Vorstellung Zeiss AIBox Oberkochen

Mit der Zeiss AIBox rückt der Messraum ganz nah an die Produktion und schließt die Lücke zwischen der Prüfung im Produktionstakt und den hochgenauen Messung im Messraum. Im Bild Dr. Kai-Udo Modrich, Geschäftsführer Carl Zeiss Automated Inspection, bei der Vorstellung der Zeiss AIBox in Oberkochen. Bild: Zeiss

Autobauer stehen unter enormem Druck: Um die zunehmend strengeren gesetzlich vorgeschriebenen Emissionswerte einzuhalten, müssen sie beispielweise immer leichtere Autos bauen und das bei gleichzeitiger Erhöhung der passiven Sicherheitsstandards. Ein Zielkonflikt, denen die OEMs mit neuen Werkstoffen und Technologien begegnen. Darüber hinaus zwingt der Konkurrenzkampf sie, immer schneller neue Modelle und Varianten auf den Markt zu bringen. Ein Ende dieser Entwicklung ist nach Einschätzung von Dr. Juergen Reiner, Unternehmensberater bei der Oliver Wyman GmbH, nicht in Sicht. Für Reiner, der auf dem Forum „Car Body Solutions“ von Zeiss Mitte Oktober über Trends in der Autoindustrie und deren Auswirkungen auf die Karosseriemesstechnik referierte, werden sich deshalb die Anforderungen an die Flexibilität und Produktivität in der Fertigung weiter erhöhen. Trotzdem werden die Ansprüche an die Qualität nicht sinken. Im Gegenteil, denn Rückrufe können sich die Unternehmen immer weniger auch finanziell leisten.

Wie Dr. Jochen Peter, Geschäftsführer der Carl Zeiss Industrielle Messtechnik GmbH, betonte, unterstützt Zeiss die Autohersteller dabei, diese Herausforderungen zu meistern – und das in der Fertigungslinie, im Messraum und dazwischen. Für die Inline-Prüfung bietet das Unternehmen beispielsweise optische Assistenzsysteme wie den Sensor Zeiss AIMax, die Merkmale wie die Lage von Bolzen oder Spalten im Sekundentakt prüfen. Dank einer solchen 100-Prozent-Prüfung lassen sich die Fertigungsprozesse lückenlos überwachen. Immer wichtiger werde darüber hinaus die Stichprobenmessung. Um hier schneller zu werden, rückt das Unternehmen mit der Zeiss AIBox den Messraum ganz nah an die Produktion: Mit dem Messsystem werden Anbauteile wie Autotüren komplett optisch gescannt. Um die dafür notwendige hochauflösende Messtechnik weitestgehend vor den Einflüssen der Fertigungsumgebung zu schützen, befinden sich die robotergeführten optischen Messsysteme in einer geschlossenen Kabine. Noch genauer ist nur die Offline-Messung im Messraum als dritter Bestandteil des vorgestellten Konzeptes. Mit Hilfe verschiedener optischer, taktiler sowie Multisensor-Messsysteme können selbst bei montierten Karosserien zig Merkmale hochpräzise und umfassend gemessen werden.

Eine zunehmend größere Rolle für ein effizientes Qualitätsmanagement spiele laut Peter aber auch die Auswertung und grafische Darstellung der einzelnen Mess- und Prüfdaten, wie sie beispielsweise die Softwareplattform Zeiss PiWeb ermögliche. Über das Zusammenspiel all dieser Technologien informierten sich auf dem Karosserieforum über 200 Unternehmensvertreter aus dem In- und Ausland.