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04.10.2010 |

IG Metall kritisiert Verkaufspläne bei ThyssenKrupp Umformtechnik

Die IG Metall fordert für die 1725 Beschäftigten der TK Umformtechnik GmbH mit Standorten in Bielefeld und Ludwigsfelde einen Vertrag zur Standort- und Arbeitsplatzsicherung.

DÜSSELDORF (ks). In der ThyssenKrupp AG gibt es nach Angaben der IG Metall zunehmend konkretere Pläne zum Verkauf der Metalforming-Gruppe, zu der auch die Standorte der Umformtechnik gehören. Mit einem Vertrag will die Metaller-Gewerkschaft die Standorte und Arbeisplätze absichern – unabhängig von der Verkaufsentscheidung an einen interessierten chinesischen Erwerber.

Beim Verkauf der Metallumformsparte von ThyssenKrupp zeichnet sich nach Angaben aus Unternehmenskreisen ein Zuschlag für den chinesischen Stahlhersteller Shougang Group ab.

“ThyssenKrupp muss sich seiner Verantwortung für die vielfach bereits seit Jahrzehnten für das Unternehmen tätigen Mitarbeiter stellen. Als Käufer kann nur in Frage kommen, wer in der Lage ist, das Geschäft und die Standorte optimal weiter zu entwickeln. Ein Eigentümerwechsel darf nicht zum Risiko für Standorte und Arbeitsplätze werden”, sagte Markus Groms, vom IG Metall-Vorstand/Zweigbüro in Düsseldorf.

Die Betriebsräte und die IG Metall haben dem Vorstand der ThyssenKrupp Steel Europe AG einen Forderungskatalog für den Fall eines Verkaufes übermittelt.
“Wir halten den Verkauf für einen strategischen Fehler. Sollte das Unternehmen aber an der Verkaufsabsicht festhalten, so gibt es für uns klar definierte Best-Owner-Kriterien, die auch für den Erwerber der Umformtechnik gelten müssen”, so Willi Segerath, Gesamtbetriebsratsvorsitzender bei der ThyssenKrupp Steel Europe AG.

ThyssenKrupp soll nach dem Willen der IG Metall für mehrere Jahre eine Beteiligung an dem Unternehmen beibehalten. Zudem soll ein Verkauf nur an den Erwerber erfolgen, der sich mit seinem Strategiekonzept und der Übernahme entsprechender Verpflichtungen als Best-Owner ausweisen kann.

“Um überhaupt als Best-Owner in Betracht zu kommen, muss der potenzielle Käufer zunächst ein überzeugendes, industrielles Konzept vorlegen, das auch mit entsprechenden Investitionszusagen hinterlegt sein muss“, erläutert Thomas Schlenz, Vorsitzender des Konzernbetriebsrates der ThyssenKrupp AG. “Wir erwarten, dass ThyssenKrupp auch in diesem Fall dem Konzernstandard bei Unternehmensverkäufen gerecht wird”, so Schlenz weiter.

Bislang sei weder ein solches Konzept einem der potenziellen Investoren vorgelegt worden, noch sei dargelegt worden, wie mögliche Käufer sich entsprechend der Best-Owner-Kriterien qualifizieren werden, so die IG Metall.

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