Erhielt Management-Tipps von Multimilliardär Richard Branson: Tesla-Chef Elon Musk

Erhielt Management-Tipps von Multimilliardär Richard Branson: Tesla-Chef Elon Musk. - Bild: Tesla/Alexis Georgeson

| von Gabriel Pankow

Richard Branson hat verschiedene Unternehmen gegründet – und groß gemacht. Er wurde von der Queen zum Ritter geschlagen, darf seither den Titel Sir im Namen tragen. Das Multitalent, das in der Vergangenheit mit verschiedenen Weltrekordversuchen, wie beispielsweise der ersten Heißluftballonüberquerung des Pazifiks für Furore sorgte, gilt als Philanthrop. Und jetzt will er Elon Musk aus der Patsche helfen.

Dem US-Sender CNBC erklärte Branson: „Ich glaube, er (Elon Musk) müsste mehr die Kunst des Delegierens lernen. Er braucht mehr Zeit für sich selbst, für seine Familie und seine Gesundheit. Er ist eine wunderbar kreative Person, aber er sollte nicht so wenig Schlag bekommen.“

Der Virgin-Gründer riet dem Tesla-Chef außerdem, er solle „ein Team aus fantastischen Leuten um sich herum finden.“ Branson spricht aus Erfahrung: Einer der Gründe, warum er "ein langes und vergnügliches Leben" geführt habe,  bestehe darin, "wunderbare Leute" gefunden zu haben, die seine diversen Unternehmen führen würden, während sich der zum Ritter geschlagene Brite nur noch mit den Schlüsselproblemen beschäftigen würde.

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„Er hat offenbar keinen Spaß daran“

Doch damit nicht genug. Obama-Freund und Umweltschützer Branson hat noch einen Tipp für Musk: „Fühle dich nicht dazu genötigt, Tweets über andere (Groß-)Aktionäre abzugeben, überlasse das lieber jemanden, der Spaß daran hat. Er hat offenbar keinen Spaß daran, sollte die Segel streichen und sich auf die kreative Seite konzentrieren.“

Ein Rat, den Musk auch schon von Warren Buffett erhielt. Schließlich waren Musks Twitter-Eskapaden der Ausgangspunkt  für die Turbulenzen, in die Tesla in den vergangenen Wochen geriet. „Erwäge, Tesla zum Kurs von 420 Dollar von der Börse zu nehmen. Finanzierung gesichert“, twitterte Musk knapp.  Der Tweet bewegte an der Wall Street schnell Milliarden Dollar.

Wenig später wurde jedoch schnell klar, dass die Finanzierung für den Börsenrückzug nicht gesichert war. Der Tesla-Boss hat vielmehr seinem Wunschdenken auf dem Kurznachrichtendienst Ausdruck verliehen.

In der Folge sackte der Börsenkurs wieder ab. Die Folge: Lange Gesichter bei Aktionären und jede Menge Kritik an der scheinbar unüberlegten Twitterei.

„Falsche und irreführende Informationen“

Die US-Börsenaufsicht SEC warf Musk als Konsequenz vor, Anleger mit „falschen und irreführenden Informationen“ getäuscht zu haben. Eine Klage wurde angestrengt. 

Im Falle eines mutmaßlich jahrelangen Prozesses hätte Musk eine lebenslange Sperre von CEO-Posten börsennotierter Unternehmen gedroht. Stattdessen einigte er sich überraschend schnell außergerichtlich mit der US-Börsenaufsicht.

Der Tesla-Chef erklärte sich bereit, vom Verwaltungsratsvorsitz für mindestens drei Jahre zurückzutreten. Außerdem zahlt er eine Strafe von 20 Millionen Dollar. Musk bleibt jedoch der CEO des Autobauers – und schien damit halbwegs glimpflich aus der Twitter-Affäre um den angekündigten Börsenrückzug davongekommen zu sein.