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Im laufenden Jahr wird die Weltwirtschaft nach Einschätzungen des IfW wieder etwas an Schwung gewinnen. - Bild: Pixabay

| von Julia Dusold

Die Weltwirtschaft wird nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) im laufenden Jahr etwas an Schwung gewinnen. Die Experten bleiben grundsätzlich optimistisch, wenngleich sie ein klein wenig vorsichtiger sind als bislang. "Wir sehen ein gemäßigt beschleunigtes Wachstum", sagte IWF-Direktorin Kristalina Georgieva in Davos bei der Vorstellung der aktualisierten Konjunkturprognose. "Aber wir haben noch keinen Wendepunkt erreicht", so die Bulgarin.

Unter anderem sorgten eine weiter lockere Geldpolitik, nachlassende Sorgen vor einem ungeregelten Austritt Großbritanniens aus der EU sowie eine teilweise Einigung im Handelskonflikt zwischen den USA und China für Rückenwind , sagte IWF-Chefökonomin Gita Gopinath. Es gebe immerhin Zeichen, dass sich das Wachstum der Weltwirtschaft stabilisiere und in Industrie und Handel die Talsohle erreicht sei.

Während die teilweise Einigung zwischen den USA und China weltweit für Aufatmen sorgt, setzt sie die europäische Exportwirtschaft unter Druck. Welche Auswirkungen eine Lösung des Handelskonflikt auf exportierende Industrie in der EU hat, lesen Sie in unserem Beitrag 'EU-Industriebetriebe leiden unter US-Abkommen mit China'.

Wie wird sich die Weltwirtschaft 2020 entwickeln?

Nach Schätzung der IWF-Experten dürfte die Weltwirtschaft in diesem Jahr um 3,3 Prozent wachsen, während das Wachstum für das vergangene Jahr nur auf 2,9 Prozent beziffert wird. Allerdings liegen die aktuellen Erwartungen des IWF für das globale Wachstum niedriger als bei der vorangegangenen Prognose im Oktober. Damals hatte der IWF für 2020 ein Wachstum von 3,4 Prozent erwartet. Für 2021 revidierte der Währungsfonds die Prognose auf 3,4 Prozent, nach zuvor 3,6 Prozent.

Die leicht gesenkten Schätzungen seien vor allem der Entwicklung in Indien geschuldet, sagte Gopinath. Das große Schwellenland leidet derzeit unter heftigen politischen Unruhen, die zu einer Gefahr für die Entwicklung in der größten Demokratie der Welt werden.

"Es gibt für die Weltwirtschaft weiter Abwärtsrisiken", sagte die Expertin. Neue Spannungen im Handel könnten aufkommen zwischen den USA und der Europäischen Union. Zudem seien soziale Unruhen rund um die Welt stark angestiegen, etwa in Chile. Daher sei es wichtig, dass Politiker keine Maßnahmen ergriffen, die weiteren Schaden anrichten.

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Wie wird sich die Wirtschaft in Deutschland entwickeln?

Für Deutschland rechnen die IWF-Experten ebenfalls mit einem Anziehen der Wirtschaftsleistung. Nach einem mageren Wachstum von geschätzten 0,5 Prozent im vergangenen Jahr erwartet der IWF dieses Jahr eine Zunahme des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 1,1 Prozent und für 2021 um 1,4 Prozent.

Exportorientierte Volkswirtschaften wie Deutschland dürften wieder etwas profitieren, sagte Gopinath. Zudem hätten einige Länder wegen strikter Ausgabenpolitik finanziellen Spielraum, die Wirtschaft zu stützen. "Wir leben in einer Zeit mit historisch niedrigen Zinsen", sagte sie. Zu diesen Ländern gehörten auch Deutschland und zum Beispiel die Niederlande. "Es gibt hier Bedarf für Investitionen mit Langzeiteffekt."

Wie sollten sich Unternehmer verhalten?

Direktorin Georgieva forderte die Staaten auf, für den Fall der Fälle gewappnet zu sein. "Seien sie bereit, wenn das Wirtschaftswachstum wieder nachlässt", mahnte sie koordinierte Ausgabenprogramme an, sollten sich die Aussichten wieder verschlechtern.

Das gerade beginnende Jahrzehnt erinnere in mancher Weise an die 1920er-Jahre: Hohe Ungleichheit, die rasante Ausbreitung neuer Technologien und hohe Risiken und Chancen im Finanzsystem. Daher sei es nötig, Fehlentwicklungen gemeinsam vorzubeugen.