| von Dietmar Poll

Die in Shanghai ansässige Beratung Stieler hat für 'Produktion' die größten Roboterhersteller in China zusammengestellt. Basis der Rangliste sind die verkauften Stückzahlen in China in den ersten drei Quartalen 2020.

Zu den Branchen, die sich in China während des 2. Quartals besser entwickelt haben als im selben Zeitabschnitt des Vorjahres gehört auch die Robotik. Basierend auf der Auswertung des Absatzzahlen der 20 führenden in- und ausländischen
Hersteller von Industrierobotern in China wuchs der Markt von Anfang April bis Ende Juni um 3,8 Prozent. Im Jahresvergleich für das gesamte Halbjahr lag der Absatz 5,4 Prozent unter dem des Vorjahres (nach Stückzahlen betrachtet).

Die wachsenden Roboterverkäufe im zweiten Quartal 2020 waren hauptsächlich auf Nachholeffekte sowie die robuste Nachfrage aus dem Elektronikbereich, insbesondere nach Scara-Robotern zurückzuführen (+40 Prozent).

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Global betrachtet arbeiten im Schnitt 74 Roboter pro 10.000 Mitarbeiter in der Fertigungsindustrie. Das gab die International Federation of Robotics (IFR) in der jüngsten Statistik bekannt. Klicken Sie sich durch und sehen Sie, wie die Roboterdichte laut IFR weltweit verteilt ist.

Für die globale Roboterbranche ein Lichtblick

Der Umsatz mit Delta-Robotern erholte sich ebenfalls dank der steigenden Nachfrage aus den Bereichen Lebensmittel und Getränke, Gesundheitswesen und Elektronik (+22 Prozent). Weitere Segmente mit robustem Wachstum waren AGVs
(+17 Prozent) und kollaborative Roboter (+9 Prozent). Sie profitierten insbesondere von der Wiederaufnahme von Projekten, die während des Ausbruchs gestoppt worden waren.

Der Absatz von klassischen Mehrachsrobotern (-10 Prozent) und Handhabungstechnologie (-6 Prozent) ging im zweiten Quartal weiter zurück, was hauptsächlich auf die anhaltend schwache Nachfrage aus dem Automobilbereich zurückzuführen ist.

Zum heutigen Zeitpunkt kann China damit durchaus als Lichtblick im globalen Robotikmarkt betrachtet werden. Einschränkend muss man allerdings hinzufügen, dass ein enormer Preisdruck besteht. So ist etwa Honyen, der am schnellsten wachsende einheimische Roboterhersteller des vergangenen Jahres sein aggressives Pricing zum Verhängnis geworden, das seinen Aufstieg 2019 überhaupt ermöglicht hatte. Das Unternehmen ging letzten Frühjahr bankrott.

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Verkauf von Scara-Robotern besonders stark

Der Trend aus dem Vorjahr, nach dem einheimische Unternehmen ihren Marktanteil steigern konnten, hat sich zumindest bei den Industrierobotern nicht durchgesetzt. Dafür sorgten insbesondere die starken Verkaufsleistungen von
Epson, Yamaha und Fanuc im Bereich Scara-Roboter.

Kuka kann trotz Übernahme durch das chinesische Unternehmen Midea am chinesischen Markt nicht wirklich punkten und verzeichnet im Vergleich zum Vorjahreszeitraum dort sogar einen Rückgang um 27 Prozent. Mideas Ziel, Kuka zur Nummer 1 in China zu machen, ist damit nicht geglückt, denn das Unternehmen ist sogar auf den vierten Platz abgerutscht.

Angesichts der Covid-19-Pandemie verwundert es nicht, dass die weltweiten Investitionen in Robotikunternehmen von Januar bis Juli 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um über 60 Prozent zurückgingen. Basis dieser Zahlen sind Daten aus 'The Robot Report' sowie Informationen zu 392 Unternehmenstransaktionen der Transaktions-Datenbank in China der Stieler-Beratung.

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China gewinnt weiter an relativer Bedeutung

Die USA blieben mit mehr als 53,8 Prozent das Ziel mit den meisten Investitionen. China gewann 2020 an relativer Bedeutung. In den ersten sieben Monaten wurden 30,8 Prozent der Investitionen hier getätigt. Haupttreiber waren die Börsengänge mehrerer Hersteller von Industrierobotern und eines großen Integrators von Logistiksystemen sowie Investitionen in die mobile Robotik, AI-Chips mit Roboterbezug sowie 3D-Sensoren (Lidar).

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