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Lenovo (‚Le‘ vom englischen legend: ‚Legende‘, ‚novo‘ vom lateinischen novum: ‚neu‘) soll international klingen und war einer der ersten chinesischen Markennamen, der weltweit bekannt wurde. - Bild: Lenovo

In China entstanden viele Technologie-Unternehmen im Umfeld von Universitäten und Forschungseinrichtungen. Eine Gruppe junger Wissenschaftler gründete 1984 in Peking den Elektronikspezialisten Lenovo, der Ende der 80er Jahre mit der Produktion eigener Computer begann.

Die Firma übernahm 2005 die PC-Sparte von IBM und 2011 für 629 Millionen Euro eine Mehrheitsbeteiligung an dem Aldi-Lieferanten Medion AG. 2014 kaufte Lenovo den Mobiltelefonhersteller Motorola Mobility von Google und Teile der Server-Sparte von IBM. 2016 lag Lenovo mit einem Weltmarktanteil bei PCs von 21,2 Prozent vor HP an der Weltspitze.

Gewinne schwer zu realisieren

Der Konzern ist an der Börse von Hongkong gelistet. Größter Aktionär ist mit einem Anteil von 34 % die staatliche chinesische Akademie der Wissenschaften. Der Konzern produziert eine Vielzahl an Geräten aus dem Bereich Informationstechnik für den weltweiten Verkauf, etwa Notebooks, Tablet-PCs, Desktop-Computer, Workstations, Server, Smart­phones und Peripheriegeräte.

Der Markt für Computer ist weitgehend gesättigt und es sind nur schwer Gewinne zu erwirtschaften. Laut Gartner sind die weltweiten PC-Auslieferungen im ersten Quartal 2017 um 2,4 Prozent zurückgegangen. Künftig soll daher das Geschäft mit Smartphones ausgeweitet werden.

Anfang 2014 kaufte Lenovo den Mobiltelefonhersteller Motorola Mobility von Google für 2,91 Milliarden US-Dollar. Den Markenname Motorola will Lenovo in entwickelten Märkten wie den USA und Europa beibehalten, während in Entwicklungs- und Schwellenländern eine Zwei-Marken-Strategie angewendet wird.

In Europa kommt Lenovo mit der Marke Motorola mit Smartphones ab 50 Euro auf den Markt. Mit der Motorola-Akquisition stieg Lenovo vor zwei Jahren zum damals drittgrößten Smartphone-Anbieter weltweit auf, hinter Samsung und Apple.

Lenovo will unter die Top 3

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Lenovo-Chef Yang Yuanqing: „Das Smartphone-Geschäft und Motorola werden zukünftig zu unserem Kerngeschäft gehören.“ - Bild: Lenovo

Lenovo baut seinen Auslandsanteil besonders in Asien stark aus. In Indien, wo Lenovo vergangenes Jahr 10 Millionen Motorola-Smartphones verkaufte, möchte der Konzern zukünftig auch Smartphones produzieren. „Das Smartphone-Geschäft und Motorola werden zukünftig zu unserem Kerngeschäft gehören“, erklärt Lenovo-Chef Yang Yuanqing. Yang will nun im Smartphone-Markt schnell zulegen und sich neben Samsung und Apple als einer der drei größten Hersteller etablieren. Doch auch andere chinesische Konzerne wie Huawei mit Hightech-Geräten oder Oppo und Vivo mit preisgünstigen Smartphones, die vergangenes Jahr ihren Absatz verdoppeln konnten, streben in die Spitzenposition.

China-Verkäufe rückläufig

Das Smartphone-Geschäft erwirtschafte für Lenovo noch keine Gewinne und im Heimatmarkt China gehen die Verkäufe stark zurück. „In Lateinamerika sind wir mit unseren Smartphones jedoch bereits profitabel und die Nummer zwei im Markt. Wir sind auch profitabel in Nordamerika und in Westeuropa, auch wenn dort unser Marktanteil klein ist,“ erklärt Wang und ist zuversichtlich, bald auch insgesamt in diesem Sektor Geld zu verdienen.

In Deutschland beginnt Lenovo jetzt den Markteinstieg mit preisgünstigen Smartphones. Diese sollen zukünftig auch als Steuerungseinheit von Unterhaltungszentren dienen und sich mit den neuen smarten Lautsprechern des Konzerns vernetzen lassen. Die Umstrukturierung ist jedoch schwierig. Im dritten Quartal des bis Ende März 2017 laufenden Geschäftsjahres sank der Umsatz um 6 Prozent auf 12,2 Milliarden US-Dollar.

Neue Enterprise-Cloud-Lösungen

Doch nicht nur mit neuen Computern und mit Smartphones möchte Lenovo wieder bei Umsatz und Gewinn zulegen. Vernetzte Welt, Smart City, Industrie 4.0 – dies ist zukünftig das dritte große Geschäftsfeld von Lenovo. In China arbeitet SAP bei der Bereit­stellung der SAP HANA Plattform mit der Infrastruktur von Lenovo. Das chinesische Unternehmen entwickelt dafür neue Enterprise-Cloud-Lösungen.

Der europäische Markt, insbesondere für Firmenkunden, soll in Zukunft mit dem Fertigungspartner Flex von neuen Werken am Standort Sárvár aus Ungarn bedient werden. Dort werden ab Sommer x86-Server Speicher- und Netzwerkprodukte für Rechenzentren gefertigt. Auf der vergangenen Cebit präsentierte Lenovo mit Partnern neue Speichersysteme für Geschäftskunden. Zielgruppe sind vor allem Mittelständische Unternehmen, die für ihre neuen Industrie 4.0-Systeme größere Datenmengen verarbeiten müssen.

Lenovo Group

  • Gründung: 1984
  • Hauptsitz: Peking
  • Produkte: Informationstechnik, Computer, Smartphones, Server
  • Mitarbeiter: ca. 55 000
  • Umsatz: 44,912 Milliarden US-Dollar (2015)
  • Gewinn / Verlust: -128 Millionen US-Dollar (2015)
  • Wichtige Tochterfirmen: Medion
    Motorola Mobility
  • Vorsitzender und CEO: Yang Yuanqing