Prof. Stefan Bratzel, Direktor des Center of Automotive Management (CAM).

Prof. Stefan Bratzel ist Direktor des Center of Automotive Management (CAM). Er gilt als ausgewiesener Automobilexperte. - Bild: CAM

Herr Prof. Bratzel, in Ihrem Vortrag auf dem EMAG Technologieforum wird es um die Mobilität der Zukunft gehen. Wie sieht diese Zukunft für Sie aus?

Prof. Dr. Stefan Bratzel: Im Vortrag nehme ich Stellung zu den zentralen Themen der Transformation der Automobilindustrie, die in den nächsten Jahren kaum wiederzuerkennen sein wird. Elektromobilität, Digitalisierung, Autonomes Fahren und Mobilitätsdienstleistungen sind die Buzzwords des Wandels. Diese Veränderung hat Einfluss auf die Wertschöpfung, auf Geschäftsmodelle und Strategien von Automobilherstellern, Zulieferunternehmen und den Service. Es kommt zudem zu einem „Kampf der Welten“ zwischen der Automobilindustrie und den Digital oder Big Data Playern.

Produktion: Wovon hängt entscheidend ab, wie schnell diese Zukunft kommt?

Prof. Bratzel: Die Regulierung und entsprechende Infrastrukturen spielen eine wichtige Rolle für die Veränderungsdynamik. Eine Expertenkommission des Verkehrsministeriums hat ja gerade erst festgestellt, dass bis zum Jahre 2030 Investitionen von bis zu 120 Milliarden Euro notwendig sein werden, um die Verkehrswende vom Verbrennungsmotor zur Elektromobilität zu gestalten. Der Chef des schwedischen Autobauers Volvo, Håkon Samuelsson, hat sich vor Kurzem dagegen ausgesprochen, das autonome Fahren überstützt einzuführen, weil er einen Vertrauensverlust in die Regulierungsbehörden befürchtet. In diesem Spannungsfeld bewegt sich die Politik gerade.

EMAG Technologieforum
Das EMAG Technologieforum findet vom 15.5. bis 16.5. in Salach statt. - Bild: EMAG
Stefan Bratzel auf dem EMAG Technologieforum
Prof. Bratzel referiert über die Mobilität der Zukunft. - Bild: EMAG

Wie schätzen Sie die Möglichkeiten der Zuliefererindustrie ein, hier proaktiv mitwirken zu können?

Prof. Bratzel: Die Zulieferindustrie kann eine wichtige Rolle im Veränderungsprozess spielen, wenn Sie den Hebel an den richtigen Stellen ansetzt. Sie kann technologischer Enabler für ein breites Spektrum von Zukunftsthemen sein. Die neuen Felder erfordern eine enge Zusammenarbeit der Hersteller mit Zulieferern, die die Kompetenzen mitbringen.

Ganz kurz: Warum sollte man Ihren Vortrag auf keinen Fall verpassen?

Prof. Bratzel: Damit Sie erfahren, warum wir ähnlich wie eine Hausgans denken und handeln und wie Unternehmen vermeiden können, wie die Hausgans irgendwann auf dem Mittagstisch zu landen.

Prof. Bratzel, danke für das Gespräch.

Ein ausführliches Interview, das Herr Prof. Bratzel mit Produktion geführt hat, finden Sie hier: Wie der Wandel zur Mobilität der Zukunft gelingt

E-Mobility Experience auf dem Technologieforum 2019

Die E-Mobilität ist ein zentrales Thema des Technologieforums 2019. Neben zahlreichen Vorträgen, wie diesem von Prof. Bratzel, in dem es vor allem um Entwicklungen und den Blick in die Zukunft geht, wird es zahlreiche konkrete Fertigungslösungen für elektrische und hybride Antriebe und Powertrain-Komponenten geben.

Doch nur über die Elektromobilität zu reden, ist nicht genug, wenn man die Begeisterung begreifen möchte. Deshalb hat EMAG auf dem Technologieforum die „E-Mobility Experience“ eingerichtet. Hier können die Besucher des Technologieforums zahlreiche aktuelle Hybride oder vollelektrische Fahrzeugmodelle testfahren.

Alle Informationen rund um die „E-Mobility Experience“ und welche Modelle bisher zur Verfügung stehen, finden Sie unter https://www.emag.com/de/events/technologieforum/emobility-experience.html.