KI-Cyberangriffe treffen bereits 17 Prozent der deutschen Unternehmen. Doch nur wenige Betriebe verfügen über spezielle Sicherheitsprozesse. Eine Studie von TÜV-Verband und BSI zeigt die größten Schwachstellen.
Redaktion ProduktionRedaktionProduktion
Schutz deutscher Unternehmen gegen KI-Cyberangriffe: Eine Studie von TÜV und BSI zeigt erhebliche Defizite bei Prozessen und IT-Sicherheit.Symbolbild - KI-generiert
Anzeige
• 17 Prozent der Unternehmen registrierten innerhalb von zwölf Monaten bestätigte oder vermutete KI-Cyberangriffe.
• Phishing-Mails dominieren mit 90 Prozent der betroffenen Unternehmen, gefolgt von automatisierten Angriffsskripten.
• Nur elf Prozent der Unternehmen mit bestehender oder geplanter KI-Nutzung verfügen über spezielle Sicherheitsprozesse.
• TÜV-Verband und BSI fordern stärkere Schutzmaßnahmen, unabhängige Prüfungen und den gezielten Einsatz von KI zur Cyberabwehr.
Künstliche Intelligenz verändert die Bedrohungslage in der IT-Sicherheit. Laut einer gemeinsamen Studie von TÜV-Verband und Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) haben 17 Prozent der befragten Unternehmen bereits bestätigte oder vermutete KI-bezogene Angriffe registriert. Für die Untersuchung wurden mehr als 500 Unternehmen mit mindestens 20 Mitarbeitenden befragt. Besonders verbreitet sind KI-gestützte Phishing-Mails, von denen 90 Prozent der betroffenen Betriebe berichten. Automatisierte Angriffsskripte nennen 40 Prozent, Deepfake-Angriffe elf Prozent.
Warum sind Unternehmen auf KI-Cyberangriffe kaum vorbereitet?
Die Vorbereitung auf KI-bezogene Sicherheitsvorfälle weist erhebliche Defizite auf. Nur elf Prozent der Unternehmen mit bestehender oder geplanter KI-Nutzung verfügen über spezielle Prozesse. Weitere 43 Prozent nutzen allgemeine IT-Sicherheitsabläufe ohne KI-spezifische Ergänzungen. Bei 20 Prozent befinden sich entsprechende Regelungen in Entwicklung, 25 Prozent haben bislang keine. Auch das Potenzial der Technologie für die Cyberabwehr bleibt weitgehend ungenutzt: Lediglich 31 Prozent der KI-nutzenden Unternehmen setzen KI zur Verbesserung ihrer IT-Sicherheit ein.
Anzeige
Welche Risiken entstehen durch den eigenen KI-Einsatz?
Neben externen Angriffen müssen Unternehmen ihre KI-Anwendungen absichern. Laut Studie bieten 56 Prozent Schulungen an, jeweils 45 Prozent setzen auf Risikobewertungen beziehungsweise formale Freigabeprozesse. Eine Prüfung von KI-Anbietern erfolgt bei 42 Prozent.
Sie wollen mehr zum Industrial Cyber Resilience Summit erfahren? Klicken Sie hier!mi-connect
Technische Maßnahmen sind verbreiteter: 67 Prozent der KI-nutzenden Unternehmen prüfen kritische KI-Ergebnisse durch Menschen, 64 Prozent beschränken Zugriffsrechte und 62 Prozent schützen sensible Daten. Ein Monitoring der KI-Nutzung betreiben dagegen nur 40 Prozent. TÜV-Präsident Dirk Stenkamp warnt: „KI verschärft die Bedrohung von außen und schafft neue Risiken im eigenen Betrieb.“
Anzeige
Unabhängige KI-Prüfungen gewinnen an Bedeutung
69 Prozent der Unternehmen mit bestehender oder geplanter KI-Nutzung erwarten von unabhängigen Prüfungen mehr Sicherheit und Zuverlässigkeit. Für 51 Prozent sind Zertifizierungen bereits ein wichtiges Auswahlkriterium. Die TÜV-Organisationen entwickeln gemeinsam mit dem TÜV AI.Lab ein Zertifizierungsprogramm, das derzeit mit Pilotpartnern erprobt wird und Ende des Jahres verfügbar sein soll.
Übersicht zu KI-bezogenen Sicherheitsvorfällen.TÜV-Verband
Warum auch Unternehmen ohne KI gefährdet sind
Anzeige
49 Prozent der befragten Betriebe nutzen bereits KI, weitere neun Prozent planen den Einstieg. Bei Unternehmen ohne entsprechende Pläne zählen Sicherheits- und Datenschutzbedenken zu den wesentlichen Hürden. BSI-Vizepräsident Thomas Caspers betont: „Es ist dabei wichtig, zu verstehen, dass auch Unternehmen, die selbst keine KI einsetzen, durch KI-gestützte Cyberangriffe gefährdet sind.“
Wie BSI und Allianz für Cybersicherheit den KI-Schutz stärken
Die Allianz für Cybersicherheit hat deshalb das Handout „Schutz vor KI-verstärkten Cyberangriffen“ veröffentlicht. Zusätzlich soll das neue AI Safety and Security Institute Deutschland die Bewertung leistungsfähiger KI-Systeme stärken. BSI und Bundesnetzagentur bilden zunächst den virtuellen Kern dieser Einrichtung.
Anzeige
Quelle: Mit Material vom TÜV-Verband
Was Sie zu KI-Cyberangriffen wissen müssen
1. Wie häufig sind KI-Cyberangriffe in Deutschland?
17 Prozent der befragten Unternehmen registrierten bestätigte oder vermutete Vorfälle innerhalb von zwölf Monaten.
2. Welche KI-Cyberangriffe treten besonders häufig auf?
Phishing-Mails dominieren mit 90 Prozent , gefolgt von automatisierten Angriffsskripten mit 40 Prozent.
3. Wie gut sind Unternehmen gegen KI-Cyberangriffe geschützt?
Nur elf Prozent der Betriebe mit bestehender oder geplanter KI-Nutzung verfügen über spezielle Sicherheitsprozesse.
4. Können KI-Cyberangriffe auch Betriebe ohne KI treffen?
Ja. Laut BSI besteht das Risiko unabhängig davon, ob Unternehmen selbst KI einsetzen.
5. Welche Maßnahmen helfen gegen KI-Cyberangriffe?
Spezielle Sicherheitsprozesse, Mitarbeiterschulungen, regelmäßige Risikobewertungen und der Einsatz von KI zur Angriffserkennung können die Cybersicherheit verbessern.