Marschflugkörper für die Bundeswehr: Zulauf ab 2027 möglich
Die Bundeswehr will das Heer mit kostengünstigen Marschflugkörpern ausstatten. Die Systeme sollen Ziele in bis zu 1.500 Kilometern Entfernung bekämpfen. Ein erster Zulauf ist bereits ab 2027 geplant.
Der Marschflugkörper Anthem des Rüstungsunternehmens Covenant soll künftig in Sachsen produziert werden.Covenant
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Die Bundeswehr hat die Entscheidung zur Beschaffung kostengünstiger Marschflugkörper für das Heer getroffen.
Die neuen Waffensysteme sollen Ziele in rund 1.500 Kilometern Entfernung bekämpfen und gegnerische Flugabwehrsysteme überfordern.
Zwei marktverfügbare Systeme stehen im Fokus. Ein erster Zulauf soll ab 2027 erfolgen.
Der US-Hersteller Covenant plant ab 2027 die Produktion des Marschflugkörpers Anthem in Leipzig mit zunächst 1.000 Einheiten jährlich.
Die Bundeswehr will ihre Fähigkeiten zur Bekämpfung weit entfernter Ziele ausbauen. Dafür soll das Deutsche Heer mit kostengünstigen Marschflugkörpern ausgestattet werden, die sich auch in großen Stückzahlen einsetzen lassen. Die Entscheidung zur Beschaffung sogenannter Low Cost Cruise Missiles ist bereits gefallen. Das erklärte Heeresinspekteur Christian Freuding beim Parlamentarischen Abend des Förderkreises des Heeres in Berlin, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet.
Warum setzt das Heer auf kostengünstige Marschflugkörper?
Im Mittelpunkt der Beschaffungspläne steht die Fähigkeit, gegnerische Flugabwehrsysteme durch eine große Anzahl gleichzeitig eingesetzter Marschflugkörper zu überfordern. «Wir werden damit Ziele in einer Tiefe von etwa 1.500 Kilometern massiert bekämpfen, gegnerische Flugabwehrsysteme übersättigen können», erklärte Freuding laut einem Redemanuskript, das der dpa vorlag.
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Die kostengünstigen Systeme sollen insbesondere im Zusammenspiel mit klassischen Marschflugkörpern eingesetzt werden. Freuding unterscheidet dabei zwischen Masse zur Sättigung gegnerischer Flugabwehr und «hochwertige Wirkmittel für Ziele von strategischer Bedeutung». Aus Sicht der Landstreitkräfte sei es deshalb richtig, auch US-Marschflugkörper dem Heer zuzuordnen. Die Bundesregierung plant, entsprechende hochwertige Waffensysteme in den USA zu beschaffen.
Für die geplante Beschaffung kostengünstiger Marschflugkörper betrachtet das Heer derzeit zwei bereits am Markt verfügbare Systeme. Konkrete Hersteller oder Produkte nannte Freuding nicht.
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Beide Systeme müssen allerdings noch für den Einsatz bei der Bundeswehr qualifiziert werden. Dennoch verfolgt das Heer einen ambitionierten Zeitplan. «Ein erster Zulauf ab 2027 ist damit grundsätzlich möglich, und wir wollen das auch erreichen», erklärte der Heeresinspekteur.
Wann beginnt die Produktion neuer Marschflugkörper in Leipzig?
Dort soll ab 2027 das Waffensystem Anthem produziert werden. Covenant plant für das erste Produktionsjahr eine Stückzahl von 1.000 Einheiten. Bereits 2028 soll die Jahresproduktion auf 5.000 Marschflugkörper steigen. Ob Anthem zu den beiden von der Bundeswehr betrachteten Systemen gehört, geht aus den Angaben nicht hervor.
Neben hohen Produktionsstückzahlen setzt Covenant auf einen vergleichsweise niedrigen Stückpreis. Nach Unternehmensangaben soll der Marschflugkörper Anthem für einen sechsstelligen Betrag angeboten werden und damit weniger als eine Million kosten.
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Zum Vergleich verweist Covenant auf andere Waffensysteme dieser Kategorie, deren Stückpreise üblicherweise bei mehreren Millionen USD liegen. Damit verfolgt der Hersteller einen Ansatz, der zu den Beschaffungsplänen des Heeres passt: Marschflugkörper in größeren Stückzahlen bereitzustellen, um gegnerische Flugabwehrsysteme durch massierte Angriffe überfordern zu können.
Warum beschafft die Bundeswehr neue Marschflugkörper? – Das Heer will gegnerische Flugabwehrsysteme durch den massierten Einsatz kostengünstiger Marschflugkörper überfordern und Ziele in großer Entfernung bekämpfen.
Welche Reichweite sollen die neuen Marschflugkörper erreichen? – Nach Angaben von Heeresinspekteur Christian Freuding sollen Ziele in einer Entfernung von etwa 1.500 Kilometern bekämpft werden können.
Wann erhält die Bundeswehr die ersten Marschflugkörper? – Ein erster Zulauf der kostengünstigen Systeme ist nach Angaben des Heeresinspekteurs ab 2027 grundsätzlich möglich.
Wo werden neue Marschflugkörper in Deutschland produziert? – Das US-Rüstungsunternehmen Covenant hat in Leipzig eine Produktionsstätte eröffnet. Dort soll ab 2027 der Marschflugkörper Anthem gefertigt werden.
Wie viel sollen die Marschflugkörper von Covenant kosten? – Der Hersteller nennt für Anthem einen sechsstelligen Stückpreis von weniger als einer Million. Vergleichbare Waffensysteme kosten laut Covenant üblicherweise mehrere Millionen USD.