Zwei Menschen, die als Hexen verkleidet sind

Karneval statt Arbeit: Bei Ford ruht die Produktion während der fünften Jahreszeit. - Bild: Pixabay

| von Anja Ringel

Ausnahmezustand in Deutschlands Karnevalhochburgen: Zum Rosenmontagsumzug wurden in Köln rund 1,5 Millionen Besucher erwartet. In Düsseldorf waren es laut Statista rund eine Million, in Mainz 500.000. Zumindest in Köln dürften einige Narren Ford-Mitarbeiter gewesen sein. Denn die Fertigung im Kölner Werk ruht über die gesamten Karnevalstage, also von vergangenem Donnerstag bis einschließlich Mittwoch. „Karneval ist wie jedes Jahr langfristig im Jahresproduktionsplan eingeplant“, sagt Ute Mundolf, Leiterin der Ford-Unternehmenskommunikation auf Nachfrage von Produktion.

Der daraus entstehende Produktionsausfall sei eingeplant und werde entsprechend vor- beziehungsweise nachgearbeitet. In den Bürobereichen wird dagegen nur am Rosenmontag nicht gearbeitet, sagt Mundolf. Viele Beschäftigte nehmen jedoch über die Karnevalstage Urlaub.

Karneval in Köln: Ford ist seit 70 Jahren dabei

Ford und der Kölner Karneval – das ist schon seit Jahrzehnten eine enge Beziehung. Dieses Jahr ist der Autobauer zum 70. Mal der Mobilitätspartner und stellt die Bagagewagen für den Rosenmontagszug. Seit 20 Jahren übernehmen Ford-Mitarbeiter zudem beim „Zoch“ – wie die Kölner ihren Umzug nennen – die ehrenamtlichen Chauffeur-Dienste und fahren die Bagagewagen. Diese sind übrigens seit 50 Jahren der Ford Transit. Dieses Jahr sind die Fahrzeuge alle elektrifiziert: Von den 55 Bagagewagen fahren 25 ausschließlich elektrisch, die restlichen 30 sind Mild-Hybrid-Varianten, teilt das Unternehmen mit.

Wagenübergabe an das Kölner Dreigestirn
Ford stellt seit 70 Jahren die Wagen für den Kölner Karnevalsumzug. Auf dem Bild ist die Wagenübergabe an das Kölner Dreigestirn zu sehen. - Bild: Ford

Einen „allgemeinen Anspruch auf Arbeitsbefreiung“ an Karneval gibt es übrigens nicht – weder an der Weiberfastnacht noch am Rosenmontag. Dabei gelte in Karnevalshochburgen wie Köln oder Düsseldorf auch nicht das „regionale Gewohnheitsrecht“, schreibt der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB). Eine Freistellung zur Karnevalszeit kann jedoch über Tarifverträge, Betriebsvereinbarungen oder Arbeitsverträge vereinbart werden.

Mitarbeiter von Chiron verkleiden sich zum Karneval

Gefeiert wird zudem nicht nur auf den Straßen, sondern auch im Büro. Einige Mitarbeiter des Metall- und Maschinenbauers Chiron sind am vergangenen Donnerstag verkleidet zur Arbeit gekommen. Auf LinkedIn teilte das Unternehmen ein Bild vom verkleideten Vertriebsteam – inklusive einer Schnur, an der alle abgeschnittenen Krawatten hingen. Der Betrieb laufe jedoch auch über Karneval normal weiter, erklärt Melanie Buschle von der Unternehmenskommunikation. Vereinzelt nehmen Mitarbeiter über die Fasnachtstage frei.

Ob Verkleidungen am Arbeitsplatz erlaubt sind, hänge vor allem davon ab, wo man arbeitet und ob der Mitarbeiter Kundenkontakt habe, informiert der DGB. Verkleidung und Maskerade dürfen zudem nicht das Tragen von Schutzkleidung behindern.

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