WS Kunststoff-Service,Industrie 4.0,Award,IoT@KmU

Steffen Ficke und Wassim Saeidi von WS Kunststoff-Service freuen sich sichtlich über ihren Awardgewinn beim diesjährigen 5. Fachkongress Industrie 4.0. Ihre Kategorie: IoT@KmU. - Bild: Anna McMaster

Die WS Kunststoff-Service aus Stuhr gewann in der Kategorie IoT@KmU. CEO Wassim Saeidi des mittelständischen Unternehmens berichtete: „Wir haben eine Produktionsumgebung geschaffen, in der wir Visionen und Produkte integriert haben“. Basis ist eine Wissensdatenbank: Alle Produkte und Prozesse seien entstanden, indem man an dieses Reservoir angeknüpft habe. „So lernt man von jeder Erfahrung“, sagte Saeidi.

Selbst entwickeltes MES

Den Preis erhielt WS für den Aufbau eines Unternehmens, das durch schlanke und digitalisierte Prozesse kostengünstiger als etablierte Konkurrenten Montagedienstleistungen für Kunststoffteile anbieten kann und sich als innovativer Partner im Automotive-Umfeld etabliert hat. Besonders hob die Jury die Einführung eines selbst entwickelten Backend/MES auf Basis von Microsoft SQL und Integration von Montage-und Maschinenarbeitsplätzen in Echtzeit, die Vernetzung von Montagarbeitsplätzen zur Unterstützung der Mitarbeiter und den Einsatz kollaborativer Roboter hervor.

Mensch als wichtigster Akteur

Zu der These, dass der Mensch in der digitalen Fabrik nicht mehr gebraucht wird, sagte Saeidi: „Das ist Quatsch. Der Mensch ist der wichtigste Akteur und hat eine Schlüsselrolle“. Bei WS arbeiten die Mitarbeiter mit Smart Glasses, diese zeigen ihnen die Arbeitsschritte und weisen dezent auf einen Fehler hin, noch während er entsteht. Mitarbeiter können sich aussuchen, wie lange sie den Schulungsmodus nutzen und wann sie in den Profimodus wechseln, in dem nicht mehr jeder kleinste Schritt angezeigt wird.

„Dadurch hat sich die Anlernzeit im Vergleich zur manuellen Einführung stark verändert“, so Saeidi. Der CEO beschreibt seine Vision so: „Wir wollen mit Menschen, Robotern und Prozessen reden und damit Zeit generieren. Der wahre Wert des Unternehmens liegt in der Kreativität der Mitarbeiter: Die Verschlankung von menschlichen Ressourcen im Prozess schafft Raum für Kreativität“. Man denke nicht mehr an „normale“ Arbeitsplätze, sondern sehe sie immer in Verbindung mit einem Roboter, der Teile der Arbeit übernimmt.