit! Holen Sie sich ihr Team an Bord, diskutieren Sie diese Themen mit Ihren Kollegen. Das ist kein Zeichen von Schwäche, im Gegenteil, Sie sprechen die Themen an, schaffen Vertrauen und zeigen, dass Sie den Mut zur offenen Diskussion der Zukunft haben.

Wir können in unseren Projekten feststellen, dass ab diesem Moment die Dinge in Bewegung kommen. Die Kollegen ziehen mit, werden kreativ und die Ideen sprudeln nur so.

Auf das Team kommt es an

Und noch eine kleine Empfehlung. Nach meiner Erfahrung sollte das Team immer gut gemischt sein, die Jungen wie die alten Hasen sollten dabei sein. Beide Seiten können viel einbringen und sich gegenseitig befruchten. Dazu noch eine weitere Anmerkung. Viele unserer Kunden klagen über fehlende Ressourcen und dass sie keine Zeit haben.

Also für die Zukunft des Unternehmens sollten Sie sich die Zeit nehmen und das Problem mit den Ressourcen können Sie einfach lösen. Gründen Sie Ihre eigene interne Beratung, nutzen Sie die Potenziale Ihrer eigenen Kollegen und holen Sie sie aus dem Ruhestand zurück.

Und während Sie Ihre weißen Elefanten in den Griff bekommen können Sie ja beobachten, wie wir als Gesellschaft mit unserem eingangs erwähnten Elefanten umgehen. Ist Ihnen bewusst, dass, egal wieviel wir jetzt einsparen oder Windräder/ Solardächer aufstellen Ende 2022 der CO2 Ausstoß massiv nach oben gehen wird. Zur Info, dann gehen die letzten völlig CO2 freien Energieerzeuger vom Netz, unsere letzten Kernkraftwerke. Ich selbst bin sehr gespannt mit welchen Maßnahmen wir dieses Problem lösen wollen.

Das ist unser Kolumnist Kai-Olaf Dammenhain

Kai-Olaf Dammenhain
(Bild: Dammenhain)
  • Geschäftsführer beNIMBL GmbH – Digital Advisory Techedge Group
  • 60 Jahre alt, Maschinenbau studiert in München mit Fokus R&D und Produktion
  • Über 30 Jahre Berufserfahrung in der Industrie und Beratung
  • Lehraufträge an Fachhochschule und DHBW, TUM Alumni und Mitglied TUM Mentoring Program

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