Ein BASF-Tanklager in Ludwigshafen.

Ein BASF-Tanklager in Ludwigshafen. - Bild: BASF

Die unerwartet deutliche Warnung des Chemiekonzerns BASF vor einem Gewinneinbruch hat am Dienstag die Furcht vieler Anleger vor einem Konjunkturabschwung befeuert. Die schlechten Nachrichten aus dem pfälzischen Ludwigshafen ließen bei vielen Anlegern die Wachstumssorgen hochkochen und belasteten am Aktienmarkt die Branche. Der BASF-Kurs sackte um mehr als 3 Prozent ab.

Das Unternehmen hatte wegen der sich eintrübenden Weltkonjunktur und andauernder Handelskonflikte für das laufende Geschäftsjahr eine pessimistischere Prognose veröffentlicht. Der Umsatz werde 2019 im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgehen, teilte BASF am Montagabend mit. Bisher war ein Plus von ein bis fünf Prozent angepeilt worden. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sowie vor Sondereinflüssen wird demnach um bis zu 30 Prozent unter Vorjahresniveau liegen. Ein Anstieg zwischen einem und zehn Prozent wurde eigentlich erwartet.

"Wir befinden uns insgesamt in einem schwierigeren Fahrwasser, als wir das im Februar erwartet haben", hatte BASF-Finanzchef Hans-Ulrich Engel unlängst im Gespräch mit dpa gesagt. Der Konzern verspüre weltweit Kostendruck und müsse sich wettbewerbsfähig aufstellen.

Automobilindustrie schwächelt - und belastet BASF

Die deutlich schwächer als erwartete globale Industrieproduktion belaste die Mengen- und Margenentwicklung, hieß es von BASF am Montag. Das Unternehmen verwies auf die besonders stark ausgefallenen Wachstumseinbußen in der globalen Automobilindustrie, besonders in China.

Zusätzlich habe die schwache Entwicklung des Agrarsektors in Nordamerika wegen schwieriger Witterungsbedingungen belastet. Auch hätten sich die Konflikte zwischen den USA und ihren Handelspartnern - hier wiederum vor allem China - anders als angenommen bislang nicht entschärft. Insgesamt bleibe die Unsicherheit hoch.

So lägen die vorläufigen Zahlen zum zweiten Quartal "deutlich" unter den Erwartungen von BASF zu Jahresanfang. Der Umsatz sank demnach um 4 Prozent auf 15,2 Milliarden Euro. Das Ebit vor Sondereinflüssen sackte um 47 Prozent auf 1,0 Milliarden Euro ab. Die endgültigen Zahlen will BASF am 25. Juli vorstellen.

Am Ende Juni angekündigten Sparprogramm hält der Konzern fest. So sollen bis Ende 2021 weltweit 6.000 Stellen wegfallen. Das sind knapp fünf Prozent der 122.000 Arbeitsplätze, die BASF global Ende 2018 ausgewiesen hatte. Ungefähr die Hälfte der Stellen soll in Deutschland eingespart werden, der überwiegende Teil am Heimatstandort Ludwigshafen, hatte ein Sprecher gesagt.

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Chemiebranche leidet unter Handelskonflikten

BASF ist kein Einzelfall, die deutsche Chemie- und Pharmabranche insgesamt leidet immer stärker unter Handelskonflikten und der eingetrübten Weltkonjunktur. Nach einem schwachen ersten Halbjahr rechne die Branche nur mit einer moderaten Belebung im Jahresverlauf, wie der Verband der Chemischen Industrie (VCI) unlängst mitteilt.

Der Spezialchemiekonzern Lanxess zerstreute am Dienstag Befürchtungen um die Geschäftsaussichten und bestätigte seine Ergebnisprognose für das laufende Jahr. Der Konzern habe seine Abhängigkeit von einzelnen schwankungsanfälligen Branchen reduziert, sagte Vorstandschef Matthias Zachert.

Lanxess strebe beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen (Ebitda) und Sondereinflüssen 2019 weiter einen Wert zwischen 1,0 und 1,05 Milliarden Euro an, hieß es. Im Vorjahr hatte Lanxess ein operatives Ergebnis von 1,016 Milliarden Euro verbucht.

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