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SEW-Eurodrive liefert didaktisch sinnvolle Lernmodule mit ausbildungsgerechter Ausstattung, hier ein Asynchronmotor mit herausgeführten Laborbuchsen. Die spannungsführenden Komponenten sind griffsicher verbaut, Leistungs- und Steuersignale sind räumlich und optisch voneinander getrennt. - Bild: SEW

| von Stefan Weinzierl

Seit Jahrzehnten gehört Antriebstechnik von SEW-Eurodrive zum festen Programm der Schulungen, die auch Meisterklassen und unzählige Fortbildungsangebote umfassen. Die Zusammenarbeit mit den Antriebsspezialisten aus Bruchsal bezeichnen die Ausbilder als sehr positiv.

Nicht nur Gebäudetechniker sind mit zunehmend anspruchsvollen technischen Verfahren konfrontiert. Eine einfache Lüftersteuerung etwa wird heute mit digitalen Frequenzumrichtern realisiert. Die Azubis und Teilnehmer von Fortbildungen der Innung für Elektro- und Informationstechnik München haben daher die Möglichkeit, das richtige Zusammenspiel von Umrichter und Motor eigenhändig zu üben.

Sie machen sich zunächst am Simulator mit den nötigen Einstellungen vertraut. Dann geht es in den sogenannten „Montagekasten“ – wie in der späteren Praxis müssen die Komponenten mit den entsprechenden Werkzeugen normgerecht verdrahtet und korrekt parametriert werden. Für diesen Zweck stehen der Münchner Innung über 70 Frequenzumrichter von SEW-Eurodrive aus mehreren Baureihen zur Verfügung.

Dreh- und Angelpunkt aktueller Antriebstechnik

„Wir verwenden Movitrac B für die Lehrlingsausbildung der Elektromaschinenbauer und für die Meisterausbildung“, erläutert der stellvertretender Abteilungsleiter der Aus- und Fortbildung Elektromaschinenbaumeister Hans Petermüller. Ausbildungsmeister Adrian Lacker, ebenfalls Meister des Elektromaschinenbaus, hebt die einfache Bedienung hervor: „Der Movitrac B ist mit der Engineerings-Software Movitools MotionStudio sehr einfach zu parametrieren und kommt super an. Da jeder Schritt mittels geführter Inbetriebnahme nacheinander abgefragt wird, kann man nichts verkehrt machen.“

Vor allem bei Firmenschulungen sei festzustellen, dass praktisch keine Anwendung mehr ohne Umrichter auskommt, betont Petermüller. „Frässteuerungen, Kransteuerungen, Aufzüge, Förderbänder, Klimatechnik – da sind überall Frequenzumrichter im Einsatz.“ Kleinsteuerungen und Servotechnik hätten ebenfalls zunehmenden Stellenwert.

„Junge Meister werden nie vergessen, auf welchen Geräten sie geschult worden sind und womit sie ihre Prüfung gemacht haben“, erklärt Petermüller die Notwendigkeit, aktuelle Industriestandards für die Aus- und Fortbildung vorzuhalten.

Praxisnahes Didaktikkonzept

Die Antriebsspezialisten von SEW-Eurodrive bieten für diesen Zweck fertige, didaktisch sinnvolle Lernmodule mit ausbildungsgerechter Ausstattung. Für das „Lernfeld 8“ – Integration elektrischer Maschinen und mechanischer Komponenten, Auswahl von Antriebssystemen – sind Antriebs- und Frequenzumrichter auf robusten Laborsteckfeldern verfügbar. Neben der Aktivierung von Schutz- und Überwachungsfunktionen kann das Zusammenspiel zwischen verschiedenen Motor- und Gebertypen simuliert werden.

Die Auszubildenden können auch elektrische Kenngrößen messen, etwa bei Belastung einer Motorbaugruppe. SEW-Eurodrive liefert dazu Synchron- und Asynchronmotoren als Module mit herausgeführten Laborbuchsen. Der hohe Praxisbezug wird insbesondere durch die Sichtbarkeit aller elektrischen Betriebsmittel gefördert. Spannungsführende Komponenten sind griffsicher verbaut, Leistungs- und Steuersignale sind räumlich und optisch voneinander getrennt.

Zur Demonstration der Mechanik auf der Lastseite bieten die Fachleute aus Bruchsal justierbare Demogetriebe als Bausatz. Ein Stirnrad- und ein Kegelradgetriebesatz sind in seriennaher Ausführung verfügbar.  Auszubildende können die kompletten Getriebe montieren und demontieren. Mit einem Handrad lässt sich die korrekte Funktion testen und nachvollziehen.

Ausstattung erlaubt ausführliche Einzelschulung

Die Ausstattung der Münchner Innung erlaube jedem Auszubildenden oder Kursteilnehmer, sich einzeln oder in kleinen Gruppen eingehend und im Detail mit den Geräten auseinanderzusetzen. „Man merkt einfach den Trend zur Digitaltechnik, auch im Handwerk“, bestätigt Ausbildungsmeister Lacker. Die Unterstützung durch das Technische Büro von SEW-EURODRIVE in Kirchheim bei München sei jederzeit sichergestellt: Herr Petermüller stellt besonders den Service und Kundendienst heraus, der gerade bei technischen Problemfällen sehr wichtig ist.

Die Nachfolger der Zünfte

Kein Betrieb muss Mitglied einer Handwerkerinnung sein – das ist vielleicht der augenfälligste Unterschied zum alten Zunftwesen, mit dem das Handwerk früher seine Interessen verteidigt hat. Das Wort „Innung“ stammt jedoch noch aus dieser lange zurückliegenden Zeit: Es hat seine Wurzeln im Mittelhochdeutschen und beschrieb ursprünglich die Aufnahme in einen Verband.

Mittlerweile ist der Zusammenschluss der Handwerker an sich gemeint, in Deutschland unter dem Dach einer Körperschaft des öffentlichen Rechts. Die Förderung der gemeinsamen gewerblichen Interessen steht nach wie vor im Mittelpunkt, aber auch die Ausbildung und die Überwachung derselben. Ziele und Leistungen der Innung müssen sich entsprechend unseres Mottos “Vorsprung durch Wissen – marktgerecht umgesetzt“ ausdrücklich am Nutzen der Innungsbetriebe sowie deren regionalen und lokalen Interessen orientieren. Wichtig ist die Aufrechterhaltung und Intensivierung der Kontakte. Die Bildung von Prüfungsausschüssen gehört ebenso zu den Aufgaben einer Innung wie die Schlichtung von Streitfällen.

Mit rund 1000 Mitgliedsbetrieben ist die Innung für Elektro- und Informationstechnik München nach eigenen Angaben die größte Elektro-Innung im Bundesgebiet. Der Bezirk umfasst die kreisfreie Stadt München sowie die Landkreise München, Bad Tölz/Wolfratshausen, Dachau, Ebersberg, Erding, Freising, Fürstenfeldbruck, Miesbach und Starnberg. Jedes Jahr erhalten rund 155 Gesellen des Elektrohandwerks den begehrten Meisterbrief im Rahmen eines berufsbegleitenden Vorbereitungslehrganges der Innung für Elektro- und Informationstechnik München.