Konjunktur Pfeil

Durch die Corona-Pandemie ist das deutsche Bruttoinlandsprodukt stark gesunken. Langsam erholt es sich. - Bild: Adobe Stock/m.mphoto

Die "Wirtschaftsweisen" erwarten in diesem Jahr infolge der Coronakrise einen etwas weniger starken Einbruch der Wirtschaftsleistung in Deutschland als die Bundesregierung. Aufgrund der kräftigen Erholung im Sommer dürfte das Bruttoinlandsprodukt um 5,1 Prozent schrumpfen und damit ungefähr so stark wie während der globalen Finanzkrise 2009, heißt es im Jahresgutachten. Es lag der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag (10.11.) in Auszügen vor und wird an diesem Mittwoch (11.11.) vorgelegt. Zuvor hatte die "Süddeutsche Zeitung" darüber berichtet.

Zugleich heißt es im Gutachten aber: "Für die weitere Entwicklung bleiben das Infektionsgeschehen und die daraufhin getroffenen Einschränkungen entscheidend."

Vorkrisenniveau erst im Jahr 2022

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) erwartet in der Ende Oktober vorgelegten Herbstprognose ein Minus des Bruttoinlandsprodukts von 5,5 Prozent. Für das kommende Jahr rechnet Altmaier mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 4,4 Prozent. Die Wirtschaftsweisen prognostizieren ein etwas schwächeres Wachstum von 3,7 Prozent.

Das Vorkrisenniveau des vierten Quartals dürfte aus Sicht der Wirtschaftsweisen nicht vor Anfang 2022 erreicht werden. Der Sachverständigenrat geht in seiner Prognose davon aus, dass das Infektionsgeschehen mit begrenzten Eingriffen unter Kontrolle gehalten werden könne, dafür kein umfangreicher Shutdown wie im Frühjahr notwendig ist und internationale Lieferketten nicht wesentlich gestört werden.

Der flächendeckende Lockdown im Frühjahr hatte zu einem Einbruch der Wirtschaft geführt. Von Juli bis September war das Bruttoinlandsprodukt aber stark gestiegen. Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung berät die Politik. Die Experten werden umgangssprachlich auch als die "Wirtschaftsweisen" bezeichnet.