Andreas Gontermann, ZVEI, Unsicherheit, Elektroindustrie, Schulnote, Digitalisierung, Leitbranche

Einer Innovationsstudie des ZVEI zusammen mit Fraunhofer ISI und IW Consult zufolge ist die Elektroindustrie Leitbranche der Digitalisierung, und zwar sowohl aus Anwender- als auch aus Anbieterperspektive. - Bild: ZVEI

| von Gunnar Knüpffer

Produktion: Die Übernahme der US-Präsidentschaft durch Donald Trump steht kurz bevor. Mit welchen Konsequenzen rechnen Sie für die Elektrotechnik- und Elektronikindustrie?

Andreas Gontermann: "Bislang sind die Auswirkungen der künftigen neuen US-Präsidentschaft kaum zu greifen. Sicherlich hat sich dadurch der Grad an weltwirtschaftlicher Unsicherheit weiter erhöht, zumal die USA der größte Abnehmer deutscher Elektroexporte sind.

Grob vereinfachend ausgedrückt: Expansiven fiskalpolitischen Vorhaben stehen möglicherweise Beschränkungen beim Freihandel gegenüber. Erst wenn Klarheit über die Gewichtung der einzelnen Maßnahmen im wirtschaftspolitischen Gesamt-Mix herrscht, dürften sich Konsequenzen deutlicher abzeichnen."

Produktion: Welche Märkte stehen für Ihre Branche 2017 im Fokus?

Gontermann: "Die Leitmärkte der Elektroindustrie – in thematischer Hinsicht – sind die Bereiche Energie, Gebäude, Mobilität, Industrie und Gesundheit."

Was den regionalen Absatz der Produkte und Dienstleistungen anbelangt, so gehen immer noch zwei Drittel der gesamten Branchenexporte nach Europa, die Hälfte davon in den Euroraum. Die größten Einzelabnehmer sind die USA, China, Frankreich, Großbritannien und die Niederlande.

Produktion: Wie gut ist die Elektrotechnik- und Elektronikindustrie in Sachen Digitalisierung unterwegs: Sind Produkte und Prozesse zukunftsfähig?

Gontermann: "Ende 2016 hat der ZVEI eine zusammen mit Fraunhofer ISI und IW Consult erarbeitete Innovationsstudie vorgestellt. Demnach ist die Elektroindustrie Leitbranche der Digitalisierung, und zwar sowohl aus Anwender- als auch aus Anbieterperspektive. In 90 Prozent der Unternehmen kommen bereits smarte Prozesse zum Einsatz, bei zwei Dritteln smarte Produkte und bei der Hälfte smarte Dienste.

Gleichzeitig erwirtschaftet die Elektroindustrie etwas mehr als 20 Prozent ihrer Erlöse mit digitalen beziehungsweise digital veredelten Produkten oder Dienstleistungen. In den nächsten fünf Jahren sollte dieser Anteil auf über 40 Prozent steigen, bei den großen Unternehmen sogar auf über 50 Prozent."

Die Industrie-Trends 2017