Die Nachrichten aus der Werkzeugmaschinenbranche sind 2019 geprägt von rückläufigen Auftragseingängen, Investitionszurückhaltungen und Sorgen um das politische Umfeld.

Vor den Sorgen lag das Rekordjahr 2018, in dem viele Werkzeugmaschinenbauer ihre Umsätze nochmals enorm steigern konnten. "Auftragseingang und Produktion markierten 2018 ein neues Rekordniveau", sagte Wilfried Schäfer, Geschäftsführer des Branchenverbands VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken) im November 2018. "Gleichwohl zeigen die Bestellungen erstmals seit mehr als einem Jahr ein kleines Minus. Der Aufschwung neigt sich allmählich dem Ende entgegen und die Nachfrage normalisiert sich."

Bild: VDW

"Auftragseingang und Produktion markieren 2018 ein neues Rekordniveau. Gleichwohl zeigen die Bestellungen erstmals seit mehr als einem Jahr ein kleines Minus. Der Aufschwung neigt sich allmählich dem Ende entgegen und die Nachfrage normalisiert sich."

Wilfried Schäfer, Geschäftsführer VDW

Wie sich die Geschäfte der 15 umsatzstärksten europäischen Hersteller zerspanender Werkzeugmaschinen im vergangenen Jahr entwickelt haben, zeigt unser traditionelle Umsatzranking.

Das sind die Plätze 1 bis 5

An erster Stelle steht wie auch in den vergangenen Jahren die DMG Mori AG. Der Umsatz stieg um 13 Prozent auf 2,655 Milliarden Euro; eine neue Bestmarke für das Unternehmen. "DMG Mori hat sich im Berichtsjahr weiter positiv entwickelt – technologisch, strukturell und kulturell", berichtet Christian Thönes, Vorstandsvorsitzender DMG Mori AG. "Dynamisch haben wird die Innovationsstrategie bei unseren Zukunftsfeldern vorangetrieben. Die Produktion haben wir gezielt auf Exzellenz optimiert – unter anderem mit neuen Montage- und Logistikflächen sowie hochmodernen Technologie- und Solution Centern."

Die Grob Gruppe spürte bereits im vergangenen Jahr einen leichten Abwärtstrend: Der Umsatz sank um 2,6 Prozent auf 1,500 Milliarden Euro. Dennoch kann sich der Mindelheimer WZM-Hersteller auf Platz 2 des Rankings halten.

Auf Platz 3 liegt die Schweizer United Grinding Group, die 2018 ungefähr 700 Millionen Euro machte. Dieses Wachstum um 16,7 Prozent begründet in der Stärke der seit Mitte 2018 wieder eigenständigen Gruppe. "Wir sind in der Gruppe erfolgreicher als die einzelnen Marken", sagte Heinz Poklekowski bei einer Pressekonferenz anlässlich des Grinding Symposiums 2019. "Der Gruppenansatz ist für uns genau das Richtige."

16,6 Prozent Wachstum konnte die Emag Gruppe im Jahr 2018 verzeichnen. Mit 673 Millionen Euro landet das Unternehmen aus dem schwäbischen Salach auf Platz 4.

Die Esslinger Index-Werke schaffen in diesem Jahr den Sprung in die Top 5 mit einem Umsatz von 575 Millionen Euro. Das sind 22,3 Prozent mehr Umsatz als im Vorjahr. "Mit diesem Wachstum sind wir profitabler geworden und konnten unsere Finanzposition stärken", berichtete Harald Klaiber, Geschäftsführer Finanzen, beim Index Open House 2019. Besonders stark gewachsen seien im Jahr 2018 die Anteile im Luft- und Raumfahrtbereich.

Bild: Julia Dusold

 

"Mit dem Wachstum 2018 sind wir profitabler geworden und konnten unsere Finanzposition verbessern."

Harald Klaiber, Geschäftsführer Finanzen Index

Das sind die Plätze 6 bis 10

Einen Umsatzrückgang von 3,2 Prozent musste Heller 2018 verzeichnen und rutscht mit 558 Millionen Euro auf Platz 6. "Der leichte Umsatzrückgang ist vor allem durch zeitliche Verschiebungen im Projektgeschäft zu erklären", so Klaus Winkler, CEO der Heller Gruppe. "Sehr erfreulich für uns ist hier allerdings das Abschneiden des After-Sales-Geschäftes, das rund ein Viertel des gesamten Geschäftsvolumens ausmacht."

Chiron verbleibt trotz unternehmensinternem Rekord auch in diesem Jahr auf Platz 7 mit einem Umsatz von 498 Millionen Euro. "Wir freuen uns über den höchsten Umsatz der Unternehmensgeschichte sowie den erfolgreichen Start unserer neuen Maschinenbaureihen Chiron FZ/DZ 16 und Stama MT 733", kommentiert Markus Flik, CEO der Chiron Group. "Der Markt hat uns bestätigt, dass wir mit der Portalbauweise richtigliegen, die in bisher nicht gekannter Weise Dynamik mit Präzision und höheren Schnittkräften vereint."

Bild: Chiron

"Wir freuen uns über den höchsten Umsatz der Unternehmensgeschichte. Der Markt hat uns bestätigt, dass wir mit der Portalbauweise richtigliegen, die in bisher nicht gekannter Weise Dynamik mit Präzision und höheren Schnittkräften vereint."

Markus Flik, CEO Chiron Group

Ein ähnliches Jahr hatte auch Hermle. "2018 war bei uns, wie bei allen anderen in der Branche ein sehr gutes Jahr", verlautete Franz-Xaver Bernhard, Vorstand Vertrieb, Forschung & Entwicklung bei einer Pressekonferenz im Rahmen der Hausaustellung 2019. "Das Ergebnis 2018 zeigt uns, dass die Richtung unseres Produktportfolios passt." Mit 453 Millionen Euro Umsatz sichert sich das Gosheimer Unternehmen Platz 8 im Ranking.

Hinter den fünf schwäbischen Unternehmen auf Platz 4 bis 8, folgt ein Hersteller aus Sachsen. Die Niles Simmons Hegenscheidt Gruppe aus Chemnitz erzielte einen Umsatz von 410 Millionen Euro und landet damit auf Platz 9.

Neu aufgestiegen in die Top 10 ist Schwäbische Werkzeugmaschinen mit einem Umsatz von 300 Millionen Euro – das ist ein Wachstum von 31,1 Prozent. "Mit einem Umsatz von 400 Millionen Euro zeigen wir für 2018 erstmals die Gesamtzahl der SW-Gruppe, was den größten Teil des Anstiegs erklärt", erläutert Reiner Fries, Geschäftsführer Vertrieb bei Schwäbische Werkzeugmaschinen. "Das Jahr war in allen Regionen für uns sehr positiv."

Das sind die Plätze 11 bis 15

Starrag gehört zu den wenigen Unternehmen, die bereits 2018 einen Rückgang hinnehmen mussten. Der Umsatz sank um 2 Prozent auf 348 Millionen Euro. Dennoch ist dieser Wert der zweithöchste in der Geschichte der Gruppe. Dadurch rutscht der Schweizer WZM-Hersteller von Platz 10 auf Platz 11.

Platz 12 erreicht die zerspanende Werkzeugmaschinensparte des Georg Fischer Konzerns. GF Milling erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von 300 Millionen Euro, was einem Anstieg von 6,3 Prozent entspricht. Die Division GF Machining Solutions zu der GF Milling gehört machte 2019 einen Umsatz von rund 974 Millionen Euro. Haupttreiber für den Umsatzanstieg waren die Sektoren Luftfahrt und Medizintechnik in Europa und in den USA.

Ein weiteres Unternehmen aus der Schweiz folgt auf Platz 13. Mikron konnte den Umsatz um 29,2 Prozent auf 282 Millionen Euro steigern.

Die Diskus Werke, die am Markt unter der Dachmarke DVS Technology Group agieren, belegen im Ranking der größten zerspanenden Werkzeugmaschinen-Hersteller den 14. Platz. Das Unternehmen aus dem hessischen Dietzenbach machte 2018 einen Umsatz von 264 Millionen Euro.

Platz 15 belegt die spanische Danobat Gruppe, zu der beispielsweise Danobat Overbeck und Bimatec Soraluce gehören. Das Unternehmen aus dem Baskenland erwirtschaftete 2018 einen Umsatz von 261 Millionen Euro und verdrängt damit den österreichischen Hersteller Emco aus dem Ranking.

Das Werkzeugmaschinen-Ranking im Überblick

Diagramm Werkzeugmaschinen-Ranking 2018
Das sind die 15 größten europäischen Hersteller spanender Werkzeugmaschinen. Zehn der 15 umsatzstärksten Unternehmen kommen aus Deutschland. (* Ungefährer Wert; genaue Zahlen gibt das Unternehmen nicht bekannt) - Grafik: Produktion

Im Schnitt machten die Top 15 Werkzeugmaschinen-Hersteller 10,6 Prozent mehr Umsatz als noch im Jahr zuvor. Bei den zehn deutschen Unternehmen im Ranking sind es im Schnitt sogar 11,2 Prozent. 2019 wird dies vermutlich etwas anders aussehen. Das schwierige politische Umfeld und das Schwächeln der Autoindustrie machen den Maschinenbauern zu schaffen und lassen die WZM-Hersteller vom bisherigen Rekordkurs abkommen. Der Auftragseingang ist bereits stark abgekühlt – wie sich das auf die Umsätze auswirken wird, wird das Ranking im nächsten Jahr zeigen.

Das war das Werkzeugmaschinen-Ranking 2017

Das waren im Jahr 2017 die umsatzstärksten europäischen Hersteller spanender Werkzeugmaschinen:

  1. DMG Mori (Umsatz 2017: 2,348 Milliarden Euro)
  2. Grob (Umsatz 2017: 1,54 Milliarden Euro)
  3. United Grinding (Umsatz 2017: 600 Millionen Euro)
  4. Emag (Umsatz 2017: 590 Millionen Euro)
  5. Heller (Umsatz 2017: 577 Millionen Euro)
  6. Index (Umsatz 2017: 470 Millionen Euro)
  7. Chiron (Umsatz 2017: 466 Millionen Euro)
  8. Hermle (Umsatz 2017: 402 Millionen Euro)
  9. Niles Simmons Hegenscheidt (Umsatz 2017: 380 Millionen Euro)
  10. Starrag (Umsatz 2017: 355 Millionen Euro)
  11. Schwäbische Werkzeugmaschinen (Umsatz 2017: 305 Millionen Euro)
  12. GF Milling (Umsatz 2017: 282 Millionen Euro)
  13. Liebherr Verzahntechnik (Umsatz 2017: 237 Millionen Euro)
  14. Mikron (Umsatz 2017: 218 Millionen Euro)
  15. Emco (Umsatz 2017: 177 Millionen Euro)

Den Bericht zum Ranking 2017 lesen Sie hier.

Das war das Werkzeugmaschinen-Ranking 2016

Das waren die 15 umsatzstärksten europäischen Hersteller spanender Werkzeugmaschinen 2016:

  1. DMG Mori (Umsatz 2016: 2,266 Milliarden Euro)
  2. Grob (Umsatz 2016: 1,3 Milliarden Euro)
  3. Emag (Umsatz 2016: 550 Millionen Euro)
  4. Heller (Umsatz 2016: 538 Millionen Euro)
  5. United Grinding (Umsatz 2016: 500 Millionen Euro)
  6. Chiron (Umsatz 2016: 461 Millionen Euro)
  7. Index (Umsatz 2016: 413 Millionen Euro)
  8. Hermle (Umsatz 2016: 394 Millionen Euro)
  9. Niles Simmons Hegenscheidt (Umsatz 2016: 360 Millionen Euro)
  10. Starrag (Umsatz 2016: 348 Millionen Euro)
  11. Schwäbische Werkzeugmaschinen (Umsatz 2016: 276 Millionen Euro)
  12. GF Milling (Umsatz 2016: 273 Millionen Euro)
  13. Mikron (Umsatz 2016: 238 Millionen Euro)
  14. Liebherr Verzahntechnik (Umsatz 2016: 219 Millionen Euro)
  15. Emco (Umsatz 2016: 155 Millionen Euro)

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