"Messen sollen Symbolkraft haben und Trends anzeigen. Gleich drei Botschaften sendet in dieser Hinsicht die Automesse von Detroit, die am 13. Januar 2018 mit den Presseveranstaltungen startet", beobachtet Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des CAR-Instituts an der Universität Duisburg-Essen.

Demnach verlieren die klassischen Messen an Boden und Attraktivität. Das Auto der Zukunft stehe immer weniger auf den traditionellen Messen mit ihren angegrauten Konzepten. "Regionale Messen, wie etwa die Leipziger AMI, sind längst gestorben und bei den früher großen internationalen Automessen, wie Frankfurt, Detroit oder Paris bleiben immer mehr Autobauer weg. Das ist auch in Detroit unübersehbar", sagt Dudenhöffer.

Der Bedeutungsverlust von Detroit ist nach Einschätzung des Autoexperten sogar nach größer als bei den anderen traditionellen Automessen wie etwa der Frankfurter IAA, der Paris Motor-Show oder der Tokio Motor Show. Auf dem offiziellen Ausstellerverzeichnis von Detroit fehlen Autobauer, für die USA ein wichtiger Markt ist, wie Mazda, Porsche, Jaguar, Landrover, Aston Martin, Bentley, Ferrari, Maserati, McLaren, Lamborghini, Rolls-Royce und selbstverständlich Tesla.

Andere wie Renault, Peugeot, Citroen oder Opel sind ohnehin nicht in USA vertreten und nicht in Detroit. Neue Marken, wie Byton, haben ein paar Tage zuvor – in Las Vegas bei der CES ihre Innovationen gezeigt. Ford-Chef Jim Hackett hat bei der CES seine Rede gehalten und die neue Ford Mobility Plattform für Robotaxen und andere autonome Verkehrssysteme in Las Vegas und nicht in Detroit vorgestellt.

CES zeigt "Automobilität der Zukunft"

Carlos Ghosn, der Chef der Allianz aus Renault, Nissan und Mitsubishi, also dem größten Autobauer weltweit, hat auf der CES in einer Rede mitgeteilt, dass er damit rechnet, dass ab 2024 Robotaxen unterwegs sind und seine Gruppe eine Milliarde dazu in Start-up investiert. "Carlos Ghosn fehlt in Detroit wie andere wichtige CEOs. Es läuft was schief mit Detroit. In Detroit steht das Auto von gestern und bei der CES das Auto morgen", warnt Dudenhöffer.

Daran könne auch das billige Öl des US-Präsidenten Donald Trump nichts ändern. "Mit der Rückkehr zu den alten Konzepten, großen Motoren durch billiges Benzin raubt Donald Trump Detroit die Chancen für Morgen statt Zukunft zu bringen."

Bedeutung des US-Marktes sinkt

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Quelle: CAR-Institut

Daneben sinkt laut CAR-Center die Bedeutung des Automarktes USA. Nicht mehr die USA ist das Land der unbegrenzten Möglichkeiten für die Autobauer, sondern China und der Rest Asiens (siehe Abbildung). Fanden im Jahre 2000 noch 34,6% aller weltweiten verkauften Pkw in USA ihre Käufer, waren es 2017 noch 20,2% und im Jahre 2025 werden es noch 16,3% sein. Während in China im Jahre 2000 noch eine verschwindend kleine Zahl aller weltweiten Pkw-Neuwagen (1,2%) ihre Käufer fanden ist der Anteil kontinuierlich bis ins Jahr 2017 auf 28,8% gestiegen und 2025 werden es laut den CAR-Prognosen 33,4% sein. "Deutlicher kann ein Rollentausch nicht ausfallen. Trotz aller Bekundungen des US-Präsidenten ist damit klar, dass die Zukunft des Autogeschäfts in Asien, und eben nicht in Detroit liegt", sagt Dudenhöffer.

Sein Fazit: Für die deutschen Autobauer bleibt die USA zwar ein Markt mit „Potential“. Die Bäume wüchsen für die Deutschen hier aber keineswegs in den Himmel. Dabei dürften die deutschen Autobauer, ebenso wie viele andere die Detroit Motorshow wenig ernst nehmen: "In Detroit trifft sich die Welt von gestern und die wird immer kleiner."