Koerber

Während die Umsatzentwicklung der deutschen Maschinen- und Anlagenbauer 2018 von einer soliden Konjunkturentwicklung geprägt war, könnte die Eintrübung der Weltwirtschaft im laufenden Jahr für einige Turbulenzen in der Branche sorgen. - Bild: Körber

"Das Jahr 2018 war ein weiteres Rekordjahr für den deutschen Maschinenbau", kommentiert Wolfgang Krenz, Partner der Managementberatung Oliver Wyman, das diesjährige Ranking der 20 umsatzstärksten Maschinen- und Anlagenbauer Deutschlands. "Die Top 20 wachsen mit 7,5 Prozent im Durchschnitt nochmal deutlich stärker als der Durchschnitt der Branche und stärker als im langjährigen Mittel". Die Gesamtbranche ist laut den Zahlen des Branchenverbands VDMA 2018 nominal um 2,8 Prozent und real um 1,4 Prozent gewachsen.

Dennoch spiegelt sich laut Krenz im Maschinenbauranking 2018 durchaus eine gewisse "Ruhe vor dem Sturm". Von der sich eintrübenden Konjunktur sei noch nicht viel zu spüren gewesen, die großen Trends der Vorjahre weiter intakt und die Rangplätze der Top 10 vor diesem Hintergrund sogar gänzlich unverändert.

  • Maschinenbauranking, ZF Friedrichshafen

    Neu unter den Top 20 des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus ist ZF Friedrichshafen. Der weltweit zweitgrößte Automobilzulieferer vom Bodensee kletterte mit einem Umsatz von 2,78 Milliarden Euro im Jahr 2018 von Platz 21 auf 20. Das Ranking wird einmal jährlich von der Management-Beratung Oliver Wyman erstellt. - Bild. ZF Friedrichshafen

  • Maschinenbauranking, SMS Group

    Auf Platz 19 rangiert die SMS Group. Mit einem Jahresumsatz von 2,81 Milliarden Euro ist der Anlagenlieferant für die metallurgische Industrie im Bereich Stahl, Aluminum, Kupfer und Metalle im Vergleich zum Vorjahr um zwei Plätze nach hinten gerutscht.

  • Maschinenbauranking, SEW Eurodrive

    Der Bruchsaler Antriebstechnikprofi SEW Eurodrive liegt im Ranking unverändert auf Platz 18. Mit über 17.000 Mitarbeitern setzte das Unternehmen im Jahr 2018 rund 3,07 Milliarden Euro um. - Bild. SEW Eurodrive

  • Maschinenbauranking, Zeiss

    Zwei Ränge aufwärts ging es für für den Technologiekonzern Zeiss, der nun auf Platz 17 der größten deutschen maschinen- und Anlagenbauer rangiert. Das Unternehmen... - Bild: Zeiss

  • Maschinenbauranking, Carl Zeiss

    ...profitierte nicht zuletzt von seinem starken Fokus auf die Halbleiterbranche, die sich im Jahr 2018 sehr positiv entwickelte. - Bild: Zeiss

  • Maschinenbauranking, Festo

    Mit über 20.000 Mitarbeitern weltweit und einem Umsatz von 3,20 Milliarden Euro belegt der Steuerungs- und Automatisierungstechniker Festo den 16. Platz - genau wie im Vorjahr. - Bild: Festo

  • Maschinenbauranking, Kuka

    Zu den größten Absteigern im Ranking zählt 2018 Kuka aus Augsburg. Nach Platz 11 im Vorjahr landet der zum chinesischen Midea-Konzern gehörende Roboterhersteller mit einem Umsatz von 3,24 Milliarden Euro nur noch auf Platz 15. - Bild: Kuka

  • Maschinenbauranking, Exyte

    Ganz im Gegensatz dazu kletterte der Stuttgarter Anlagenbauer Exyte (früher M+W Group) um acht Ränge auf Platz 14 nach oben. Unterstützt von einer guten Halbleiterkonjunktur stieg der Umsatz von 2,38 Milliarden Euro im Vorjahr auf 3,53 Milliarden Euro im Jahr 2018. - Bild: Exyte

  • Maschinenbauranking, Trumpf

    Der Ditzinger Werkzeugmaschinenbauer rückte mit einem Umsatz von 3,57 Milliarden Euro von Platz 15 im Vorjahr auf Platz 13 vor, während... - Bild: Trumpf

  • Maschinenbauranking, MAN Power Engineering

    ...MAN Power Engineering mit einem Umsatz von 3,61 Milliarden Euro von Rang 13 auf 12 kletterte. - Bild: MAN Energy Solutions

  • Maschinenbauranking, Jungheinrich

    Von Platz 12 auf 11 kletterte der Hamburger Staplerbauer Jungheinrich. Der Profi für Flurförderzeuge setze 2018 3,8 Milliarden Euro um und ist damit der zweitgrößte Hersteller von Flurförderzeug-, Lager- und Materialflusstechnik in Deutschland bzw. der drittgrößte der Welt. - Bild: Jungheinrich

  • Maschinenbauranking, Krones

    Im Gegensatz zu den Bewegungen in den hinteren Rängen dominiert Konstanz die vorderen Plätze: Die Top 10 der größten Maschinen- und Anlagenbauer blieben im Vergleich zu 2017 komplett unverändert mit dem Abfüllanlagenbauer Krones auf Rang 10, gefolgt vom... - Bild: Krones

  • Maschinenbauranking, Duerr

    ...Lackieranlagenbauer Dürr auf Platz 9 (Umsatz 2018: 3,87 Milliarden Euro). - Bild: Dürr

  • Maschinenbauranking, Claas

    Der Landmaschinen­konzern Claas (Rang 8) mit Hauptsitz im ostwestfälischen Harsewinkel erwirtschaftete im Jahr 2018 einen Umsatz von 3,89 Milliarden Euro. - Bild: Claas

  • Maschinenbauranking, Voith

    Rang 7 belegt das Familienunternehmen Voith aus Heidenheim an der Brenz mit über 19.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 4,21 Mrd Euro. - Bild: Voith

  • Maschinenbauranking, GEA

    Top 6 ist der Düsseldorfer Anlagenbauer GEA mit 4,83 Milliarden Euro Umsatz. Damit liegt das Unternehmen vor...

  • Maschinenbauranking, Enercon

    ...dem Windenergieanlagenbauer Enercon (Platz 5) mit 5,6 Milliarden Euro Umsatz und... - Bild: Enercon

  • Maschinenbauranking, Thyssen Krupp

    ...dem Duisburger Stahlriesen ThyssenKrupp (Platz 4), der mit rund 160.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 6,06 Milliarden Euro macht. - Bild: ThyssenKrupp

  • Maschinenbauranking, Bosch

    Rang 3 belegt wie im Vorjahr Bosch (7,44 Milliarden Euro Umsatz bei 400.000 Mitarbeitern). - Bild: Bosch

  • Maschinenbauranking, Kion

    Der weltweit zweitgrößte Anbieter von Gabelstaplern und Lagertechnikgeräten, Kion, verbleibt mit einem Umsatz von 8 Milliarden Euro und rund 33.000 Mitarbeitern auf Platz 2, während... - Bild: Kion

  • Maschinenbauranking, Siemens

    ...der Münchener Siemens-Konzern mit einem Umsatz von 43,34 Milliarden Euro die Spitze der deutschlandweit größten Maschinen- und Anlagenbauer mit großem Abstand weiter anführt. Im Bild sind Siemens-CEO Joe Kaeser und Aufsichtsratschef Jim Hagemann Snabe beim 53. jährlichen Aktionärstreffen von Siemens in der Olypiahalle in München Anfang August 2019 zu sehen. - Bild: Siemens

Das Ranking der größten deutschen Maschinen- und Anlagenbauer wird einmal jährlich von der Managementberatung Oliver Wyman erstellt und exklusiv bei Produktion veröffentlicht. Bei denjenigen Unternehmen, die auch außerhalb des Maschinen- und Anlagensektors tätig sind, sind im Ranking nur die Umsätze der maschinenbaurelevanten Unternehmensbereiche dargestellt.

Was sind die größten Trends 2018?

Wie schon im Vorjahr ist die Digitalisierungswelle einer der großen Trends im Deutschen Maschinen- und Anlagenbau. Die Digitalisierung befördert den Internet-Handel und damit den Bereich Intralogistik, weil die E-Commerce-Anbieter ihre Produkte oftmals in großen Lagerhäusern vorhalten. „Alle, die an den Trends Digitalisierung, E-Commerce und Intralogistik beteiligt sind oder die in diesem Bereich investieren, profitieren“, erklärt Krenz. Ein Beispiel ist der Gabelstaplerbauer Kion, der seinen im Vorjahr errungenen Platz 2 auch 2018 gegen den Industrial Technology-Bereich von Bosch (Platz 3) verteidigt.

Wer sind die Aufsteiger?

Eine positive Entwicklung der stark zyklischen Halbleiterbranche verhalf 2018 unterdessen den für diesen Bereich tätigen Unternehmen Exyte (ehemals M+W Gruppe), Trumpf und Zeiss zu Ranking-Sprüngen. Mit einem Umsatzzuwachs um fast 50 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro verbesserte sich der Gebäudetechnik- und Anlagenbauer Exyte von Platz 22 auf 14. Dabei profitierte das Stuttgarter Unternehmen vom durch den Vormarsch von künstlicher Intelligenz (KI) und Internet-of-Things (IoT) befeuerten Volumenwachstum bei Halbleitern genauso wie von seiner starken Präsenz in den asiatischen Heimatländern vieler Halbleiterhersteller.

Wer sind die Absteiger?

Zu den Absteigern im Ranking zählt unter anderem Kuka. Nachdem der Augsburger Roboterhersteller erst im Vorjahr von Rang 16 auf 11 aufgestiegen war, sackte er mit einem Umsatz von 3,24 Milliarden Euro 2018 wieder auf Platz 15 ab. "Hier machte sich die rückläufige Entwicklung des wichtigen chinesischen Marktes und der Beginn der abkühlenden Automobil-Konjunktur sowie auslaufende Großprojekte negativ bemerkbar", kommentiert Krenz.

Abwärts von Rang 17 auf Rang 19 ging es unterdessen für die SMS Group. Das international tätige Unternehmen im Bereich Hütten- und Walzwerkstechnik litt nach Einschätzung des Unternehmensberaters trotz gestiegener Stahlpreise weiterhin unter den im Markt befindlichen Überkapazitäten. Diese hätten sich negativ auf das Anlagengeschäft ausgewirkt.

Ganz aus den Top 20 verabschieden musste sich die Unternehmensgruppe Körber aus Hamburg, die durch den Verkauf der United Grinding Group einen Teil ihres Umsatzes abgegeben hatte sowie der Windkraftanlagenbauer Nordex, der den Preis- und Mengenrückgang bei Windkraftanlagen durch den Umstieg auf Auktionsverfahren besonders hart zu spüren bekam.

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Wie ist der Ausblick für 2019?

Während das Ranking der deutschen Maschinen- und Anlagenbauer trotz dieser Bewegungen im Jahr 2018 alles in allem recht stabil war, deutet sich für das laufenden Jahr etwas mehr Bewegung an. Denn die konjunkturellen Wachstumstrends sind 2019 nicht mehr so solide wie zuvor. Für das laufende Jahr zeigt der Lead-Indikator der Oliver Wyman Recession-Heatmap seit dem letzten Quartal 2018 eine deutliche Verschlechterung der Situation im Maschinenbau an. "Auch wenn sich der Indikator im zweiten Quartal leicht entspannte, lag er immer noch im kritischen Bereich. Nachdem sich der Indikator im dritten Quartal wieder verschlechterte und wenn man die um fast 10 Prozent rückläufigen Auftragseingänge in den ersten fünf Monaten des Jahres betrachtet, scheint eine deutliche Abkühlung bis hin zur Rezession im deutschen Maschinen- und Anlagenbau kaum mehr abzuwenden", warnt Krenz.

Diese Eintrübung zieht sich quer durch fast alle Subsegmente: Besonders betroffen sind die frühzyklischen Bereiche Werkzeug- und Textilmaschinen (Auftragseingang von -17 Prozent bzw. -23 Prozent), aber auch in zuletzt prosperierenden Bereichen wie Material Handling gingen die Auftragseingänge zurück.

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Wie sieht das erste Halbjahr 2019 auf Unternehmensebene aus?

Unternehmensseitig war das erste Halbjahr 2019 von negativen Anpassungen der Ergebnisprognosen geprägt: "Gleich fünf der zehn börsennotierten Unternehmen in unserem Ranking haben jüngst die Ergebnisprognose gesenkt", weiß Krenz.

Dabei betonten fast alle Unternehmen die negativen Folgen der aktuellen Unsicherheiten der Weltwirtschaft: Handelsstreitigkeiten zwischen USA-China, Brexit ohne Austrittsabkommen, zunehmende Verschuldung von Unternehmen und Staaten usw.

"Die börsennotierten Unternehmen sehen ihre Umsatzentwicklung 2019 trotz der Anpassungen ihrer Ergebnisprognosen dennoch meist noch im positiven Bereich. Allerdings liegt das Wachstum meist unter den ursprünglichen Erwartungen", fügt Krenz aber hinzu und erwartet daher, dass sich die Auswirkungen der beginnenden Rezession im Umsatzranking der Unternehmen 2019 noch in eher geringem Maße durchschlagen werden. Die größeren Auswirkungen werde man dann im Jahr 2020 sehen.

Das waren die Top 20 im Jahr 2017

  1. Siemens
  2. Kion 
  3. Bosch  
  4. ThyssenKrupp  
  5. Enercon  
  6. GEA 
  7. Voith  
  8. Claas 
  9. Dürr  
  10. Krones  
  11. Kuka    
  12. Jungheinrich    
  13. MAN Power Engineering    
  14. Nordex
  15. Trumpf
  16. Festo
  17. SMS Group
  18. SEW Eurodrive
  19. Zeiss
  20. Körber Gruppe