Warum Digitalisierung mehr als Software und KI braucht
Digitalisierung braucht mehr als KI und neue Software. Aveva-Manager Robert Langbein erklärt in der neuen Folge von Industry Insights, welche Faktoren über den Erfolg von Digitalisierungsprojekten entscheiden.
Anja RingelAnjaRingelManaging editor and podcast host for 'Produktion'
Robert Langbein (Aveva) erklärt im Podcast Industry Insights, warum Standards, Datenqualität und Change Management über Digitalisierungsprojekte entscheiden. Hören Sie rein!Aveva, Anna McMaster; Grafik: Claudia Weber
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Wenn Industrieunternehmen über Digitalisierung sprechen, stehen häufig Themen wie KI oder neue Softwarelösungen im Mittelpunkt. Robert Langbein, Sales Director bei Aveva, würde die Frage jedoch anders stellen: Nicht „Wo können wir KI einsetzen?“, sondern welche Prozesse sich mit neuen technischen Möglichkeiten grundsätzlich anders gestalten lassen.
In der neuen Folge von Industry Insights macht er deutlich, warum diese Perspektive für Unternehmen entscheidend sein kann. Denn Technologie sei heute vielfach verfügbar. Schwieriger werde es dort, wo Organisation, Verantwortlichkeiten und bestehende Arbeitsweisen verändert werden müssen. Wie schnell organisatorische Fragen ein Digitalprojekt ausbremsen können, erklärt Langbein im Podcast.
Ein weiterer Punkt ist die Datenbasis. Unterschiedliche Bezeichnungen für dieselbe Anlage, abweichende Standards zwischen Werken oder eigene Excel-Listen einzelner Abteilungen sind für Menschen mit langjähriger Erfahrung häufig noch beherrschbar. Für automatisierte Systeme und KI werden solche Unterschiede jedoch schnell zum Problem.
Dabei gehe es nicht darum, zunächst sämtliche Daten eines Unternehmens zu perfektionieren. Entscheidend sei vielmehr, ob die vorhandenen Informationen für den jeweiligen Anwendungsfall zuverlässig genug sind, erklärt der Aveva-Experte. Ein System zur Wartungsoptimierung benötigt schließlich andere Daten als eine CO2-Bilanz oder das Engineering einer neuen Anlage.
KI verstärkt auch organisatorische Schwächen
Gerade beim Einsatz künstlicher Intelligenz werde die notwendige Vorarbeit häufig unterschätzt. „KI verstärkt vorhandene Strukturen, schlechte ebenso wie gute“, sagt Langbein. Standards, Verantwortlichkeiten und nachvollziehbare Daten bilden deshalb aus seiner Sicht das Fundament, auf dem KI-Anwendungen erst sinnvoll aufbauen können.
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Ähnliches gilt für das Change Management. Widerstand entstehe nach Langbeins Erfahrung häufig nicht gegen eine neue Technologie an sich, sondern dann, wenn Beschäftigte zusätzlichen Aufwand erkennen, ohne den Nutzen der Veränderung nachvollziehen zu können. Ein technisch abgeschlossener Rollout sei deshalb noch kein erfolgreiches Digitalisierungsprojekt.
Welche Rolle dabei Führung, Fehlerkultur und das Erfahrungswissen ausscheidender Beschäftigter spielen, warum perfekte Daten nicht zwingend notwendig sind und wie Unternehmen Digitalprojekte organisatorisch aufsetzen können, hören Sie in der neuen Folge von Industry Insights!
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