ERP SAP S/4 Hana T-Systems

Mit der neuen Produktgeneration rund um die Datenbanktechnologie Hana lassen sich die Herausforderungen der Digitalisierung sinnvoll stemmen, so T-Systems. - Bild: Adobe Stock/Sikov

| von Daniela Hoffmann

„Auf der SAPPHIRE-Konferenz in diesem Jahr war ganz klar zu sehen: Die digitale Transformation ist für alle Unternehmen aus jeder Branche ein schwerer Weg“, berichtet Elena Ordóñez del Campo, Senior Vice President Portfolio Unit SAP bei T-Systems. Eine der größten Herausforderungen dabei ist, dass sich die Unternehmen im Wettbewerb zukünftig anders gegenüberstehen. Es bilden sich neue Ökosysteme mit neuen und branchenfremden Playern – so werden zum Beispiel große Tech-Player wie Apple oder Google in Teilbereichen plötzlich Konkurrenten für Autohersteller.

Intelligente Vernetzung: In neuen Ökosystemen erfolgreich sein

Neue Ökosysteme bilden sich um digitale Plattformen und Applikationen mit einer neuen Stoßrichtung. Dabei geht es nicht mehr nur darum, als einzelnes Unternehmen wettbewerbsfähig zu sein: „Effizienzpotentiale werden im Verbund durch Vernetzung gehoben – in einem Maß, das für sich allein genommen nicht erreichbar ist“, stellt Ordóñez del Campo  fest.

Aus Competition wird Coopetition: Daraus entstehen Wettbewerbsvorteile, die später nur schwer aufgeholt werden können, wenn sich die ersten Player die besten Plätze im Ökosystem erarbeitet haben. Die gute, alte Strategie des Abwartens funktioniert hier also nicht. „Die Haltung‚ ich schaue erst mal, was die anderen machen wird im Kontext der Digitalisierung und der Vernetzung digitaler Geschäftsprozesse auf lange Sicht abgestraft“, ist sich die Expertin sicher. Die Rolle eines Players – oder sogar eines Leaders – in den neuen Ökosystemen bekommen Unternehmen jedoch nur mit den passenden Technologien und Plattformen ins Laufen.

Digitalprojekte und SAP S/4Hana-Umstieg leichter gemacht

Aus Sicht von Elena Ordóñez del Campo hat für Unternehmen, die SAP-Systeme einsetzen, die Transformation hin zu S/4Hana die höchste Relevanz: Mit der neuen Produktgeneration rund um die Datenbanktechnologie Hana lassen sich die Herausforderungen der Digitalisierung sinnvoll stemmen.

Elena Ordóñez del Campo, Senior Vice President Portfolio Unit SAP bei T-Systems.
Elena Ordóñez del Campo, Senior Vice President Portfolio Unit SAP bei T-Systems. - Bild: T-Systems

Ohnehin läuft die Wartung für die Kernanwendungen der SAP ERP 6.0 bis 2025 aus, spätestens bis dahin ist eine Transformation hin zu S/4Hana je nach Compliance-Vorgaben notwendig. Zudem verfolgt die SAP eine „Cloud first“-Strategie: Schlüsseltechnologien wie das Internet of Things, Blockchain und KI sind zunächst in Cloud-Modulen verfügbar und später dann in On-Premise-Applikationen.

Die Expertin meint: Wollen SAP-Anwenderunternehmen also wettbewerbsfähig bleiben, werden sie nicht darum herumkommen, den für das eigene Unternehmen passenden Mix aus Cloud-Ökosystemen  zu wählen und zusätzlich Partner zu finden, mit denen sie die Komplexität und Abhängigkeiten einer digitalen Transformation meistern können. Viele Unternehmen haben demnach momentan noch keine klare Roadmap für die digitale Transformation aufgelegt, die Unwägbarkeiten einer Migration sind hoch und der Umstieg auf S/4Hana macht Kopfzerbrechen. Hinzu komme, dass es keine allgemeingültige Vorgehensweise für alle Unternehmen gibt. T-Systems bietet hierfür ein Ende-zu-Ende Beratungsangebot an. „Dabei geben wir unseren Kunden die Chance und Möglichkeit den optimalen Weg für das eigene Unternehmen zu finden“, sagt Elena Ordóñez del Campo: „Kunden bekommen eine fundierte Basis für eine überschaubare und planbare Implementierung digitaler Geschäftsprozesse.“

Neben der Entwicklung einer gemeinsamen, individuellen Ende-zu-Ende Roadmap für wichtige Digitalisierungsthemen, hat T-Systems sechs sogenannte Jump Start Angebote für Themen wie SAP Leonardo, Public Cloud oder Analytics im Programm. Damit können Unternehmen passende Use Cases und Prototypenentwürfe als Basis für weitere Implementierungen entwickeln und evaluieren.

T-Systems Value Consulting for SAP Solutions
T-Systems Value Consulting for SAP Solutions: Die Transformationsmethodik für einen risikofreien und planbaren Umstieg auf SAP S/4Hana bezieht alles ein – von der Infrastruktur bis hin zu einzelnen Applikationen und Geschäftsprozessen. - Bild: T-Systems

Innovation: Trial and Error muss bezahlbar bleiben

Dabei geht es auch darum, nutzungsabhängige Abrechnungsmodelle adäquat abzubilden. Ist zum Beispiel eine Dashboard-Lösung  für Echtzeitanalysen in der Lizenzgebühr zu teuer, sollen T-Systems-Werkzeuge oder Dritt-Tools zum Einsatz kommen, um die Kosten im Griff zu behalten. Auch bei  auftretenden Kinderkrankheiten der neuen Produktgeneration des Walldorfer Software-Anbieters hinsichtlich Schnittstellen, Integration oder funktionalen Anforderungen will T-Systems Abhilfe schaffen: „Wir überbrücken Probleme, die in der Transformation auftreten: Wenn etwas fehlt, können wir diese Komponente in unserer Multi-Cloud zur Verfügung stellen – so lange, bis eine Lösung gefunden ist“, erklärt Ordóñez del Campo.

Eine andere Herausforderung besteht darin, dass es kaum Erfahrungswerte bei Innovationsthemen gibt: „Deshalb ist es so wichtig, eine Roadmap in überschaubaren Schritten zu gestalten, die die nötige Flexibilität gibt – indem Lösungswege angepasst werden können oder an anderen Stellschrauben gedreht wird“, stellt die Expertin fest. Ob sich zum Beispiel die Predictive Maintenance für Roboterarme zur Teilebestückung lohnt oder ob es doch billiger ist, den Service-Techniker zu rufen, stelle sich oft erst nach einer Erprobungsphase heraus.

T-Systems kombiniert als zertifizierter Partner für Value Consulting for SAP Solutions  die Methode SAP Activate (Design-Transform-Operate), mit der Kunden nicht nur bis zu einer Produkteinführung sondern bis zum Abschluss eines Transformationsprozesses begleitet werden. Wie umfangreiche Transformationen funktionieren, zeigen die folgenden Beispiele

  1. Seat

    Für den Autohersteller Seat lag der Druckpunkt für eine Migration in der Disruption, der sich die Automobilindustrie derzeit stellen muss: Autonomes Fahren, Elektromobilität und neue Geschäftsmodelle für Mobilitätsservices. Alles ist verbunden und lässt sich nur mit einer Modernisierung der IT-Systeme erreichen. In einem Brownfield-Ansatz vollzog Seat den Wechsel von SAP R/3 auf SAP S/4Hana. Dafür implementierte T-Systems zwei Sandbox-Systeme, um Ausfälle zu verhindern und den simultanen Betrieb in unterschiedlichen Umgebungen zu ermöglichen. Mit Fiori erfolgt jetzt der mobile Zugriff auf KPI’s; Echtzeitdatenanalyse unterstützt die Datenauswertung für das autonome Fahren. Zudem lassen sich Prozesse rund um Zulieferer einfacher vernetzen. Für die technische und funktionale Systemumstellung, bei der Prozesse verschlankt und Redundanzen eliminiert wurden, kam die Methodik SAP Activate von T-Systems in Kombination mit eigenen Best Practices zum Einsatz.

  2. Continental

    Auch die Automotive-Zulieferer müssen sich dem Technologiewandel – und, wie gerade erst die Daimler-Gewinnwarnung oder die Nachricht zur schrumpfenden chinesischen Wirtschaft wieder zeigten – zunehmend volatilen Märkten stellen. Für Continental lag der Treiber neben der Aufstellung für neue Technologien auch auf dem bedarfsgerechten Auf- und Ab-Skalieren auf Basis von Plattform-Services. Als exklusiver Hosting-Partner wird T-Systems in den nächsten Jahren die SAP-Cloud-Strategie von Continental umsetzen. Grundlage sind ein bedarfsgerechtes Abrechnungsmodell und ein Service Level mit bis zu 99,95 Prozent Verfügbarkeit. In einem Mixed-Cloud-Szenario laufen geschäftskritische Prozesse in der Private Cloud, Innovationsprojekte werden in der Public Cloud zum Beispiel mit MS Azure realisiert. Aufgabe ist auch die Optimierung der hybriden Plattformen für SAP S/4Hana.

  3. Jenoptik

    Für Jenoptik als Hersteller unter anderem von hochsensiblen Medizinprodukten und mit sehr vielen verteilten Standorten in 80 Ländern wurde eine ERP-Harmonisierung auf SAP S/4Hana gleich aus mehreren Gründen notwendig: Zum einen wollte man sich langfristig schlagkräftig aufstellen, zum anderen begegnet man so den hohen Anforderungen an Ausfallsicherheit gemäß regulativer Richtlinien. Speziell mit Blick auf Compliance wählte der Hersteller T-Systems als Partner, um mit der Managed Private Cloud von T-Systems den Weg für den Einsatz der neuen ERP-Generation zu ebnen. Zugleich waren für Jenoptik die nötige Systemflexibilität wichtig, um Services und die damit verbundenen Kosten an den Geschäftsverlauf anpassen zu können.