Mark Fields, Ford

Sind die Tage von Mark Fields bei Ford gezählt? - Bild: Ford

| von Gabriel Pankow

Es heißt, dass Chairman Bill Ford sowie die übrigen Direktoriumsmitglieder das Vertrauen in Fields verloren haben.

Bereits in den vergangenen Monaten ist Fields unter Druck geraten. Der Börsenkurs des Autobauers schwächelte, die Erträge blieben unter den Erwartungen. Seit Fields bei Ford im Juli 2014 das Steuer als CEO übernahm sind die Aktien des Autoherstellers um mehr als 30 Prozent im Wert gesunken.

Großinvestoren sollen Fields Strategie mit den Schwerpunkten autonomes Fahren, E-Mobility und Mobilitätsdienstleistungen hinterfragt haben. Der Ford-Chef hatte Millionen in die Entwicklung selbstfahrender Autos und in Mobilitätsdienstleitungen investiert, um Ford fit für die Zukunft zu machen. Derweil kam das traditionelle Autogeschäft in Schwierigkeiten. So fielen Fords Erträge im ersten Quartal 2017 um 42 Prozent, während Wettbewerber GM auf Rekordkurs unterwegs ist.

Im vergangenen Jahr war der Gewinn Fords bereits um 38 Prozent gesunken. Ford hatte im Rahmen eines bereits laufenden Sparplans zuletzt angekündigt, zahlreiche Stellen in Verwaltung und Vertrieb in Nordamerika und Asien zu streichen. Die US-Autoindustrie steht nach Jahren des Booms vor einer ungewissen Zukunft. Laut Analysten dürften die Verkäufe in diesem Jahr leicht schrumpfen.

Angeblich stehe auch schon ein Ersatz für Fields parat: James P. Hackett.Der 62 Jährige leitete bislang Ford Smart Mobility LLC. Diese Ford-Tochtergesellschaft ist für die Entwicklung selbstfahrender Autos zuständig.

Auf Anfrage der Nachrichtengagentur Bloomberg erklärte Ford-USA lediglich: „Wir bleiben bei unseren Plan zur Wertsteigerung und auf profitables Wachstum fokussiert. Wir kommentieren keine Spekulationen oder Gerüchte.“

Großes Stühlerücken

Nicht nur Fields soll seinen Hut nehmen. Ford steht vor einem gewaltigen Stühlerücken in seiner gesamten Chefetage. Das berichtet die Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires. Ausgerechnet der angezählte Fields hatte Personalrochaden bereits bei früherer Gelegenheit vorgeschlagen.

Auslöser dürften laut Insidern die andauernden Spannungen im Top-Management sowie die zuletzt enttäuschende Aktienkursentwicklung und der Versuch sein, endlich eine klare Konzernstrategie herauszuarbeiten.

Opfer der Personalentscheidungen könnten vor allem Manager werden, die unter der Ägide des langjährigen, ehemaligen Konzernchefs Alan Mulally eingestellt oder stark gefördert wurden. Die derzeitige Führung stellt den Autobauer gerade komplett neu auf, um das Unternehmen für den globalen Wandel in der Autoindustrie zu rüsten, darunter auch vor allem mit einem Fokus auf sogenannte Mobilitätsdienstleistungen.

Ein Ford-Sprecher wollte sich zu den Management-Änderungen nicht äußern. Doch laut den Insidern mischen Chairman Bill Ford und das gesamte Board bei den Diskussionen ganz vorne mit. Ford war vor Mulallys Amtsantritt CEO beim Autobauer.

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