Energiekrise, Lieferengpässe, Fachkräftemangel und Co: Die Industrie steht vor vielen Herausforderungen. Alle Meldungen aus Maschinenbau und Co. gibt es in unserem News-Blog.

Energiekrise, Lieferengpässe, Fachkräftemangel und Co: Die Industrie steht vor vielen Herausforderungen. Alle Meldungen aus Maschinenbau und Co. gibt es in unserem News-Blog. (Bild: Gorodenkoff - stock.adobe.com)

IW: Trump-Präsidentschaft könnte deutsche Wirtschaft Milliarden kosten

Mo, 04.03.2024, 11:36: Nach einer Studie des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft könnte eine weitere Präsidentschaft von Donald Trump wirtschaftliche Milliardenschäden in Deutschland verursachen. Trump hat für den Fall einer Wiederwahl Zölle von 60 Prozent oder mehr auf chinesische Produkte sowie pauschale Zölle von zehn Prozent für in die USA importierte Güter in den Raum gestellt. Über die Dauer einer vierjährigen Amtszeit könnte dies für die deutsche Wirtschaft einen Gesamtverlust von mehr als 120 Milliarden Euro bedeuten, schreiben die Autoren der am Montag veröffentlichten Untersuchung.

Falls China mit eigenen Zollerhöhungen auf US-Importe zurückschlägt, würde dieser Wert weiter ansteigen, schreibt das IW. Ein solcher Handelskonflikt würde den Welthandel dämpfen, in Deutschland würden Exporte und private Investitionen sinken. Dies würde Deutschland und der EU stärker schaden als den USA. Im konservativeren Szenario - in dem China nicht zurückschlägt - ergäbe sich ein um 1,2 Prozent niedrigeres Bruttoinlandsprodukt für Deutschland im Jahr 2028, verglichen mit einer Entwicklung ohne diese Extra-Zölle.

Als Konsequenz empfehlen die IW-Experten, die Zeit bis zu einer möglichen weiteren Trump-Präsidentschaft für weitere Abkommen mit den Vereinigten Staaten zu Stahl und kritischen Rohstoffen zu nutzen. Auch die Drohung mit Gegenmaßnahmen könne im Ernstfall helfen. Zudem brauche die EU weitere Freihandelsabkommen zum Beispiel mit Australien, den südamerikanischen Mercosur-Staaten, Indonesien und Indien. (dpa)

Kongress Digitale Fabrik

Digitale Fabrik
(Bild: Gorodenkoff - stock.adobe.com)

Am 19. und 20. März 2024 dreht sich in Ulm alles um die Themen digitaler Zwilling, maschinelles Lernen und KI in der Produktionsplanung.

 

Denn auf dem Kongress "Digitale Fabrik" treffen sich wieder Expertinnen und Experten der digitalen Produktions- und Fertigungsplanung zum intensiven und vor allem persönlichen Austausch.

 

Das Programm zur Veranstaltung sowie die Anmeldung finden Sie hier: Alles zur Digitalen Fabrik!

Kion schließt Umsatzrückgang nicht aus - Automationsgeschäft bremst

Do, 29.02.2024, 8:56: Kion muss 2024 auf eine starke Nachfrage nach Gabelstaplern und Flurförderzeugen hoffen. In dem Geschäftsbereich wollen die Frankfurter weiter wachsen, während das Geschäft mit Automationssystemen zurückgehen dürfte. Einen Rückgang der Konzernerlöse insgesamt kann das Management deshalb nicht ausschließen: Der Umsatz soll 2024 zwischen 11,2 und 12 Milliarden Euro liegen, teilte das Unternehmen bei der Vorlage seines Geschäftsberichts mit.

2023 wurden 11,4 Milliarden Euro erzielt. Das operative Ergebnis soll nach 790,5 im Vorjahr nun zwischen 790 und 940 Millionen Euro erreichen. Für 2023 wird den Aktionären eine Dividende von 0,70 Euro je Aktie vorgeschlagen, nachdem für das Krisenjahr 2022 lediglich 0,19 Euro ausgeschüttet wurde.

Kion hatte bereits vor rund zwei Wochen mitgeteilt, dass das im vergangenen Jahr erzielte Konzernergebnis sowie der operative Gewinn im Automationsgeschäft unterhalb der Markterwartungen liegen dürften. Gleichzeitig berichtete der Vorstand von einem besser als erwarteten Barmittelzufluss und im Rahmen der Analystenschätzungen übrigen Kennziffern. Diese Tendenzen bestätigten vorgelegten Zahlen. Unterm Strich entfiel auf die Aktionäre ein Gewinn von knapp 306 Millionen Euro und damit mehr als dreimal so viel wie im Vorjahr. (dpa)

Podcast: Katek Grassau CEO über Elektronik-Lieferketten

Italien hofft nach Nein aus Grünheide auf Tesla

Nach dem Nein bei einer Bürgerbefragung zu Erweiterungsplänen des Elektro-Autobauers Tesla in der Nähe von Berlin macht sich Italien Hoffnung auf eine Ansiedlung des US-Konzerns. Wirtschaftsminister Adolfo Urso verwies am Mittwoch vor dem Industrieausschuss der Abgeordnetenkammer in Rom darauf, dass der Plan für eine großangelegte Erweiterung in Deutschland abgelehnt worden sei. "Das wird mit Sicherheit zu einer Entscheidung des Konzerns führen", sagte Urso. Man sei bereits seit mehreren Monaten mit Tesla in Gesprächen. "Wir bekommen sehr positives Feedback. Aber das ist ein Prozess, der Vorsicht erfordert." Mit Blick auf den chinesischen Elektro-Autobauer BYD verwies er auch auf Kontakte zu Herstellern aus Asien.

In einer Bürgerbefragung der Gemeinde Grünheide in Brandenburg hatte es in diesem Monat eine klare Mehrheit gegen die Erweiterungspläne von Tesla gegeben. Der Autobauer will auf einer angrenzenden Fläche von rund 170 Hektar einen Güterbahnhof, Lagerhallen und eine Betriebs-Kita errichten. Die Erweiterung ist auch vor dem Hintergrund zu sehen, dass Tesla die Produktion auf dem bestehenden Gelände ausbauen und die geplanten 500.000 Autos im Jahr auf eine Million verdoppeln will.

Rund zwei Drittel der Bewohner stimmten jedoch gegen die Erweiterung. Naturschützer und Anwohner kritisieren, dass mehr als 100 Hektar Wald gerodet werden sollen. Das Votum ist für die Gemeinde nicht bindend - es gilt aber als wichtiger Fingerzeig. (dpa)

Triebwerksärger brockt MTU ersten Jahresverlust in 90 Jahren ein

Do, 29.02.2024, 8:06: Der Rückruf zahlreicher Triebwerke hat dem Münchner Hersteller MTU den ersten Jahresverlust in seiner 90-jährigen Geschichte eingebrockt. Unter dem Strich stand 2023 ein Fehlbetrag von 97 Millionen Euro nach einem Gewinn von 333 Millionen ein Jahr zuvor, wie der Dax-Konzern mitteilte.

Grund ist ein problematisches Metallpulver, das MTUs Partner Pratt & Whitney aus den USA in den Turbinen vieler Airbus-Jets verwendet hat. Bei dem Münchner Konzern schlugen die zusätzlichen Inspektionen mit rund einer Milliarde Euro zu Buche. (dpa)

Fabrik des Jahres

Logo Fabrik des Jahres
(Bild: SV Veranstaltungen)

Die Fabrik des Jahres zählt zu den renommiertesten Industrie-Wettbewerben in Europa. Auf dem gleichnamigen Kongress werden jedes Jahr die Gewinner geehrt. Der nächste Kongress wird am 14. und 15. März 2024 stattfinden.

 

Mehr zu den diesjährigen Siegerwerken lesen Sie hier!

 

Hören Sie sich auch die Podcast-Sonderfolge zur Fabrik des Jahres an. Johann Kraus von Rohde & Schwarz erklärt darin unter anderem, wie auch Ihr Werk gewinnen kann. Hier kommen Sie zu Industry Insights!

 

Weitere Informationen zur Fabrik des Jahres und Tickets für den Kongress gibt es auf der Website des Wettbewerbs: Hier klicken!

Weiter keine Mehrheit unter EU-Staaten für Lieferkettengesetz

findet weiter keine ausreichende Mehrheit unter den Mitgliedstaaten. Das teilte die belgische Ratspräsidentschaft heute mit. "Wir müssen nun den Stand der Dinge prüfen und werden sehen, ob es möglich ist, die von den Mitgliedstaaten vorgebrachten Bedenken in Absprache mit dem Europäischen Parlament auszuräumen." Damit ist offen, ob über das Vorhaben nochmal neu verhandelt werden muss, obwohl es im Dezember eigentlich bereits einen Kompromiss zwischen Unterhändlern der beiden Institutionen gab.

Deutschland enthielt sich am Mittwoch bei der Abstimmung im Ausschuss der ständigen Vertreter der Mitgliedstaaten. In dem Gremium wirkt das wie eine Nein-Stimme. In der Bundesregierung drängte die FDP darauf, dass Deutschland nicht zustimmt. Die Liberalen befürchten etwa, dass sich Betriebe aus Angst vor Bürokratie und rechtlichen Risiken aus Europa zurückziehen. Politiker von SPD und Grünen befürworten das Vorhaben hingegen. Die Unstimmigkeiten hatten zu einem offenen Schlagabtausch in der Ampel-Koalition geführt.  

Mit dem Gesetz sollen große Unternehmen zur Rechenschaft gezogen werden, wenn sie etwa von Kinder- oder Zwangsarbeit außerhalb der EU profitieren. Größere Unternehmen müssen zudem einen Plan erstellen, der sicherstellt, dass ihr Geschäftsmodell und ihre Strategie mit dem Pariser Abkommen zum Klimawandel vereinbar sind.

Deutschland hat bereits ein Lieferkettengesetz. Die geplante EU-Version würde über dessen Vorgaben hinausgehen. So ist auf EU-Ebene vorgesehen, dass Unternehmen für Sorgfaltspflichtverletzungen haftbar sind, was im deutschen Gesetz ausgeschlossen ist. Zudem hätten mehr Unternehmen von der EU-Regelung betroffen sein sollen als vom deutschen Gesetz. (dpa)

Dürr rechnet 2024 mit schwächerem Wachstum

Di, 27.02.2024, 8:15: Der Maschinenbauer Dürr wird im laufenden Jahr weniger stark wachsen als bisher angenommen. Das Management strebt 2024 einen Umsatz zwischen 4,7 bis 5,0 Milliarden Euro an, was einem Zuwachs von 2 bis 8 Prozent entspricht, wie das Unternehmen mitteilte. Seit Mitte Oktober war das Management von einem Umsatzplus zwischen 5 und 10 Prozent ausgegangen. Vom Unternehmen befragte Experten in Analysehäusern und Banken rechnen im Schnitt mit Erlösen in Höhe von 4,9 Milliarden Euro. Und auch mit seinen Ergebnissen im vergangenen Jahr traf das Sdax-Konzern weitgehend die Markterwartungen.

Der Umsatz stieg 2023 im Vergleich zu 2022 um 7,3 Prozent auf über 4,6 Milliarden Euro, was laut Dürr ein Rekordwert ist. Die Zuwächse seien von allen Geschäftsbereichen getragen worden, hieß es in der Mitteilung. Vor Zinsen, Steuern und Sondereffekten (berenigtes Ebit) verdiente das Unternehmen mit 280,4 Millionen Euro gut ein Fünftel mehr. Inklusive Sonderaufwendungen ging das operative Ergebnis jedoch zurück. Und auch nach Steuern fiel der Gewinn, und zwar um rund 18 Prozent auf gut 110 Millionen Euro.

Grund dafür seien die Kosten für den Stellenabbau bei der Homag Gruppe, in der Dürr das Holzbearbeitungsgeschäft bündelt. Wie bereits angekündigt sollen bei Homag rund 600 von knapp 7.500 Stellen entfallen, davon 350 in Deutschland. (dpa)

Schaeffler kommt bei Vitesco-Übernahme voran

Mo, 26.02.2024, 10:11: Der fränkische Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler schreitet bei der Übernahme des Regensburger Antriebsspezialisten Vitesco voran. Das Unternehmen habe sich mit Vitesco auf ein vorläufiges Umtauschverhältnis von 11,4 Schaeffler-Aktien je Vitesco-Aktie geeinigt, teilte Schaeffler mit. Allerdings müssten der von beiden Parteien gemeinsam bestellte Bewertungsgutachter sowie der "gerichtlich bestellte Verschmelzungsprüfer" das Umtauschverhältnis als angemessen bestätigen. Zudem müssten auch die Aufsichtsräte beider Unternehmen zustimmen.

Die eigentliche Verschmelzung soll auf Hauptversammlungen von Schaeffler und Vitesco Ende April beschlossen werden. Es würde eines der größten Zulieferer-Unternehmen in Deutschland mit 25 Milliarden Euro Umsatz, 120.000 Beschäftigten und mehr als 100 Fabriken weltweit entstehen.

Vitesco, 2021 vom Schaeffler-Schwesterunternehmen Continental abgespalten und an die Börse gebracht, gilt als Spezialist für Elektroantriebe. Schaeffler hatte im Januar mitgeteilt, dass es bereits fast 89 Prozent der Vitesco-Aktien eingesammelt hat. Schaeffler hatte zunächst 91 Euro pro Vitesco-Aktie angeboten, nach dem Protest von Vitesco-Seite sein Angebot dann aber auf 94 Euro erhöht. (dpa)

Stellenabbau bei Kuka?

Mo, 26.02.2024, 08:07: Kuka steht wohl vor einem weiteren Stellenabbau: Die 'Augsburger Allgemeine' berichtet, dass die Sparte „Systems“ unter strukturellen Problemen leidet. Vor allem im Vergleich zum Roboter-Bau steht die Sparte immer schlechter da. Das das liegt unter anderem am Preisdruck, der vor allem durch günstigere Anlagen aus Asien kommt.

Während 2017 noch 750 Mitarbeitende in der "Systems"-Sparte gearbeitet haben, sind es inzwischen nur noch 500. Wie viele Stellen davon nun wegfallen, ist laut 'Augsburger Allgemeine' noch unklar.

Insgesamt sehen die Kuka-Umsätze - vor allem aufgrund der Nachfrage nach Robotern - weiter gut aus. (ar)

Johann Kraus (Rohde & Schwarz) über die Fabrik des Jahres

Krones peilt 2024 weiteres Wachstum an

Do, 22.02.2024, 9:40: Der Abfüll- und Verpackungsanlagenhersteller Krones rechnet weiter mit einem hohen Wachstum. Der Erlös soll im laufenden Jahr um 9 bis 13 Prozent zulegen, wie das im Mdax notierte Unternehmen mitteilte. Dabei soll die Profitabilität weiter zulegen. Die Marge gemessen am Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll auf 9,8 bis 10,3 Prozent steigen.

2023 legte der Umsatz um gut zwölf Prozent auf 4,72 Milliarden Euro zu. Der operative Gewinn zog dabei um etwas mehr als ein Fünftel auf 457 Millionen Euro an. Die Marge betrug 9,7 (Vorjahr: 8,9) Prozent. Die Zahlen lagen im Rahmen der Erwartungen der Experten. (dpa)

Industriechef zu Vermittlungsausschuss: Signalwirkung ist katastrophal

Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Siegfried Russwurm, hat die Ergebnisse des Vermittlungsausschusses von Bundesrat und Bundestag zum Wachstumspaket für die Wirtschaft scharf kritisiert. "Die Signalwirkung ist einfach katastrophal", sagte er im Deutschlandfunk. "Aus dem Gesetz ist ein Gesetzchen geworden, nein: ein Gesetzchenentwurf."

Die Verhandlungspartner im Vermittlungsausschuss hatten das ursprünglich geplante Volumen der geplanten Entlastungen im Wachstumschancengesetz halbiert, weil die Länder die Kosten nicht mittragen wollten. Der Vermittlungsergebnis am Mittwochabend wurde gegen die Stimmen der Union beschlossen, so dass die Entscheidung nun voraussichtlich in der Bundesratssitzung am 22. März fällt, wo es auf die Stimmen der Unionsländer ankommt. Die Union hatte ihre Zustimmung im Ausschuss von einer Rücknahme der Kürzungen der Agrardieselsubventionen für Landwirte abhängig gemacht.

Der BDI-Präsident kann diese Verknüpfung der beiden Themen nicht nachvollziehen und nannte es "eine sehr schwierige Argumentation." Es könne auch nicht sein, dass Unternehmen in Deutschland etwa ein Drittel mehr Steuern zahlten als in anderen EU-Ländern.

Zudem müsse endlich jeder begreifen, dass Deutschland auf Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen sei. "Aber mir macht schon Hoffnung, dass mehr und mehr Menschen dafür auf die Straße gehen, dass Deutschland ein offenes Land sein muss", führte Russwurm weiter aus. "Wir brauchen diese Offenheit." Das müssten auch Unternehmer wie er immer wieder betonen, "damit nicht andere, die vermeintlich einfache Antworten auf komplexe Fragen haben - die letztlich ja keine Antworten sind - die Oberhand gewinnen", sagte er angesprochen auf die AfD. (dpa)

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Salzgitter verkauft Tochter Mannesmann Stainless Tubes

Der Stahlkonzern Salzgitter verkauft seine Tochter Mannesmann Stainless Tubes-Gruppe (MST) mit Sitz in Mülheim an der Ruhr. Der Hersteller von nahtlosen Edelstahl- und Nickelbasisrohren geht für einen Preis von 135 Millionen Euro an die italienische Cogne Acciai Speciali, wie Salzgitter mitteilte. Die Transaktion stehe noch unter Vorbehalt der Zustimmung der Behörden.

"Cogne bietet MST und seinen Mitarbeitenden im neuen Verbund weitere unternehmerische Möglichkeiten und ist ein renommierter industrieller Partner", sagte Salzgitter-Finanzvorstand Burkhard Becker laut Mitteilung. Cogne stellt verschiedene Metalle unter anderem für die Autoindustrie und die Energiewirtschaft her. Salzgitter setze mit dem MST-Verkauf sein Portfoliomanagement fort - dazu gehöre auch der Verkauf von Gesellschaften, die nicht zu den definierten Entwicklungsfeldern gehören, hieß es weiter.

MST war im Jahr 2000 zusammen mit den Mannesmannröhren-Werken zur Salzgitter AG gekommen. Der Mannesmann-Konzern war damals durch das britische Telekommunikationsunternehmen Vodafone übernommen und anschließend zerschlagen worden. MST hat eigenen Angaben zufolge rund 1.000 Beschäftigte weltweit, davon 260 an den beiden deutschen Standorte Remscheid und Mülheim in Nordrhein-Westfalen. Weitere Standorte gibt es in Frankreich, Italien und den USA. (dpa)

Kongress Digitale Fabrik

Digitale Fabrik
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Am 19. und 20. März 2024 dreht sich in Ulm alles um die Themen digitaler Zwilling, maschinelles Lernen und KI in der Produktionsplanung.

 

Denn auf dem Kongress "Digitale Fabrik" treffen sich wieder Expertinnen und Experten der digitalen Produktions- und Fertigungsplanung zum intensiven und vor allem persönlichen Austausch.

 

Das Programm zur Veranstaltung sowie die Anmeldung finden Sie hier: Alles zur Digitalen Fabrik!

Auftragsbestand der Industrie wächst zum Jahresende

Di, 20.02.2024, 9:30: Das Auftragspolster der deutschen Industrie ist im Dezember nach fünf Monaten in Folge mit Rückgängen wieder gewachsen. Der preisbereinigte Auftragsbestand stieg gegenüber dem Vormonat um 0,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Dabei wuchsen die offenen Aufträge aus dem Ausland und besonders aus dem Inland. Gemessen am Vorjahresmonat sank der Auftragsbestand allerdings um gut fünf Prozent.

Besonders im Bereich sonstiger Fahrzeugbau (plus sechs Prozent zum Vormonat) sowie in der Herstellung von elektrischen Ausrüstungen (4,6 Prozent) legte der Auftragsbestand zu. "Der starke Anstieg in diesen Bereichen ist auf Großaufträge zurückzuführen, insbesondere wurden im Dezember 2023 außergewöhnlich viele Flugzeuge bestellt", erklärten die Statistiker. Hingegen nahm das Auftragspolster in der Autoindustrie um 5,3 Prozent ab.

Die Reichweite des Auftragsbestands wuchs zum Jahresende auf 7 Monate nach 6,9 Monaten im November. Die Reichweite gibt an, wie viele Monate die Betriebe bei gleichbleibendem Umsatz ohne neue Auftragseingänge theoretisch produzieren müssten, um die vorhandenen Aufträge abzuarbeiten. (dpa)

Podcast: Grob-CEO Wankmiller über Fachkräftemangel

Jost Werke verdient im Tagesgeschäft deutlich mehr

Di, 20.02.2024, 8:23: Der Nutzfahrzeug-Zulieferer Jost Werke hat das vergangene Jahr bei einem rückläufigen Umsatz mit mehr operativem Gewinn abgeschlossen. Auf Basis vorläufiger Zahlen ging der Erlös vor allem wegen Wechselkurseffekten um 1,2 Prozent auf rund 1,25 Milliarden Euro zurück. Der währungs- und übernahmebereinigte Umsatz sei allerdings auf dem Vorjahresniveau geblieben, teilte das im Sdax notierte Unternehmen am Dienstag in Neu-Isenburg mit. Jost Werke kompensierte dabei die schwache Nachfrage aus der Landwirtschaft mit dem Vertrieb von Produkten aus dem Bereich Transport. Analysten hatten in etwa mit einem Umsatz in dieser Höhe gerechnet.

Dank Effizienzmaßnahmen stieg das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern unterdessen überdurchschnittlich stark. Gegenüber dem Vorjahr kletterte der operative Gewinn um 13,7 Prozent auf 140,8 Millionen Euro. Damit übertraf Jost Werke sowohl die eigenen Ziele als auch die Analystenerwartungen. (dpa)

Ja oder Nein zu Tesla-Erweiterung - Viel Interesse an Bürgerbefragung

Mo, 19.02.2024, 9:02: Es geht um viel für Tesla: Die Bürger von Grünheide bei Berlin haben über die Pläne des US-Elektroautobauers zur Erweiterung des Fabrikgeländes abgestimmt. Die Frist endete am Freitag, aber erst am Dienstag wird das Ergebnis bekanntgegeben. Schon jetzt ist klar: Das Interesse ist sehr groß. Seit mehreren Monaten gibt es Proteste gegen eine Erweiterung - aber auch Unterstützer melden sich zu Wort.

"Wir wissen, dass wir eine sehr gute Beteiligung haben", sagt Bürgermeister Arne Christiani. "Das sehen wir an den zurückkommenden Umschlägen." Die Beteiligung liege bei mehr als 60 Prozent. Alle Bewohnerinnen und Bewohner Grünheides über 16, die seit mindestens drei Monaten ihren Wohnsitz in der Gemeinde haben, durften abstimmen.

Tesla will neben dem Werksgelände mit rund 300 Hektar auf zusätzlichen rund 170 Hektar einen Güterbahnhof, Lagerhallen und einen Betriebskindergarten errichten. Dafür sollen mehr als 100 Hektar Wald gerodet werden. Das Unternehmen sieht große Vorteile für die Region, wenn dem Bebauungsplan zugestimmt würde. So könnte der Güterverkehr nach Ansicht von Tesla mit dem Werksbahnhof entlastet werden. Es geht auch um mehr Liefersicherheit mit Lagerflächen - denn erst kürzlich musste Tesla die Autofertigung rund zwei Wochen aussetzen, weil Teile wegen der unsicheren Lage im Roten Meer fehlten.

Tesla-Votum ist nicht bindend

Der Beschluss der Gemeindevertreter für den Bebauungsplan steht noch aus. Das Votum der Einwohner ist zwar für die Gemeindevertretung nicht bindend, es gilt aber als wichtige Wegmarke. Auch der Finanzausschuss des Landtags müsste noch einem Verkauf der Fläche durch den Landesforst zustimmen.

Tesla warb auf mehreren Veranstaltungen in Grünheide - auch in seiner Fabrik - bei Bewohnerinnen und Bewohnern für die geplante Erweiterung. Brandenburgs Verkehrsminister Rainer Genilke warnte vor einem Scheitern der Pläne. Ein Abbruch des Bebauungsplans würde die Infrastrukturentwicklung in der Region deutlich verlangsamen und eine Verlagerung der Lkw auf die Schiene verhindern, hieß es in einer Mitteilung des Ministeriums.

Naturschützer und Bürgerinitiativen halten die Erweiterung für falsch. Sie verweisen unter anderem darauf, dass Wald gerodet werden muss und ein Teil des Geländes in einem Wasserschutzgebiet liegt. Die Bürgerinitiative Grünheide gegen Tesla wandte sich mit Plakaten, Flugblättern und Haustürgesprächen gegen die Erweiterung. "Sorgen wir dafür, dass Grünheide nicht im Verkehr erstickt und zur Dauerbaustelle und Industriestadt wird", heißt es in der Infozeitung der Initiative.

"Der Ort ist komplett zerrissen"

"Der Ort ist komplett zerrissen", sagt Steffen Schorcht von der Bürgerinitiative. Das sei die Erfahrung aus Haustürgesprächen. Er sorgt sich um die Umwelt. Im Wasserschutzgebiet dürfe kein Wald gerodet werden, warnt Schorcht. Er kritisiert, dass die Gemeinde einen Antrag auf Befreiung von Auflagen im Wasserschutzgebiet gestellt hat.

Es gibt aber auch Befürworter in der Region: Mehrere Schüler werben mit einer Kampagne für die Erweiterung von Tesla. Grünheide solle ein Ort des Fortschritts bleiben, fordern sie im Internet. "Unsere Sorge ist nicht unbegründet: Wir möchten nicht in einer Welt aufwachsen, in der Fortschritt durch grundlose Ablehnung gestoppt wird."

Neben der geplanten Erweiterung des Geländes strebt Tesla einen Ausbau der Fabrik auf dem bestehenden Gelände an. Das Unternehmen will die Produktionskapazität vom derzeitigen Etappenziel von 500.000 Autos im Jahr auf eine Million verdoppeln. Derzeit arbeiten dort rund 12.500 Beschäftigte, die zuletzt 6.000 Autos in der Woche fertigten - das entspricht 300.000 Fahrzeugen im Jahr. (dpa)

Verband erwartet Produktionsminus in der Metall- und Elektroindustrie

Fr, 16.02.2024, 09:34: Die Metall- und Elektroindustrie mit knapp vier Millionen Beschäftigten in Deutschland blickt pessimistisch auf die kommenden Monate. Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall rechnet für die Branche mit einem Minus bei der Produktion von zwei bis drei Prozent im laufenden Jahr. "Mit Blick auf die schwache Auftragslage und den anhaltenden Pessimismus ist eine Fortsetzung des Abwärtstrends wahrscheinlich", sagte Gesamtmetall-Chefvolkswirt Lars Kroemer.

Im vergangenen Jahr verzeichnete die Branche nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes ein Produktionsplus von 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. "Die Erholung ist aber in der zweiten Jahreshälfte 2023 gekippt. Im vierten Quartal 2023 ging die Produktion das zweite Quartal in Folge wieder zurück", teilte Gesamtmetall mit. Das Produktionsniveau liege damit wieder rund zehn Prozent unter dem Vor-Krisen-Niveau von 2018.

"Neben der Produktion waren auch Umsatz und Absatz im vierten Quartal weiter rückläufig", sagte Kroemer. "Zusätzlich zum schwachen Inlandsgeschäft sinken vor allem die Erlöse außerhalb der Eurozone." Beim Umsatz verzeichnete die Branche im vierten Quartal ein Minus von 2,2 Prozent und beim Absatz ein Minus von 2,5 Prozent.

Das Auftragsvolumen lag 2023 Gesamtmetall zufolge 5,1 Prozent unter dem Wert des Vorjahres. "Trotz der Verbuchung von Großaufträgen zum Jahresende setzte sich der Rückgang im vierten Quartal 2023 fort", hieß es. Die Nachfrage werde von den Firmen weiter als schlecht bewertet.

Quelle: DPA

Japan rutscht in Rezension und macht Deutschland zur Nummer 3 der Weltwirtschaft

Do, 15.02.2024, 12:28: Japan hat seinen Status als drittgrößte Volkswirtschaft der Welt an Deutschland verloren und ist im letzten Quartal des vergangenen Jahres aufgrund der schwachen Binnennachfrage unerwartet in eine Rezession gerutscht. Wie die Regierung in Tokio mitteilte, belief sich Japans nominales Bruttoinlandsprodukt 2023 auf 4,21 Billionen Dollar (3,9 Billionen Euro). Damit sei Japan nach Deutschland mit 4,46 Billionen Dollar nur noch die Nummer Vier der Weltwirtschaft.

Dies sei vor allem auf den starken Kursverlust des Yen zurückzuführen. Im Quartal Oktober bis Dezember schrumpfte Japans Wirtschaft im Vergleich zum Vorquartal um 0,1 Prozent und damit im zweiten Quartal in Folge. Bei zwei Minusquartalen in Folge sprechen Volkswirte von einer technischen Rezession.Der private Verbrauch, der in Japan zu mehr als die Hälfte zur Wirtschaftskraft beiträgt, ging um 0,2 Prozent zurück und verzeichnete damit das dritte Quartal in Folge einen Rückgang, wie die Regierung weiter bekannt gab. Japans Haushalte haben mit steigenden Lebenshaltungskosten und sinkenden Reallöhnen zu kämpfen. Auch die Investitionsausgaben der Unternehmen fielen mit einem Rückgang von 0,1 Prozent schwach aus.

"Dass Deutschland Japan überholt hat, zeigt, dass wir unbedingt Strukturreformen vorantreiben und eine neue Phase des Wachstums schaffen müssen", sagte derMinister für wirtschaftliche Wiederbelebung, Yoshitaka Shindo. Auf den ersten beiden Plätzen liegen die USA und China. (dpa/jd)

China behauptet Position als größter Handelspartner nur knapp

Mi, 14.02.2024, 11:47: Chinas Wirtschaft schwächelt. Das hat Folgen für Handel mit Deutschland. Die dominante Stellung der Volksrepublik scheint zu bröckeln.

Chinas Vorsprung vor den USA als größter Handelspartner Deutschlands schwindet. Im vergangenen Jahr behauptete die Volksrepublik ihren Spitzenplatz nur knapp. Das Volumen aus Importen und Exporten lag mit 253,1 Milliarden Euro lediglich gut 0,7 Milliarden Euro höher als der Warenverkehr mit den USA (252,3 Milliarden), wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Ein Jahr zuvor hatte die Differenz noch bei 50,1 Milliarden Euro gelegen. Experten schließen nicht aus, dass China nach acht Jahren in Folge in diesem Jahr seine Stellung als wichtigster Handelspartner an die USA verlieren könnte.  

Der deutsche Warenverkehr mit China ging 2023 deutlich um 15,5 Prozent zum Vorjahr zurück. Der Wert der Importe sank dabei um 19,2 Prozent auf 155,7 Milliarden Euro. Die Exporte in das Land verringerte sich um 8,8 Prozent auf 97,3 Milliarden Euro.

Nach Einschätzung der bundeseigenen deutschen Außenhandelsgesellschaft Germany Trade and Invest (GTAI)  könnte die Volksrepublik ihre Topposition im Handel mit Deutschland in diesem Jahr einbüßen. "Die dominante Stellung Chinas im Außenhandel mit Deutschland bröckelt", schrieb GTAI jüngst in einer Studie. Grund sei vor allem die schwächelnde Konjunktur des Landes. "Dazu tragen die Immobilienkrise, geopolitische Risiken im Verhältnis zu den USA und schwächelnde Industrieinvestitionen bei", hieß es. Zudem versuchten deutsche Unternehmen in der Beschaffung auf China zu verzichten. Zum anderen rückten immer mehr Firmen ihren Fokus auf den lokalen Markt - frei nach dem Motto: "in China für China". Beides schwäche den deutsch-chinesischen Handel.

USA erneut wichtigster Exportmarkt für 'Made in Germany'

Der Handel Deutschlands mit den Vereinigten Staaten legte hingegen leicht um 1,1 Prozent zu. Die US-Wirtschaft entwickelte sich im vergangenen Jahr robust. Die größte Volkswirtschaft der Welt ist seit 2015 zudem der wichtigste Einzelmarkt für Waren 'Made in Germany'. Im vergangenen Jahr exportierte Deutschland Waren im Wert von 157,9 Milliarden Euro dorthin (plus 1,1 Prozent). Zweitwichtigstes Abnehmerland war Frankreich (116,8 Milliarden), gefolgt von den Niederlanden (111,5 Milliarden).

Auf Rang drei der größten Handelspartner Deutschlands folgten wie schon in den Vorjahren die Niederlande mit Exporten und Importen im Wert von zusammen 214,8 Milliarden Euro (minus 5,5 Prozent).

Russland verlor wegen des Angriffskriegs auf die Ukraine und der in diesem Zusammenhang verhängten Sanktionen als Handelspartner weiter an Bedeutung. Die Warenexporte in das Land sanken gegenüber 2022 um 38,8 Prozent auf 8,9 Milliarden Euro. Die Importe brachen um 90 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro ein. Bis in die zweite Jahreshälfte 2022 war Russland noch ein wichtiger Energielieferant für Deutschland.

Exportüberschuss deutlich gestiegen

Wichtigstes Exportprodukt Deutschlands waren im vergangenen Jahr Kraftwagen und Kraftwagenteile im Wert von 268,2 Milliarden Euro (plus 8,9 Prozent), gefolgt von Maschinen (223,1 Milliarden) und Chemischen Erzeugnissen (140,7 Milliarden).

Insgesamt exportierte Deutschland den jüngsten Angaben der Statistiker zufolge Waren im Wert von 1562,4 Milliarden Euro und damit 2,0 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die Importe verringerten sich noch deutlicher um 10,1 Prozent auf 1352,8 Milliarden Euro.  Der Exportüberschuss stieg dadurch auf 209,6 Milliarden Euro, nach 88,6 Milliarden Euro im Jahr zuvor. Damals hatten vor allem die hohen Importpreise für Energie die Bilanz gedämpft.

Deutschland führt seit Jahren mehr aus, als es einführt. Das sorgte bei Handelspartnern für Kritik, insbesondere beim früheren US-Präsidenten Donald Trump, der bei der nächsten Präsidentenwahl im November erneut für die Republikaner antreten will.

Quelle: DPA

Wirtschaft fordert Nachbesserungen am EU-Lieferkettengesetz

Di, 13.02.2024, 15:53: Eine Allianz aus Wirtschaftsverbänden hat Nachbesserungen am EU-Lieferkettengesetz gefordert. Die Verbände sprechen sich grundsätzlich für eine EU-weite Regelung zum Schutz von Menschenrechten aus - lehnen den aktuellen Entwurf aber wegen «grober handwerklicher Mängel» ab. Insbesondere der Mittelstand werde durch die geplanten Regelungen bei Weitem überlastet. Die Mitteilung von Dienstag stammt von acht Verbänden, darunter dem Außenhandelsverband BGA, Gesamtmetall, der Stiftung Familienunternehmen und Politik und dem Chemieverband VCI.

Mit einer deutschen Enthaltung infolge einer Uneinigkeit in der Ampel-Koalition könnte das gesamte EU-Lieferkettengesetz scheitern. Da sich unter den Mitgliedstaaten keine Mehrheit abzeichnet, wurde eine geplante Abstimmung verschoben.

Durch das EU-Lieferkettengesetz sollen große Unternehmen zur Rechenschaft gezogen werden, wenn sie etwa von Kinder- oder Zwangsarbeit außerhalb der Union profitieren oder durch ihre Produktion dort Umweltschäden verursacht werden. In Deutschland gilt seit 2023 ein nationales Lieferkettengesetz.

Für europäische Unternehmen nicht umsetzbar

Die Wirtschaftsverbände betonten, die EU-Lieferkettenrichtlinie verfolge zwar ein richtiges und wichtiges Ziel, sei aber in der Praxis für europäische Unternehmen "schlicht nicht umsetzbar". Die Verbände appellieren an die Bundesregierung und weitere EU-Staaten, bei ihrer Position der Enthaltung zu bleiben. Ziel müsse es sein, einen Gesetzesvorschlag zu präsentieren, der in der Praxis auch funktioniere und den Schutz von Menschenrechten sowie die berechtigten Interessen der Unternehmen vereine.

Die Verbände sprachen von schweren handwerklichen Mängeln in der jetzt zur Abstimmung stehenden EU-Lieferkettenrichtlinie. Dies könnte dazu führen, dass deutsche und europäische Unternehmen sich aus Märkten und Ländern zurückziehen. "Dann wäre das Feld offen für andere Marktteilnehmer mit deutlich geringeren Standards. Damit würde dem eigentlichen Ziel der EU-Lieferkettenrichtlinie ein Bärendienst erwiesen." Nötig sei eine Regulierung mit mehr Praxisbezug und Augenmaß.

Quelle: DPA

Tesla produziert nach zwischenzeitlichem Stopp wieder normal

Mo, 12.02.2024, 11:39: Der US-Elektroautobauer Tesla hat die Fertigung in seinem Werk in Grünheide bei Berlin nach einer Zwangspause wegen der unsicheren Lage im Roten Meer wieder komplett hochgefahren. Die Produktion sei mit der Nachtschicht wieder in vollem Umfang aufgenommen worden, teilte Tesla der Deutschen Presse-Agentur mit. Das Unternehmen hatte bereits vorher darauf hingewiesen, dass alle notwendigen Produktionsteile ausreichend vorhanden seien.

Tesla hatte die Fertigung am 29. Januar wegen der Angriffe der jemenitischen Huthi-Miliz auf Schiffe im Roten Meer bis zum 11. Februar ruhen lassen. Weil sich die Transportwege verlängerten, fehlten Bauteile. Tesla produzierte aber nach eigenen Angaben dort weiter, wo möglich. In der Fabrik in Grünheide arbeiten derzeit dem Unternehmen zufolge derzeit rund 12.500 Menschen. (dpa/jd)

Kongress Digitale Fabrik

Digitale Fabrik
(Bild: Gorodenkoff - stock.adobe.com)

Am 19. und 20. März 2024 dreht sich in Ulm alles um die Themen digitaler Zwilling, maschinelles Lernen und KI in der Produktionsplanung.

 

Denn auf dem Kongress "Digitale Fabrik" treffen sich wieder Expertinnen und Experten der digitalen Produktions- und Fertigungsplanung zum intensiven und vor allem persönlichen Austausch.

 

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AMS Osram mit weiterem Umsatzeinbruch im Schlussquartal 2023

Fr, 09.02.2024, 11:42: Der österreichische Sensorenhersteller AMS Osram hat auch im vierten Quartal 2023 deutliche Umsatzeinbußen verzeichnet. Jedoch konnte das Unternehmen die eigene Prognose erfüllen.

Im vierten Quartal 2023 sanken die Verkäufe im Vergleich zum Vorjahr um 23 Prozent auf 908 Millionen Euro, wie AMS Osram mitteilte. Schon in den Vorquartalen hatte das Unternehmen deutliche Umsatzdämpfer vermeldet. Den Rückgang begründet das Unternehmen mit der konjunkturellen Schwäche in den Industrie- und Konsumentenmärkten. Gut habe sich dagegen die Nachfrage im Automobilsektor entwickelt.

Operativ sank der bereinigte Betriebsgewinn (Ebit) im Schlussquartal auf 62 Millionen von 86 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die entsprechende Marge lag bei 6,9 Prozent (VJ 7,3 Prozent). In den Zahlen sind Aufwendungen für Akquisitionen und Verkäufe, Umbaukosten und Kosten für die aktienbasierte Vergütung sowie das Ergebnis aus Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und aus dem Verkauf eines Geschäfts nicht enthalten.

Mit den berichteten Zahlen landete AMS Osram ziemlich genau im Mittelfeld des eigenen Ausblicks für das vierte Quartal. AMS Osram hatte einen Umsatz von 850 bis 950 Millionen Euro und eine bereinigte operative Marge zwischen 5 und 8 Prozent in Aussicht gestellt. Auch die Erwartungen der Analysten konnte AMS erfüllen.

Das bereinigte Nettoergebnis lag im vierten Quartal bei minus 16 Millionen Euro, nach einem Plus von 29 Millionen im Vorjahreszeitraum. Hier hätten sich insbesondere im Nettofinanzergebnis die Kosten durch die Refinanzierungsmaßnahmen im vierten Quartal negativ niedergeschlagen, hieß es weiter. Einen Dividendenvorschlag gab AMS nicht bekannt.

Für das erste Quartal 2024 erwartet AMS Osram einen Umsatz von 800 bis 900 Millionen Euro. Die bereinigte operative Marge soll zwischen 4 und 7 Prozent liegen. (dpa)

Bosch wächst trotz wirtschaftlichem Gegenwind

Trotz des stotternden Wandels in der Autoindustrie und verhaltener Kauflaune vieler Menschen ist der Technologiekonzern Bosch im vergangenen Jahr weiter gewachsen. 2023 stieg der Umsatz nach vorläufigen Zahlen um rund vier Prozent auf etwa 91,6 Milliarden Euro, wie das Unternehmen mitteilte.  Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) legte von 3,8 Milliarden Euro im Vorjahr auf 4,6 Milliarden Euro zu.

Zu dem Gewinnplus trugen den Angaben nach alle vier Geschäftsbereiche bei. Die höchsten Renditen erwartete Finanzchef Markus Forschner für die kleineren Sparten Industrietechnik sowie Energie- und Gebäudetechnik. Im Zulieferbereich belasteten hingegen die erheblichen Vorleistungen für Investitionen das Ergebnis. Bei Konsumgütern - dazu zählen etwa Elektrowerkzeuge und Hausgeräte - minderten schwache Märkte den Ertrag.

Insgesamt kam Bosch mit einem Anteil von 5,0 Prozent operativem Gewinn (Ebit) am Umsatz seinem langfristigen Renditeziele zwar etwas näher. Das Ziel von mindestens sieben Prozent werde auch wegen verhaltener Aussichten aber voraussichtlich ein bis zwei Jahre später erreicht als ursprünglich geplant, hieß es.

Konzernchef Stefan Hartung sagte: "Das Jahr 2023 war für Bosch schwieriger als erwartet." Man sei dennoch vorangekommen. Ein Abflauen des wirtschaftlichen Gegenwinds erwartete Hartung unterdessen nicht: "Die kommenden Jahre werden uns allen viel abverlangen". In allen wichtigen Branchen - dazu zählen etwa die Autoindustrie, Maschinenbau, der Handel mit Konsumgütern und der Energiebereich - seien die Aussichten für 2024 verhalten, hieß es vom Konzern. (dpa)

Fabrik des Jahres

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(Bild: SV Veranstaltungen)

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Heidelberg Druckmaschinen verdient operativ mehr - Umsatz sinkt

Mi, 07.02.2024, 8:39: Der Maschinenbauer Heidelberger Druck hat in den ersten neun Monaten seine Erlöse dank eines besser laufenden Geschäfts im Verpackungssegment fast auf Vorjahresniveau halten können. Der Umsatz sei in den ersten neun Monaten bis Ende Dezember im Jahresvergleich um 2,5 Prozent auf 1,69 Milliarden Euro gesunken, teilte das im Sdax notierte Unternehmen mit.

Beim operativen Gewinn sieht es dagegen unter anderem wegen eines Sparprogramms besser aus. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte um acht Prozent auf 135 Millionen Euro zu. Die entsprechende Marge verbesserte sich von 7,2 Prozent im Vorjahr auf 8,0 Prozent. Unter dem Strich ging der Gewinn in den ersten drei Quartalen etwa wegen höherer Steuern und gestiegener Zinsaufwände für Pensionen um gut ein Drittel auf 34 Millionen Euro zurück. Die Ziele für das Geschäftsjahr 2023/24 bestätigte das Unternehmen. (dpa)

Panzer-Zulieferer Renk holt Börsengang nach

Das Augsburger Rüstungsunternehmen Renk holt den im Herbst verschobenen Börsengang nach. Die Papiere des Panzergetriebe-Herstellers sollen am Mittwoch erstmals im regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt werden, kündigten das Unternehmen und die Deutsche Börse an.

Renk will insgesamt 30 Millionen Aktien, die 30 Prozent der Unternehmensanteile entsprechen, zum Stückpreis von 15 Euro an die Börse bringen. Der Finanzinvestor Triton will die restlichen 70 Prozent der ehemaligen Volkswagen-Tochter zunächst behalten. Durch den Börsengang sollen entsprechend insgesamt 450 Millionen Euro erlöst werden. Im Oktober hatte Renk den Börsengang kurzfristig wegen ungünstiger Marktbedingungen abgesagt.

Durch den Börsengang wird ein zweiter Großaktionär bei Renk einsteigen. Der Rüstungskonzern KNDS will nach Angaben Renks Aktien im Wert von 100 Millionen Euro erwerben. Triton und KNDS haben vereinbart, dass KNDS vom Mehrheitseigner später weitere Aktien erwerben kann, sodass der Anteil von KNDS auf bis zu 25 Prozent plus eine Stimme steigen kann. Hinter KNDS stehen der deutsche Militärfahrzeughersteller Krauss-Maffei Wegmann (KMW) und das französische Verteidigungsunternehmen Nexter, die sich 2015 zusammengeschlossen haben.

Als weiterer Renk-Ankerinvestor soll auch die Vermögensverwaltung Wellington Management Company LLP Aktien im Umfang 50 Millionen Euro bekommen. Renk hat nach eigenen Angaben mehr als 3400 Beschäftigte und Werke in mehreren Ländern. Das Unternehmen hatte wegen des Rüstungsbooms infolge des Ukraine-Krieges eine Sonderkonjunktur erlebt. Renk hatte 2022 einen Umsatz in Höhe von rund 850 Millionen Euro erzielt und wollte diesen 2023 nach früheren Angaben auf bis zu eine Milliarde Euro steigern. Die Zahlen für das vergangene Jahr hat Renk noch nicht vorgelegt. (dpa)

Panzer mit überlagertem Innenleben
(Bild: Rheinmetall)

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Großaufträge beflügeln Bestellungen in der Industrie

Di, 06.02.2024, 11:15: Die Industrie in Deutschland hat Ende des vergangenen Jahres wegen starker Großaufträge überraschend mehr Bestellungen erhalten. Der Auftragseingang im verarbeitenden Gewerbe habe im Dezember im Monatsvergleich um 8,9 Prozent zugelegt, teilte das Statistische Bundesamt mit. Dies ist der stärkste Anstieg seit dem Sommer 2020. Analysten wurden von der Entwicklung überrascht. Sie hatten im Schnitt einen Rückgang um 0,2 Prozent erwartet.

Der starke Auftragseingang folgte auf eine Stagnation im Monat zuvor. Das Bundesamt hat die Daten für November nach unten revidiert, nachdem zunächst ein leichter Anstieg beim Auftragseingang um 0,3 Prozent gemeldet worden war. Im Jahresvergleich stieg der Auftragseingang im Dezember um 2,7 Prozent. Auch in dieser Betrachtung fiel der Ordereingang deutlich besser als erwartet aus.

Ausschlaggebend für die starke Entwicklung waren Großaufträge. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilte, ist der Auftragseingang ohne Großaufträge im Dezember um 2,2 Prozent im Monatsvergleich gefallen. Erneut seien die Ordereingänge "stark durch Schwankungen bei Großaufträgen geprägt", heißt es in einer zeitgleich veröffentlichten Stellungnahme des Bundeswirtschaftsministeriums.

Nach Einschätzung von Thomas Gitzel, Chefvolkswirt bei der VP Bank, fügen sich die Auftragsdaten nahtlos in das Muster der Vormonate ein. Die Auftragseingänge seien im Gesamtjahr 2023 von Großaufträgen innerhalb des sonstigen Fahrzeugbaus stark beeinflusst gewesen. Hierzu zählen unter anderem der Bau von Flugzeugen, Schiffen und Zügen.

"Vor allem der sonstige Fahrzeugbau und elektrische Ausrüstungen verzeichneten kräftige Zuwächse", schreiben Experten des Wirtschaftsministeriums. Zuwächse habe es aber auch in den metallerzeugenden Betrieben und in der Pharmaindustrie gegeben. Die Bereiche Kraftfahrtzeuge und Kfz-Teile, Maschinenbau und chemische Erzeugnisse hätten hingegen Rückgänge gemeldet, heißt es weiter.

Den Rückgang im "gewichtigen Bereich Kfz/Kfz-Teile" betrug nach Angaben des Ministeriums im Dezember fast 15 Prozent im Monatsvergleich. Damit fiel der Rückgang in einem der wichtigsten Bereiche der deutschen Industrie deutlich stärker als im Maschinenbau und in der chemischen Industrie.

Nach Einschätzung des Analysten Ralph Solveen von der Commerzbank zeigen die Auftragsdaten, ohne Berücksichtigung der Großaufträge, "dass eine Wende zum Besseren für die deutsche Industrie nicht in Sicht ist". Vielmehr sei zu befürchten, dass die deutsche Wirtschaft auch zu Beginn des neuen Jahres schrumpft und für das gesamte Jahr 2024 am Ende ein Minus zu Buche stehen werde. (dpa)

Deutsche Exporte sinken deutlich stärker als erwartet

Mo, 05.02.2024, 8:18: Der deutsche Außenhandel hat Ende des vergangenen Jahres einen unerwartet starken Dämpfer verzeichnet. Die Ausfuhren fielen im Dezember im Monatsvergleich um 4,6 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Dies ist der stärkste Rückgang seit Ende 2022. Analysten hatten zwar schrumpfende Exporte erwartet, waren aber im Schnitt nur von einem Dämpfer um 2,8 Prozent ausgegangen.

Zudem waren die Exporte im November nicht so stark gestiegen wie bisher bekannt. Das Bundesamt revidierte den Zuwachs auf 3,5 Prozent nach unten, von zuvor 3,7 Prozent.

Die Einfuhren nach Deutschland fielen ebenfalls deutlich stärker als erwartet. Hier wurde ein Rückgang um 6,7 Prozent gemeldet, während der Markt nur ein Minus von 1,9 Prozent erwartet hatte. Auch hier wurde der Anstieg im November etwas nach unten revidiert. Bei der Handelsbilanz für Dezember meldete das Bundesamt einen Überschuss von 22,2 Milliarden Euro. (dpa)

Schaeffler will unveränderte Dividende zahlen

Fr, 02.02.2024, 17:25: Der Auto- und Industriezulieferer Schaeffler will seinen Aktionären eine unveränderte Dividende für das vergangene Jahr zahlen. Vorgeschlagen werden sollen erneut 0,45 Euro je Vorzugsaktie, kündigte das Unternehmen am Freitag auf einer außerordentlichen Hauptversammlung an. Zudem soll die Ausschüttungsquote künftig auf 40 bis 60 Prozent angehoben werden, nach bislang 30 bis 50 Prozent. Die außerordentliche Hauptversammlung stimmte unterdessen der Umwandlung der im Sdax notierten Vorzugsaktien in Stammaktien im Zusammenhang mit dem Zusammenschluss mit dem Automobilzulieferer Vitesco mit großer Mehrheit zu. (dpa)

Das sind die Industrietrends 2024

Roboter in Fabrik
  (Bild: Nataliya Hora - stock.adobe.com)

Auftragsflaute im Maschinenbau

Fr, 02.02.2024, 11:38: Nach einem deutlichen Rückgang der Bestellungen im vergangenen Jahr rechnen Deutschlands Maschinenbauer nicht mit einer schnellen Trendwende. Die exportorientierte Branche bekam 2023 die schwächelnde Weltkonjunktur zu spüren, Kunden hielten sich mit Aufträgen zurück.  Der Auftragseingang sank bereinigt um Preiserhöhungen (real) gegenüber dem Vorjahr um zwölf Prozent, wie der Maschinenbauverband VDMA mitteilte.

"In den großen Absatzmärkten Europa, den USA, China fehlt es an Vertrauen in einen dauerhaften globalen Konjunkturaufschwung, den gerade die Investitionsgüterindustrie benötigen würde", erläuterte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. Eine Trendwende bei den Bestellungen sei weiterhin nicht erkennbar.

Wiechers rechnet mit einem schwierigen ersten Halbjahr 2024: "Wir brauchen schlicht und einfach eine bessere Stimmung, die sich dann auch in den Auftragseingängen und möglicherweise beim Umsatz dann frühestens im zweiten Halbjahr niederschlägt."

Im Inland verbuchten die Unternehmen im vergangenen Jahr insgesamt einen Auftragsrückgang von elf Prozent, aus dem Ausland kamen 13 Prozent weniger Bestellungen.

Der Dezember brachte immerhin etwas weniger schlechte Werte. Zum Jahresschluss lagen die Auftragseingänge mit real minus sechs Prozent nur einstellig unter Vorjahr. "Dafür sorgten die Kunden aus den Nicht-Euroländern, deren Bestellungen sogar geringfügig um ein Prozent stiegen", erläuterte Wiechers. Dadurch fiel der Rückgang aus dem gesamten Ausland mit 3 Prozent zum Vorjahresmonat vergleichsweise moderat aus. Im Inland gab es dagegen ein Minus von 13 Prozent.

Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) hatte angesichts der Auftragsflaute unlängst seine Produktionsprognose für das laufende Jahr von bisher minus 2 auf minus 4 Prozent gesenkt. Für das vergangene Jahr wurde ein realer Produktionsrückgang von ein Prozent erwartet.  

Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet für die Weltwirtschaft nach der jüngsten Prognose mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung um 3,1 Prozent in diesem Jahr. Zuvor waren 2,9 Prozent erwartet worden. Die Wolken am Konjunkturhimmel fingen zwar an, sich zu lichten, schrieb IWF-Chefvolkswirt Pierre-Olivier Gourinchas unlängst in einem Blogeintrag. Doch das Wachstumstempo sei weiter niedrig, Turbulenzen seien möglich. (dpa)

Industriestimmung hellt sich merklich auf - Niveau weiter niedrig

Do, 01.02.2024, 11:27: Die Stimmung in den Industrieunternehmen der Eurozone hat sich im Januar von niedrigem Niveau aus spürbar aufgehellt. Der Einkaufsmanagerindex von S&P Global (PMI) stieg im Monatsvergleich um 2,2 Punkte auf 46,6 Zähler, wie S&P nach einer zweiten Umfragerunde mitteilte. Das Ergebnis einer vorläufigen Schätzung wurde wie von Experten im Schnitt erwartet bestätigt.

Damit stieg die Stimmung in den Industrieunternehmen der Eurozone bereits zum dritten Mal in Folge. Der Indikator erreichte im Januar den höchsten Stand seit März letzten Jahres. Mit weniger als 50 Punkten signalisiert er aber nach wie vor einen Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität.

Die Talfahrt der Eurozone-Industrie hat sich S&P zufolge im Januar dank der schwächsten Rückgänge bei Produktion und Auftragseingang seit April 2023 verlangsamt. Auch die Einkaufsmenge, die Vormateriallager und die Beschäftigung sanken demnach nicht mehr ganz so stark wie zuletzt, und die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist kletterten auf den höchsten Stand seit neun Monaten.

"Kein Zweifel, es besteht die Gefahr, dass sich die jahrelange Rezession des verarbeitenden Gewerbes in der Eurozone bis ins erste Quartal dieses Jahres hinzieht", schrieb Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt des S&P-Partners Hamburg Commercial Bank. Auch wenn der Einkaufsmanagerindex für den gemeinsamen Währungsraum höher sei als Ende 2023, knacke er immer noch nicht die Wachstumsschwelle.

Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, aber habe sich vorsichtig optimistisch gezeigt und dabei insbesondere auf die PMI-Zahlen verwiesen. Nach Ansicht von de la Rubia könnte eine Erholung des verarbeitenden Gewerbes in der Eurozone in den südlichen Volkswirtschaften ihren Anfang nehmen und als Katalysator wirken, um die größeren Volkswirtschaften aus der Rezession zu ziehen.

Unter den vier führenden Ländern der Eurozone machen dem Experten zufolge Spanien und Italien den größten Mut, da ihre PMIs um etwa drei Punkte gestiegen seien und sich der entscheidenden Schwelle von 50 näherten. Obwohl sich der PMI in Deutschland deutlich verbessert habe, befinde er sich immer noch in der Kontraktionszone und die wirtschaftliche Lage in Frankreich sei immer noch fast so schlecht wie vor einem Monat. (dpa)

ABB wächst im Schlussquartal weiter und erhöht Dividende

Do, 01.02.2024, 7:43: Der Technologiekonzern ABB ist im Schlussquartal 2023 gewachsen und hat die Profitabilität verbessert. Der Auftragseingang konnte trotz der anhaltenden Schwäche im Robotikmarkt gehalten werden. Der Technologiekonzern will nun erneut mehr Dividende ausschütten. Der Auftragseingang von Oktober bis Dezember blieb bei 7,65 Milliarden US-Dollar konstant, wie der Hersteller von Industrierobotern, E-Auto-Ladestationen oder Automationslösungen am Donnerstag in Zürich mitteilte. In drei der vier Geschäftsbereichen ist der Auftragseingang höher ausgefallen als ein Jahr zuvor. Nur in der Sparte Robotik und Fertigungsautomation ging er zurück, mit einem Minus auf vergleichbarer Basis von 33 Prozent gar recht deutlich.

Die meisten Kundensegmente hätten sich verbessert oder seien stabil geblieben, so ABB. Ein Nachfragerückgang war insbesondere im Wohnbau und in der Fertigungsautomation zu beobachten. Letztere wurde dabei sowohl durch das sich normalisierende Bestellverhalten der Kunden als auch durch die Schwäche im Robotikmarkt belastet.

Der vergleichbare Umsatz legte um sechs Prozent auf 8,25 Milliarden Dollar zu. Einerseits wurde volumenmässig mehr verkauft, andererseits halfen hier die höheren Preise. Gestützt wurde der Umsatz auch durch die Abwicklung des hohen Auftragsbestandes. So sei die Schwäche in Teilen des kurzzyklischen Geschäfts mehr als ausgeglichen worden.

Dies führte auch zu einer höheren Profitabilität. Der operative Gewinn (Ebita) verbesserte sich währungsbereinigt um 13 Prozent und die entsprechende Marge um 1,5 Prozentpunkte auf 16,3 Prozent. Der negative Effekt insbesondere höherer Personalkosten sei durch die höheren Preise und die Hebelwirkung des höheren Umsatzes klar ausgeglichen werden, schreibt ABB. So habe sich die in der jüngeren Geschichte höchste je in einem vierten Quartal erreichte Marge ergeben.

Beim jeweils von zahlreichen Sonderfaktoren beeinflussten Reingewinn ergibt sich ein anderes Bild. Mit 946 Millionen Dollar ging dieser um 19 Prozent zurück. Im Gesamtjahr lag der Reingewinn mit 3,85 Milliarden Dollar indes um 46 Prozent über dem Vorjahreswert. Die Dividende soll denn auch um 3 auf 87 Rappen erhöht werden.

Mit Blick nach vorne stellt das Unternehmen für das erste Quartal ein Umsatzwachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich in Aussicht sowie eine stabile oder leicht verbesserte operative Ebita-Marge. Für das Gesamtjahr 2024 erwartet ABB eine leichte Erhöhung der operativen Marge und auch eine Zunahme des Umsatzes.

Weiter geht ABB für 2024 davon aus, dass der Umsatz durch den über 21 Milliarden schweren Auftragsbestand gestützt wird. Im Projekt- und Systemgeschäft sei mit anhaltend lebhaften Kundenaktivitäten zu rechnen, allerdings gelte es hier, die hohen Vergleichswerte aus dem Vorjahr zu beachten.

Für das Auftragswachstum erwartet ABB für das zweite Halbjahr eine "insgesamt dynamischere" Entwicklung, dies wegen der niedrigeren Vergleichswerte vom zweiten Halbjahr 2023. (dpa)

Cyberattacke auf Schneider Electric

Mi, 31.01.2024, 14:57: Die Sustainability Business Division von Schneider Electric wurde am 17. Januar Opfer eines Ransomware-Angriffs. Der Angriff betraf Resource Advisor und andere Systeme des Geschäftsbereichs. Das Schneider Electric Global Incident Response Team wurde einer Pressemitteilung zufolge sofort mobilisiert, um auf den Angriff zu reagieren, den Vorfall einzudämmen und die bestehenden Sicherheitsmaßnahmen zu verstärken. Die betroffenen Kunden wurden informiert.

Der Geschäftsbereich Sustainability Business führt derzeit Wiederherstellungsmaßnahmen durch, um sicherzustellen, dass die Geschäftsplattformen in einer sicheren Umgebung wiederhergestellt werden können. Die Teams testen derzeit die Funktionsfähigkeit der betroffenen Systeme und gehen davon aus, dass der Zugang innerhalb der nächsten zwei Werktage wieder möglich sein wird.

Da Sustainability Business eine autonome Einheit ist, die ihre eigene isolierte Netzwerkinfrastruktur betreibt, sind keine anderen Einheiten innerhalb der Schneider Electric Gruppe betroffen.

Was die Folgenabschätzung betrifft, so zeigt die laufende Untersuchung, dass auf Daten zugegriffen wurde. Sobald weitere Informationen verfügbar sind, wird das Unternehmen den Dialog mit den betroffenen Kunden fortsetzen und ihnen Informationen und Unterstützung anbieten.

Aus forensischer Sicht wird die detaillierte Analyse des Vorfalls in Zusammenarbeit mit führenden Cybersicherheitsunternehmen und dem Schneider Electric Global Incident Response Team fortgesetzt, um weitere Maßnahmen zu ergreifen. (Schneider Electric/ar)

Krones will Maschinenbauer Netstal übernehmen

Der Abfüll- und Verpackungsanlagenhersteller Krones möchte mit dem Zukauf des Maschinenbauers Netstal sein Angebot erweitern. Krones stehe kurz davor, 100 Prozent der Anteile am Anbieter von Spritzgussmaschinen für den Getränkemarkt zu übernehmen, teilte das Mdax-Unternehmen mit. Ein Abschluss der Transaktion werde noch in der ersten Jahreshälfte erwartet. Die kartellrechtliche Genehmigung stehe noch aus. Finanzielle Details wurden nicht genannt.

Netstal war bisher bereits ein strategischer Partner von Krones. Das Schweizer Unternehmen erwirtschaftete im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von mehr als 200 Millionen Euro. Die Ertragskraft soll in den kommenden Jahren auf das Niveau von Krones steigen. Das Mdax-Unternehmen will den Zukauf mit vorhandenen liquiden Mitteln finanzieren und möglicherweise auch teilweise eine Fremdkapitalfinanzierung nutzen.

Mit Netstal möchte Krones neben Anwendungen rund um PET-Behälter seine Geschäfte in den medizinisch-pharmazeutischen Markt sowie in die Bereiche Lebensmittel und Körperpflege ausbauen. (dpa)

Stabilius wächst weiter - Streiks in den USA drücken auf Gewinnmarge

Mo, 29.01.2024, 8:03: Der Auto- und Industriezulieferer Stabilus ist ins neue Geschäftsjahr (bis Ende September) mit etwas mehr Umsatz gestartet. Während das Unternehmen in Europa und Asien zulegen konnte, gingen die Erlöse in der Region Amerika aufgrund von Streiks in der US-Automobilindustrie zurück. Insgesamt musste das Unternehmen Einbußen bei der Profitabilität hinnehmen. Wie Stabilus mitteilte, kletterte der Umsatz im Ende Dezember abgelaufenen Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 5,1 Prozent auf 305,4 Millionen Euro.

Während das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern leicht auf 33,3 Millionen Euro stieg, sank die entsprechende Marge von 11,2 Prozent ein Jahr zuvor auf 10,9 Prozent. Unter dem Strich ging der Gewinn um 3,3 Millionen Euro auf 12,2 Millionen Euro zurück.

Die Ziele für das Gesamtjahr bestätigte das Unternehmen. Das Management erwartet einen Umsatzanstieg auf 1,4 bis 1,5 Milliarden Euro. Die bereinigte Betriebsmarge sieht der Konzern mit 13 bis 14 Prozent in etwa auf dem Niveau der beiden Vorjahre. Die Prognose beinhaltet den Angaben zufolge auch Effekte aus der Konsolidierung von Destaco inklusive voraussichtlicher Kosten für die Integration der Amerikaner. (dpa)

Das sind die Industrietrends 2024

Roboter in Fabrik
  (Bild: Nataliya Hora - stock.adobe.com)

Ostdeutscher Maschinenbau: Jedes fünfte Unternehmen plant Stellenabbau

Fr, 26.01.2024, 8:10: Der ostdeutsche Maschinen- und Anlagenbau tritt auf der Stelle. Die Investitionsschwäche der Kunden und das widrige Geschäftsumfeld haben wesentlich die wirtschaftliche Entwicklung der Branche im vierten Quartal 2023 geprägt. Wichtige Konjunkturindikatoren wie Kapazitätsauslastung und Auftragspolster verharrten auf dem niedrigen Level des Vorquartals. Zudem bewerteten 38 Prozent der Unternehmen ihre aktuelle Gesamtsituation negativ, so viele wie letztmals Ende 2020. Darüber hinaus blicken die Betriebe deutlich skeptischer als zuletzt auf die kurzfristigen Geschäftschancen. Das ergab eine Umfrage des VDMA Ost unter den 350 Mitgliedern in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen."Der Abwärtstrend des zweiten und dritten Quartals 2023 scheint vorerst gestoppt. Dennoch sehen wir kein Licht am Ende des Tunnels. Die Auftragslage ist nach wie vor kritisch. Und auch die Rahmenbedingungen deuten nicht auf eine schnelle Trendwende hin. Dementsprechend getrübt und sorgenvoll ist die Stimmung", sagt Oliver Köhn, Geschäftsführer des VDMA Ost.So erwartet der Umfrage zufolge jedes dritte Maschinenbau-Unternehmen, dass sich die Geschäftsaussichten im ersten Quartal 2024 im Vergleich zu bisher verschlechtern werden (34 Prozent) – das sind spürbar mehr als im Vorquartal (22 Prozent). Rund die Hälfte der Betriebe rechnet dagegen bis März 2024 mit unveränderten Perspektiven (54 Prozent). Eine Minderheit der Betriebe sieht einer positiven Entwicklung entgegen (12 Prozent).Geschäftssituation bleibt unverändert

Die Geschäftssituation hatte sich bereits seit Mitte 2023 zunehmend eingetrübt. Im vierten Quartal 2023 beurteilten fast vier von zehn Firmen die eigene Lage negativ (38 Prozent). Das waren zwar nur wenige mehr als im Vorquartal (37 Prozent), aber ähnlich viele wie letztmals vor drei Jahren (4. Quartal 2020: 42 Prozent). Jeder zweite ostdeutsche Maschinenbauer bewertete seine wirtschaftliche Situation als "gut" (52 Prozent). Weitere 10 Prozent stuften diese als "sehr gut" ein."Die schwache Weltwirtschaft, die geopolitischen Krisenherde, Deutschlands Haushaltskrise und der Zick-Zack-Kurs der Bundesregierung sind ein gefährlicher Mix an Problemen. Daher sinkt die Bereitschaft, in neue Maschinen und Anlagen zu investieren. Die Maschinenbau-Kunden zögern ihre Kaufentscheidungen hinaus, vergeben insgesamt weniger neue Aufträge und verschieben oder stornieren bereits eingeplante Projekte. Das schlägt sich auch in der Kapazitätsauslastung nieder", erläutert Köhn. Wie im dritten Quartal 2023 schöpften die Betriebe auch im vierten Quartal 2023 ihre vorhandenen Kapazitäten zu durchschnittlich 83 Prozent aus – dieser Wert liegt zum dritten Mal in Folge unter dem langjährigen gesamtdeutschen Durchschnitt von zirka 86 Prozent.Die Auftragsbücher sind im Branchenschnitt für knapp sechs Monate bis Mitte Juni 2024 gefüllt. Innerhalb der Branche lassen sich jedoch erhebliche Unterschiede beobachten. So können die Unternehmen zwischen einem Monat und zwei Jahren planen. Auch die Entwicklung des Auftragsbestands variierte stark: Etwa jeder fünfte Betrieb (19 Prozent) blickte am Jahresende 2023 auf ein Auftragsplus im Vergleich zum Vorquartal. In 40 Prozent der Firmen blieb der Auftragsvorlauf konstant. Dagegen spürten 41 Prozent der Unternehmen die verhaltene Auftragsvergabe – sie verzeichneten ein Auftragsminus. Das führt auch zu einem schleichenden Anstieg der Kurzarbeit. Diese betraf zum Jahresende zehn Prozent der Betriebe.Konjunktur bremst Personalplanungen aus

Die aktuelle wirtschaftliche Lage und die weitverbreitete Unsicherheit führen auch in den Personalplanungen zum Bruch. So planen bis zur Mitte dieses Jahres 22 Prozent der Unternehmen einen Stellenabbau – ein Jahr zuvor sagten das lediglich zwei Prozent. Darüber hinaus wollen 54 Prozent der Betriebe ihre Beschäftigtenzahl stabil halten und 23 Prozent der Firmen neue Mitarbeitende einstellen. Die Schwierigkeiten bei der Fachkräftesuche reißen deswegen jedoch nicht ab: Nach wie vor beklagen viele Unternehmen, dass sie ihren Mitarbeiterbedarf nicht decken können oder nur mit hohem Aufwand qualifizierte, motivierte Facharbeiter und Ingenieure finden. aria-hidden="true">"Wir stecken derzeit in einer ernstzunehmenden Absatzkrise. Die geopolitischen Risiken lassen sich kaum abschätzen. Niemand kann sagen, welchen Weg die USA künftig einschlagen werden und wie sich die Kriege in der Ukraine und in Israel oder der Taiwan-Konflikt entwickeln. Eine verlässliche Politik erwarten die Unternehmen hingegen von der Bundesregierung. Eine beständige und sachgerechte Politik ist Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit und den wirtschaftlichen Erfolg. Dazu gehört auch, insbesondere die mittelständische Industrie zu entlasten, beispielsweise Genehmigungsverfahren zu beschleunigen und Berichtspflichten zu reduzieren", betont Landesverbandsgeschäftsführer Köhn. (VDMA Ost)

Kurzarbeit bei Heidelberger Druckmaschinen

Mi, 24.01.2024, 11:02: Die Heidelberger Druckmaschinen AG hat am Standort Wiesloch-Walldorf Kurzarbeit eingeführt. Ein Unternehmenssprecher bestätigte, dass die Kurzarbeit für drei Monate vorgesehen und bewilligt ist. Der Maschinenhersteller nannte als Gründe einen sich abschwächenden Auftragseingang und die zunehmend angespannte Lage der Weltwirtschaft.  In einer schwierigen Auftragslage ist es wichtig, Kostensteigerungen mit Einsparmaßnahmen entgegenzuwirken. Die Anzahl der betroffenen Mitarbeiter am Standort Wiesloch-Walldorf ist nicht bekannt. Heidelberg setze Kurzarbeit in "Teilen der Produktion" um.

Studie: Häfen und Terminals weltweit begehrte Übernahmeziele

Di, 23.01.2024, 9:15: Zwei Einstiege von Reedereien in Hamburger Hafeninfrastruktur haben zuletzt für Aufsehen gesorgt. Sie sind nur zwei Beispiele für eine Fülle von Investments in 'die versteckten Juwelen einer globalisierten Lieferkette', wie Analysten die Häfen nennen.

Häfen und deren Umschlagterminals haben sich in den vergangenen Jahren zu weltweit begehrten Übernahmezielen von Investoren entwickelt. "Käufe und Verkäufe im Bereich der Hafeninfrastruktur erleben seit 2015 einen deutlichen Anstieg", stellt die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC in einer Studie zum Transport- und Logistiksektor fest.

"Das Transaktionsvolumen summiert sich seitdem auf insgesamt rund 100 Milliarden US-Dollar." Zwar sei der Wert der angekündigten Deals 2023 - wie im gesamten Sektor - deutlich zurückgegangen, und zwar auf 4,2 Milliarden Dollar, nach 15,3 und 11,7 Milliarden Dollar in den beiden Vorjahren. "Mit insgesamt 16 Deals waren die Übernahmeaktivitäten in diesem Bereich aber noch immer vergleichsweise hoch."

Die Analysten von PricewaterhouseCoopers (PwC) beobachten dabei, dass sich die Zielregionen verschieben: "Zwischen 2015 und 2023 zielten zwei Drittel der 184 angekündigten Deals im Bereich Hafeninfrastruktur auf Häfen in Asien und Ozeanien ab", heißt es im aktuellen 'Transport & Logistics Barometer' von PwC. Das Beratungshaus nennt Häfen in der Studie 'die versteckten Juwelen einer globalisierten Lieferkette'.

Wettstreit um Häfen und Terminals

Derzeit gewännen Investitionen ausländischer Investoren in Häfen und Terminals in Afrika an Bedeutung. "Hier findet aktuell ein regelrechter Wettstreit statt". Während China den Aufbau der 'Neuen Seidenstraße' sowie strategische Investments in Afrika vorantreibe, investiere die EU ebenfalls in die afrikanische Infrastruktur, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

"Routen und Handelsschwerpunkte verlagern sich. Asien und Afrika gewinnen an Relevanz. Der Weg nach Europa könnte an Bedeutung verlieren", sagt der PwC-Experte für die maritime Wirtschaft, André Wortmann. "Beim Ringen um entscheidende Infrastruktur muss die EU hellwach sein: Die Harmonie im globalen maritimen System bröckelt, denn entscheidende Akteure verfolgen teils sehr unterschiedliche Interessen."

Auch Ziele in Europa bleiben PwC zufolge höchst attraktiv, wie der Einstieg der globalen Reederei MSC beim Hamburger Hafenbetreiber HHLA unterstreiche. Die weltgrößte Containerreederei MSC und die Stadt Hamburg als Mehrheitseigner werden die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) künftig als Gemeinschaftsunternehmen führen. Für Aufsehen hatte in Hamburg zuvor auch eine Minderheitsbeteiligung der chinesischen Staatsreederei Cosco an einem einzelnen HHLA-Terminal in Europas drittgrößtem Seehafen gesorgt.

Mittelständler mahnen Bürokratieabbau an

Viele Mittelständler stellen der Bundesregierung für ihren aktuellen wirtschaftspolitischen Kurs ein schlechtes Zeugnis aus. Ideen, was die Regierung besser machen kann, haben sie auch.

Vor allem 'überbordende Bürokratie' macht den Standort Deutschland nach Ansicht von Mittelständlern zunehmend unattraktiv. In der jüngsten Konjunkturumfrage des Mittelstandsverbundes landete die Forderung nach einem Abbau von Bürokratie und Berichtspflichten auf einer Prioritätenliste mit Abstand ganz oben: 92,6 Prozent der Teilnehmer aus 54 Verbundgruppen meinen, die Bundesregierung müsse vor allem dieses Thema angehen, um die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hierzulande zu verbessern.

Zweitwichtigste Aufgabe für die Politik ist aus Sicht der Umfrageteilnehmer, mehr in Bildung, Infrastruktur und Digitalisierung zu investieren - hierfür sprachen sich 59,3 Prozent aus. Es folgt der Wunsch nach gezielten Steuersenkungen (38,9 Prozent). Die Teilnehmer konnten in diesem Fall bis zu drei der vorgegebenen Antwortmöglichkeiten wählen.

Viel Kritik am wirtschaftspolitischen Kurs der Ampel

Der aktuelle wirtschaftspolitische Kurs der Ampel-Koalition kommt in der Umfrage in Summe nicht gut weg: 'Vollkommen richtig' findet keiner der Befragten die Entscheidungen von SPD, Grünen und FDP. 7,4 Prozent beurteilen die Wirtschaftspolitik der Bundesregierung als 'zufriedenstellend', ein knappes Drittel (29,6 Prozent) findet den Kurs 'durchwachsen'. Deutlich größer ist die Gruppe der Unzufriedenen: 42,6 Prozent halten den aktuellen wirtschaftspolitischen Kurs der Bundesregierung für 'verfehlt', 18,5 Prozent für 'vollkommen falsch'. Keine Angaben zu dieser Frage machten 1,9 Prozent der Teilnehmer.

Der Mittelstandsverbund vertritt Interessen von etwa 230 000 mittelständischen Unternehmen, die in 310 Verbundgruppen organisiert sind. An der Umfrage im Zeitraum 19. Dezember 2023 bis 12. Januar 2024 beteiligten sich den Angaben zufolge 54 Verbundgruppen mit insgesamt etwa 41.000 angeschlossenen Unternehmen aus 17 Branchen.

Quelle: DPA

Habeck will Kampf gegen Arbeitskräftemangel vorantreiben

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) will den Kampf gegen den Arbeitskräftemangel in Deutschland intensivieren. Dazu gehört auch, dass die Bundesregierung die Möglichkeit eines Rechtsanspruchs auf flexibles Arbeiten für Beschäftigte prüfen solle, wie aus dem Entwurf des neuen Jahreswirtschaftsberichts hervorgeht. Zuerst hatte das 'Handelsblatt' darüber berichtet.

In dem Entwurf heißt es, um das Arbeitsangebot insbesondere von alleinerziehenden Frauen mit Kindern zu steigern, prüfe die Bundesregierung die Möglichkeit eines Rechtsanspruchs auf flexibles Arbeiten für Arbeitnehmende. Das könnte sich auch auf den Arbeitsort und die Arbeitszeit beziehen, also etwa die Verteilung der Arbeitsstunden auf den Tag. Die Prüfung beziehe sich insbesondere auf die Arbeitszeit, hieß es im Ministerium. Homeoffice sei ein Aspekt, stehe aber dabei nicht im Fokus. Arbeitgeberinteressen sollten in dieser Prüfung angemessen berücksichtigt werden.

Der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Steffen Kampeter, sagte: "Mobile Arbeit gehört für viele Beschäftigte seit Jahren zum Arbeitsalltag. In der Regel wird diese Frage im guten Einvernehmen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber geregelt. Ein Gesetz braucht es nicht." Ein gesetzlicher Anspruch auf mobile Arbeit würde die Wirklichkeit in den Betrieben schlicht ignorieren.

"Wir werden den Arbeits- und Fachkräftemangel nur bekämpfen können, wenn wir an mehreren Schrauben drehen", so Habeck. "Wir haben die Rahmenbedingungen für die Einwanderung von Fachkräften modernisiert, die Umsetzung läuft und es ist wichtig, dass dies Wirkung zeigt." Auch Potenzial im Inland müsse jedoch besser genutzt werden. "Es braucht vor allem mehr Flexibilität und bessere Anreize etwa für Ältere und Zweitverdienende." Außerdem müsse man bei der Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten schneller und effektiver vorankommen.

Bei einer Fragerunde im Bundestag sagte Habeck, der Mangel an Fachkräften sei eine Bedrohung für die deutsche Volkswirtschaft. "Das ist ein strukturelles Problem, das die deutsche Volkswirtschaft in den nächsten Jahren stark herausfordern und beuteln wird." Die Regierung bemühe sich nun, Versäumnisse der Vergangenheit anzugehen.

Habeck geht von deutlich mehr freien Stellen auf dem deutschen Arbeitsmarkt aus als bisher bekannt. Schätzungen bezifferten die Zahl auf knapp unter zwei Millionen. Viele Unternehmen würden freie Stellen gar nicht melden, sondern "stillschweigend akzeptieren". Deshalb sei von mehr als den offiziell erfassten 700.000 freien Stellen auszugehen. (dpa)

Podcast: Deguma-Chefinnen über New Work im Maschinenbau

Lindner will Lieferkettengesetz entschlacken und weniger Bürokratie

Bundesfinanzminister Christian Lindner will das Lieferkettengesetz entschlacken und damit Bürokratie abbauen. "Das in der Praxis extrem belastende Lieferkettengesetz muss reduziert und entschlackt werden. Das Gesetz tut wenig für Menschen in Schwellenländern, ist aber ein sehr teures Misstrauensvotum gegen die Wirtschaft", sagte der FDP-Politiker im Podcast 'Table.Today' des Medienhauses Table.Media. Die Überprüfung der Lieferketten könnten Wirtschaftsprüfer statt Behörden übernehmen.

Das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG), wie es offiziell heißt, legt fest, dass größere Unternehmen unter anderem analysieren müssen, wie groß das Risiko ist, dass sie von Menschenrechtsverstößen wie Zwangsarbeit profitieren. Sie müssen ein Risikomanagement sowie einen Beschwerdemechanismus aufsetzen und öffentlich darüber berichten. Bei Verletzungen im eigenen Geschäftsbereich oder bei unmittelbaren Zulieferern müssen die Unternehmen laut Gesetz unverzüglich angemessene Abhilfemaßnahmen ergreifen. Seit dem Jahreswechsel betrifft das Gesetz auch Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten.

Lindner forderte in dem Podcast außerdem ein neues, marktwirtschaftliches Klimaschutzgesetz und nach dem französischen Vorbild eine Investitions-Offensive in digitale Geschäftsmodelle. (dpa)

Tesla informiert über Erweiterungspläne - Einwohnerbefragung startet

Mo, 15.01.2024, 8:21: Der Elektro-Autobauer Tesla hat am Sonntag auf einer Veranstaltung in seinem Werk in Grünheide bei Berlin bei den Anwohnern für die geplante Erweiterung des Geländes geworben. Zahlreiche Gesprächspartner, darunter Vertreter von Tesla, der Deutschen Bahn, der Gemeinde Grünheide und vom Landkreis Oder-Spree, gaben Auskunft über die Bebauungspläne und Infrastrukturprojekte im Zusammenhang mit dem Vorhaben. Der Beschluss der Gemeindevertreter für den Bebauungsplan steht noch aus. Am heutigen Montag startet dazu eine Einwohnerbefragung. Es gibt Proteste gegen die Pläne. Umweltgruppen und Bürgerinitiativen halten die Erweiterung für nicht notwendig und haben aufgerufen, dagegen zu stimmen.

Tesla will auf einer Fläche neben dem Werksgelände einen Güterbahnhof, Lagerhallen und eine Kita errichten. Für die Erweiterung sollen über 100 Hektar Wald gerodet werden. Das Unternehmen sieht einen erheblichen Vorteil für die Region, wenn dem Bebauungsplan für die Erweiterung zugestimmt würde. So würde etwa der Güterverkehr entlastet, wenn ein Werksbahnhof gebaut würde.

Der Bebauungsplan bedeute "noch mehr Rodung, noch mehr Versiegelung, noch mehr Gefahren für unsere Wasserversorgung, noch mehr Baustellen und Lkw-Verkehr in unserer Gemeinde", kritisierte hingegen Manu Hoyer von der Bürgerinitiative Grünheide.

Neben der geplanten Erweiterung des Geländes strebt Tesla den Ausbau der Fabrik auf dem bestehenden Gelände an. Dafür hat das Unternehmen bereits 300 Hektar erworben. Der Autobauer will die Produktion von geplanten 500.000 Autos im Jahr mit dem Ausbau auf eine Million im Jahr verdoppeln. Derzeit stellt das Unternehmen nach eigenen Angaben mehr als 250.000 Fahrzeuge jährlich her. (dpa)

Großküchenausrüster Rational verdient mehr als erwartet

Do, 11.01.2024, 8:55: Der Großküchenausrüster Rational hat dank eines starken Schlussquartals im vergangenen Jahr besser abgeschnitten als erwartet. So stieg der Umsatz 2023 um zehn Prozent auf gut 1,13 Milliarden Euro, wie das Unternehmen anhand vorläufiger Zahlen mitteilte. Dabei profitierte das Unternehmen von einer guten Nachfrage aus Amerika und Asien, während das Geschäft in Deutschland leicht zurückging.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) verbesserte sich um 17 Prozent auf rund 277 Millionen Euro. Hier wirkten sich wieder gesunkene Kosten für Logistik und Rohstoffe - insbesondere für Edelstahl und Reiniger - positiv aus, wie es hieß. Die entsprechende Marge betrug 24,5 Prozent. Dies sei deutlich besser als erwartet, so Rational. Auch Analysten hatten im Vorfeld mit weniger gerechnet. (dpa)

Warum Rational der Fabrik-des-Jahres-Sieger 2022 ist, lesen Sie hier: "Rational macht Mitarbeitende zu Unternehmern"

Fabrik des Jahres

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Maschinenbauer: Keine schnelle Besserung bei Auftragslage in Sicht

Mi, 10.01.2024, 11:02: Die Auftragslage der Maschinenbauer im Südwesten bleibt mau. "Weder national noch international kommen derzeit Signale, die auf eine baldige Verbesserung der Auftragslage der Maschinenbauunternehmen hindeuten", teilte der Geschäftsführer des baden-württembergischen Maschinenbauverbands VDMA, Dietrich Birk, mit.

Die Auftragseingänge gingen im November nach Verbandsangaben preisbereinigt um sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zurück. Insgesamt lagen sie von Januar bis November 13 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Der Rückgang im November sei immerhin nicht zweistellig, aber das sei für eine Trendumkehr viel zu wenig, sagte Birk. Anders als im vergangenen Jahr zu diesem Zeitpunkt hätten viele Betriebe auch keine großen Auftragspolster mehr. (dpa)

Auftragseingang in der deutschen Industrie nimmt wieder etwas zu

Mo, 08.01.2024, 9:40: Die Industrie in Deutschland hat im November wieder etwas mehr Aufträge erhalten. Die Bestellungen stiegen gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Die Entwicklung fiel aber weniger stark aus als von Analysten im Schnitt mit plus 1,1 Prozent erwartet. Der Anstieg folgt auf einen deutlichen Rückgang im Oktober, der nach neuen Daten mit 3,8 Prozent etwas stärker ausfiel als zunächst angenommen.

Während sich bei den Auftragseingängen aus dem Inland in zentralen Bereichen zuletzt eine Stabilisierung andeute, belaste die schwache Auslandsnachfrage, insbesondere aus dem Euroraum, weiterhin die Industriekonjunktur, fuhr das Statistische Bundesamt fort. Frühindikatoren sendeten derzeit gemischte Signale, wobei sich die Stimmung in den Unternehmen nach zwischenzeitlicher Stabilisierung zuletzt wieder etwas eingetrübt habe. Eine Erholung der Industriekonjunktur dürfte aber im Zuge der binnenwirtschaftlichen Belebung und einer wieder anziehenden Auslandsnachfrage im Laufe der ersten Jahreshälfte einsetzen.

Im Detail gingen den Angaben zufolge im November in den meisten Wirtschaftszweigen mehr Aufträge ein. Hauptsächlich die schwer gewichteten Bereiche Kfz, chemische Erzeugnisse, elektrische Ausrüstungen und der Maschinenbau hätten deutlich höhere Bestellungen als im Oktober verzeichnet. Dagegen habe es bei dem volatilen sonstigen Fahrzeugbau nach dem zuletzt starken Anstieg einen kräftigen Rückprall gegeben.

Analysten zeigten sich von den Daten unter dem Strich enttäuscht. "Von einer konjunkturellen Trendwende kann nicht die Rede sein", schrieb Thomas Gitzel, der Chefvolkswirt der VP Bank. Der Zuwachs bei den Auftragseingängen bleibe gemessen am deutlichen Rückgang des Vormonats zu gering. "Die Oktober-Scharte kann nicht ausgewetzt werden." Rechne man die volatilen Großaufträge heraus, ergebe sich sogar ein Rückgang der Auftragseingänge gegenüber dem Oktober. Erfreulich sei indes, dass die Bestellungen für Investitionsgüter gegenüber dem Vormonat gestiegen seien.

Volkswirt Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg resümierte: "Nach dem sehr schwachen Oktober bleibt eine Gegenbewegung nahezu aus." Im Schlussquartal 2023 dürfte für Deutschland eine rückläufige Wirtschaftsleistung bilanziert werden. Anzeichen einer baldigen Erholung der Konjunktur blieben Mangelware.

Die deutsche Wirtschaft war bereits im Sommerquartal von Juli bis September leicht geschrumpft. Folgt im Schlussquartal ein weiterer Rückgang, könnte von einer technischen Rezession gesprochen werden - also einem Rückgang der Wirtschaftsleistung in zwei Quartalen hintereinander. (dpa)

Industrie kritisiert Industriepolitik Habecks

Industriepräsident Siegfried Russwurm hat sich unzufrieden mit der Industriepolitik von Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) gezeigt. Russwurm sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Ich hatte Minister Habeck bei der Vorstellung der Industriestrategie ja durchaus so gelesen, dass er inzwischen verstanden hat, wie kritisch die Situation ist. Wir reden längst nicht mehr über kurzfristige Konjunkturdellen, die sich von allein wieder ausgleichen, sondern über strukturelle Probleme des Standorts Deutschland. Aber konkrete Maßnahmen, die die Situation der Unternehmen im globalen Wettbewerb tatsächlich verbessern, fehlen leider immer noch."

Den Unternehmen fehle das Vertrauen, dass es besser werde. "Und ihnen läuft die Zeit davon", sagte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie. "Nur zu sagen, mit der Industriestrategie kommen irgendwann Verbesserungen für die Unternehmen und dann wird sich schon irgendwie alles einrenken, ist zu wenig. Immer weiter vertrösten und warten, das geht nicht. Ein Unternehmer oder eine Unternehmerin, die vor einem Jahr noch gesagt hat, okay, schauen wir mal, was kommt und halten durch, kann nicht bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag warten. Stillstand bedeutet im globalen Wettbewerb zurückzufallen und zu verlieren."

Industriestrategie soll Unternehmen in ihrer Vielfalt erhalten

Habeck hatte im Oktober eine Industriestrategie vorgelegt. Ziel sei es, die Industrie in ihrer ganzen Vielfalt zu erhalten, vom Weltkonzern bis zum Kleinbetrieb, vom Maschinenbau bis zur Raumfahrt, heißt es in dem Papier. Der Grünen-Politiker warb für einen erheblichen Ausbau erneuerbarer Energien, weniger Bürokratie und die rasche Umsetzung der Vorhaben zur Einwanderung von Fachkräften.

Habeck hatte zudem lange für einen staatlich subventionierten Industriestrompreis gekämpft. Nach langem Ringen hatte sich die Bundesregierung darauf geeinigt, die Stromsteuer für das produzierende Gewerbe zu senken und die bisherige sogenannte Strompreiskompensation für Konzerne auszuweiten, die besonders unter hohen Strompreisen leiden.

Russwurm sagte, Niederlassungen internationaler Unternehmen in Deutschland seien oft auf die Entscheidungen von Konzernzentralen außerhalb Europas angewiesen. "Die Deutschland-Geschäftsführer solcher Unternehmen berichten mir sehr glaubwürdig, dass auch da die Geduld mit Deutschland am Ende ist." Die Konsequenz sei dann, dass Investitionen nicht in Deutschland getätigt werden. "Das ist nicht immer spektakulär, aber es führt zu einem schleichenden Niedergang - bestehende Produktionslinien werden vielleicht noch eine Weile weiter betrieben, aber neue entstehen nicht mehr in Deutschland."

Quelle: DPA

Industrial Metaverse Conference
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Die Industrial Metaverse Conference bietet einen Einblick in die Zukunft der Industrie im Metaverse. Die Konferenz, die am 9. und 10. Juli 2024 im Nestor Hotel Ludwigsburg stattfindet, bringt Experten, Technologiepioniere und Industrievertreter zusammen, um die Möglichkeiten des Metaverse auszuloten. Der Fokus liegt dabei auf der Nutzung von Metaverse-Technologien zur Optimierung industrieller Prozesse und stellt praktische Anwendungsbeispiele vor. Die Veranstaltung bietet Gelegenheit zum Networking und zur Diskussion von Innovationen im Bereich des Industrial Metaverse.

Weitere Informationen finden Sie unter Industrial Metaverse Conference.

Tesla hofft auf schnelles Tempo für Ausbau der Fabrik

Der US-Elektroautobauer Tesla will beim geplanten Ausbau seiner Deutschland-Fabrik Tempo machen. "Wir hoffen, dass im ersten Quartal die Genehmigung für den ersten Teilantrag erteilt wird", sagte der Werksleiter von Tesla in Grünheide, André Thierig, der Deutschen Presse-Agentur. "Die erste Teilgenehmigung für den Ausbau wird für uns ein Meilenstein sein. Sie umfasst eine Betrachtung der Umweltauswirkungen eines weiteren Ausbaus."

Das Brandenburger Landesumweltamt erklärte auf Anfrage, es gebe bisher keine Einschätzung zum Zeitplan. Die Behörde sei dabei, ausstehende, abschließende Stellungnahmen der Beteiligten einzuholen.

Tesla will die Produktion in Grünheide in Brandenburg von bisher geplanten 500.000 Autos im Jahr auf eine Million im Jahr verdoppeln. Derzeit werden laut Unternehmen mehr als 250.000 Fahrzeuge jährlich hergestellt. Für den Ausbau sind zunächst Optimierungen am bestehenden Werk geplant, später neue Gebäude zur Auto- und Batterieproduktion. Umweltschützer haben große Bedenken. Ein Teil des Geländes liegt im Wasserschutzgebiet.

Tesla kritisierte das Aus der Kaufprämie für E-Autos durch den Bund. "Nach unserer Meinung ist die Erschwinglichkeit bei E-Autos das ausschlaggebende Kriterium. Wenn die Erschwinglichkeit beeinträchtigt wird, trägt das nicht zur Entscheidung bei, ein Elektroauto zu kaufen", hieß es vom Unternehmen.

Angesichts einer massiven Förderung in den USA geht Tesla vorerst nicht von einer kompletten Fertigung von Batterien in Grünheide aus. "Momentan liefern wir Teile für die Batteriezellfertigung nach Austin", erklärte das Unternehmen. "Der Inflation Reduction Act lässt betriebswirtschaftlich kaum eine andere Entscheidung zu. Da hat die US-Regierung Fakten geschaffen." Das Gesetz zur Inflationsbekämpfung hatte dazu geführt, dass Tesla den Fokus auf die Batteriefertigung in Austin in Texas legte. (dpa)

Bosch-Chef: Renditeziel wird um ein bis zwei Jahre verschoben

Fr, 22.12.2023, 8:14: Der weltweit größte Autozulieferer Bosch benötigt mehr Zeit, um seine Umsatz- und Gewinnziele zu erreichen. "Wir machen keine Abstriche bei den Zielen, aber wir müssen die wirtschaftlichen Realitäten im Umfeld zur Kenntnis nehmen - auch wenn das zu ein bis zwei Jahren Verzug führt", sagte Vorstandschef Stefan Hartung dem 'Handelsblatt' (Donnerstag). 2024 werde schwieriger als gedacht, 2025 vermutlich auch. "Wir diskutieren im Moment, mit welchen Verzögerungen wir welche Rendite- und Umsatzziele erreichen können."

Ursprünglich wollte der Technologiekonzern seine Zielrendite von sieben Prozent im Geschäftsjahr 2024 oder 2025 erreichen. Diese benötigt der Konzern nach eigenen Angaben für seine finanzielle Unabhängigkeit. An den Zielen für 2023 hielt Hartung aber fest: "Wir streben in diesem Jahr nach wie vor eine Marge von fünf Prozent an. Es ist erreichbar, aber es gibt zum Beispiel noch Währungsrisiken in China und der Türkei". Fünf Prozent seien aber zu wenig, um dynamisch wachsen zu können. "Klar ist, dass wir weiter an der Performance arbeiten müssen".

Der Wandel in der Autoindustrie - vom Verbrenner zu E-Motor und Wasserstoff - stellt Bosch vor große Herausforderungen. Erst in der vergangenen Woche war bekanntgeworden, dass der Konzern einen größeren Stellenabbau in der Antriebssparte erwägt. (dpa)

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Schaeffler AG sichert sich knapp 30 Prozent der Vitesco-Aktien

Der fränkische Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler hat sich im Übernahmeverfahren für den Antriebsspezialisten Vitesco AG knapp 30 Prozent von deren Aktien gesichert. Das teilte Schaeffler am Mittwoch nach Ablauf der Angebotsfrist am 15. Dezember mit. Die Erwartungen seien damit leicht übertroffen worden, sagte Schaeffler-Vorstandschef Klaus Rosenfeld.

49,94 Prozent der Vitesco-Aktien hatte die IHO Holding, eine strategische Investmentholding der Familie Schaeffler, bereits zuvor gehalten. Insgesamt verfüge Schaeffler über 79,82 Prozent der Aktien und der Stimmrechte an Vitesco. Der formelle Vollzug des Zukaufs ist für den 5. Januar vorgesehen. Schaeffler hatte zunächst 91 Euro pro Vitesco-Aktie geboten, das Angebot dann aber auf 94 Euro erhöht.

Schaeffler kündigte für den 2. Januar eine außerordentliche Hauptversammlung an. Dabei sollen die bisher stimmrechtslosen Vorzugsaktien in Stammaktien mit vollem Stimmrecht umgewandelt werden. Im April soll es eine weitere Hauptversammlung von Schaeffler und Vitesco geben, mit dem Ziel, die Verschmelzung beider Unternehmen herbeizuführen. Der Prozess soll bis Ende 2024 weitgehend abgeschlossen sein. (dpa)

BDI-Präsident: AfD ist schädlich für die Zukunft unseres Landes

Mit Blick auf die anstehenden Landtagswahlen in mehreren ostdeutschen Bundesländern hat Industriepräsident Siegfried Russwurm vor AfD-Erfolgen gewarnt. "Eine politische Bewegung, die die Wende rückwärts zu Nationalismus beschwört, ist schädlich für dieses Land: für die Wirtschaft und für Ansehen und Erfolg Deutschlands im globalen Kontext", sagte Russwurm den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Wir tun gut daran, uns den Aussagen der AfD auch öffentlich deutlich entgegenzustellen: Klar zu sagen, sie zu wählen ist kein harmloser Protest, sondern das ist eine Partei, die schädlich ist für die Zukunft unseres Landes und von uns allen."

Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) argumentierte, Deutschland lebe von Weltoffenheit und internationalem Handel "wahrscheinlich mehr als fast alle anderen großen Länder der Welt". Er forderte "eine gesellschaftliche Debatte, eine gesellschaftliche Bewegung, um den Menschen die Konsequenzen aufzuzeigen". Die AfD sei "schlecht für dieses Land, auch, weil sie ein Klima von Hass, Polarisierung und Ausgrenzung befeuert".

Im kommenden Herbst werden die Landtage in Sachsen, Thüringen und Brandenburg neu gewählt. In allen drei Ländern lag die AfD in Umfragen zuletzt vorn. Der AfD-Landesverband Sachsen wurde kürzlich vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistische Bestrebung eingestuft, in Thüringen ist die Landes-AfD schon länger so eingestuft. (dpa)

Thyssenkrupp Nucera will kräftig wachsen

Mo, 18.12.2023, 14:34 Der Elektrolyse-Spezialist Thyssenkrupp Nucera will in den kommenden Jahren kräftig von der weltweit steigenden Nachfrage nach klimaneutral erzeugtem Wasserstoff profitieren. Für das aktuelle Geschäftsjahr 2023/24 kündigte der Elektrolyseur-Hersteller ein Umsatzwachstum im mittleren zweistelligen Prozentbereich an. 2022/23 war der Umsatz bereits um 70 Prozent auf 653 Millionen Euro gestiegen.

Im Juli war das Unternehmen an die Börse gebracht worden. Der Industriekonzern Thyssenkrupp hält 50,2 Prozent. Zweitgrößter Anteilseigner ist Industrie De Nora, ein italienischer Hersteller von Elektrochemie-Technologie, mit 25,9 Prozent. Nucera sitzt in Dortmund und beschäftigt weltweit rund 750 Menschen. Im laufenden Geschäftsjahr sollen insgesamt "einige hundert" neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hinzukommen. Neben Wasserstoff-Elektrolyseuren baut Nucera seit vielen Jahrzehnten Anlagen für die Chlor-Alkali-Elektrolyse, bei der aus einer Salzlösung mit Hilfe von Strom Chlor und Alkalilauge hergestellt werden.

Nucera baut Elektrolyseure in Modulbauweise, die jeweils bis zu 20 Megawatt Strom aufnehmen können. In großen Projekten sollen mehrere solcher Module parallel arbeiten. Die ersten vier Standardmodule seien bereits ausgeliefert worden, sagte Vorstandschef Werner Ponikwar am Montag. Im Frühjahr soll die erste Anlage in den USA in Betrieb genommen werden.

Nucera sei in einer hervorragenden Position, die Chancen von grünem Wasserstoff zu nutzen, so Ponikwar weiter. Er verwies auf bestehende Verträge zur Herstellung von Wasserelektrolyse-Anlagen mit einer Kapazität von mehr als drei Gigawatt. Dies entspreche einer Produktion von mehr als 150 Modulen. Bis zum Ende des Geschäftsjahres 2025/26 wolle man jährlich fünf Gigawatt Elektrolyseleistung zur Verfügung stellen können, also gut 250 Anlagen liefern können.

Auch beim Gewinn legte Nucera im vergangenen Geschäftsjahr kräftig zu. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg von 8,8 Millionen auf 23,8 Millionen Euro. Unter dem Strich verdiente Thyssenkrupp Nucera nach sechs Millionen Euro im Vorjahr mit 22,5 Millionen Euro ebenfalls ein Vielfaches mehr. Das Hochlaufen des Wasserstoffgeschäfts mit großen Investitionen werde die Ergebnisse im laufenden Geschäftsjahr jedoch belasten, wie das Unternehmen erläuterte. So geht Thyssenkrupp Nucera für 2023/24 von einem operativen Verlust (Ebit) im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich aus. (dpa)

Podcast: Geas Chief Sustainability Officer über Kreislaufwirtschaft

Autozulieferer Grammer senkt Ergebnisprognose

Mo, 18.12.2023, 13:57: Der bayerische Autozulieferer Grammer hat seine Jahresprognose nach unten korrigiert. Das Ergebnis im laufenden Quartal liege deutlich unter Vorjahresniveau, teilte das Unternehmen mit. Gründe seien zum einen schwankende Werksauslastungen, Währungsverluste und stark gestiegene Personalkosten. Zum anderen wirkten die Effizienz- und Kostensenkungspläne in Amerika noch nicht wie erwartet.

Der angepeilte Betriebsgewinn von rund 70 Millionen Euro sei nicht erreichbar. Er liege aber voraussichtlich deutlich über den 35,5 Millionen Euro des Vorjahrs, teilte Grammer mit. Der angestrebte Konzernumsatz von 2,2 Milliarden Euro werde voraussichtlich erreicht.

Grammer baut Kopfstützen, Armlehnen und Mittelkonsolen für Autos sowie Sitze für Busse, Bahnen, Lastwagen, Traktoren und Baumaschinen. Mehrheitsaktionär ist der chinesische Ningbo-Jifeng-Konzern. (dpa)

Audi: Großteil der Zeitarbeiter im Werk Neckarsulm muss gehen

Der Autobauer Audi trennt sich in seinem Werk in Neckarsulm bei Heilbronn von einem Großteil seiner Zeitarbeiter. Betroffen seien mehrere hundert Menschen, wie eine Sprecherin auf Anfrage mitteilte, ohne eine genaue Zahl zu nennen. "Wir befinden uns nach wie vor in herausfordernden Zeiten mit einer volatilen Marktsituation", teilte die Sprecherin mit. "Dass wir jetzt qualifizierte und eingearbeitete Zeitarbeitnehmende abmelden müssen, ist für uns eine schwere Entscheidung."

Audi bleibe wegen der derzeitigen Gegebenheiten aber keine andere Wahl. Zuvor hatte der SWR darüber berichtet.

Für das Stammpersonal gelte eine Beschäftigungsgarantie bis 2029, hieß es weiter. Insgesamt arbeiten nach Firmenangaben derzeit 15 505 Beschäftigte am Standort in Neckarsulm. (dpa)

Voith steigert Umsatz und Gewinn

Der Technologiekonzern Voith hat seinen Umsatz und Gewinn im vergangenen Geschäftsjahr gesteigert. Erstmals habe das Unternehmen mehr als fünf Milliarden Euro Umsatz erzielt, sagte Konzernchef Toralf Haag. Der Umsatz stieg um 13 Prozent auf rund 5,51 Milliarden Euro. Den größten Beitrag dazu habe der Bereich Voith Paper geleistet.

Der Produzent von Großanlagen erreichte nach eigenen Angaben seine Wachstums- und Ergebnisziele. Dazu trugen demnach unter anderem die Diversifizierung des Konzerns - sowohl geografisch als auch in den verschiedenen Sektoren - und die gefestigte Marktposition in den Bereichen Voith Paper, Turbo und Hydro bei. Zu schaffen machten dem Unternehmen gestiegene Zinsen, globale Krisen und höhere Kosten. Im Bereich Papier sei eine leichte Marktabkühlung zu erkennen.

Das Konzernergebnis lag im abgelaufenen Geschäftsjahr (per 30. September) bei 73 Millionen Euro (Vorjahr: 30 Millionen Euro), wie das Unternehmen mitteilte. Der Auftragseingang stieg um 19 Prozent auf 6,14 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand erreichte damit ein Allzeithoch von 7,22 Milliarden Euro.

Für das laufende Geschäftsjahr erwarte der Konzern eine gedämpfte wirtschaftliche Lage, sagte Haag. Voith rechne mit einem leichten Rückgang beim Umsatz und weniger Aufträgen. Eine leichte Steigerung erwartet das Unternehmen mit rund 22.000 Mitarbeitenden in mehr als 60 Ländern demnach beim operativen Ergebnis. (dpa)

Bosch will bei Antriebssparte bis zu 1.500 Stellen abbauen

Der Autozulieferer Bosch erwägt einen größeren Abbau von Stellen in der Antriebssparte. An den Standorten Feuerbach und Schwieberdingen in Baden-Württemberg sehe das Unternehmen einen Anpassungsbedarf von bis zu 1.500 Personalkapazitäten in den Bereichen Entwicklung, Verwaltung und Vertrieb, teilte eine Sprecherin am Montag mit. Zuvor hatte die 'Automobilwoche' darüber berichtet.

Bosch stehe laut der Sprecherin in einem engen Austausch mit den Arbeitnehmervertretern. Die Betriebsräte würden vor Entscheidungen strukturiert einbezogen und könnten Handlungsalternativen einbringen. Der Prozess solle sozialverträglich gestaltet werden. "Dabei wollen wir auf die interne Vermittlung von Mitarbeitern in andere Bereiche, auf das Angebot von Qualifizierungsprogrammen für Wachstumsbereiche, aber auch Vorruhestandsregelungen oder freiwillige Aufhebungsvereinbarungen setzen", teilte die Sprecherin mit.

Bosch stehe laut der Sprecherin selbstverständlich zu der erst im Sommer mit Arbeitnehmervertretern geschlossenen Zukunftsvereinbarung, welche betriebsbedingte Kündigungen für knapp 80.000 Beschäftigte in der Zulieferersparte in Deutschland bis Ende 2027 ausschließt.

Als Grund für den geplanten Abbau nannte sie die Transformation der Automobilindustrie, welche mittelfristig große Auswirkungen auf die gesamte Branche habe. Der Übergang zur Elektromobilität erfordere hohe Vorleistungen und gehe mit einem sinkenden Beschäftigungsbedarf einher. Eine schwache Weltwirtschaft, die anhaltende Inflation und negative Wechselkurseffekte verschärften die Situation. (dpa)

Weniger Bestellungen bei deutscher Elektroindustrie

Bei der deutschen Elektro- und Digitalindustrie sind im Oktober weniger Bestellungen eingegangen als ein Jahr zuvor. Der Orderwert ging um 3,2 Prozent zurück, wie der Branchenverband ZVEI am Freitag in Frankfurt berichtete. In den ersten zehn Monaten dieses Jahres haben sich vor allem Kunden aus dem EU-Ausland zurückgehalten, so dass der Bestellwert in diesem Zeitraum 1,4 Prozent hinter dem Vorjahresniveau zurückblieb. Die preisbereinigte Produktion liegt nach zehn Monaten 2,2 Prozent über dem Wert aus 2022. Einschließlich der Preiserhöhungen haben die Unternehmen den Umsatz um 8,9 Prozent auf 198,5 Milliarden Euro gesteigert.

 

Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe im Oktober 2023: -3,7 Prozent zum Vormonat

Der reale (preisbereinigte) Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im Oktober 2023 gegenüber September 2023 saison- und kalenderbereinigt um 3,7 Prozent gesunken. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich lag der Auftragseingang von August bis Oktober 2023 um 4,6 Prozent niedriger als in den drei Monaten zuvor. Der Auftragseingang ohne Großaufträge stieg im Oktober 2023 um 0,7 Prozent gegenüber dem Vormonat. Für September 2023 ergab sich nach Revision der vorläufigen Ergebnisse ein Anstieg des Auftragseingangs gegenüber August 2023 von 0,7 Prozent (vorläufiger Wert +0,2 Prozent).

Innerhalb des Verarbeitenden Gewerbes ist der Rückgang im Oktober 2023 gegenüber dem Vormonat zu einem Großteil auf die Entwicklung im Maschinenbau zurückzuführen, hier sind die Aufträge saison- und kalenderbereinigt um 13,5 Prozent gesunken. (Im Vormonat September 2023 waren Auftragseingänge in diesem Bereich um 9,8 Prozent gestiegen.) Auch die Auftragsrückgänge in den gewichtigen Bereichen der Herstellung von Metallerzeugnissen, Metallerzeugung und -bearbeitung, der Herstellung von elektrischen Ausrüstungen sowie in der Automobilindustrie beeinflussten im Oktober 2023 das Gesamtergebnis negativ. Einen positiven Einfluss hatte hingegen der Sonstige Fahrzeugbau (Flugzeuge, Schiffe, Züge, etc.), hier sind die Auftragseingänge um 20,2 Prozent gestiegen. Der starke Anstieg ist in diesem Bereich auf Großaufträge zurückzuführen.

Sowohl im Bereich der Investitionsgüter (-6,0 Prozent) als auch im Bereich der Vorleistungsgüter (-1,4 Prozent) ist der Auftragseingang im Oktober 2023 gegenüber dem Vormonat gesunken. Bei den Konsumgütern ergab sich ein Anstieg um 2,8 Prozent.

Die Auslandsaufträge sanken um 7,6 Prozent. Dabei sanken die Aufträge aus der Eurozone um 7,6 Prozent und die Aufträge von außerhalb der Eurozone um 7,4 Prozent. Die Inlandsaufträge stiegen um 2,4 Prozent.

Umsatz im Oktober 2023 um 0,5 Prozent niedriger als im Vormonat

Der reale Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe war nach vorläufigen Angaben im Oktober 2023 saison- und kalenderbereinigt 0,5 Prozent niedriger als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Oktober 2022 war der Umsatz kalenderbereinigt 2,1 Prozent geringer. Für September 2023 ergab sich nach der Revision der vorläufigen Ergebnisse ein Rückgang von 1,4 Prozent gegenüber August 2023 (vorläufiger Wert -1,6 Prozent).

Quelle: Destatis

Deutz übernimmt diverse Industriemotoren von Rolls Royce Power Systems

Do, 14.12.2023, 8:20: Der Motorenbauer Deutz will einige Aktivitäten vom Antriebssystem- und Großmotorenbauer Rolls Royce Power Systems übernehmen. Diverse Industriemotoren sollen künftig von Deutz vertrieben und gewartet werden, wie das Unternehmen mitteilte. Darüber sei eine grundsätzliche Einigung erzielt worden. Deutz erwartet nach Abschluss der Vereinbarung einen jährlichen Zusatzumsatz von rund 300 Millionen Euro. Die Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern der Geschäfte lägen höher als die aktuelle Deutz-Konzernmarge. Der voraussichtliche Kaufpreis liege im höheren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich, hieß es von Deutz. Die Deutz-Aktie legte nachbörsliche auf der Handelsplattform Tradegate 5,1 Prozent gegenüber dem Xetra-Schluss zu.

Vorbehaltlich einer finalen Vereinbarung und nach nötigen behördlichen Genehmigungen wird ein Abschluss des Vorhabens ab Mitte 2024 erwartet. Bei den betreffenden Motoren handelt es sich den Angaben zufolge um die sogenannte MTU-Classic-Baureihe sowie die MTU-Motorenreihen 1000-1500, die auf Daimler-Truck-Motorenplattformen basieren. Die Motoren kommen in diversen Off-Highway-Anwendungen zum Einsatz, vor allem im Agrar- und Baumaschinenbereich. (dpa)

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DIHK: Innovationsaktivitäten deutscher Unternehmen auf Tiefstand

Die Innovationsbereitschaft der deutschen Wirtschaft ist 2023 nach Angaben der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) auf den niedrigsten Stand seit der ersten Erhebung 2008 gesunken. Von mehr als 2200 befragten Unternehmen will nur noch jedes dritte seine Innovationsaktivitäten ausweiten, wie nach einem Bericht der 'Wirtschaftswoche' aus dem DIHK-Innovationsreport hervorgeht. Bei der Befragung vor drei Jahren habe dies noch fast jedes zweite Unternehmen geplant. Jedes sechste Unternehmen wolle Innovationsaktivitäten in den kommenden zwölf Monaten verringern.

DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben sprach von einem deutlichen Warnzeichen für den Wirtschaftsstandort. "Deutschland braucht dringender denn je neue Ideen und Produkte, um wirtschaftlich wieder auf die Beine zu kommen". Laut DIHK-Umfrage ist der Fachkräftemangel mittlerweile zum Innovationshemmnis Nummer eins geworden. Fast drei Viertel der Unternehmen sehen sich danach durch ihre begrenzten personellen Kapazitäten ausgebremst.

An zweiter Stelle stehen den Angaben zufolge die hohen bürokratischen Anforderungen. Mehr als zwei Drittel der Betriebe beklagten, dass die Bürokratie sie in ihren Innovationen einschränke. Dazu zählten komplexe Zulassungs- und Genehmigungsverfahren ebenso wie kleinteilige Dokumentationspflichten.

Als Warnzeichen gelte zudem das steigende Interesse der Unternehmen, im Ausland Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten (F&E) aufzubauen. Bei der Umfrage vor drei Jahren habe nur ein Viertel der Unternehmen F&E-Kapazitäten im Ausland aufbauen wollen. Inzwischen liege der Anteil bei einem Drittel.

Wansleben fordert von der Politik ein innovationsfreundliches Umfeld, "das den Unternehmen Freiräume lässt, neue Exportschlager zu entwickeln". Dazu gehörten technologieoffene Förderprogramme, die schnell und bürokratiearm Unternehmen erreichen, niederschwellige Möglichkeiten, mit der Wissenschaft zu kooperieren und Reallabore, um Innovationen zu erproben. (dpa)

Podcast: Kukas Chief Innovation Manager über Innovationsmanagement

Deutsche Exporte im Oktober gesunken

Deutschlands Exportunternehmen haben im Oktober weniger Waren ins Ausland geliefert. Die Ausfuhren "Made in Germany" sanken kalender- und saisonbereinigt sowohl im Vergleich zum Vormonat (minus 0,2 Prozent) als auch gegenüber dem Vorjahresmonat (minus 8,1 Prozent), wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Insgesamt wurden Waren im Wert von 126,4 Milliarden Euro ins Ausland geliefert.

Eingeführt wurden Waren im Wert von 108,6 Milliarden Euro. Hier wurde ein Rückgang im Vergleich zum Vormonat um 1,2 Prozent und zum Vorjahresmonat (minus 16,3 Prozent) verzeichnet.

Der deutsche Außenhandel bekommt seit geraumer Zeit die Schwäche der Weltkonjunktur zu spüren, die die Nachfrage nach "Made in Germany" dämpft. Auch in der Exportbilanz für die ersten zehn Monate gab es ein Minus. Der Wert der ausgeführten Waren sank um 0,8 Prozent auf 1304,6 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Im vergangenen Jahr hatte der deutsche Außenhandel auch wegen teils deutlicher Preiserhöhungen noch ein Rekordergebnis erzielt. Genau beziffern lassen sich die Effekte allerdings nicht, da die Statistiker keine preisbereinigten Daten zum Außenhandel erheben. (dpa)

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Der Maschinenbau-Gipfel ist richtungsweisend und impulsgebend für die gesamte Branche. Damit Sie nicht ein ganzes Jahr auf spannende Diskussionen verzichten müssen, laden wir Sie zu unserem Networking-Format "Maschinenbau-Gipfel Salon" mit anschließendem Catering ein – live vor Ort oder digital.

 

Der nächste Maschinenbau-Gipfel Salon findet am 23. April auf der Hannover Messe in Präsenz oder digital in unserer Community-App statt. Das Thema: "Generation Z und der Maschinenbau - zwischen Mythos und Realität"

 

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ABB setzt sich ehrgeizigere Finanzziele

Do, 30.11.2023, 12:45: Der Technologiekonzern ABB hat sich ambitioniertere Finanzziele gesetzt. Künftig wollen die Schweizer auf vergleichbarer Basis jährlich um "5 bis 7 Prozent über den Konjunkturzyklus" wachsen, wie das Unternehmen mitteilte. Bisher strebte ABB auf dieser Basis ein jährliches Umsatzwachstum von durchschnittlich 3 bis 5 Prozent an. Das Ziel für den Wachstumsbeitrag von Übernahmen bleibt bei 1 bis 2 Prozent.

Für die operative Gewinnmarge (Ebita-Marge) wird nun ein Wert zwischen 16 und 19 Prozent angestrebt. Bisher galt eine Zielvorgabe von "mindestens 15 Prozent" ab dem Jahr 2023. (dpa)

Gesamtmetall-Chef Wolf rechnet 2024 mit Personalabbau

Gesamtmetall-Chef Stefan Wolf prognostiziert für die Metall- und Elektroindustrie ein schwieriges Jahr. "Was wir sehen ist, dass in den Mitgliedsbetrieben in diesem Jahr die Zahl der Kurzarbeitsanträge stark angestiegen ist. Ich rechne damit, dass die Firmen 2024 Personal abbauen werden", sagte Wolf dem 'Reutlinger General-Anzeiger'. Auch die Zahl der Insolvenzen in der Metall- und Elektroindustrie werde steigen. "Das wird größere und kleinere Unternehmen treffen. Es ist eine Frage der Struktur." Wer sich nicht auf die Transformation vorbereitet habe, sei stärker gefährdet.

Wolf stimmte die Beschäftigten zugleich auf niedrigere Tarifabschlüsse ein. Der letzte Abschluss, der bis Oktober 2024 gelte, sei hoch gewesen, da sich die Lage nicht so positiv entwickelt habe wie erhofft, vielleicht zu hoch. "Wir werden in Zukunft in der Metall- und Elektroindustrie kürzertreten müssen." Der Präsident des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall warnte vor negativen Folgen eines hohen Abschlusses. In der Metallindustrie werde sehr gut verdient. Es gebe aber viele Branchen, in denen keine so hohen Löhne gezahlt werden, die aber auch wichtig seien wie etwa Pflege, Bildung oder Krankenbetreuung. (dpa)

Schaeffler bietet für Vitesco nun doch mehr

Mo, 27.11.2023, 10:35: Im Ringen um die Gunst der Vitesco-Aktionäre legt der Autozulieferer Schaeffler bei seiner Übernahmeofferte nun doch nach. Die Herzogenauracher wollen mit 94 Euro je Aktie des Antriebsspezialisten drei Euro mehr bieten als bisher, wie beide Unternehmen am Montag mitteilten. Neben bedeutenden Vitesco-Investoren, die mehr gefordert hatten, hatte auch Vitesco-Chef Andreas Wolf das alte Angebot zumindest aus mittel- bis langfristiger Perspektive für zu niedrig erachtet. Die Offerte läuft voraussichtlich bis zum 15. Dezember 2023. Schaeffler und Vitesco gaben am Montag auch den Abschluss einer Vereinbarung zur Firmenzusammenführung bekannt.

"Vorstand und Aufsichtsrat von Vitesco Technologies werden die Umsetzung des Erwerbsangebots und des Unternehmenszusammenschlusses nach Maßgabe der Vereinbarung konstruktiv begleiten", teilte Vitesco weiter mit. Gleichwohl sei der neue Übernahmepreis angesichts des Entwicklungspotenzials von Vitesco aus finanzieller Sicht weiterhin nicht angemessen. Für risikoaverse oder kurzfristig orientierte Anleger könne das Erwerbsangebot im aktuellen Marktumfeld aber eine potenziell attraktive Ausstiegsmöglichkeit darstellen. Anleger, die an Vitesco Technologies beteiligt blieben, würden indes bei Vollzug der Verschmelzung Aktien am kombinierten Unternehmen erhalten.

An der Börse sorgte die Angebotserhöhung für wenig Begeisterung: Die Vitesco-Aktie notierte im Handel am Vormittag mit minus einem Prozent etwas unter dem neuen Angebotspreis. Einige Anleger hatten sich also noch mehr erhofft. Die Schaeffler-Anteilsscheine verloren bis zu 0,9 Prozent.

Vitesco-Aktionäre stimmen im April über Verschmelzung der Unternehmen ab

Wie die Unternehmen weiter mitteilten, sollen die Vitesco-Aktionäre dann auf einer Hauptversammlung am 24. April 2024 über die geplante Verschmelzung der beiden Unternehmen abstimmen. "Mit dem Zusammenschluss werden Schaeffler und Vitesco in der Lage sein, ihr Geschäfts- und Technologieportfolio entlang vier fokussierter Sparten zu komplettieren und erweitern", hieß es weiter.

Das kombinierte Unternehmen kommt den Angaben zufolge auf einen Pro-Forma-Jahresumsatz von rund 25 Milliarden Euro und zählt mehr als 120.000 Mitarbeitende. Durch den Zusammenschluss sieht das Management auch Sparpotenzial. Beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern sollen bis 2029 Synergieeffekte von bis zu 600 Millionen Euro pro Jahr erreicht werden. Sitz der neuen Firma "Schaeffler AG" soll Herzogenaurach sein. Vitesco-Manager Thomas Stierle soll in den Vorstand einziehen und dort die Sparte Elektromobilität verantworten.

Noch Mitte November hatte sich Schaeffler gegen eine Angebotserhöhung gesträubt: Schaeffler-Chef Klaus Rosenfeld hatte angedeutet, keine Notwendigkeit für Änderungen zu sehen. Früheren Angaben zufolge hält die Industriellenfamilie Schaeffler über ihre Beteiligungsfirmen bereits knapp die Hälfte an Vitesco und hat sich weitere Anteile in Höhe von rund neun Prozent über Finanzinstrumente gesichert. (dpa)

Thyssenkrupp-Stahlchef fordert von Scholz "Transformationsgipfel"

Di, 21.11.2023, 8:11: Nach dem Haushaltsurteil des Bundesverfassungsgerichts hat Thyssenkrupp-Stahlchef Bernhard Osburg Bundeskanzler Olaf Scholz aufgefordert, einen "Transformationsgipfel" einzuberufen. Dabei sollten Bund, Land, Gewerkschaften und Unternehmen beraten, was die nächsten konkreten Schritte sind, um die Transformation nicht zum Stoppen zu bringen, sagte Osburg am Montagabend in Duisburg.

Es dürfe jetzt nicht nur eine politische Finanzierungsdebatte geben, sondern die Bundesregierung müsse jetzt auch die Richtung entscheiden, wie es mit der Transformation der Industrie in Deutschland weitergehen solle. "Wenn das nicht gelingt, muss am Ende Deutschland seine Klimaziele abschreiben." Thyssenkrupp Steel ist Deutschlands größter Stahlerzeuger.

Der Klimatransformationsfonds stehe mit der Entscheidung des Gerichts im Prinzip nicht mehr zur Verfügung, so Osburg weiter. "Das ist aus unserer Perspektive so zu werten, dass wir eigentlich die Gelder, die es dringend braucht, die industrielle Transformation hier in Deutschland nach vorne zu bringen, nicht mehr zur Verfügung haben."

Dies bedeute, dass aus der Perspektive der Stahlindustrie etwa Klimaschutzverträge nicht gesichert seien. "Das ist ein ganz großes Thema, weil es eigentlich das einzige Förderinstrument ist, was wir nach vorne auch für weitere Transformationsschritte hier am Standort entsprechend brauchen werden." Auch Gelder für den Aufbau des Wasserstoff-Kernnetzes stünden im Risiko. Betroffen sei außerdem der Zubau von Kraftwerkskapazitäten zur Stabilisierung der Stromversorgung durch erneuerbare Energien.

Osburg betonte, dass die von Bund und Land zugesagten Fördermittel für den Bau einer großen Direktreduktionsanlage in Höhe von knapp zwei Milliarden Euro per Förderbescheid gesichert seien. Die Anlage soll einen Hochofen ersetzen und später mit klimaneutral betriebenem Wasserstoff Stahl erzeugen, um große Mengen Kohlendioxid einzusparen. Der Aufbau der Anlage müsse dabei allerdings Hand in Hand gehen mit dem Aufbau der Wasserstoff-Transport-Infrastruktur, die für den Betrieb notwendig sei. (dpa)

Stimmung ist schlecht bei deutschen Maschinenbauern in China

Fr, 17.11.2023, 11:41: Stagnierende Umsätze, nicht ausgelastete Kapazitäten und fehlende Aufträge haben den in China aktiven Maschinenbau-Unternehmen aus Deutschland die Stimmung vermiest. Nur noch jede zehnte Firma beurteilt die derzeitige Geschäftslage als gut, wie der VDMA aus seiner jüngsten Konjunkturumfrage berichtet. Gleichzeitig beschreiben 43 Prozent ihre Situation als schlecht, für 47 Prozent ist sie zufriedenstellend.

"Das ist die schlechteste Stimmung, die wir seit dem Beginn der Umfrage im Jahr 2016 verzeichnet haben. Das Jahr 2023, eigentlich ein Jahr der Öffnung und Normalisierung, stellt unsere vor Ort ansässigen Unternehmen vor enorme Herausforderungen", berichtete die VDMA-Geschäftsführerin in China, Claudia Barkowsky, laut einer Mitteilung.

Im Durchschnitt rechnen die Unternehmen für das laufende Jahr mit stagnierenden Umsätzen. Für 2024 werde ein durchschnittliches Umsatzwachstum von 4,0 Prozent erwartet. Mittel- und langfristig bestehe die Hoffnung, dass China ein Wachstumsmarkt bleibe. (dpa/jd)

Was sich mit dem Fachkräfteeinwanderungsgesetz ändert

Fr, 17.11.2023, 08:42: Der Fachkräftemangel ist riesig und der Arbeitsmarkt angespannt. Das soll sich nun mit einem neuen Gesetz ändern. Verbände sehen das kritisch.

Fachkräfte werden in Deutschland dringend gebraucht. Die Lücke auf dem Arbeitsmarkt muss auch durch Zuwanderung geschlossen werden, da sind sich Politik, Wirtschaft und Fachleute einig. Helfen soll das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz, das ab diesem Samstag schrittweise in Kraft tritt.

"Wir schaffen ein modernes Einwanderungsgesetz auf der Höhe der Zeit und stehen damit im weltweiten Vergleich ganz vorne", sagte die Bundesbeauftragte für Migration, Flüchtlinge und Integration, Reem Alabali-Radovan (SPD), der Deutschen Presse-Agentur. Das Gesetz sei überfällig gewesen, mutige Reformen seien zu lange versäumt worden. "Jetzt ist es 5 vor 12."

Doch was verbirgt sich hinter dem Gesetz? Wichtige Fragen und Antworten im Überblick:

Gab es so etwas nicht schon?

Ja, seit März 2020 hat Deutschland ein Fachkräfteeinwanderungsgesetz. Das Gesetz war von der schwarz-roten Koalition beschlossen worden, um den Zuzug von qualifizierten Arbeitskräften aus Nicht-EU-Staaten zu erleichtern. Jetzt wurde es reformiert, weil immer noch vielerorts Personal fehlt, vor allem Fachkräfte.

Dass das Fachkräfteeinwanderungsgesetz von 2020 nicht die gewünschte Wirkung entfaltet hat, lag auch an der Corona-Pandemie, sagte Pau Palop-García vom Deutschen Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM). Außerdem sei der bürokratische Aufwand für Ausländer, die als Erwerbsmigranten nach Deutschland kommen wollen, immer noch hoch.

Was ändert sich nun?

Neu ist die Einführung einer sogenannten Chancenkarte auf Basis eines Punktesystems. Zu den Auswahlkriterien für arbeitswillige Einwanderer, die diesen Weg wählen, gehören Sprachkenntnisse, Berufserfahrung, Alter und Deutschlandbezug. Ausländische Fachkräfte müssen künftig ein Mindestgehalt von rund 43 800 Euro erreichen, statt wie zuletzt 58 400 Euro brutto jährlich.

Asylbewerber, die vor dem 29. März 2023 eingereist sind und eine Qualifikation sowie ein Jobangebot haben, sollen - wenn sie ihren Asylantrag zurücknehmen - eine Aufenthaltserlaubnis als Fachkraft beantragen können. Bislang musste man dafür erst ausreisen und sich dann vom Ausland aus um ein Arbeitsvisum bemühen.

Wer als hochqualifizierte Fachkraft aus dem Nicht-EU-Ausland nach Deutschland kommt, soll künftig nicht nur den Ehepartner und die Kinder mitbringen dürfen, sondern auch Eltern und Schwiegereltern. Voraussetzung für den Familiennachzug ist aber, dass der Lebensunterhalt für die Angehörigen gesichert ist. Sozialleistungen beantragen können die Eltern nicht.

Wie ernst ist die Lage auf dem Arbeitsmarkt?

Aktuell können Deutschlands Unternehmen rund 1,73 Millionen offene Stellen nicht besetzen, so das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in seiner Quartalsabfrage. Allein bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) sind im Oktober 748 665 unbesetzte Stellen gemeldet. Laut der BA liegt derzeit die durchschnittliche abgeschlossene Vakanzzeit, um eine Stelle zu besetzen, bei 153 Tagen. Das spiegele laut BA die Schwierigkeiten vieler Betriebe wider, trotz steigender Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung zeitnah passende Arbeits- und Fachkräfte zu finden.

Was sagen Verbände dazu?

In der Pflege und im Handwerk wird händeringend Personal gesucht. Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) sieht im Gesetz aber keine Lösung für das Fachkräfteproblem. "Einerseits, weil der Fachkräftemangel in den Pflegeberufen weltweit ein Problem ist, andererseits, weil die Rahmenbedingungen für Pflegefachpersonen in Deutschland nicht attraktiv sind", sagte DBfK-Bundesgeschäftsführerin Bernadette Klapper.

"Das beste Gesetz nützt nichts, wenn zu viel Bürokratie zu bewältigen ist, und wenn es an der Umsetzung hapert", sagte der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Jörg Dittrich. Vor allem den kleinen und mittelständischen Betrieben fehle es an konkreten Beratungs- und Unterstützungsmaßnahmen bei der Suche und Rekrutierung handwerklich qualifizierter Fachkräfte im Ausland sowie bei der Integration vor Ort.

Geht das Gesetz weit genug?

Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz weise in die richtige Richtung, sagte Anja Piel, Vorstandsmitglied beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB). "Wo es große Fachkräftelücken gibt, bestehen meist aber auch strukturelle Probleme wie schlechte Bezahlung und schlechte Arbeitsbedingungen." Nun gelte es, vorhandene Potenziale besser auszuschöpfen.

"Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz ist ein wichtiges Willkommens-Signal", teilte die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) mit. Es könne aber nur ein erster Schritt sein. Die Migrationsverwaltung sei schon jetzt völlig überlastet. "Arbeitskräfte, die bereits einen Arbeitsvertrag haben und morgen anfangen könnten, warten monatelang darauf loszulegen."

Wie groß ist das Interesse?

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) bietet Beratungen für Menschen im Ausland an, die sich für eine Arbeit in Deutschland interessieren. Im vergangenen Jahr gab es nach Angaben des BAMF 71 409 Beratungen zur Fachkräfteeinwanderung - eine Steigerung von 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Deutschland sei - trotz der schwierigen Sprache - bei Fachkräften im Ausland sehr beliebt, sagte Sekou Keita vom IAB. In Umfragen lande Deutschland häufig auf dem dritten Platz, knapp hinter Kanada und den USA. "Deutschland zehrt sehr vom Image der starken Wirtschaft mit guten beruflichen Möglichkeiten", sagte Keita.

PSI vollzieht den Generationswechsel im Vorstand

Mi, 15.11.2023, 15:01: Im Rahmen des am 15. Mai 2023 angekündigten Generationswechsels im Vorstand hat Robert Klaffus am 1. November 2023 sein Amt als Vorstandsvorsitzender (CEO) der PSI Software SE angetreten. Von 2005 bis 2023 war er in verschiedenen Positionen im Siemens-Konzern tätig, zuletzt als Senior Vice President Operations im Bereich Elektrifizierung.

Für den Aufsichtsratsvorsitzenden Karsten Trippel ist der Generationswechsel im Vorstandsteam ein wichtiger Schritt zur Fortsetzung der langfristigen Wachstumsstrategie des PSI-Konzerns: "Wir sind überzeugt, dass wir mit Robert Klaffus Berufung zum CEO die Weichen für die erfolgreiche Weiterentwicklung der PSI zum modernen integrierten Softwareunternehmen gestellt haben." Robert Klaffus verantwortet die Vorstandsgeschäfte seit dem 1. November 2023 gemeinsam mit Gunnar Glöckner, dem Finanzvorstand (CFO) der PSI.

Der PSI-Konzern entwickelt Softwareprodukte zur Optimierung des Energie- und Materialflusses bei Versorgern und Industrie.

Quelle: PSI

Industrieproduktion in der Eurozone sinkt stärker als erwartet

Mi, 15.11.2023, 11:54: Die Industrieunternehmen aus der Eurozone haben im September weniger produziert. Die Herstellung sank im Vergleich zum Vormonat um 1,1 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat in Luxemburg mitteilte. Analysten hatten im Schnitt einen Rückgang um 1,0 Prozent erwartet. Der Produktionsdämpfer folgt auf einen Anstieg der Fertigung um 0,6 Prozent im August.

Wie es weiter in der Mitteilung hieß, sank die Produktion von Gebrauchsgütern sowie von Verbrauchsgütern. Rückgänge gab es auch bei der Energieproduktion und bei der Fertigung von Vorleistungsgütern, während die Produktion von Investitionsgütern stieg.

Im Jahresvergleich ging die gesamte Produktion im Währungsraum deutlich stärker um 6,9 Prozent zurück. Analysten hatten ein Minus von 6,3 Prozent erwartet. (dpa/jd)

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Bilfinger steigert Quartalsgewinn deutlich

Mo, 13.11.2023, 10:41: Der Industriedienstleister Bilfinger hat im dritten Quartal vor allem dank seines Sparprogramms deutlich mehr verdient. "Wir setzen unsere Strategie um. Dabei liegen die Steigerung von Ebita und Cashflow im Fokus", sagte Vorstandsvorsitzender Thomas Schulz laut Mitteilung. Das Effizienzprogramm sei nahezu abgeschlossen. Zwar sei die Stimmung in einzelnen Branchen, wie der Chemieindustrie, oder Regionen, wie in Deutschland, von Skepsis gekennzeichnet. Bilfinger sei jedoch mit seiner flexiblen Strategie in der Lage, auf kurzfristige Marktentwicklungen zu reagieren. Das Management sei daher zuversichtlich, seine Mittelfrist-Ziele zu erreichen. Die Ziele für das laufende Jahr bestätigte der Vorstand.

Der Umsatz kletterte im dritten Quartal im Jahresvergleich um vier Prozent auf 1,12 Milliarden Euro, wie der Sdax-Konzern in Mannheim mitteilte. Währungsbereinigt legten die Erlöse um sieben Prozent zu.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf den Unternehmenswert (Ebita) legte mehr als die Hälfte auf 57 Millionen Euro zu. Dazu trug auch das erst jüngst aufgelegte Sparprogramm bei. Die dazugehörige Marge verbesserte sich von 3,4 Prozent im Vorjahr auf 5,1 Prozent. Unter dem Strich blieb in den drei Monaten bis Ende September ein Gewinn von 37 Millionen Euro nach 22 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. (dpa)

Podcast: VDMA-Vizepräsident Kawlath zur Lage im Maschinenbau

Continental setzt in Automotive-Sparte den Rotstift an

Mo, 13.11.2023, 07:53: Continental will die schwächelnde Autozuliefersparte laut einem Bericht mit einer Verschlankung der Verwaltung wieder profitabel machen. In der Automotive-Sparte, in der auch die Geschäfte mit Displays und Fahrassistenzsystemen gebündelt sind, sollen weltweit rund 5.500 Stellen abgebaut werden, über 1.000 davon an den rund 30 deutschen Standorten, wie das 'Manager Magazin' am Sonntag unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen berichtete. Das wären knapp drei Prozent der über 200.000 Conti-Mitarbeiter. Der Schritt soll einige Hundert Millionen Euro sparen. Ein Sprecher von Continental sagte auf Anfrage, Gerüchte würden nicht kommentiert. Das Unternehmen prüfe aber "weitere Maßnahmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmensbereichs Automotive".

Dies schließt laut dem Sprecher mögliche Veränderungen in Verwaltungsstrukturen ein, um künftig schnellere und agilere Entscheidungen zu ermöglichen und die Kostenseite zu entlasten. Entsprechende Maßnahmen würden geprüft. Ob es bereits eine Entscheidung gebe, konnte er nicht sagen.

Treffen wird es laut dem 'Manager Magazin' denn auch vor allem die Verwaltung, Produktion und Entwicklung sind offenbar zunächst ausgenommen. Die Pläne sollen an diesem Montag in einem Webcast mit den Mitarbeitern vorgestellt werden.

Mit dem Schritt wolle der seit Mai amtierende Automotive-Spartenchef Philipp von Hirschheydt ab 2025 jährlich 400 Millionen Euro Kosten einsparen, schreibt das Magazin weiter. Bereits 2024 sollen rund 200 Millionen Euro erreicht werden.

So solle die größte Conti-Sparte mit ihren gut 100.000 Beschäftigten und zuletzt 18,3 Milliarden Euro Jahresumsatz wieder auf einen profitablen Kurs kommen. (dpa)

Erdgasspeicher in Deutschland sind voll: 100-Prozent-Marke erreicht

Als Russland im Sommer 2022 den wichtigsten Gashahn zudrehte, war die Sorge groß, dass im Winter zu wenig Erdgas da sein könnte. Doch so weit kam es nicht. Eine wichtige Rolle für die Gasversorgung spielen weiterhin die Gasspeicher. Sie sind mittlerweile erneut randvoll.

Die Erdgasspeicher in Deutschland haben am Sonntagmorgen die 100-Prozent-Marke erreicht. Der Füllstand lag bei 100,03 Prozent, wie am Sonntagabend aus vorläufigen Daten des europäischen Gasspeicherverbands GIE hervorging. Die Menge des in den Speichern gelagerten Erdgases entspricht bei 100 Prozent Füllstand nach früheren Angaben der Bundesregierung etwa dem Verbrauch von zwei bis drei durchschnittlich kalten Wintermonaten.

Der Speicherverband GIE gab die gespeicherte Erdgas-Menge mit 254,92 Terawattstunden an. Zum Vergleich: Im Januar und Februar 2023 wurden laut Bundesnetzagentur in Deutschland insgesamt gut 196 Terawattstunden Erdgas verbraucht. Zur weiteren Einordnung: Im gesamten Jahr 2022 wurden in Deutschland laut Bundesnetzagentur insgesamt 847 Terawattstunden Erdgas verbraucht. Eine Terawattstunde sind eine Milliarde Kilowattstunden.

Behördenpräsident Müller: "Eine gute Nachricht"

Der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, zeigte sich erfreut: "Es ist eine gute Nachricht, dass die Speicher nun zu 100 Prozent gefüllt sind. Wir sind viel besser vorbereitet auf den Winter als wir es im letzten Jahr waren", sagte Müller der Deutschen Presse-Agentur dpa. Für eine vollständige Entwarnung sei es aber zu früh. "Wir bitten die Menschen, sich weiter genau zu überlegen, welcher Verbrauch sich einsparen lässt." Wer Gas sparsam verbrauche, könne auch im kommenden Winter viel Geld sparen. "Ein Durchschnittshaushalt hat durch achtsamen Gasverbrauch im letzten Jahr rund 440 Euro gespart."

Speicherbetreiber lehnen weitergehende Pflichten ab

"Mit der erneut vollständigen Befüllung sind die Betreiber und Nutzer der Gasspeicher ihrer Verantwortung für eine sichere Gasversorgung im Winter umfassend nachgekommen", sagte der Geschäftsführer des Speicherverbandes Initiative Energien Speichern (Ines), Sebastian Heinermann der dpa. Er hoffe, dass dies in der Politik Vertrauen schaffe, so dass von weiteren Eingriffen in die Speichernutzung abgesehen werden könne. Heinermann verwies in diesem Zusammenhang auf aktuelle Vorschläge der Bundesregierung zur Änderung des Gasspeichergesetzes. Diese sähen weitergehende Pflichten für Speicherbetreiber und -nutzer vor. Für den Winter bedeute die erneut vollständige Befüllung, dass unter den aktuellen Bedingungen nur noch extrem kalte Temperaturen zu einer Gasmangellage führen könnten.

Deutschland erhält Erdgas aus zahlreichen Ländern

Im Oktober importierte Deutschland nach Angaben der Netzagentur insgesamt gut 74 Terawattstunden Erdgas. Zuletzt kam das Erdgas durch Pipelines vor allem aus Norwegen, Belgien und den Niederlanden. Kleinere Mengen flossen aus Frankreich, Österreich, der Schweiz und über die neuen Flüssigerdgas-Terminals an den deutschen Küsten in das deutsche Fernleitungsnetz. Über die Ostseepipeline Nord Stream 1 war zuletzt am 30. August 2022 Erdgas aus Russland nach Deutschland gekommen.

Gasspeicher wurden 2023 schneller befüllt

Die Gasspeicher sind in diesem Jahr schneller befüllt worden als im vergangenen Jahr. 2022 waren 100 Prozent am Morgen des 14. November registriert worden. Eine 2022 während der Gaskrise eingeführte Verordnung sieht unter anderem vor, dass die Speicher am 1. November zu mindestens 95 Prozent gefüllt sein müssen. Am 1. Februar müssen sie noch zu 40 Prozent gefüllt sein. Die 95 Prozent waren bereits am 26. September erreicht worden.

Die Gasspeicher gleichen Schwankungen beim Gasverbrauch aus und bilden damit ein Puffersystem für den Markt. Im Winter nehmen die Füllstände üblicherweise ab, nach dem Ende der Heizperiode wieder zu.

Der größte deutsche Speicher im niedersächsischen Rehden verzeichnete am Sonntagmorgen einen Füllstand von 99,3 Prozent. Auch EU-weit sind die Speicher fast voll. Laut GIE lag der Füllstand bei fast 99,6 Prozent.

Kühlt das Gas ab, passt mehr in die Speicher

Warum der Füllstand auch mehr als 100 Prozent betragen kann, erklärt der Speicherverband Ines so: Die Speicherbetreiber gäben das Fassungsvermögen von Gasspeichern unter normalen Bedingungen mit 100 Prozent an. "Wird Gas unter optimalen Voraussetzungen eingespeichert, kann das zu einer Erhöhung der Speichermöglichkeiten führen", erklärte Heinermann. So sinke das Volumen von Erdgas, wenn seine Temperatur abnehme. "Hat also das gespeicherte Gas nach der Verdichtung zur Einspeicherung Zeit, um abzukühlen, dann lässt sich am Ende mehr Gas in einem Speicher lagern."

Quelle: DPA

Schwacher September: Deutschlands Exporte gesunken

Deutschlands Exporteure haben die Schwäche der Weltwirtschaft auch im September zu spüren bekommen. Die Ausfuhren von Waren "Made in Germany" sanken sowohl im Vergleich zum Vormonat als auch zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Exportiert wurden demnach Waren im Wert von 126,5 Milliarden Euro. Das waren 7,5 Prozent weniger als im September 2022. Zum August 2023 gab es ein Minus von 2,4 Prozent.

Die Exportbilanz für die ersten neun Monate fiel dank eines positiven Jahresauftakts besser aus: Der Wert der ausgeführten Waren stieg binnen Jahresfrist leicht um 0,1 Prozent auf 1.177,8 Milliarden Euro.

Noch deutlicher als die Ausfuhren verringerten sich innerhalb eines Jahres im September die Importe mit einem Rückgang um 16,6 Prozent auf 110,0 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vormonat sanken sie um 1,7 Prozent.

Im vergangenen Jahr hatte der deutsche Außenhandel auch wegen teils deutlicher Preiserhöhungen ein Rekordergebnis erzielt. Genau beziffern lassen sich die Effekte allerdings nicht, da die Statistiker keine preisbereinigten Daten zum Außenhandel erheben. (dpa)

Boeings Teile-Website nach Cyberangriff offline

Eine Boeing-Website, über die der US-Flugzeugbauer unter anderem Ersatzteile verkauft, ist am Donnerstag nach einer Online-Attacke offline gegangen. Boeing teilte im Text auf der Seite mit, es habe einen "Cyber-Vorfall" in dem Geschäftsbereich gegeben. Die Flugsicherheit werde davon nicht beeinträchtigt.

Wenige Stunden zuvor hatte die Hackergruppe Lockbit im Darknet einige Daten veröffentlicht, die nach ihren Angaben von Boeing stammen. Die Hacker hatten nach eigenen Angaben versucht, den Konzern zu erpressen. Sie drohten, erbeutete Informationen zu veröffentlichen, wenn Boeing bis 2. November nicht bezahle. Von Boeing gab es am Donnerstag zunächst keine weiteren Informationen zu dem Vorfall. (dpa)

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Als Cybersecurity bezeichnet man Maßnahmen zum Schutz von Computersystemen, Netzwerken und Daten vor unbefugtem Zugriff, Missbrauch oder Schäden. Dies umfasst Technologien, Prozesse und Verfahren zur Überwachung und Verteidigung gegen Cyber-Bedrohungen wie Hackerangriffe, Datendiebstahl, Malware und andere Formen von Cyberkriminalität.
(Bild: NightCafe Creator)

Was ist Cybersecurity?

Als Cybersecurity bezeichnet man Maßnahmen zum Schutz von Computersystemen, Netzwerken und Daten vor unbefugtem Zugriff, Missbrauch oder Schäden. Dies umfasst Technologien, Prozesse und Verfahren zur Überwachung und Verteidigung gegen Cyber-Bedrohungen wie Hackerangriffe, Datendiebstahl, Malware und andere Formen von Cyberkriminalität.

Trübe Neun-Monats-Bilanz: Deutlich weniger Aufträge im Maschinenbau

Die Durststrecke im deutschen Maschinenbau hält an. Auch im September gingen bereinigt um Preiserhöhungen (real) weniger Bestellungen ein als ein Jahr zuvor. In den ersten neun Monaten verbuchte die exportorientierte Branche einen Rückgang beim Auftragseingang von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, wie der Maschinenbauverband VDMA am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. "Die Folgen von hoher Inflation und Verunsicherung durch Kriege und anderen geopolitischen Verwerfungen zeigen sich mehr oder weniger deutlich in allen Märkten", erläuterte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers.

Im September blieben die Bestellungen real um 13 Prozent unter dem Wert des Vorjahresmonats. Der Auftragseingang aus dem Inland sank um 15 Prozent, die Nachfrage aus dem Ausland fiel um 13 Prozent. "Leider drücken die nicht enden wollenden schlechten Nachrichten weiterhin auf die Investitionslaune der Kunden weltweit", sagte Wiechers. Hinzu kommt: "Das Weltwirtschaftswachstum, unser Treiber Nummer eins, ist schwach."

Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht in diesem Jahr von einem Wachstum der Weltwirtschaft von 3,0 Prozent aus. Für das kommende Jahr erwartet der IWF nach seiner jüngsten Prognose ein Plus von 2,9 Prozent. Damit die Kunden weltweit in neue Maschinen und Anlagen investierten, sei eigentlich ein Wachstum von mehr als drei Prozent, erforderlich, sagte Wiechers.

Im Gesamtjahr 2023 rechnete der Maschinenbauverband wegen der Auftragsflaute zuletzt mit einem realen Rückgang der Produktion um 2,0 Prozent. Auch im kommenden Jahr wird ein Minus von 2,0 Prozent erwartet. (dpa)

VDA-Umfrage: Jeder dritte Zulieferer plant Investitionsverlagerung

Bürokratische Hürden und hohe Energiekosten belasten nach Darstellung der Autobranche auch die Zulieferer und beeinflussen deren Investitionspläne. Bei einer Umfrage des Verbands der Automobilindustrie (VDA) unter mittelständischen Mitgliedern gab mehr als ein Drittel der Betriebe an, geplante Investitionen aus Deutschland ins Ausland zu verlagern. Ihr Anteil habe sich von 22 Prozent bei einer ähnlichen Umfrage vor rund einem Jahr auf nun 35 Prozent erhöht, teilte der VDA am Mittwoch mit. Investitionsziele sind demnach vor allem andere EU-Länder, aber auch Asien und die USA. Weitere 14 Prozent gaben demnach an, Investitionen ganz zu streichen.

Der VDA warnt vor einem Attraktivitätsverlust des Wirtschaftsstandorts Deutschland. "Dass immer mehr Unternehmen Investitionen ins Ausland verlagern, ist ein Warnsignal für Berlin", betonte VDA-Präsidentin Hildegard Müller. "Es gilt, gegenzusteuern und regulatorisches Klein-Klein durch langfristige Strategien für mehr Wettbewerbsfähigkeit zu ersetzen."

Nötig seien konkrete Maßnahmen, um den Strompreis für die Industrie zu senken und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen im Ausland zu stärken. Rund ein Viertel der befragten mittelständischen Unternehmen rechnet der Umfrage zufolge für das kommende Jahr mit einer Verschlechterung der aktuellen Situation. (dpa)

Ford schließt sein Aachener Forschungszentrum Mitte 2024

Bei seiner personellen Schrumpfkur in Europa gibt der US-Autobauer Ford sein Forschungszentrum in Aachen bis Mitte 2024 auf und verlagert Stellen nach Köln. Wie schon zu Jahresbeginn angekündigt, werde man "Kräfte bündeln müssen, um im globalen Wettbewerb möglichst flexibel agieren zu können", heißt es in einem Schreiben von Ford-Deutschlandchef Martin Sander an die Belegschaft, das der dpa vorliegt. "Daher werden wir die verbleibenden Tätigkeiten des Ford Research & Innovation Center in Aachen künftig in die entsprechenden Bereiche in Köln integrieren." Einige Stellen sollen wegfallen.

Der kleine, 1994 eröffnete Standort in Aachen hatte zuletzt noch gut 200 Stellen. In Köln waren es zu Jahresbeginn knapp 14.000 gewesen. Ford ist im Umbruch, die Produktion seines langjährigen Kleinwagen-Klassiker Fiesta hat das Unternehmen im Sommer eingestellt. Mit Milliardeninvestitionen baut der Konzern seinen Kölner Standort um, damit dort im großen Stil Elektroautos gebaut werden können. Entwicklungskompetenzen gibt der seit 1930 in Deutschland tätige Konzern an seine US-Zentrale ab, daher wird hierzulande der Rotstift angesetzt und die Zahl der Stellen sinkt. (dpa)

Triebwerksrückruf reißt MTU tief in die roten Zahlen

Fr, 27.10.2023, 8:38: Die Qualitätsprobleme bei Antrieben für den Airbus-Mittelstreckenjet A320neo haben dem Triebwerksbauer MTU im dritten Quartal einen herben Verlust eingebrockt. Wegen einer Sonderbelastung von einer Milliarde Euro für den Rückruf der Getriebefan-Triebwerke stand unter dem Strich ein Verlust von 568 Millionen Euro, wie der Dax-Konzern mitteilte. MTU baut das Triebwerk zusammen mit seinem größeren Partner Pratt & Whitney aus den USA, der bei der Herstellung der Turbinenscheiben ein problematisches Metallpulver verwendet hat. Wegen der Inspektionen müssen in den kommenden Jahren jeweils hunderte Airbus-Jets weltweit am Boden bleiben.

Ohne die Kosten des Triebwerksrückrufs sieht MTU-Chef Lars Wagner das Münchner Unternehmen jedoch auf Kurs. Bereinigt um die Sonderbelastung von einer Milliarde Euro soll der Umsatz in diesem Jahr wie geplant auf 6,1 bis 6,3 Milliarden Euro klettern. Der ebenfalls bereinigte operative Gewinn vor Zinsen und Steuern (bereinigtes Ebit) soll mit gut 800 Millionen Euro einen Rekordwert erreichen. Einschließlich der Sonderbelastung dürfte das operative Ergebnis jedoch in den roten Zahlen landen. (dpa)

Intel überrascht mit Ergebnis und Ausblick positiv

Fr, 27.10.2023, 8:26: Silberstreif am Horizont der zuletzt kriselnden Halbleiterbranche: Nach zuletzt negativen Nachrichten von einigen Chipherstellern und Ausrüstern liefert ausgerechnet der in den vergangenen Jahren im Schatten vieler anderer Unternehmen stehende Branchenveteran Intel eine positive Überraschung - damit nimmt das Comeback des 1968 gegründeten Unternehmens immer konkretere Formen an. Intel peilt im laufenden letzten Jahresabschnitt dank einer anziehenden Nachfrage, Fortschritten beim Umbau der Produktion und dem Boom rund um Angebote mit sogenannter Künstlicher Intelligenz endlich mal wieder mit einem Umsatzplus. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn soll sich weiter verbessern.

In den drei Monaten bis Ende Dezember werde ein Erlös zwischen 14,6 Milliarden Dollar und 15,6 Milliarden Dollar (bis zu 14,8 Milliarden Euro) angepeilt, teilte das im US-Leitindex Dow Jones notierte Unternehmen am Donnerstag nach Börsenschluss mit. In der Mitte der Spanne wäre das ein Plus von acht Prozent im Vergleich zum vierten Quartal 2022. Im dritten Quartal sank der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um acht Prozent auf 14,2 Milliarden Dollar.

Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn zog im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent auf 1,7 Milliarden Dollar an. Im laufenden vierten Quartal soll der bereinigte Gewinn weiter steigen. Das Ergebnis des dritten Quartals fiel besser aus, als von Experten im Schnitt erwartet. Auch die Prognose überraschte positiv. Die Aktie zog nachbörslich deutlich an und baute damit die bisherigen Jahresgewinne aus. Trotz der jüngsten Erholung gab der Kurs der Intel-Aktie in den vergangenen Jahren deutlich nach. Intel fiel deswegen beim Börsenwert deutlich hinter Unternehmen wie AMD oder Nvidia zurück. (dpa)

maschinenbau-Gipfel Salon
(Bild: mi-connect)

Kommen Sie zum Maschinenbau-Gipfel Salon!

Der Maschinenbau-Gipfel ist richtungsweisend und impulsgebend für die gesamte Branche. Damit Sie nicht ein ganzes Jahr auf spannende Diskussionen verzichten müssen, laden wir Sie zu unserem Networking-Format "Maschinenbau-Gipfel Salon" mit anschließendem Catering ein – live vor Ort oder digital.

 

Der nächste Maschinenbau-Gipfel Salon findet am 23. April auf der Hannover Messe in Präsenz oder digital in unserer Community-App statt. Das Thema: "Generation Z und der Maschinenbau - zwischen Mythos und Realität"

 

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Update: Siemens Energy spricht mit Bund über Staatshilfen

Siemens Energy spricht mit dem Bund über mögliche staatliche Bürgschaften. Der Konzern bestätigte am Donnerstag entsprechende Berichte. Man führe "Vorgespräche mit unterschiedlichen Parteien, darunter Partnerbanken von Siemens Energy sowie der Bundesregierung, um den Zugang zu einem wachsenden Volumen an Garantien sicherzustellen, die das erwartete starke Wachstum ermöglichen", hieß es vom Energietechnikkonzern. Ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums sagte, die Bundesregierung sei "in engen und vertrauensvollen Gesprächen" mit dem Unternehmen. Die Gespräche dauerten an, daher könne man Details nicht kommentieren.

Laut 'WirtschaftsWoche' soll es um Bürgschaften zu Krediten von bis zu 15 Milliarden Euro gehen. Das Magazin beruft sich dabei auf Finanzkreise. Siemens Energy kommentierte die Summe nicht. Auch der 'Spiegel' berichtete über den Vorgang, nennt aber andere Summen. Laut 'WirtschaftsWoche' sollen die Bürgschaften einem Szenario vorbeugen, in dem Banken für Projekte wichtige Kreditlinien von Siemens Energy verteuern oder ganz streichen.

Als Grund für den steigenden Garantiebedarf für langfristige Projekte nennt Energy ein starkes Wachstum des Auftragseingangs - insbesondere im gut laufenden Nicht-Windkraft-Bereich. "Das enorme Tempo der Energiewende sorgt für eine hohe Nachfrage nach unseren Technologien, unser Auftragsbestand liegt bei 110 Milliarden Euro", betonte ein Sprecher. "Diese an sich positive Entwicklung, führt dazu, dass wir in größerem Ausmaß Garantien an unsere Kunden vergeben müssen. Das ist eine Herausforderung für alle Unternehmen. Wir bringen daher Maßnahmen zur Stärkung unserer Bilanz auf den Weg und führen auch Gespräche mit der Bundesregierung, wie wir Garantiestrukturen im schnell wachsenden Energiemarkt sicherstellen können."

Gleichzeitig betonte Siemens Energy, dass seine Ergebnisse für das im September abgelaufenen Geschäftsjahr im Rahmen der Prognose liegen werden. Das bedeutet allerdings einen Milliardenverlust.

Siemens Energy kämpft mit Problemen in seiner Windkraftsparte. Für bestimmte Anlagen an Land nimmt diese vorerst keine weiteren Aufträge an, weswegen die Zahlen dort im kommenden Jahr laut Energy voraussichtlich unter den Erwartungen liegen werden. Andere Geschäftsfelder laufen dagegen gut.

Bei Anlegern kamen die Nachrichten schlecht an: Schon im frühen Handel hatte die Energy-Aktie deutlich Federn gelassen, nach der offiziellen Bestätigung sackte sie um fast 36 Prozent ab. (dpa)

Berichte: Siemens Energy spricht mit Bund über Milliardenbürgschaften

Do, 26.10.2023, 9:11: Siemens Energy verhandelt Berichten zufolge mit dem Bund über staatliche Bürgschaften in Milliardenhöhe. Laut 'WirtschaftsWoche' soll es um Bürgschaften zu Krediten von bis zu 15 Milliarden Euro gehen. Das Magazin beruft sich dabei auf Finanzkreise. Ein Siemens-Energy-Sprecher kommentierte den Bericht am Donnerstagmorgen nicht. Auch der 'Spiegel' berichtet über den Vorgang, nennt aber niedrigere Summen.

Laut 'WirtschaftsWoche' sollen die Bürgschaften einem Szenario vorbeugen, in dem Banken für Projekte wichtige Kreditlinien von Siemens Energy verteuern oder ganz streichen. Siemens Energy kämpft mit Problemen in seiner Windkraftsparte, für das Ende September abgelaufene Geschäftsjahr wird ein Milliardenverlust erwartet. Andere Geschäftsfelder laufen dagegen gut und die Orderbücher sind dick gefüllt.

Bei Anlegern kam die Nachricht schlecht an: Im frühen Handel knickten die Papiere des Energietechnikunternehmens deutlich ein. (dpa)

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Schneider Electric profitiert weiter von hoher Nachfrage nach Energietechnik

Do, 26.10.2023, 8:31: Die anhaltend hohe Nachfrage nach Technik zum Energiesparen treibt den französischen Konzern Schneider Electric weiter an. Im dritten Quartal sei der Umsatz aus eigener Kraft, also vor den Effekten aus Währungsumrechnungen sowie Zu- und Verkäufen, um knapp zwölf Prozent auf 8,8 Milliarden Euro geklettert, teilte das im EuroStoxx 50 notierte Technologieunternehmen mit. Das Wachstum fiel damit höher aus, als von der Nachrichtenagentur Bloomberg erfasste Experten im Schnitt erwartet hatten.

Mit einem organischen Umsatzplus von fast 17 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro fiel das Wachstum vor allem in Nordamerika, dem wichtigsten Markt des Unternehmens, besonders hoch aus. Da der Euro im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahr deutlich stärker war, blieb in der ausgewiesenen Gewinn- und Verlustrechnung nichts von dem organischen Wachstum übrig. In Euro gemessen stagnierte der Erlös. Der in einigen Bereichen mit Siemens konkurrierende Konzern bestätigte zudem die im Sommer erhöhte Prognose für das laufende Jahr.

Schneider Electric ist an der Börse derzeit rund 80 Milliarden Euro wert und zählt damit zu den wertvollsten Unternehmen der Eurozone. (dpa)

Fachkongress Fabrikplanung

Fachkongress Fabrikplanung
(Bild: narong - stock.adobe.com)

Auf dem 20. Fachkongress Fabrikplanung treffen sich unter anderem Fabrikplaner:innen, Werksleiter:innen und Ingnieur:innen, um über die Herausforderungen der Branche zu diskutieren.

  • 13. und 14. November 2024 in Ludwigsburg
  • Vorträge und Workshops für die Teilnehmenden

Weitere Informationen: Hier klicken!

Dassault Systèmes bekräftigt Ziele für 2023

Do, 26.10.2023, 8:18: Dassault Systèmes gab am Mittwoch die ungeprüften IFRS-Finanzergebnisse für das dritte Quartal mit Ende 30. September bekannt. Der positive Trend aus dem bisherigen Geschäftsjahr setzt sich weiter fort. Softwareumsatz, wiederkehrende Umsätze sowie der Umsatz im Lizenzbereich stiegen deutlich, während die operative Gewinnspanne erneut über den Erwartungen lag.

Der Softwareumsatz stieg im dritten Quartal um zwölf Prozent und übertraf damit das obere Ende der angestrebten Zielspanne. Das Wachstum im Bereich der wiederkehrenden Umsätze beschleunigte sich weiter und betrug im dritten Quartal 18 Prozent. Dazu trugen in erster Linie der zunehmende Anteil großer Abschlüsse im Bereich der 3D Experience Plattform sowie die breite Nutzung des Lizenzmodells bei. Beim Umsatz im Lizenzbereich war ebenfalls ein starker Zuwachs von 20 Prozent zu verzeichnen. Bemerkenswert war vor allem die Steigerung um 46 Prozent bei den Umsätzen, die mit der 3D Experience Plattform erzielt wurden.Dassault Systèmes verbuchte im dritten Quartal 2023 eine operative Gewinnspanne auf Nicht-IFRS-Basis von 31 Prozent. Damit ergibt sich, ohne Berücksichtigung von Wechselkurseffekten, eine Verbesserung um 50 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Gewinn pro Aktie einschließlich aller Umtauschrechte (diluted EPS) auf Nicht-IFRS-Basis stieg wie berichtet um sieben Prozent auf 0,28 Euro. Das entspricht einem Plus von 20 Prozent bei konstanten Wechselkursen und übertraf damit die Geschäftsziele.

Für das laufende Geschäftsjahr 2023 bekräftigte das Unternehmen noch einmal das angestrebte Umsatzwachstum von 8 bis 9 Prozent. Das (Non-IFRS) Ziel beim Gewinn pro Aktie (diluted EPS) wurde nach oben korrigiert und soll bei 1,19 bis 1,21 Euro liegen. Das Unternehmen ist damit nach eigener Aussage auf dem Weg, den Fünfjahresplan zur Verdopplung des Gewinns pro Aktie bis 2023 wie geplant zu erfüllen. (Dassault Systèmes)

Neuer Schwung für Windkraft in Europa durch EU-Kommission

Di, 24.10.2023, 10:05: Die EU hat ambitionierte Ziele für die Windenergie. Die Kommission will mit verschiedenen Maßnahmen anschieben. Denn lange Genehmigungsverfahren, steigende Rohstoffkosten, billigere Turbinen aus dem Ausland und Inflation: Vieles macht der Windenergieindustrie in Europa derzeit zu schaffen.

Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nennt die Windindustrie der Staatengemeinschaft 'eine europäische Erfolgsgeschichte', die derzeit aber vor «einer einzigartigen Mischung von Herausforderungen» stehe. Tatsächlich hängt die EU beim Ausbau der Windkraft im globalen Vergleich hinterher.

Was die Kommission machen will

Die Brüsseler Behörde will an verschiedenen Punkten ansetzen. Um die Genehmigungsprozesse zu beschleunigen, plant sie etwa ein Online-Tool, das die Mitgliedsstaaten bei Genehmigungsverfahren unterstützt. Das geht aus einem Entwurf für den Aktionsplan hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Dem Entwurf zufolge soll das Tool etwa Antworten auf häufig gestellte praktische Fragen der Länder geben, die im Zusammenhang mit der Umsetzung der überarbeiteten Genehmigungsvorschriften bestehen. Generell sollen die Verfahren dem Entwurf zufolge deutlich stärker digitalisiert werden.

Auch die Auktionsverfahren sollen verändert werden. Hier sieht Zipf vom Industrieverband den größten Hebel. Bislang darf in der Regel derjenige Projektentwickler einen Windpark bauen, der bei einer Auktion den niedrigsten Preis bietet. Dem Entwurf der Kommission zufolge sollen künftig auch andere Faktoren berücksichtigt werden - etwa Nachhaltigkeit, der Schutz von Umwelt und Meeresboden und Lieferfähigkeit. Andere Kriterien wie beispielsweise Cybersicherheit will die Kommission verpflichtend machen.

Der Grünen-Europaabgeordnete Michael Bloss sagte mit Blick auf die Pläne der Kommission, Europa müsse nun den Booster einschalten. "Europa darf nicht länger zurückbleiben, während die USA und China den Windenergie-Sektor dominieren." Es brauche Vorfahrt für die Windkraft - etwa einfachere Genehmigungen, weniger Bürokratie, europäische Produktion und Ausbau der Offshore-Infrastruktur. Allein auf den Markt zu setzen sei naiv angesichts der mächtigen Wettbewerber.

Quelle: DPA

Maschinenbauer Dürr senkt Prognose für 2024

Mo, 23.10.2023, 09:42: Dürr hat die Prognose für 2024 wegen schwacher Geschäfte mit der Holzbearbeitung gesenkt. Eine positive Margenentwicklung in den anderen Geschäftsbereichen werde den Ergebnisrückgang des bei Homag gebündelten Holzbearbeitungsgeschäfts wohl nicht kompensieren können, teilte der Konzern vergangene Woche in Bietigheim-Bissingen mit.

Wegen des stark rückläufigen Auftragseingangs infolge des anhaltenden Abschwungs im Markt für Holzbearbeitungsmaschinen soll die Marge des Konzerns gemessen am Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) vor Sondereffekten im kommenden Jahr bei 4,5 bis 6,0 Prozentliegen - bei einem Umsatzwachstum von 5 bis 10 Prozent. Die bisher für 2024 prognostizierte Marge von 8 Prozent setze eine Geschäftserholung in der Holzbearbeitung voraus und werde frühestens für 2026 erwartet, hieß es.

Dürr will deshalb nun Maßnahmen erarbeiten, um die Kosten zu senken. Damit solle sichergestellt werden, dass die um Sondereffekte bereinigte operative Marge in diesem Geschäft nächstes Jahr nicht unter zwei Prozent sinkt. Das Management plane neben dem verstärkten Einsatz flexibler Arbeitszeitinstrumente auch die Verringerung der Kapazitäten, hieß es. Die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern sollen in den kommenden Wochen geführt werden. Konkrete Informationen sollen laut Dürr "zeitnah" bekannt gegeben werden. (dpa/jd)

Tesla verfehlt Erwartungen mit Quartalszahlen

Tesla hat mit den Zahlen für das vergangene Quartal die Markterwartungen verfehlt. Der Elektroauto-Hersteller steigerte zwar den Umsatz im Jahresvergleich um neun Prozent auf 23,35 Milliarden US-Dollar (rund 22,15 Milliarden Euro). Doch Analysten hatten im Schnitt mit gut 24 Milliarden US-Dollar gerechnet. Der Gewinn sank im Jahresvergleich um 44 Prozent auf 1,85 Milliarden US-Dollar.

Tesla hatte zuletzt mehrfach die Preise gesenkt, um die Nachfrage anzukurbeln. Die Auslieferungen sanken im vergangenen Quartal unter anderem wegen geplanter Auszeiten zur Modernisierung von Fabriken.

Zugleich bekräftigte Tesla das Auslieferungsziel von rund 1,8 Millionen Fahrzeugen in diesem Jahr. Der von Tech-Milliardär Elon Musk geführte Hersteller bestätigte auch, dass die ersten Wagen des Elektro-Pickups Cybertruck im laufenden Quartal ausgeliefert werden sollen. Die Aktie legte im nachbörslichen Handel zeitweise um gut ein Prozent zu. (dpa)

SAP bestätigt Prognose

Do, 19.10.2023, 10:01: Europas größter Softwarehersteller SAP sieht sich nach deutlichen Zuwächsen im dritten Quartal auf Kurs zu den Jahreszielen. Firmenchef Christian Klein rechnet trotz der schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen und zunehmender geopolitischer Spannungen mit einem Umsatzplus und einem deutlichen Anstieg des operativen Gewinns. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern soll 2023 währungsbereinigt im Vergleich zum Vorjahreswert von knapp acht Milliarden Euro um 8 bis 12 Prozent zulegen, teilte der Konzern am Mittwochabend nach US-Börsenschluss mit.

Bei den Cloud- und Softwareerlösen peilt Klein einen währungsbereinigten Wert zwischen 27,0 Milliarden Euro und 27,4 Milliarden Euro an - das wäre eine um Währungseffekte bereinigte Wachstumsrate von sechs bis acht Prozent. (dpa)

Erster Raketenstart in deutscher Nordsee für April 2024 geplant

Mi, In der deutschen Nordsee ist für April 2024 der erste Start einer Rakete geplant. Das kündigte Siegfried Russwurm, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), am Mittwoch auf einem Weltraumkongress des BDI in Berlin an. Im Rahmen einer Demo-Mission solle erstmals eine Rakete der niederländischen Firma T-Minus von einer mobilen Startplattform der 'German-Offshore Spaceport Alliance' in der Nordsee abheben. Künftig sollten europäische Microlauncher - das sind Mini-Raketen - von der Plattform starten und Satelliten ins All transportieren. Die Initiative für dieses Vorhaben habe der BDI bei seinem ersten Weltraumkongress vor vier Jahren gestartet.

Die Rakete soll von einem Spezialschiff mit einer Startrampe ins All 'geschossen' werden - das ist dann der deutsche Weltraumbahnhof. Heimathafen des Schiffs soll nach BDI-Angaben Bremerhaven sein. Der Startpunkt für die Rakete befinde sich im sogenannten Entenschnabel der Ausschließlichen Deutschen Wirtschaftszone, etwa 350 Kilometer vor der Küste. Als Entenschnabel wird der entlegenste Winkel dieser Zone bezeichnet, in der Deutschland noch bestimmte Hoheitsrechte hat. Zum Betreiberkonsortium der 'Spaceport Alliance' gehört das Bremer Raumfahrtunternehmen OHB.

Russwurm forderte zugleich von der Bundesregierung größere Ambitionen in der Raumfahrtpolitik. Hintergrund ist 'New Space', eine zunehmende Kommerzialisierung der Raumfahrt. Es gebe große Potenziale, wie auch eine neue Studie der Strategieberatung Roland Berger und des BDI ergeben habe. Russwurm: "In immer mehr Branchen gilt: Wer im All nicht vorne mit dabei ist, wird auf der Erde kein Technologieführer sein." (dpa)

Chinas Wirtschaftswachstum übertrifft Erwartungen

Mi, 18.10.23, 10:21: Chinas Wirtschaft hat sich im dritten Quartal besser entwickelt als erwartet. Wie das Statistikamt in Peking am Mittwoch mitteilte, wuchs die chinesische Wirtschaft im Vergleich zum dritten Quartal des Vorjahres um 4,9 Prozent. Analysten hatten im Schnitt mit einem Wachstum von 4,4 Prozent gerechnet.

Nachdem das Land im Dezember seine strengen Corona-Beschränkungen aufhob, blieb die Erholung hinter den Erwartungen zurück. Die exportgetriebene Wirtschaft leidet vor allem unter der schwachen globalen Nachfrage, dem kriselnden Immobilienmarkt und einem schwachen Binnenkonsum.

Zuletzt gab es jedoch erste Anzeichen für eine Stabilisierung. So schrumpfte der Außenhandel im September weniger stark als erwartet, wie bereits vergangene Woche aus Zolldaten hervorging. Sowohl die Einzelhandelsumsätze als auch die Industrieproduktion belebten sich im September, teilte das Statistikamt am Mittwoch mit. Mit einem Plus von 5,5 beziehungsweise 4,5 Prozent im Jahresvergleich lagen die beide Kennziffern über den Prognosen.

"Insgesamt hat sich die nationale Wirtschaft in den ersten drei Quartalen weiter erholt und verbessert", sagte Sheng Laiyun, stellvertretender Direktor des Pekinger Statistikamtes: "Es ist jedoch auch festzustellen, dass das externe Umfeld komplexer und schwieriger wird, die Binnennachfrage weiterhin unzureichend ist und die Grundlagen für die wirtschaftliche Erholung noch gefestigt werden müssen", so Sheng weiter. Er sei aber 'sehr zuversichtlich', dass China sein Wachstumsziel erreichen werde.

Zusammengerechnet wuchs die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt von Januar bis Ende September um 5,2 Prozent. Das Wachstumsziel der chinesischen Regierung für das Gesamtjahr liegt bei fünf Prozent. Um der Konjunkturflaute entgegenzuwirken, hatte die chinesische Zentralbank erst Anfang der Woche interveniert und dem Bankensystem eine große Geldspritze verliehen. (dpa)

EU-Energieminister debattieren weiter um Strommarktreform

Di, Das Ringen um eine Reform des europäischen Strommarktes geht weiter. Bei einem Treffen an diesem Dienstag in Luxemburg wollen die EU-Minister für Energie weiter über einen Kompromiss beraten. Ob es zu einer Einigung der Länder kommt, ist nach Aussage von EU-Diplomaten offen. Man sei aber nah dran, hieß es.

Mit der Reform des Strommarktes sollen hohe Preise für Verbraucher vermieden und der Ausbau erneuerbarer Energien vorangetrieben werden. Dafür hatte die EU-Kommission im März Vorschläge vorgelegt.

Im Mittelpunkt der Bemühungen stehen neue langfristige Verträge zwischen Regierungen und Stromerzeugern, nach denen der Staat einspringt, wenn der Marktpreis unter einen vereinbarten Preis fällt. Auf diese Weise sollen Anreize für die heimische Erzeugung von sauberem Strom geschaffen werden. Gelten soll dies für Investitionen in erneuerbare Energien und in Kernkraft.

Die Positionen der Länder gingen zuletzt teils weit auseinander. Dabei standen sich bislang vor allem Deutschland und Frankreich gegenüber. Berlin befürchtet, dass eine Bestimmung in der neuen Verordnung, die Subventionen für Atomstrom zulässt, den Wettbewerb in der EU letztlich zum Vorteil von Ländern mit einer großen Atomstromproduktion wie Frankreich verzerren könnte.

Zeitdruck aufgrund der Europawahl

Die EU-Länder stehen mit Blick auf die Europawahl im kommenden Juni unter zunehmendem Zeitdruck, einen gemeinsamen Standpunkt zu finden. Denn: Bevor die neuen Regeln in Kraft treten können, müssen sie sich noch mit dem Europaparlament einigen. Das EU-Parlament hatte sich schon Mitte September auf eine Verhandlungsposition geeinigt.

Wegen extrem gestiegener Strompreise im vergangenen Jahr waren Rufe nach einer Reform des europäischen Strommarktes laut geworden. Grund für die hohen Preise war unter anderem, dass zeitweise rund die Hälfte der französischen Atomkraftwerke ausfiel. Zudem war der Anstieg eine Folge explodierender Gaspreise wegen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine.

Der Strommarkt in der EU funktioniert nach dem sogenannten Merit-Order-Prinzip. Dies bezeichnet die Einsatzreihenfolge der an der Strombörse anbietenden Kraftwerke. Kraftwerke, die billig Strom produzieren können, werden zuerst herangezogen, um die Nachfrage zu decken. Das sind zum Beispiel Windkraftanlagen. Am Ende richtet sich der Preis aber nach dem zuletzt geschalteten, also teuersten Kraftwerk - oft Gaskraftwerke. (dpa)

 

Arbeitgeber kritisieren Staat - "Teile der Ampel hören uns nicht zu"

Di, Energiepreise, Bürokratie, Steuern - die Wirtschaft ist mit dem Standort Deutschland unzufrieden. Arbeitgeberpräsident Dulger legt vor einem großen Treffen am Dienstag schon mal vor.

Kurz vor dem Arbeitgebertag hat Verbandspräsident Rainer Dulger die Ampel-Koalition kritisiert. Arbeitsmarkt, Wirtschaftssystem und Energiepolitik seien in Deutschland überreguliert, sagte der Arbeitgeberpräsident der 'Frankfurter Allgemeinen Zeitung'. Es sei schwer, sich als Unternehmer oder Arbeitnehmer zu entfalten. "Aber Teile der Ampel hören uns nicht zu. Wir erleben einen wirtschaftspolitischen Stillstand in der Zeitenwende - der Zug ist schon zu Beginn der Strecke stehen geblieben."

Dulgers Arbeitgeberverband BDA richtet am Dienstag den Arbeitgebertag aus, zu dem Kanzler Olaf Scholz, CDU-Chef Friedrich Merz, Wirtschaftsminister Robert Habeck und Finanzminister Christian Lindner erwartet werden. Hauptthema dürfte die Konjunkturflaute in Deutschland sein. Die Bundesregierung erwartet für dieses Jahr einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,4 Prozent. Wirtschaftsverbände fordern seit langem Entlastungen für Unternehmen.

Dulger beklagte, die Energiekosten seien auch wegen der Steuern und Abgaben zu hoch. Auch sonst habe Deutschland mit die höchsten Steuern und Lohnzusatzkosten. Die Infrastruktur sei gerade auch im Verkehr marode. Die Digitalisierung der Verwaltung finde noch gar nicht richtig statt. "Schauen Sie, wie weit Polen, Tschechien, Ungarn und das Baltikum ihre Verwaltungsabläufe digitalisiert haben. Das spielt alles in die Angebotsbedingungen eines Standorts hinein", sagte Dulger.

Sozialreport dick wie Frankfurter Telefonbuch

Der Verbandspräsident kritisierte auch die Bürokratie, die aus Brüssel kommt und nannte das Lieferkettengesetz oder die Richtlinie für Sozialreports, die Großunternehmen jährlich erstellen müssen. Allein der Leitfaden für den Sozialreport sei fast so dick wie das Frankfurter Telefonbuch. "Das ist bürokratischer Wahnsinn, was da vor allem aus Brüssel zusätzlich über uns ausgeschüttet wird." Deutschland setze solche Regeln oft viel strenger als im Rest der EU um.

Dulger kritisierte auch die Klimapolitik der Ampel-Koalition. Auf die Frage, ob der Staat nicht Richtung Klimaneutralität umsteuern solle, sagte er: "Eine absterbende Wirtschaft als Kollateralschaden billigend in Kauf zu nehmen, um Klimaschutzziele zu erreichen, hielte ich jedenfalls für grundfalsch." Dies sähen auch viele Menschen so, was nicht zuletzt die Ergebnisse der Ampel-Parteien in den jüngsten Landtagswahlen gezeigt hätten. "Geht es der Wirtschaft schlechter, dann schwächt das den Sozialstaat", sagte der Verbandspräsident. (dpa)

Frau für die Zukunft - Benner will erste IG-Metall-Chefin werden

Christiane Benner ist schon oft vorangegangen. Als erste Frau will sich die 55-Jährige am kommenden Montag (23. Oktober) zur Chefin der IG Metall wählen lassen - Deutschlands größte, mächtigste und männlichste Gewerkschaft, fest verankert in der Automobilindustrie und mit einem Frauenanteil von rund 20 Prozent. Jahrzehntelang wurde die Organisation geführt von machtbewussten Männern wie Franz Steinkühler, Berthold Huber oder zuletzt Jörg Hofmann, der mit 67 Jahren nicht erneut antritt.

Nun also Christiane Benner, bereits seit acht Jahren Hofmanns Stellvertreterin. Seit ihrem Gewerkschaftseintritt im Jahr 1988 hat die einstige Jugendvertreterin eines Metallbetriebs im südhessischen Bensheim die IG Metall aus vielen Perspektiven kennengelernt - und dabei eine bemerkenswerte Vorliebe für schwierige und zukunftsträchtige Themen entwickelt. Nach einem von der Hans-Böckler-Stiftung finanzierten Soziologie-Studium sowie Stationen in Frankfurt und Hannover wurde sie 2008 Bereichsleiterin beim Vorstand, zuständig unter anderem für IT-Kräfte und 'Zielgruppenarbeit'.

Informationstechnologie immer als Treiber begriffen

Diese Gruppen waren unter anderem Frauen, Angestellte, Studenten und Ingenieure und damit recht weit entfernt von der prägenden Gruppe der klassischen Facharbeiter. Benner hat bereits scheinselbstständige Click-Worker organisiert sowie über Kreislaufwirtschaft und künstliche Intelligenz nachgedacht, als das für andere noch weit entfernte Zukunftsmusik war. Sie sagt über sich selbst: "Ich habe die Informationstechnologie immer als Treiber begriffen. Wenn ich verstehe, was bei IBM oder SAP geschieht, dann weiß ich, was in den anderen Betrieben drei oder vier Jahre später passiert."

Manchmal rutscht der Soziologin noch ein Anglizismus wie 'empowern' (befähigen) durch, doch grundsätzlich ist Benner um klare Ansprache nicht verlegen. "Ich muss die Dinge einfach so erklären, dass das ein ganz normaler Mensch auf dem Hallenboden versteht - und kein überkandideltes Zeug." Ihre Organisation mit gut 2,1 Millionen Mitgliedern will sie künftig deutlich sichtbarer machen, in herkömmlichen wie in den sozialen Medien viel präsenter sein. Ihre Vorgänger bevorzugten eher das politische Hinterzimmer statt das grelle Licht der Talkshows, doch Benner sagt: "Ich scheue überhaupt nicht das Licht der Öffentlichkeit." Am kommenden Montag ist es endgültig so weit.

Quelle: DPA

Auftragsplus für deutsche Elektro- und Digitalindustrie im August

Mehr Großaufträge im Inland haben der deutschen Elektro- und Digitalindustrie nach einem zweistelligen Rückgang im Vormonat im August wieder ein leichtes Auftragsplus beschert. Die Bestellungen lagen um 2,4 Prozent über dem Wert des Vorjahresmonats, wie der Verband der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI) mitteilte.

"Hierzu beigetragen haben vor allem die Inlandsorders, die - auch, aber nicht nur - dank Großaufträgen um 13,6 Prozent anzogen", erklärte ZVEI-Chefvolkswirt Andreas Gontermann. Dagegen waren die Bestellungen aus dem Ausland weiter rückläufig: Sie verfehlten den Wert des Vorjahresmonats um 5,8 Prozent.

Von Januar bis einschließlich August lagen die Auftragseingänge um 0,1 Prozent unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Die Erlöse summierten sich in den acht Monaten zusammen nominal - also nicht preisbereinigt - auf 159,9 Milliarden Euro und übertrafen damit den Wert des Vorjahreszeitraums um zwölf Prozent.

Allerdings schwindet die Zuversicht in der Branche mit gut 900.000 Beschäftigten: Die Unternehmen beurteilen nach ZVEI-Angaben sowohl die aktuelle Lage als auch die allgemeinen Geschäftserwartungen ungünstiger als im Vormonat. Nur noch neun Prozent der Unternehmen gehen demnach davon aus, dass sie in den kommenden sechs Monaten mehr Geschäft machen werden. 55 Prozent erwarten gleichbleibende Geschäfte und 36 Prozent weniger Geschäft. (dpa)

Fachkongress Fabrikplanung

Fachkongress Fabrikplanung
(Bild: narong - stock.adobe.com)

Auf dem 20. Fachkongress Fabrikplanung treffen sich unter anderem Fabrikplaner:innen, Werksleiter:innen und Ingnieur:innen, um über die Herausforderungen der Branche zu diskutieren.

  • 13. und 14. November 2024 in Ludwigsburg
  • Vorträge und Workshops für die Teilnehmenden

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Gesamtproduktion in Deutschland gibt weiter nach

Mo, 09.10.2023, 10:22: Die deutsche Industrie entwickelt sich weiter schwach. Im August ging die Gesamtproduktion gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozent zurück, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Analysten hatten im Schnitt einen Rücksetzer um 0,1 Prozent erwartet. Der Rückgang folgt auf ein Minus im Vormonat, das nach neuen Daten mit 0,6 Prozent etwas schwächer ausfällt als bisher bekannt. Allerdings ist die Produktion jetzt schon seit vier Monaten rückläufig.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat ging die Herstellung im August deutlich um 2,0 Prozent zurück. Auch im Dreimonatsvergleich von Juni bis August deutet die Produktion mit einem Minus von 1,9 Prozent klar nach unten. Für das dritte Quartal stehe damit bisher ein Minus von etwa eineinhalb Prozent gegenüber dem Durchschnitt des zweiten Quartals zu Buche, kommentierte Commerzbank-Fachmann Ralph Solveen. Dies stütze die Erwartung, dass die deutsche Wirtschaft im dritten Quartal wieder geschrumpft sei.

Die deutsche Industrie leidet schon seit einiger Zeit unter einer Vielzahl von Problemen. Dazu zählt vor allem die schwächelnde Weltwirtschaft, die der stark exportorientierten Industrie Deutschlands besonders zu schaffen macht. Hinzu kommen die hohen Energie- und Rohstoffpreise. "Die Industrieproduktion lahmt", resümierte Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank. "Sie ist derzeit das Hinkebein der deutschen Wirtschaft."

Im Detail fällt die Entwicklung im August aber nicht ganz so düster aus. Belastet wurde das Gesamtergebnis nämlich vor allem durch das Baugewerbe und die Energieerzeugung, die beide deutlich nachgaben. Die Warenherstellung in der Industrie stieg hingegen zum Vormonat um 0,5 Prozent. Investitionsgüter wie Maschinen wurden ebenso mehr produziert wie Vorleistungsgüter. Die Herstellung von Konsumgütern sank hingegen. (dpa)

Podcast: Qant-CEO über Quantentechnologie in der Industrie

Varta-Chef: Umbau wird mehrere Jahre dauern

Mo, 09.10.2023, 8:43: Der Unternehmenschef des kriselnden Batterieherstellers Varta sieht Anzeichen einer leichten Erholung. "Im Juli und August gab es das erste Mal, seit ich hier bin, leicht steigende Kundenforecasts", sagte Vorstandssprecher Markus Hackstein dem 'Handelsblatt'. "Wir wissen noch nicht, ob das anhaltend ist", sagte der Manager, der den Posten vor gut einem Jahr übernommen hat. Die Konjunkturprognosen seien insgesamt eher düster. Im zweiten Halbjahr erziele das Unternehmen aber generell zwei Drittel des Umsatzes. Es werde in jedem Fall sehr viel besser laufen als das erste Halbjahr.

Sorgen wegen Billigkonkurrenz aus Asien, eine Nachfrageflaute infolge der Verbraucherzurückhaltung und hohe Energie- und Materialkosten haben dem Unternehmen schwer zugesetzt. Varta sah sich im Frühjahr zu einem Umbau gezwungen und kündigte infolge eines Sparprogramms die Streichung von weltweit rund 800 Stellen an. Bereits im vergangenen Jahr war unter anderem wegen hoher Abschreibungen ein hoher Verlust angefallen.

"Wir sind mitten in einer Restrukturierung, die uns noch mehrere Jahre begleiten wird", sagte der Varta-Chef. Das gehe nicht in ein paar Quartalen. Beim geplanten Stellenabbau sei das Unternehmen sehr weit. Dieser werde im nächsten Jahr abgeschlossen. In Ellwangen habe Varta rund 90 Stellen abgebaut. In Nördlingen seien alle befristeten Stellen ausgelaufen, und in Indonesien habe Varta die Belegschaft reduziert.

Auf der anderen Seite fehlten dem Unternehmen aber Fachkräfte. "Wir haben über 100 offene Stellen", sagte Hackstein. Das sei ein fürchterlicher Spagat zwischen Abbau und Aufbau. Das Unternehmen sei in einer Zukunftsbranche, egal ob es Varta gut oder schlecht gehe. Das Geschäft mit stationären Heimspeichern habe erst richtig begonnen. In diesem Bereich investiere Varta in diesem Jahr 20 Millionen Euro.

Ziel sei es, auf eine Ertragslage von vor der Krise zurückzukommen und ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) jenseits von 150 Millionen Euro zu erreichen. Das Ziel für 2023 liege bei 40 bis 60 Millionen Euro. Unter dem Strich werde Varta auch in diesem Jahr Verlust machen. Wie hoch die Kosten des Umbaus ausfallen werden, wollte der Manager nicht sagen. (dpa)

Deutscher Maschinenbau-Gipfel 2022
(Bild: mi-connect)

Deutscher Maschinenbau-Gipfel

Der Maschinenbau-Gipfel 2023 ist vorbei - hier können Sie die Highlights Revue passieren lassen:

 

Die Veranstalter des Maschinenbau-Gipfels, VDMA und PRODUKTION freuen sich, wenn Sie auch 2025 in Berlin dabei sind!

 

Hier geht es zur Website des Maschinenbau-Gipfels.

Intel-Konzernchef: Subventionen für Werk in Magdeburg gerechtfertigt

Der Chef des US-Chipherstellers Intel, Pat Gelsinger, hat die zehn Milliarden Euro an deutschen Subventionen für den Bau einer Chipfabrik in Magdeburg gerechtfertigt. Der 'Süddeutschen Zeitung' sagte Gelsinger, die Subventionen seien notwendig, um konkurrenzfähig produzieren zu können. China, Korea oder Taiwan hätten die Halbleiterbranche in den vergangenen Jahrzehnten massiv unterstützt.

In Magdeburg plant der US-Konzern Chip-Fabriken. Die Investitionskosten liegen insgesamt bei rund 30 Milliarden Euro, der Staat will rund 10 Milliarden Euro zuschießen. Ab 2027 sollen in Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt die ersten Chips produziert werden.

Die Entscheidung für Deutschland sei vor allem deshalb gefallen, weil Deutschland eine große Tradition in der industriellen Produktion habe, sagte Gelsinger. Innerhalb des Landes habe sich Magdeburg durchgesetzt: "Magdeburg war einfach hungriger. Sie wollten gewinnen." (dpa)

Deutscher Export im August rückläufig - "empfindliches Minus"

Do, 05.10.2023, 8:25: Die lahmende Weltwirtschaft belastet die deutschen Exportunternehmen. Die Ausfuhren 'Made in Germany' sanken im August kalender- und saisonbereinigt sowohl im Vergleich zum Vormonat (minus 1,2 Prozent) als auch gegenüber dem Vorjahresmonat (minus 5,8 Prozent), wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Insgesamt wurden Waren im Wert von 127,9 Milliarden Euro ins Ausland geliefert.

Eingeführt wurden Waren im Wert von 111,4 Milliarden Euro. Auch hier wurde ein Rückgang im Vergleich zum Vormonat (minus 0,4 Prozent) und zum Vorjahresmonat (minus 16,8 Prozent) verzeichnet.

"Letztlich muss der schwache Export nicht weiter verwundern, denn das globale Exportvolumen stagniert nun seit zwei Jahren", erläuterte VP-Bank-Chefvolkswirt Thomas Gitzel. Die deutsche Industrie mit ihrem hohen Anteil ausländischer Kundschaft leide darunter. "Bereits im Juli waren also die Ausfuhren deutlich im Rückwärtsgang, jetzt muss auch im August ein empfindliches Minus hingenommen werden."

Die Exportbilanz für die ersten acht Monate fiel dennoch positiv aus. Der Wert der ausgeführten Waren stieg um 1,7 Prozent auf 1049,9 Milliarden Euro.

Im vergangenen Jahr hatte der deutsche Außenhandel auch wegen teils deutlicher Preiserhöhungen noch ein Rekordergebnis erzielt. Genau beziffern lassen sich die Effekte allerdings nicht, da die Statistiker keine preisbereinigten Daten zum Außenhandel erheben. (dpa)

Antriebstechnik-Hersteller Renk sagt Börsengang ab

Der Börsengang des Antriebstechnik-Herstellers Renk findet nicht statt. In den vergangenen Tagen habe sich das Marktumfeld spürbar eingetrübt, hieß es wenige Stunden vor dem geplanten Gang auf das Parkett in einer am späten Mittwochabend veröffentlichten Mitteilung des Unternehmens. Die Option eines Börsengangs zu einem späteren Zeitpunkt werde von Renk und dem Eigentümer Triton geprüft. Die Beteiligungsgesellschaft ist auf mittelständische Unternehmen in den Bereichen Dienstleistung, Gesundheitswesen, Konsumgüter und Industrie spezialisiert.

Renk hatte eine Spanne von 15 bis 18 Euro angepeilt und wollte laut früheren Angaben bis zu gut 27 Millionen Aktien anbieten. An der Frankfurter Börse sollten die Papiere ab Donnerstag gehandelt werden. Kreisen zufolge verlief der Versuch, die Aktien zu verkaufen, schleppend.

Renk stellt unter anderem Getriebe für Fahrzeuge und Schiffe her, aber auch für Industrieanlagen, wo sie beispielsweise in industriellen Wärmepumpen zum Einsatz kommen. Außerdem gehören Kupplungen, Gleitlager und Prüfsysteme zum Produktportfolio. Nach eigenen Angaben bedient das Unternehmen Kunden aus der Rüstungsbranche ebenso wie in zivilen Endmärkten. (dpa)

IMK rechnet für 2024 mit 0,7 Prozent Wachstum

Wegen hoher Zinsen und einer schwachen Weltkonjunktur rechnet das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) für 2024 nur noch mit einem Wirtschaftswachstum von 0,7 Prozent. Im laufenden Jahr wird die deutsche Wirtschaft laut der neuen Konjunkturprognose um 0,5 Prozent schrumpfen. Bei abnehmender Inflation und stärkeren Lohnsteigerungen erhole sich zwar ab dem dritten Quartal 2023 der private Konsum. „Diese positive Entwicklung kommt aber so spät, dass sie die Rezession im Gesamtjahr 2023 nur etwas mildern kann, nicht verhindern", so das Wirtschaftsforschungsinstitut der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung.

Industrie warnt eindringlich vor Abwanderung von Unternehmen

Industriepräsident Siegfried Russwurm hat wegen struktureller Probleme in Deutschland eindringlich vor einer Abwanderung von Unternehmen ins Ausland gewarnt. Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) sagte am Montag zum Auftakt eines BDI-Klimakongresses in Berlin laut vorab verbreitetem Redemanuskript: "Wertschöpfung, Betriebe und Arbeitsplätze weiter Teile der energieintensiven Industrie an ihren Standorten in Deutschland sind konkret in Gefahr." Industrielle Produktion breche weg oder werde ins Ausland verlagert. "Das Licht an immer mehr deutschen Standorten wird buchstäblich ausgeschaltet."

Russwurm sagte, an der Notwendigkeit, den Kampf gegen den Klimawandel energisch zu führen, gebe es nichts zu relativieren. Die Industrie wolle Klimaziele erreichen. "Aber eines wollen wir nicht: auf der Strecke bleiben, oder deutlicher ausgedrückt: untergehen, weil uns die Konkurrenzfähigkeit abhanden kommt und jede verlässliche Planungsgrundlage fehlt. Erfolgreich wirtschaften und investieren können Unternehmerinnen und Unternehmer nur, wenn die Rahmenbedingungen kalkulierbar sind und wenn die Kostenposition wettbewerbsfähig ist. Beides ist immer weniger gegeben."

Der BDI-Präsident sprach von einem "Weckruf". Wesentliche Teile der industriellen Produktion in Deutschland stünden auf dem Spiel. Ohne international wettbewerbsfähige Energiekosten für die Unternehmen gehe das nicht gut aus.

In der Bundesregierung wird angesichts der im internationalen Vergleich hohen Energiepreise seit Wochen über Entlastungen debattiert. Dabei gibt es aber zum Teil unterschiedliche Auffassungen in der Koalition aus SPD, Grünen und FDP.

Russwurm kritisierte, die Bundesregierung habe angekündigt, den sogenannten Spitzenausgleich für energieintensive Unternehmen bei der Stromsteuer auslaufen zu lassen und sperre sich gegen eine Entlastung stromintensiver Betriebe. Ein erster "zwingend gebotener Beitrag" zur Rückführung der Stromkosten wäre die Absenkung der deutschen Stromsteuer auf das europäische Minimum sowie eine deutliche Senkung der schnell steigenden Netzentgelte. (dpa)

Bürger machen Weg für großes BMW-Batteriewerk in Niederbayern frei

Die Bürger von Straßkirchen in Niederbayern haben den Weg für ein großes Batteriewerk des Autobauers BMW freigemacht, in dem pro Jahr 600.000 Hochvoltspeicher für Elektroautos montiert werden sollen. Bei einem Bürgerentscheid am Sonntag entschied sich eine klare Mehrheit dafür, die Ansiedlung der Fabrik zu unterstützen, wie die Gemeinde mitteilte. Die Bürgerinitiative 'Lebenswerter Gäuboden' hatte den Entscheid erzwungen. Der Gemeinderat hatte sich zuvor klar hinter die Ansiedlung gestellt, durch die 3.200 Arbeitsplätze entstehen sollen.

Im einzelnen bekam das Ratsbegehren zugunsten der Ansiedlung laut vorläufigem Ergebnis 75,3 Prozent Ja-Stimmen und 24,7 Prozent Nein-Stimmen. Das Bürgerbegehren, das sich gegen die Fabrik richtete, erhielt nur 29,6 Prozent Ja-Stimmen und 70,4 Prozent Nein-Stimmen. Die beiden Fragen waren separat gestellt worden.

Für BMW hat die Fabrik, die nun auf einer Fläche entstehen soll, die zu Straßkirchen und dem Nachbarort Irlbach gehört, zentrale Bedeutung für das Hochfahren der Elektroautoproduktion. Von ihr aus sollen die Fahrzeugwerke im 40 Kilometer entfernten Dingolfing sowie Regensburg und München beliefert werden. Der Standort liegt nahe den Autobahnen A3 und A92. Die großen, schweren Akkus könnten daher auch mit E-Lastwagen direkt zu den Autowerken transportiert werden, zusätzliche Lager wären überflüssig.

Hätten sich die Bürger gegen die Fabrik entschieden, wäre der Münchner Autobauer nach eigenem Bekunden wohl auf einen Standort außerhalb Bayerns ausgewichen. Sowohl der Hersteller, der in der Region schon jetzt ein wichtiger Arbeitgeber ist, als auch die bayerische Politik hatten im Vorfeld auch auf die Signalwirkung der Entscheidung hingewiesen. Selbst Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte noch am Samstag auf dem Parteitag für die Ansiedlung geworben.

Die Gegner der Fabrik hatten dagegen unter anderem vor zusätzlichem Verkehr, dem Verlust wertvollen Ackerbodens und einer Verschärfung des Fachkräftemangels bei heimischen Betrieben durch die Konkurrenz der neuen Jobs bei BMW gewarnt. (dpa)

Geplante BMW-Batteriefabrik: Am Sonntag entscheiden die Bürger

Mi, 20.09.2023,11:50: Am Sonntag entscheidet sich, ob BMW im niederbayerischen Straßkirchen ein großes Batteriewerk für 600.000 Hochvoltakkus pro Jahr bauen kann. Die rund 2.700 Stimmberechtigten in der Gemeinde sind bis dahin zum Bürgerentscheid aufgerufen. Um 18 Uhr endet die Abstimmung, das Ergebnis wird einige Stunden danach erwartet.

Dass es zum Bürgerentscheid kommt, hat die 'Bürgerinitiative Lebenswerter Gäuboden' durchgesetzt, die gegen das Werk ist. Die Gemeinderäte von Straßkirchen und Irlbach, auf deren Gemarkung das Werk entstehen soll, hatten die geplante Ansiedlung dagegen einstimmig befürwortet. Auch eine weitere Bürgerinitiative trommelt für das Werk, und natürlich wirbt auch BMW für die Ansiedlung.

Die Gegner des Werks kritisieren unter anderem, dass für den Bau rund 100 Hektar bester Ackerboden zerstört würden. Zudem sorge die Fabrik für viel zusätzlichen Verkehr. Und auch die entstehenden Jobs überzeugen die Gegner nicht: "Jeder 'hochwertige' Arbeitsplatz bei BMW bedeutet eine fehlende Arbeitskraft bei anderen Betrieben", heißt es auf ihrer Homepage.

BMW will mit den Batterien, die in Straßkirchen entstehen sollen, seine Werke Dingolfing, Regensburg und München beliefern. Direkt und mit Elektrolastwagen über die nahen Autobahnen A3 und A92. Vorstandsmitglied Ilka Horstmeier hat zuletzt auch die Signalwirkung des Bürgerentscheids über das Werk hinaus betont: "Viele Unternehmen werden genau hinschauen, ob die Menschen Investition in nachhaltige Technologien und in zukunftsfähige Arbeitsplätze in Bayern überhaupt noch wollen", sagte sie und warnte: «Wenn Zukunftstechnologien und Arbeitsplätze erstmal abwandern, kommen sie so bald nicht wieder, und eine Abwärtsspirale beginnt.» (dpa)

Boeing liefert im August erneut weniger Maschinen aus

Mi, 13.09.2023, 8:33: Der US-Flugzeugbauer Boeing hat im August erneut weniger Passagier- und Frachtjets ausgeliefert als in den Monaten zuvor. Insgesamt fanden diesmal 35 Maschinen den Weg zu den Kunden, wie aus der Monatsstatistik des Konzerns hervorgeht. Im Juli hatte der Hersteller 43 Flugzeuge ausgeliefert und im Juni 60, nachdem er die Auslieferungen seiner 737-Max-Reihe wegen Produktionsmängeln im April hatte zeitweise unterbrechen müssen. Unterdessen holte der Konzern Bestellungen über 45 neue Flugzeuge herein, dem standen zwei Stornierungen gegenüber. (DPA)

Antriebsspezialist Renk bereitet Börsengang vor

Der Antriebsspezialist Renk plant den Gang an die Börse. Dafür soll die Zulassung der Aktien zum Handel im regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse (Prime Standard) beantragt werden, wie das Unternehmen mitteilte. Voraussichtlich bis Ende des Jahres soll der Börsengang abgeschlossen sein. Geplant ist ein öffentliches Angebot in Deutschland und Privatplatzierungen bei institutionellen Anlegern in anderen Ländern. Finanzchef Christian Schulz verspricht sich vom Börsengang Zugang zu zusätzlichen Finanzierungsinstrumenten für hohes, nachhaltiges Wachstum.

Renk stellt unter anderem Getriebe für Flugzeuge, Fahrzeuge und Schiffe her, aber auch für Industrieanlagen, wo sie beispielsweise in Wärmepumpen zum Einsatz kommen. Auch Kupplungen, Gleitlager und Prüfsysteme gehören zum Produktportfolio. Nach eigenen Angaben bedient das Unternehmen Kunden aus der Rüstungsbranche, ebenso wie in zivilen Endmärkten.

Momentan gehört Renk über einen Fonds der Beteiligungsgesellschaft Triton, die sich nach eigenen Angaben auf mittelständische Unternehmen in den Bereichen Dienstleistung, Gesundheitswesen, Konsumgüter und Industrie spezialisiert hat. Es werde ein relevanter Streubesitz von Renk angestrebt, hieß es. Mehrheitseigentümer will Triton aber erst einmal bleiben. (DPA)

Ifo: Materialmangel in der Industrie geht weiter zurück

Mo, 11.09.2023, 11:41: Die Materialengpässe in der deutschen Industrie sind weiter auf dem Rückzug. Im August berichteten nur noch 24,4 Prozent der vom Münchner Ifo-Institut befragten Firmen von Problemen, wie die Wirtschaftsforscher am Montag mitteilten. Das sind 5,1 Prozentpunkte weniger als noch im Juli. Zudem lag der Wert erstmals seit gut zwei Jahren in jeder einzelnen Branche unter 50 Prozent.

"Die Entwicklung bewegt sich immer mehr in Richtung auf das Vorkrisenniveau", sagte Klaus Wohlrabe, der Leiter der Ifo-Umfragen. "Die Probleme der Unternehmen verschieben sich nun von der Angebots- auf die Nachfrageseite."

Noch am verbreitetsten ist der Mangel in der Autoindustrie mit gut 49 Prozent der Firmen, gefolgt vom Maschinenbau mit 40. Bei Datenverarbeitungsgeräten waren es 39 und bei elektrischen Ausrüstungen 31 Prozent. Die niedrigsten Werte stellte das Ifo im Papiergewerbe mit 2, der Herstellung von Holz-, Flecht-, Korb- und Korkwaren mit 3 und der Metallerzeugung und -bearbeitung mit 4 Prozent fest. Die Chemische Industrie ist mit gut 7 Prozent auch nur noch leicht betroffen. (DPA)

Siemens Chief Cybersecurity Officer über Cyberattacken und Diversity

Teilemangel wegen Hochwasser in Slowenien: Bei VW in Wolfsburg fallen erste Schichten aus

Wegen fehlender Motorteile aus Slowenien muss Volkswagen nun auch in Wolfsburg seine Produktion anpassen. "Ab Montag, 11. September, werden im Werk Wolfsburg vereinzelte Schichten ausfallen", sagte ein Sprecher. Auch in Emden und Osnabrück wurde die Produktion gedrosselt. Das portugiesische Werk in Palmela bei Lissabon hatte sogar angekündigt, die Montage ab diesem Montag für bis zu zwei Monate komplett zu stoppen.

Grund ist das jüngste Hochwasser in Slowenien, von dem ein Zulieferer von Motorteilen betroffen war. Nach Konzernangaben fehlen daher nun Zahnkränze für den Antriebsstrang für Verbrennungsmotoren. Elektroautos sind dagegen nicht betroffen.

Von den Ausfällen in Wolfsburg, wo vor allem Golf und Tiguan gebaut werden, sind dem Sprecher zufolge abwechselnd alle vier Montagestrecken betroffen. "Die reduzierte Fahrweise gilt zunächst für drei Wochen." Es gehe dabei aber immer nur um einzelne Schichten. "Es gibt keinen Tag, an dem alle Schichten ausfallen und das Werk komplett ruht." Die betroffenen Mitarbeitenden gehen in Kurzarbeit.

In Emden wurde die Fertigung bereits vor einer Woche gedrosselt. Auch in Osnabrück fallen nach VW-Angaben seit 6. September vereinzelt Schichten aus. Bei VW Nutzfahrzeuge in Hannover, wo ab dieser Woche ebenfalls Ausfälle angekündigt waren, wird an diesem Montag noch normal produziert, wie ein VW-Sprecher auf Anfrage erklärte. Ausfälle stehen aber auch dort bevor.

Einkaufsvorstand Dirk Große-Loheide hatte sich vergangene Woche zuversichtlich gezeigt, den Lieferengpass zügig beheben zu können. Bis Ende September werde man einen Plan haben, wie es weitergehen soll, kündigte er am Rande der Automesse IAA Mobility in München an. "Ende des Jahres ist das Thema ausgestanden." (DPA)

Mittelstand fordert grundlegende Reformen

Do, 07.09.2023, 8:38: Der Mittelstand in Deutschland diagnostiziert einen Zustand 'andauernder und multipler Krisen'. Der Weg dort hinaus führe nur über umfassende Reformen. So fordert der Mittelstand grundlegende Reformen und mehr Entlastungen für Betriebe. Nach drei Jahren 'andauernder und multipler Krisen' seien die finanziellen Ressourcen vieler kleiner und mittlerer Unternehmen und Selbstständiger aufgezehrt, heißt es im Mittelstandsbericht 2023 der Arbeitsgemeinschaft Mittelstand, einem Bündnis von Verbänden. "Diese Ressourcen fehlen für Investitionen in die Umsetzung der notwendigen Transformationsprozesse hin zu nachhaltigeren und digitaleren Geschäftsprozessen."

Gefordert wird in dem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Bericht zum Beispiel, Regulierung zu verschlanken und Planungs- und Genehmigungsverfahren zu beschleunigen. Steuerpolitisch führe mittelfristig an einer 'echten Unternehmenssteuerreform' kein Weg vorbei, auch um die ertragsteuerliche Belastung aller Unternehmen spürbar zu senken. Dafür brauche es Steuervereinfachungen und eine 'fairere Ausgestaltung' der Gewerbesteuer.

In den Sozialversicherungen stünden dringend erforderliche Strukturreformen an, heißt es weiter. "Die sozialen Sicherungssysteme sind derzeit weder zukunftsfest noch generationengerecht aufgestellt", so Handwerkspräsident Jörg Dittrich. "Besonders die bisherige Finanzierung gehört auf den Prüfstand mit dem Fokus darauf, den Faktor Arbeit zu entlasten."

In der Arbeitsgemeinschaft Mittelstand sind Verbände wie die Deutsche Industrie- und Handelskammer, der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband, der Handelsverband HDE und der Zentralverband des Deutschen Handwerks zusammengeschlossen.

Quelle: DPA

 

Bosch-Chef fordert Modernisierung des Bildungssystems

Do, 07.09.2023, 8:38: Werden gut qualifizierte Entwickler in Deutschland zur Mangelware? Angesichts des Fachkräftemangels fordert der Chef von Bosch ein moderneres Bildungssystem. Sonst könnte in der Zukunft eher anderswo entwickelt werden.

Der Chef des Technologiekonzerns Bosch, Stefan Hartung, hat ein besseres Bildungssystem in Deutschland gefordert. "Die demografische Entwicklung wird den Fachkräftemangel in Deutschland verschärfen, ohne dass es eine einfache Gegenwehr geben wird – perspektivisch hilft uns dann nur eine qualifizierte Zuwanderung und ein gutes Bildungssystem", sagte Hartung der Deutschen Presse-Agentur auf der Automesse IAA in München.

Es sei tragisch zu sehen, wie viele junge Studienabbrecher und nicht ausgebildete Menschen es hierzulande gebe. "Das darf eigentlich nicht passieren", sagte Hartung. Für Bosch sei es einer der wichtigsten Wettbewerbsfaktoren, dass das Bildungssystem schnellstens so modernisiert wird, dass Unternehmen die Talente bekommen, die sie brauchen.

Für den Autozulieferer wird Software immer wichtiger. Bei der Suche nach Entwicklerinnen und Entwicklern sei Bosch in Deutschland bislang sehr gut zurechtgekommen, sagte Hartung. "Wird das auch die nächsten 30 Jahre so sein? Das wage ich nicht zu prognostizieren." In den sogenannten MINT-Berufen sehe er nicht gerade ein steigendes Potenzial an Talenten. "Allein aufgrund der geringen Anzahl der Menschen, die aktuell in diesem Feld studieren." Unter die Abkürzung MINT fallen Berufe und Studienfächer in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik.

Wichtiger als die reine Anzahl an Entwicklern sei jedoch deren Qualifizierung. Es gehe darum, möglichst gute Entwickler zu haben. "Mit dem Einsatz von künstlicher Intelligenz wird hier auch noch ein Produktivitätsschub möglich sein", sagte Hartung. Aber: "Wenn die Produktivität nicht steigt, heißt es, dass wir Wertschöpfung an andere Regionen verlieren werden."

Quelle: DPA

IG Metall bekräftigt Forderung nach Industriestrompreis

Mi, 06.09.2023, 15:12: Die IG Metall hat ihre Forderung nach einem staatlich geförderten Industriestrompreis unterstrichen. Dieser sei unerlässlich für Erhalt und Entwicklung des Industriestandorts Deutschland, sagte die Zweite Vorsitzende der Gewerkschaft, Christiane Benner, am Rande eines Besuchs des ThyssenKrupp-Stahlstandorts Duisburg.

Die Grundstoffindustrie und damit auch die Stahlindustrie seien ein zentrales Glied der industriellen Wertschöpfungskette. "Energieintensive Betriebe brauchen kurzfristige Unterstützung", forderte Benner. Voraussetzung für den auch Brückenstrompreis genannten Industriestrompreis müssten eine zeitliche Begrenzung, eine konkrete Transformationsperspektive sowie Standortgarantien und Tariftreue sein. "Besser eine Brücke in die Zukunft als eine Sackgasse. Es droht ansonsten Abwanderung von Industrie."

Die Transformation der Wirtschaft müsse ohne Deindustrialisierung geschehen, sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende der ThyssenKrupp-Stahlsparte, Tekin Nasikkol. "Die Politik muss jetzt die Weichen stellen, um die industrielle Zukunft Deutschlands zu sichern." (DPA)

Daimler Truck will mit Partnern Batteriezellen in den USA produzieren

Mi, 06.09.2023, 13:09: Der Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck plant ein Gemeinschaftsunternehmen zur Produktion von Batteriezellen in den USA. Gemeinsam mit Accelera - einer Sparte des US-Motorenherstellers Cummins - und dem US-Lastkraftwagenhersteller Paccar gehe Daimler Truck eine Partnerschaft ein, teilte das Unternehmen mit. Die Gesamtinvestition für die Fabrik mit einer jährlichen Kapazität von 21 Gigawattstunden belaufe sich voraussichtlich auf zwei bis drei Milliarden US-Dollar.

Die drei Unternehmen würden jeweils 30 Prozent am Joint Venture halten und dieses gemeinsam kontrollieren. Zudem werde sich der chinesische Hersteller von Batteriezellen EVE Energy als Technologiepartner mit zehn Prozent Eigentumsanteil einbringen. Das Gemeinschaftsunternehmen wolle sich zunächst auf die Lithium-Eisen-Phosphat-Batterietechnologie für die Anwendung in batterieelektrischen Nutzfahrzeugen konzentrieren, hieß es.

Zum konkreten Baubeginn und Ort der Fabrik konnte ein Sprecher auf Anfrage noch keine genauen Angaben machen. Der endgültige Standort solle innerhalb der nächsten sechs Monate bekannt gegeben werden. Die ersten Batteriezellen sollen laut dem Sprecher für Fahrzeuge in Nordamerika produziert werden. Die Produktion solle 2027 starten. (DPA)

Maschinenbau auch im Juli mit zweistelligem Auftragsrückgang

Der Abwärtstrend bei den Bestellungen im deutschen Maschinenbau hält an. Auch im Juli verzeichnete die exportorientierte Branche mit einem preisbereinigten Rückgang von elf Prozent zum Vorjahresmonat ein zweistelliges Minus, wie der Branchenverband VDMA mitteilte.

"Die Unternehmen verbuchen zwar immer noch Umsatzsteigerungen", ordnete VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers ein. Nach Verbandsangaben legten die Erlöse im Juli preisbereinigt (real) um drei Prozent und nominal um elf Prozent zu. "Doch mangels ausreichender neuer Aufträge nehmen die Auftragsbestände und damit noch vorhandene Puffer für Produktion und Umsatz sukzessive ab", sagte Wiechers.

Aus dem Inland kamen im Juli acht Prozent weniger Aufträge, aus dem Ausland waren es 13 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Das Minus aus den Nicht-Euro-Ländern sei in dem Monat mit 15 Prozent deutlich höher gewesen als der Rückgang aus den Euro-Staaten mit sieben Prozent, erläuterte der VDMA.

Im Gesamtjahr 2022 hatte ein Einbruch der Bestellungen im Schlussquartal die Jahresbilanz der deutschen Schlüsselindustrie mit mehr als einer Million Beschäftigten ins Minus gedrückt: Der Auftragseingang lag real um vier Prozent unter dem Vorjahreswert.

Für dieses Jahr rechnet der VDMA mit einem Rückgang der Produktion um real zwei Prozent. Selbst wenn sich der Auftragseingang fangen sollte, werde das nicht reichen, um das Vorjahresergebnis bei der Produktion zu erreichen, hatte Wiechers vor einigen Wochen gesagt. (DPA)

Bosch rechnet mit Umsatzwachstum in Mobilitätssparte

Mo, 04.09.2023, 12:50: Der Technologiekonzern Bosch rechnet mit einer positiven Geschäftsentwicklung in diesem Jahr, wenngleich das Umfeld volatil und herausfordernd bleibe. Das teilte das Unternehmen anlässlich der Automesse IAA mit. Im Unternehmensbereich Mobility, also der Zulieferer-Sparte, würden die Umsätze in diesem Jahr wechselkursbereinigt voraussichtlich um gut zehn Prozent wachsen. Darin seien Preiseffekte enthalten, aber auch starke Zuwächse beim Volumen.

Im vergangenen Jahr verzeichnete Bosch einen Umsatz in Höhe von 88,2 Milliarden Euro. Die Mobilitätssparte steuerte mit 52,6 Milliarden Euro mehr als die Hälfte bei.

Der Konzern ist nach eigenen Angaben in Sachen E-Mobilität gut unterwegs. Beim Ziel, bis 2026 sechs Milliarden Euro im Geschäft mit der Elektromobilität umzusetzen, sei das Unternehmen auf Kurs, hieß es laut Mitteilung. Wie viel Umsatz der Konzern bereits heute mit E-Mobilität macht, teilte ein Sprecher auf Anfrage nicht mit.

Software sei der Dreh- und Angelpunkt für die Zukunft der Mobilität. So erwarte Bosch 2026 allein mit Rechnern für Fahrassistenz und Infotainment einen Umsatz von drei Milliarden Euro. (DPA)

Schlechte Stimmung: Mittelstand fordert politischen Neustart

Mo, 28.08.2023, 09:18: Der Mittelstand in Deutschland sieht eine immer angespanntere wirtschaftliche Lage. In einer Umfrage bezeichneten 62 Prozent der befragten Firmen die Lage als schwierig, mehr als jedes vierte Unternehmen beschrieb die Situation sogar als sehr schlecht. Fast jedes zweite befragte Unternehmen will in den kommenden 12 Monaten keine Neueinstellungen vornehmen - mehr als 7 Prozent der Firmen denkt über einen Stellenabbau nach.

Der Bundesverband der Mittelständischen Wirtschaft forderte kurz vor der Kabinettsklausur einen "politischen Neustart". Die Klausur in Meseberg findet am Dienstag und Mittwoch statt. Erwartet wird, dass die Koalition ein Wachstumspaket auf den Weg bringt - unter anderem mit steuerlichen Entlastungen für Unternehmen.

Der Bundesgeschäftsführer des Mittelstandsverbands, Christoph Ahlhaus, sagte, die Ergebnisse der Umfrage bewegten sich in einer "neuen Dimension". Nach einer Pleitewelle drohe jetzt ein deutlicher Anstieg der Arbeitslosigkeit.

In der Umfrage nannten 37 Prozent der befragten Firmen auf die Fragen, was das größte Risiko für das Unternehmen sei, hohe Steuern und Abgaben sowie hohe Energiepreise. Dahinter folgten Bürokratie in Deutschland und der EU sowie der zunehmende Fachkräftemangel. Auf die Frage, was die Politik für einen Neustart in Deutschland jetzt tun müsse, sagte fast ein Drittel der Firmen, Entbürokratisierung müsse konsequent durchgesetzt werden. (DPA/jd)

Jungheinrich übernimmt Robotik-Unternehmen Magazino

Mi, 23.08.2023, 14:40: Das Hamburger Intralogistik-Unternehmen Jungheinrich übernimmt den Münchner Robotik-Spezialisten Magazino vollständig. Zusätzlich zu seiner seit 2020 bestehenden und im Jahr 2022 auf 21,7 Prozent erhöhten Beteiligung erwirbt Jungheinrich alle Anteile der Gründer sowie der bisherigen Mitgesellschafter, darunter Cellcom, Fiege Logistik und Körber. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Magazino wird als eigenständige Gesellschaft innerhalb Jungheinrichs weiterwachsen und dabei vor allem auch das weltweite Vertriebs- und Servicenetz des Konzerns nutzen. Das Unternehmen wird auch künftig von den beiden Co-Foundern Frederik Brantner und Lukas Zanger sowie Dr. Moritz Tenorth geführt.

Für Jungheinrich ist die vollständige Übernahme von Magazino ein weiterer strategisch wichtiger Schritt zur Stärkung seiner Automatisierungskompetenz. Die 2014 gegründete Magazino beschäftigt rund 130 Mitarbeitende und verfügt über eines der größten Entwicklungsteams Europas in der mobilen Robotik. Das Unternehmen bietet eine leistungsfähige Technologieplattform, die den Betrieb von Logistik-Robotern auch in einer gemischten Mensch-Maschine-Umgebung ermöglicht.

So sind Roboter in der Lage, intelligent im Lager zu navigieren und gezielt benötigte Objekte zu greifen und zu transportieren. Das System und die Roboter von Magazino sind bereits in den Lagern verschiedener Industriekunden, Online-Händler und Logistikdienstleister im Einsatz. Die Steuerungssoftware für Roboter in komplexen Logistik-Umgebungen ist zudem bereits im EAEa von Jungheinrich integriert. Dabei handelt es sich um ein vollautomatisiertes Niederhubfahrzeug, das im Rahmen der diesjährigen Intralogistik-Fachmesse Logimat erstmals vorgestellt wurde.

Für Jungheinrich ist der Zusammenschluss eine ideale Ergänzung im Rahmen des Ausbaus seines Geschäfts mit automatisierten und autonomen Fahrzeugen. Künftig soll die Software- und Entwicklungskompetenz von Magazino noch stärker in die Produktentwicklung von Jungheinrich einbezogen werden. Magazino erhält Zugang zum internationalen Vertriebs- und Servicenetzwerk von Jungheinrich und wird Teil eines breit aufgestellten Portfolios von Produkten und Lösungen in der Intralogistik. Dabei wird die Marke Magazino bestehen bleiben und das Unternehmen als solches auch künftig mit externen Integrationspartnern und Kunden zusammenarbeiten. (Jungheinrich/jd)

NVIDIA holt Ascon Systems für Digital Twins als neues Mitglied in das NVIDIA Inception-Förderprogramm

Di, 22.08.2023, 08:36: Ascon Systems, ein Unternehmen, das mit Digital Twins und No-Code-Softwarelösungen den Übergang zum industriellen Metaverse ermöglicht, ist neues Mitglied von NVIDIA Inception. Das Programm wurde von NVIDIA, einem amerikanischen Chiphersteller und Anbieter von KI-Computing, ins Leben gerufen. Ziel ist es, die schnelle Entwicklung von Hightech-Startups zu fördern, die Industrieunternehmen mit digitalen Technologien fit für die Zukunft machen.

NVIDIA Inception geht nach Angaben des Unternehmens über herkömmliche Accelerator-Programme hinaus und unterstützt Start-ups und innovative Unternehmen in allen Phasen ihres Lebenszyklus, von der Produktentwicklung über das Prototyping bis hin zur Produkteinführung. Die Teilnehmer des Programms profitieren von einer engen Zusammenarbeit mit NVIDIA-Experten, einem schnellen Zugang zu Spitzentechnologie, kurzen Wegen zu Risikokapitalgebern und Co-Marketing.

Im Rahmen der Kooperation entwickelt Ascon Systems eine Schnittstelle zwischen seiner Automatisierungsplattform und Omniverse von NVIDIA. Dabei handelt es sich um eine Cloud-Plattform, die es verschiedenen Nutzern ermöglicht, Metaverse-Anwendungen ortsunabhängig, gleichzeitig und in Echtzeit zu erstellen und zu betreiben. Durch das Zusammenspiel von Automatisierungsplattform, Schnittstelle und Omniverse ermöglicht Ascon Systems, dass relevante Datenströme vom Shopfloor in das Omniverse in nahezu Echtzeit fließen. Für die Anwenderinnen und Anwender bedeutet das: Sie können Fertigungsprozesse ganzheitlich simulieren und siloübergreifend planen und umsetzen. (NVIDIA/wz)

EU-Kommission legt Berichtspflichten für CBAM-Produkte fest (Kopie)

Fr, 18.08.2023, 08:00: Der preisbereinigte Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe war nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im Juni 2023 saison- und kalenderbereinigt um 0,8 Prozent höher als im Mai 2023. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Juni 2022 war der Auftragsbestand kalenderbereinigt um 3,1 Prozent niedriger.

Der Anstieg des Auftragsbestands im Vormonatsvergleich ist insbesondere auf die positive Entwicklung des Auftragsbestands im Bereich Sonstiger Fahrzeugbau zurückzuführen (saison- und kalenderbereinigt +6,5 Prozent gegenüber dem Vormonat). Der starke Anstieg in diesem Bereich ist auf einen Großauftrag im Luft- und Raumfahrzeugbau zurückzuführen. Negativ beeinflusst wurde das Gesamtergebnis hingegen von der Automobilindustrie. Hier gingen die Auftragsbestände um 4,9Prozent zurück.

Die Auftragsbestände aus dem Inland erhöhten sich im Juni 2023 gegenüber Mai 2023 um 0,8 Prozent, die Auftragsbestände aus dem Ausland stiegen um 0,9 Prozent.

Bei den Investitionsgütern stieg der Auftragsbestand um 1,1 Prozent und bei den Konsumgütern um 0,8 Prozent. Bei den Vorleistungsgütern nahm er um 0,7 Prozent ab.

Die Reichweite des Auftragsbestands lag im Juni 2023 unverändert gegenüber Mai 2023 bei 7,2 Monaten. Sowohl bei den Investitionsgüterproduzenten als auch bei den Vorleistungsgüterproduzenten und den Konsumgüterproduzenten blieb die Reichweite konstant bei 10,1 beziehungsweise 3,8 und 3,5 Monaten.

Die Reichweite gibt an, wie viele Monate die Betriebe bei gleichbleibendem Umsatz und ohne neue Auftragseingänge theoretisch produzieren müssten, um die vorhandenen Aufträge abzuarbeiten. Sie errechnet sich als Quotient aus dem aktuellen Auftragsbestand und dem durchschnittlichen Umsatz der letzten zwölf Monate im jeweiligen Wirtschaftszweig. (Destatis/wz)

EU-Kommission legt Berichtspflichten für CBAM-Produkte fest

Fr, 17.08.2023, 12:49: Die Europäische Kommission hat heute die während des Übergangszeitraums geltenden Vorschriften für die Umsetzung des CO2-Grenzausgleichssystems verabschiedet (CBAM). Der Übergangszeitraum beginnt am 1. Oktober 2023 und läuft bis Ende 2025.

Der Carbon Border Adjustment Mechanism, kurz CBAM, gilt zunächst für die Einfuhr bestimmter Waren und ausgewählter Vorprodukte, deren Herstellung besonders kohlenstoffintensiv ist und bei denen das Risiko einer Verlagerung von Emissionen am größten ist: Zement, Eisen und Stahl, Aluminium, Düngemittel, Elektrizität und Wasserstoff.

In der heute veröffentlichten Durchführungsverordnung hat die Kommission festgelegt, welche Berichtspflichten EU-Unternehmen haben, wenn sie CBAM-Waren einführen, und wie die Emissionen aus der Herstellung berechnet werden. Diese Regeln gelten für die Übergangszeit, also bis Ende 2025.

Im Übergangszeitraum müssen Händler bereits Bericht erstatten, aber noch keine Zahlungen leisten. Dies soll es Unternehmen ermöglichen, sich vorzubereiten und zu planen. Auch die EU-Kommission will in dieser Phase Erfahrungen sammeln, um die Methodik gegebenenfalls nachzujustieren.

Für Einführer und Hersteller aus Drittländern hat die Kommission heute zudem Leitlinien für die praktische Umsetzung der neuen Vorschriften veröffentlicht. Zudem werden derzeit IT-Tools entwickelt, die bei der Durchführung und Meldung dieser Berechnungen helfen sollen, sowie Schulungsmaterialien, Webinare und Tutorien für betroffene Unternehmen angeboten. Die Einführer sind aufgefordert, bereits ab dem 1. Oktober 2023 Daten für das vierte Quartal zu erheben; ihr erster Bericht muss bis zum 31. Januar 2024 vorliegen.

Das CO2-Grenzausgleichssystem ist eine der zentralen Säulen des EU-Pakets „Fit für 55“. Es soll verhindern, dass in der EU ansässige Unternehmen CO2-intensive Produktionen ins Ausland verlagern oder durch Einfuhren ersetzen, um so die Klimaschutz-Standards der EU zu umgehen.

Werkzeugmaschinenindustrie: Auftragseingang sinkt leicht

Mi, 16.08.2023, 9:27: Im zweiten Quartal 2023 sank der Auftragseingang der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nominal um drei Prozent. Dabei notierten die Bestellungen aus dem Inland elf Prozent unter Vorjahr, die Auslandsorders stiegen um ein Prozent. Im ersten Halbjahr fiel der Auftragseingang insgesamt um sieben Prozent. Die Inlandsbestellungen liegen 15 Prozent unter Vorjahr, die Auslandsbestellungen vier Prozent. Real bedeutet das ein Bestellminus von 13 Prozent.

„Die Bestellungen sind zum Abschluss des zweiten Quartals abermals überraschend gestiegen, ähnlich wie im März“, berichtet Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer des VDW. Die Impulse kamen im zweiten Quartal aus den Euroländern. Auch verteilt sich der Bestellzuwachs am Ende des zweiten Quartals sowohl auf die Zerspanung wie auch die Umformung.

„Aus Erfahrung wissen wir natürlich, dass ein Monatsergebnis keine Trendwende signalisiert“, sagt Schäfer weiter. Vielmehr basierten die Schwankungen auf dem Projektgeschäft, vor allem in der Umformtechnik. Außerdem stützen Bestellungen aus Wachstumsbranchen wie E-Mobility, Windkraft, aber auch Aerospace und Rüstung den Auftragseingang. Das Standardmaschinengeschäft hingegen läuft eher schwächer, denn kleine und mittelständische Kunden sind verunsichert und schieben ihre Investitionen auf. Schwierig wird es mit kreditfinanzierten Maschinenkäufen aufgrund der gestiegenen Zinsen.

Der Umsatz hält sich auf hohem Niveau. Nominal wuchs er im ersten Halbjahr um 21 Prozent, real um 13 Prozent. Die Kapazitätsauslastung ist im Juli dieses Jahres wieder leicht gestiegen, von 88,3 auf 90,5 Prozent.

Der Auftragsbestand sinkt nur langsam. „Deshalb hat die VDW-Prognose mit einem Produktionswachstum von zehn Prozent im laufenden Jahr weiterhin Bestand“, sagt Schäfer. Zugpferd bleibe das Ausland und dort einzig Asien mit einer positiven Bilanz. (VDW)

Ifo: Fachkräftemangel nimmt trotz schwächelnder Konjunktur zu

Der Fachkräftemangel bei deutschen Unternehmen hat sich etwas verschärft. Das zeigt eine am Mittwoch veröffentlichte Umfrage des Ifo-Instituts unter bundesweit rund 9.000 Firmen. Unter Engpässen an qualifizierten Arbeitskräften litten demnach im Juli 43,1 Prozent der Unternehmen - nach 42,2 Prozent im April. "Trotz schwächelnder Konjunktur sind viele Unternehmen weiterhin händeringend auf der Suche nach geeigneten Mitarbeitenden", sagte Ifo-Experte Stefan Sauer. Das Allzeithoch von 49,7 Prozent war laut Institut im Juli 2022 erreicht worden.

Besonders betroffen vom Fachkräftemangel war den jüngsten Zahlen zufolge der Dienstleistungssektor, etwa die Rechts- und Steuerberatung sowie die Wirtschaftsprüfung mit einem Anteil von gut drei Vierteln. Zudem berichteten etwa zwei Drittel der Firmen im Verkehrsbereich sowie der Architektur- und Ingenieurbüros von Fachkräftemangel - ein Höchststand für diese Branchen.

Im verarbeitenden Gewerbe verringerte sich der Anteil hingegen leicht auf 34,6 Prozent. Im Handel und im Bauhauptgewerbe klagten etwas weniger als ein Drittel der Unternehmen über Fachkräftemangel. (DPA)

maschinenbau-Gipfel Salon
(Bild: mi-connect)

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Der Maschinenbau-Gipfel ist richtungsweisend und impulsgebend für die gesamte Branche. Damit Sie nicht ein ganzes Jahr auf spannende Diskussionen verzichten müssen, laden wir Sie zu unserem Networking-Format "Maschinenbau-Gipfel Salon" mit anschließendem Catering ein – live vor Ort oder digital.

 

Der nächste Maschinenbau-Gipfel Salon findet am 23. April auf der Hannover Messe in Präsenz oder digital in unserer Community-App statt. Das Thema: "Generation Z und der Maschinenbau - zwischen Mythos und Realität"

 

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Lkw-Zulieferer Jost wächst leicht - Marge zieht an

Mo, 14.08.2023, 10:14: Der Lkw-Zulieferer Jost hat im abgelaufenen Quartal ein kleines Umsatzwachstum erzielt. Der Erlös wuchs um 2,6 Prozent auf 330,4 Millionen Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Dabei belasteten Währungseffekte deutlich, ohne diese hätte Jost 6,4 Prozent Wachstum verzeichnet. Der operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Sondereffekten legte deutlich stärker um 16,3 Prozent auf 37,3 Millionen Euro zu. Die entsprechende Marge lag mit 11,3 Prozent um 1,3 Prozentpunkte höher als ein Jahr zuvor. Unter dem Strich stieg der Gewinn von 16,2 Millionen Euro auf 20,9 Millionen. Der Vorstand um Chef Joachim Dürr bestätigte die Prognosen für das laufende Jahr. Der Manager sprach von "starken Ergebnissen" im Quartal. (DPA)

Chef von Halbleiter-Vertrieb Rutronik kritisiert EU-Förderungen

Mo, 14.08.2023, 09:47: Von Plänen für den Ausbau einer Chip-Industrie in Europa hält der Geschäftsführer der Halbleiter-Vertriebsfirma Rutronik, Thomas Rudel, wenig. Das Geld komme am Ende ausländischen Firmen zugute. Neue Unternehmen aufzubauen, lohne sich nicht, sagte Rudel. "Wenn Sie es gescheit machen wollen, müssen sie acht bis zehn Milliarden investieren." Maschinen bekomme man in Deutschland derzeit ebenso wenig wie Elektroingenieure. "Und dann haben Sie noch keine Patente. Und ohne Patente kannst Du nichts verkaufen."

Das EU-Parlament hatte im Juli das Europäische Chip-Gesetz gebilligt, durch das für die Chip-Industrie bis zu 43 Milliarden Euro mobilisiert werden sollen. Die Investitionen sollen unter anderem aus dem EU-Haushalt und der Privatwirtschaft kommen.

Europa habe aber im Vergleich zu den Märkten in Asien und Amerika an Bedeutung eingebüßt, sagte Rudel. Früher seien die Anteile in etwa gleich verteilt gewesen. "Das hat sich verschoben." Europa mache nur noch neun bis zehn Prozent Marktanteil aus. Kunden investieren nach seinen Angaben auch nicht mehr groß in Europa. "Wir wandern mit unseren Kunden mit, ob wir das wollen oder nicht", sagte Rudel.

Rutronik ist einer von etwa einer Handvoll Halbleiter-Distributoren in Deutschland. Diese Firmen arbeiten quasi als Vertrieb der Hersteller vor allem für Mittelständler. Ein großes Logistikzentrum betreibt das Unternehmen in Eisingen bei Pforzheim.

Vergangene Woche hatte der taiwanische Chip-Hersteller TSMC angekündigt, bis zum Jahr 2027 ein Halbleiterwerk in Dresden zu errichten. Geplant sind Subventionen in Milliardenhöhe. Experten stellen jedoch infrage, dass die hiesige Konjunktur den erhofften Schub bekommt. (DPA)

Zahl der Firmeninsolvenzen kräftig gestiegen

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist im Juli deutlich gestiegen. In dem Monat beantragten fast ein Viertel (23,8 Prozent) mehr Unternehmen Regelinsolvenzverfahren als im Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Bereits im Juni hatte es einen Anstieg um knapp 14 Prozent gegeben. Seit August 2022 nimmt die Zahl der Unternehmensinsolvenzen kontinuierlich zu.

Die Verfahren fließen erst nach der ersten Entscheidung des Insolvenzgerichts in die Statistik ein. Daher liege der tatsächliche Zeitpunkt des Insolvenzantrags in vielen Fällen rund drei Monate davor, erläuterte die Behörde.

Für den Mai liegen inzwischen endgültige Zahlen vor: In dem Monat meldeten die deutschen Amtsgerichte 1.478 beantragte Unternehmensinsolvenzen, 19 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die Forderungen der Gläubiger bezifferten die Amtsgerichte auf knapp 4 Milliarden Euro. Im Mai 2022 waren es fast 2,2 Milliarden Euro.

Die meisten Insolvenzen je 10.000 Unternehmen entfielen auf die Branche Verkehr und Lagerei mit 8,7 Fällen, gefolgt von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen, etwa Zeitarbeitsfirmen, mit 7,4 Fällen. Die wenigsten Insolvenzen gab es in der Energieversorgung.

In den vergangenen Jahren hatten staatliche Hilfen sowie teilweise ausgesetzte Insolvenzantragspflichten die Zahl der Firmenpleiten auf niedrigem Niveau gehalten - trotz Corona- und Energiekrise. Daher hatten Experten einen Anstieg im laufenden Jahr erwartet. (DPA)

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Deutsche Exporte steigen im ersten Halbjahr

Fr, 11.08.2023, 8:30: Die deutschen Exporte sind im ersten Halbjahr insgesamt gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,3 Prozent auf 797,8 Milliarden Euro gestiegen. Nach Deutschland importiert wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres insgesamt Waren im Wert von 699,1 Milliarden Euro. Das waren 4,3 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2022.

Der Außenhandelssaldo (Exporte minus Importe) Deutschlands lag im ersten Halbjahr 2023 bei +98,7 Milliarden Euro und war damit mehr als doppelt so hoch wie im ersten Halbjahr 2022 (+41,8 Milliarden Euro).

Wichtigste Exportgüter Deutschlands waren Kraftfahrzeuge und Kraftfahrzeugteile mit einem Wert von 136,5 Milliarden Euro (+15,9 Prozent). Darauf folgten Maschinen mit einem Wert von 112,4 Milliarden Euro und einem Plus von 11,0 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Wichtigste Importgüter waren Kraftwagen und Kraftwagenteile mit 74,6 Milliarden Euro (+17,6 Prozent) sowie Datenverarbeitungsgeräte (70,3 Milliarden Euro; +1,1 Prozent).

Rückgänge im Außenhandel mit chemischen Erzeugnissen

Im 1. Halbjahr 2022 waren chemische Erzeugnisse noch das wichtigste Importgut gewesen. Die wertmäßige Einfuhr dieser Warengruppe ging im 1. Halbjahr 2023 jedoch gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 30,5 Prozent zurück - von 78,5 Milliarden Euro auf 54,6 Milliarden Euro. Im aktuellen Berichtszeitraum sind chemische Erzeugnisse damit auf den vierten Rang der wichtigsten Importgüter zurückgefallen. Auch die Menge der importierten Waren sank um 14,4 Prozent auf 21,0 Millionen Tonnen (1. Halbjahr 2022: 24,6 Millionen Tonnen).

Ursächlich für die hohen Importwerte im Chemiesektor waren im ersten Halbjahr 2022 die Einfuhren im Bereich Lactame aus China, die sowohl für die Kunststoff- als auch für die Medikamentenherstellung verwendet werden können. Im ersten Halbjahr 2023 wurden dagegen kaum noch Importe dieser Lactame nachgewiesen.

Die meisten Waren gingen in die Vereinigten Staaten

Wichtigstes Abnehmerland deutscher Waren im 1. Halbjahr 2023 waren, wie bereits in den Vorjahren, die Vereinigten Staaten. Güter im Wert von 78,0 Milliarden Euro wurden von Deutschland in die Vereinigten Staaten exportiert. Auf den Plätzen zwei und drei der bedeutendsten Exportländer Deutschlands lagen Frankreich (60,5 Milliarden Euro) und die Niederlande (57,7 Milliarden Euro).

Nach Deutschland importiert wurden die meisten Waren in der ersten Jahreshälfte 2023 aus der Volksrepublik China (79,3 Milliarden Euro). Auf den Plätzen zwei und drei der wichtigsten deutschen Lieferländer lagen die Niederlande (54,0 Milliarden Euro) und die Vereinigten Staaten (47,5 Milliarden Euro). (Statistisches Bundesamt)

Deutscher Maschinenbau-Gipfel 2022
(Bild: mi-connect)

Deutscher Maschinenbau-Gipfel

Der Maschinenbau-Gipfel 2023 ist vorbei - hier können Sie die Highlights Revue passieren lassen:

 

Die Veranstalter des Maschinenbau-Gipfels, VDMA und PRODUKTION freuen sich, wenn Sie auch 2025 in Berlin dabei sind!

 

Hier geht es zur Website des Maschinenbau-Gipfels.

Varta rechnet 2024 wieder mit spürbarem Wachstum

Fr, 11.08.2023, 8:26: Der kriselnde Batteriehersteller Varta plant nach zuletzt schwachen Geschäften für das kommende Jahr wieder mit einem spürbaren Umsatzwachstum. So soll der Erlös 2024 dank anziehender Nachfrage insbesondere bei Batteriespeichern auf mindestens 900 Millionen Euro steigen, wie das Unternehmen in Ellwangen mitteilte. Analysten haben bisher im Schnitt knapp 920 Millionen auf dem Zettel. Für dieses Jahr hat Varta mit rund 820 Millionen nur ein Plus gegenüber dem Vorjahr von 1,6 Prozent geplant, vor allem weil die Nachfrage nach kleinen wiederaufladbaren Lithium-Ionen-Knopfbatterien schwach ist.

Im ersten Halbjahr fuhr Varta tiefrote Zahlen ein, der Nettoverlust lag bei 110,4 Millionen Euro. Vor einem Jahr hatte das Unternehmen noch einen kleinen Gewinn von 2,8 Millionen Euro ausgewiesen.

Varta hatte bereits im Juli Eckdaten vorgelegt und dabei die Prognosen für 2023 erneut gesenkt. Der Umsatz fiel in den ersten sechs Monaten um zehn Prozent auf 339 Millionen Euro. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen lag bei minus 6,8 Millionen Euro - ein Jahr zuvor war es noch ein operativer Gewinn von 68,9 Millionen Euro gewesen. (DPA)

Siemens unter Druck: Vor allem Digital Industries enttäuscht

Do, 10.08.2023, 12:25: Siemens hat am Donnerstag mit enttäuschenden Quartalszahlen für Ernüchterung bei den Anlegern gesorgt. Auch der Ausblick des Technologiekonzerns stieß auf wenig Begeisterung. Im Fokus stand die schwächere Entwicklung der Sparte Digital Industries, welche das Geschäft mit der Digitalisierung der Industrie bündelt. Dieses war in den vergangenen zwei Jahren noch sprunghaft gewachsen und zeigt nun Analysten zufolge eine Normalisierung.

Um die Mittagszeit büßten die zuletzt etwas stabilisierten Siemens-Aktien am Dax-Ende 6,7 Prozent auf 136,70 Euro ein. Sie rutschten damit auf den tiefsten Stand seit März ab sowie unter die 200-Tage-Linie als Indikator für den langfristigen Trend. Seit Jahresbeginn steht ein vergleichsweise bescheidenes Plus von 5,5 Prozent zu Buche. Der deutsche Leitindex ist im selben Zeitraum um mehr als 14 Prozent gestiegen.

Das dritte Geschäftsquartal von Siemens belegte eine Wachstumsabschwächung gegenüber dem Vorquartal. Laut Nicholas Green vom US-Analysehaus Bernstein Research verfehlten Umsätze und Margen in zentralen Unternehmenssparten die Erwartungen. Auch Gael de-Bray von der Deutschen Bank sprach von einer "ziemlich enttäuschenden" Entwicklung.

Mark Fielding von der kanadischen Bank RBC attestierte dem Konzern zumindest gemischte Zahlen. Das Industriegeschäft sei schwach gewesen und habe wegen Digital Industries und der Medizintechniktochter Siemens Healthineers die Erwartungen verfehlt. Auf Konzernebene hätten geringere Kosten indes bewirkt, dass die Ergebnisse unter dem Strich den Erwartungen entsprächen.

Trotz einer überraschend starken Entwicklung der Barmittel stehe unglücklicherweise die Sparte Digital Industries im Mittelpunkt, ergänzte Jefferies-Analyst Simon Toennessen. Andrew Wilson von der US-Investmentbank JPMorgan verwies hingegen darauf, dass die Auftragsentwicklung die Erwartungen deutlich übertroffen habe. Allerdings sei das nur Großaufträgen in der Sparte Mobility zu verdanken - also dem Geschäft mit Bahninfrastruktur, Schienenfahrzeugen und Straßenverkehrstechnik. Dies habe die Schwäche bei Digital Industries und im Geschäft mit intelligenten Gebäuden und Energienetzwerken (Smart Infrastructure) kaschiert.

Die Ziele für das Geschäftsjahr bestätigte Siemens insgesamt zwar, erwartet bei Digital Industries aber ein geringeres Umsatzwachstum als bisher. Auch die Marge dürfte hier leicht niedriger ausfallen als zunächst in Aussicht gestellt. Zudem berücksichtigt das Unternehmen bei seinem Ausblick auf den Gewinn je Aktie (EPS) vor bestimmten Kaufpreiseffekten für Übernahmen weiterhin nicht die schwächelnde Beteiligung am Energietechnikkonzern Siemens Energy. Die Konsensschätzungen für diese Kennziffer dürften sich deshalb als etwas zu hoch erweisen, glaubt Jefferies-Experte Toennessen. (DPA)

Podcast: Eckard Eberle (Siemens) über Industrie 4.0

Industrie fordert breite Entlastung bei Energiepreisen

Industriepräsident Siegfried Russwurm hat sich für eine breite Entlastung bei den Energiepreisen ausgesprochen. Russwurm sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Die Stromsteuer muss runter, idealerweise auf das europäisch zulässige Minimum. Das kann die Bundesregierung allein entscheiden." Einen weiteren Preistreiber stellten die Netzentgelte dar, die mit sofort Effekt angepasst werden könnten. "Das wäre eine Entlastung für private Nutzer genauso wie für Handwerker und große Verbraucher in der Industrie."

Angesichts der Konjunkturflaute und der im internationalen Vergleich hohen Energiepreise gibt es eine Debatte über Entlastungen für die Wirtschaft. Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) will für eine Übergangsphase einen staatlich subventionierten Industriestrompreis für besonders energieintensive Betriebe. Habeck spricht von einem "Brückenstrompreis" von sechs Cent je Kilowattstunde für einen klar definierten Empfängerkreis. Der Koalitionspartner FDP lehnt einen Industriestrompreis ab. Die Union fordert unter anderem, die Stromsteuer und die Netzentgelte zu senken.

Russwurm sagte, es gehe um drei Aspekte. "Erstens brauchen wir, wenn wir über Brücken reden, ein Verständnis darüber, wohin sie führen sollen, was also am anderen Ufer ist." Man brauche eine ehrliche Bestandsaufnahme, wie die Energiekosten 2030 und danach sein würden. "Das darf kein Wunschdenken sein. Sechs Cent für Windstrom, das sind die Kosten am Fuß der Windturbine, die haben nur sehr wenig mit dem Preis für Strom zu tun, den ein Industriekunde 24 Stunden am Tag bezieht und letztendlich für den kontinuierlichen Betrieb seiner Anlage zahlt."

Daneben sei etwa über eine Senkung der Stromsteuer eine Entlastung über die gesamte Breite notwendig, sagte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie. "Drittens gibt es zusätzlich einige Branchen, die man sehr klar definieren kann, die dann trotzdem noch eine weitere spezifische Entlastung brauchen." Dieser sehr überschaubaren Zahl an Unternehmen könne ein Industriestrompreis helfen. (DPA)

Bericht: Taiwanischer Chipkonzern TSMC plant Werk in Dresden

Der taiwanische Chiphersteller TSMC steht nach einem Medienbericht kurz vor der Entscheidung für eine Ansiedlung in Dresden. Bei der Vorstandssitzung des Unternehmens an diesem Dienstag solle voraussichtlich der Beschluss fallen, berichtete das 'Handelsblatt' unter Berufung auf Regierungskreise. Alle Formalitäten seien geklärt. Das Bundeswirtschaftsministerium wollte den Bericht auf Anfrage nicht kommentieren.

Der Bund hat laut 'Handelsblatt' zugesagt, den Fabrikbau mit fünf Milliarden Euro zu unterstützen, und zwar aus dem Klima- und Transformationsfonds (KTF) des Bundes. TSMC will in Dresden demnach vornehmlich Chips für die Automobilindustrie produzieren. Aus Kreisen der Bundesregierung hieß es dem Bericht zufolge, die Ansiedlung von TSMC sei ein enorm wichtiges Zeichen. TSMC will das Werk demnach in einem Gemeinschaftsunternehmen mit den Partnern Bosch, Infineon und NXP betreiben.

Sobald der TSMC-Vorstand grünes Licht gegeben hat, könnte das Unternehmen mit der Bundesregierung eine Absichtserklärung über die Förderung unterschreiben. Die endgültige Entscheidung über die Förderung müsste dann die EU-Kommission treffen. (DPA)

Deutsche Gesamtproduktion erneut gesunken

Mo, 07.08.2023, 8:43: Die deutsche Industrieproduktion ist im Juni weiter gefallen. Im Vergleich zum Vormonat sank die Gesamtherstellung um 1,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Analysten hatten im Schnitt einen Rückgang erwartet, waren aber nur von einem Dämpfer von 0,5 Prozent ausgegangen. Im Jahresvergleich wurde im Juni kalenderbereinigt 1,7 Prozent weniger produziert.

Im Mai hatte sich die Produktion allerdings etwas besser als bisher bekannt entwickelt. Wie das Bundesamt mitteilte, blieb die Produktion nach einer Revision vorläufiger Daten mit einem Rückgang um 0,1 Prozent nahezu unverändert. Zuvor war ein Rückgang um 0,2 Prozent gemeldet worden. Im weniger schwankenden Dreimonatsvergleich sank die Herstellung von April bis Juni um 1,3 Prozent.

Belastend wirkte im Juni vor allem die Produktion in der Autoindustrie, die um 3,5 Prozent im Monatsvergleich sank. Die Aktivität am Bau fiel ebenfalls schwächer aus, wie das Bundesamt weiter mitteilte. Dagegen habe die pharmazeutische Industrie mit einem Anstieg der Fertigung um 7,9 Prozent positiv auf das Gesamtergebnis gewirkt. (DPA)

Fast drei Milliarden: Rekordverlust für Siemens Energy

Siemens Energy hat im dritten Geschäftsquartal mehr Verlust gemacht als je zuvor seit der Abspaltung von Siemens. Große Probleme bei der Windkrafttochter Siemens Gamesa und negative Steuereffekte sorgten für einen Fehlbetrag von gut 2,9 Milliarden Euro, wie der Konzern mitteilte. Für das noch bis Ende September laufende Geschäftsjahr erwartet Energy nun laut neuer Prognose insgesamt einen Rekordverlust von 4,5 Milliarden Euro.

Die neuerlichen Probleme beim Sorgenkind Gamesa waren bereits im Juni bekannt geworden. Damals hatte Energy die Belastung mit mindestens einer Milliarde Euro angegeben und seine Prognose zurückgezogen. Die nun veröffentlichten Details treffen den Konzern hart: Durch die Qualitätsprobleme bei Windkraftanlagen an Land erwartet Energy Kosten von 1,6 Milliarden Euro für notwendige Reparaturen. Verbucht wurden sie im abgelaufenen Quartal, wirklich anfallen wird der Großteil aber erst in den nächsten beiden Geschäftsjahren.

Im Offshore-Bereich erwartet der Konzern weitere Belastungen in Höhe von 0,6 Milliarden Euro durch unprofitable Verträge und wegen Schwierigkeiten beim Hochlauf der Produktion. Zu diesen Belastungen bei Gamesa kommt nun auch noch ein negativer Steuereffekt auf Konzernebene von weiteren 0,7 Milliarden Euro.

Jenseits von Gamesa lief es für Siemens Energy besser

Die Ergebnisse zeigten "die Herausforderungen beim Turnaround von Siemens Gamesa", sagte Konzernchef Christian Bruch. Die Leistung der übrigen Geschäftsbereiche gebe ihm "Vertrauen in die Fähigkeit unseres Unternehmens, Geschäfte wieder wirtschaftlich erfolgreich aufzustellen".

Jenseits von Gamesa lief es für Energy deutlich besser. Die drei anderen Bereiche, Gas Services, Grid Technologies und Transformation of Industry konnten ihre Ergebnisse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verbessern. Und auf Konzernebene legten auch Auftragseingang und Umsatz zu.

Siemens Energy war 2020 von Siemens ausgegliedert und an die Börse gebracht worden. Seither hat der Konzern noch kein Geschäftsjahr und nur wenige Quartale mit einem Gewinn abgeschlossen. Immer wieder sorgten dabei Probleme mit Gamesa für Gewinnwarnungen und drückten die Zahlen tief ins Minus. Um das Sorgenkind besser in den Griff zu bekommen, hat Energy seine Windkrafttochter, die lange Zeit nur eine Mehrheitsbeteiligung war, inzwischen komplett übernommen. Daran, ob und wie schnell die Probleme nun gelöst werden, dürfte dabei auch die Zukunft von Konzernchef Bruch hängen. (DPA)

Deutsche Industrie erhält erneut deutlich mehr Bestellungen

Fr, 04.08.2023, 8:22: Die deutsche Industrie hat im Juni dank zahlreicher Großbestellungen erneut deutlich mehr Aufträge erhalten. Im Monatsvergleich seien die Bestellungen um sieben Prozent gestiegen, teilte das Statistische Bundesamt mit. Analysten wurden von der Entwicklung überrascht. Sie hatten mit einem Dämpfer gerechnet und waren im Schnitt von einem Rückgang um zwei Prozent ausgegangen.

Für Auftrieb sorgten wie bereits im Vormonat Mai vor allem großvolumige Bestellungen, die im Zeitverlauf deutlich schwanken können. Wie das Bundesamt weiter mitteilte, ist der Auftragseingang ohne Großaufträge im Juni um 2,6 Prozent gesunken.

Der Anstieg im Vormonat Mai wurde leicht nach unten revidiert, von zuvor 6,4 Prozent auf nur noch 6,2 Prozent. In der Zeit von April bis Juni war der Auftragseingang im Vergleich zu den drei Monaten zuvor nahezu unverändert, wie das Bundesamt weiter mitteilte. Der massive Auftragseinbruch in der deutschen Industrie von knapp elf Prozent im März konnte somit ausgeglichen werden.

In einer Stellungnahme des Bundeswirtschaftsministeriums hieß es, dass der Auftragseingang "von starken Schwankungen und Sondereffekten durch Großbestellungen" geprägt sei. Die Aussichten für die Industriekonjunktur seien angesichts des eingetrübten Geschäftsklimas und der schwachen Weltkonjunktur vorerst weiterhin verhalten. (DPA)

Heidelberger Druckmaschinen startet mit Zuwächsen ins neue Geschäftsjahr

Fr, 04.08.2023, 8:01: Der Maschinenbauer Heidelberger Druck ist dank einer Erholung in Asien und Wachstum im Verpackungsdrucksegment mit einem Umsatz- und Ergebnisplus in das neue Geschäftsjahr 2023/24 (Ende März) gestartet. Der Umsatz sei in den ersten drei Monaten bis Ende Juni von 530 Millionen Euro im Vorjahr auf 544 Millionen Euro geklettert, teilte das im Nebenwerteindex Sdax notierte Unternehmen mit. Die Jahresziele bestätigte der Konzern.

Im Tagesgeschäft lief es für Heidelberger Druckmaschinen deutlich besser. Der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn (Ebitda) legte von 24 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 42 Millionen Euro zu. Dazu trugen auch Preiserhöhungen bei. Die entsprechende Marge verbesserte sich von 4,6 auf 7,7 Prozent. Unter dem Strich verdoppelte sich der Gewinn auf zehn Millionen Euro.

Der Maschinenbauer zeigt sich wegen des anhaltenden Kostendrucks für das laufende Geschäftsjahr (Ende März) weiterhin vorsichtig. Umsatz und bereinigte Marge (Ebitda-Marge) sollen auf dem Niveau des Vorjahres verharren. Damit rechnet das Unternehmen mit einem Erlös von etwa 2,435 Milliarden und einer bereinigten operativen Marge von 7,2 Prozent. (DPA)

Fachkongress Fabrikplanung

Fachkongress Fabrikplanung
(Bild: narong - stock.adobe.com)

Auf dem 20. Fachkongress Fabrikplanung treffen sich unter anderem Fabrikplaner:innen, Werksleiter:innen und Ingnieur:innen, um über die Herausforderungen der Branche zu diskutieren.

  • 13. und 14. November 2024 in Ludwigsburg
  • Vorträge und Workshops für die Teilnehmenden

Weitere Informationen: Hier klicken!

Dürr steigert Gewinn deutlich

Der Maschinenbauer Dürr hat im zweiten Quartal vor allem dank guter Geschäfte mit der Autoindustrie deutlich mehr verdient. "Das zweite Quartal hat die erwartete Beschleunigung gebracht", sagte der Vorstandsvorsitzende Jochen Weyrauch bei Vorlage der Halbjahreszahlen. Diesen Kurs setze das Unternehmen fort, im dritten und insbesondere im vierten Quartal werde es bei Umsatz und Ergebnis nochmals deutlich zulegen. Auch der Auftragseingang liege auf Kurs und dürfte im Gesamtjahr das obere Ende der Zielbandbreite von 4,4 bis 4,8 Milliarden Euro erreichen. Die Jahresziele bestätigte der Vorstand.

Im zweiten Quartal legte der Umsatz im Vorjahresvergleich um knapp sieben Prozent auf 1,12 Milliarden Euro zu, wie das im Mdax notierte Unternehmen mitteilte. Der operative Gewinn zog um mehr als die Hälfte auf 62,6 Millionen Euro an. Dazu trug neben besserer Geschäfte auch ein Sparprogramm bei. Unter dem Strich hat sich der Überschuss mit 37,4 Millionen Euro mehr als verdoppelt. (DPA)

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BMW verdient im zweiten Quartal etwas weniger

Do, 03.08.2023, 9:13: Der Autobauer BMW hat im zweiten Quartal trotz eines guten Laufs im Tagesgeschäft etwas weniger Gewinn gemacht. Unter dem Strich ging der Konzernüberschuss im Jahresvergleich um 2,9 Prozent auf 2,96 Milliarden Euro zurück, wie der Dax-Konzern mitteilte. Grund seien vor allem höhere Steuern gewesen. Der Umsatz im Konzern kletterte hingegen um sieben Prozent auf 37,2 Milliarden Euro, weil BMW mehr Autos verkaufte und teurere Modelle einen größeren Anteil am Gesamtverkauf hatten.

BMW hatte bereits am Dienstag Eckdaten zum operativen Geschäft vorgelegt und dabei auch den Jahresausblick für den Absatz und für die Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern im Automobilbau erhöht. Allerdings benötigt der Konzern auch mehr Geld für Investitionen in Elektroantriebe sowie für höhere Vorräte als bisher veranschlagt, was die Anleger herb enttäuschte. Die operative Gewinnmarge im zweiten Quartal war zwar im Jahresvergleich um einen Prozentpunkt auf 9,2 Prozent gestiegen, hier hatten Analysten zuvor allerdings mit einer noch stärkeren Verbesserung gerechnet. Belastend wirkten sich unter anderem negative Währungseffekte, gestiegene Materialkosten und höhere Gewährleistungsaufwendungen aus. (DPA)

Rational profitiert von Preiserhöhungen

Do, 03.08.2023, 8:244: Der Großküchenausstatter Rational hat auch im zweiten Quartal deutlich mehr Umsatz und Gewinn gemacht. "Nach einem erfolgreichen Start in das Jahr 2023 konnten wir auch im zweiten Quartal an diese Erfolge anknüpfen", sagte Unternehmenschef Peter Stadelmann bei Vorlage der Quartalszahlen. Dabei hätten Sondereffekte durch den Abbau des hohen Auftragsbestands beigetragen. Zudem habe das Unternehmen von positiven Umsatzeffekten profitiert, während geplante Investitionen und Ausgaben sich erst in den kommenden Monaten in den Büchern abzeichnen werden. Die Jahresziele bestätigte der Vorstand.

Das Mdax-Unternehmen konnte im zweiten Quartal mehr Geräte verkaufen, profitierte aber auch von Preiserhöhungen. Der Erlös stieg so im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um ein Fünftel auf rund 278 Millionen Euro, wie der Konzern mitteilte. Experten hatten mit einem etwas geringeren Anstieg gerechnet. Auch ergebnisseitig lief es besser als am Markt gedacht. In den drei Monaten bis Ende Juni lag das Betriebsergebnis (Ebit) mit knapp 70 Millionen Euro um 53 Prozent über dem Vorjahr.

Die operative Marge verbesserte sich auf 25 (Vorjahr: 19,5) Prozent, weil die Kosten weniger stark stiegen als der Umsatz. (DPA)

Rational ist der Gesamtsieger der Fabrik des Jahres 2022. Warum das Unternehmen die Jury überzeugt hat, lesen Sie hier:

Schaeffler wird beim Ergebnis zuversichtlicher

Mi, 02.08.2023, 8:43: Schaeffler wird nach einer spürbaren Erholung im zweiten Quartal optimistischer für die Ergebnisse im Gesamtjahr. Vom Umsatz dürften vor Zinsen, Steuern und Sonderposten nun sechs bis acht Prozent operativer Gewinn übrigbleiben, teilte das Unternehmen mit. Bisher hatte Chef Klaus Rosenfeld 5,5 bis 7,5 Prozent auf dem Zettel. Im zweiten Quartal erzielte Schaeffler dank einer Verbesserung im Geschäft mit der Autozulieferung und mit Auto-Ersatzteilen eine Marge von 7,1 Prozent und damit 1,8 Prozentpunkte mehr als ein Jahr zuvor. Der operative Gewinn lag bei 289 Millionen Euro fast um die Hälfte höher und fiel auch besser aus als von Experten geschätzt.

Der Umsatz kletterte um 7 Prozent auf 4,06 Milliarden Euro. Währungsbereinigt wären es 9,8 Prozent mehr gewesen und damit so viel wie von Analysten zuvor erwartet. Die Umsatzprognose bestätigten die Herzogenauracher. Unter dem Strich stieg der Konzerngewinn um 22,5 Prozent auf 138 Millionen Euro. (DPA)

Niedrige Stahlpreise machen Klöckner weiter zu schaffen

Mi, 02.08.2023, 8:12: Der Stahlhändler Klöckner & Co hat im zweiten Quartal weiterhin das ungünstige Preisumfeld zu spüren bekommen. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) schmolz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 72 Prozent auf 63 Millionen Euro zusammen, wie das Unternehmen mitteilte. Damit erwischte Klöckner gerade so seine eigene Prognosespanne von 60 bis 110 Millionen Euro. Der Umsatz ging um knapp ein Viertel auf 1,97 Milliarden Euro zurück. Unter dem Strich verdiente der Konzern zwölf Millionen Euro nach 151 Millionen im Vorjahreszeitraum.

Im dritten Quartal will Klöckner beim bereinigten operativen Ergebnis eine Spanne von 40 bis 80 Millionen Euro erreichen. Im Gesamtjahr beziffert der Konzern die Zielspanne auf 220 bis 280 Millionen Euro. Zuvor war hier lediglich von einem deutlichen Rückgang von 417 Millionen Euro die Rede. Von Bloomberg befragte Experten haben beim operativen Gewinn bisher im Schnitt einen Wert von 256 Millionen Euro im laufenden Jahr auf dem Zettel. (DPA)

BMW hebt Jahresausblick nach gutem Quartal an

Di, 01.08.2023, 10:14: Der Autobauer BMW  erhöht nach einem guten Lauf im ersten Halbjahr seine Prognosen für den Autoverkauf und die operative Ergebnismarge im Kerngeschäft. Die Marge des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern im Automobilbau erwartet das Management nun bei 9 bis 10,5 Prozent, wie der Dax-Konzern  überraschend mitteilte. BMW hatte bislang bei der am Aktienmarkt stark beachteten Kennziffer 8 bis 10 Prozent in Aussicht gestellt. Bei den Auslieferungen gehen die Münchener von einem soliden Wachstum gegenüber dem Vorjahr aus - sprich um fünf bis zehn Prozent. Bisher war nur ein leichtes Plus avisiert worden. Auch bei der Eigenkapitalrendite im Finanzdienstleistungsgeschäft wird BMW zuversichtlicher. Die BMW-Aktie fiel allerdings in einer ersten Reaktion um mehr als vier Prozent.

Grundlage für den Optimismus von BMW-Chef Oliver Zipse sind vorläufige Resultate aus dem ersten Halbjahr. Die operative Marge im Autogeschäft lag bei 10,6 Prozent und damit spürbar über der bisher angepeilten Spanne. Im zweiten Quartal betrug die Marge 9,2 Prozent, ein Prozentpunkt mehr als ein Jahr zuvor.

Das höhere Absatzvolumen, eine vorteilhafte Entwicklung bei den Verkaufspreisen sowie eine Verlagerung hin zu teureren Autos trieben die Ergebnisse an. Der freie Barmittelzufluss im Automobilgeschäft betrug im zweiten Quartal 1,2 Milliarden Euro. Der Anstieg von Vorräten sowie höhere Kosten für Material und Rohstoffe hätten hier belastet, hieß es. Ein Nettoergebnis nannte BMW zunächst nicht, detaillierte Resultate legt das Unternehmen an diesem Donnerstag vor. (DPA)

Daimler Truck nimmt weniger Aufträge an

Di, 01.08.2023, 8:26: Der Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck hat im zweiten Quartal erneut weniger Aufträge gebucht als ein Jahr zuvor. Im zweiten Quartal nahmen die Schwaben Bestellungen für 96.936 Fahrzeuge an und damit 13 Prozent weniger, wie der Dax-Konzern mitteilte. Daimler Truck geht nach eigenen Angaben wie auch andere Lkw-Bauer derzeit angesichts voller Auftragsbücher wählerisch vor bei der Annahme von Bestellungen; so öffnet das Unternehmen etwa die Auftragsbücher für das kommende Jahr erst spät. Vorstandschef Martin Daum hatte Mitte Juli gesagt, die Nachfrage und mit ihr der Auftragseingang seien weiter stark.

Daimler Truck hatte seinen Jahresausblick angesichts eines gut verlaufenen Quartals bereits angehoben und auch Eckdaten zum Gewinn aus dem Tagesgeschäft vorgelegt. Der Umsatz war um 15 Prozent auf fast 13,9 Milliarden Euro geklettert. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern legte um 41 Prozent auf rund 1,43 Milliarden Euro zu. Unter dem Strich stieg der Konzerngewinn von 946 Millionen ein Jahr zuvor auf 1,0 Milliarden Euro. (DPA)

Krones steigert Gewinn kräftig im Quartal

Di, 01.08.2023, 8:01: Der Abfüll- und Verpackungsanlagenhersteller Krones hat im zweiten Quartal trotz der jüngsten Schwäche der Wirtschaft in vielen Ländern gut abgeschnitten. Umsatz und Ergebnis legten zu. Ein wesentlicher Grund hierfür sei, dass die Märkte des Unternehmens kaum von Konjunkturschwankungen betroffen seien, teilte das im Sdax-notierte Unternehmen mit. Nach dem außerordentlich hohen Ordereingang im ersten Quartal hätten sich die Kundenbestellungen im zweiten Quartal wie erwartet auf hohem Niveau "normalisiert".

Der Auftragseingang ging in den drei Monaten bis Ende Juni im Vergleich zum Vorjahresquartal um 18 Prozent auf 1,27 Milliarden Euro zurück. Der Umsatz legte hingegen um 12,5 Prozent auf 1,12 Milliarden Euro zu. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) zog um 20,9 Prozent auf 106,5 Millionen Euro an. Unter dem Strich legte der Gewinn um 34,3 Prozent auf 57,9 Millionen Euro zu.

Die erst jüngst angehobene Prognose für den Umsatzanstieg wurde bestätigt. Die Zielgrößen für den operativen Gewinn sowie die Rendite auf das gebundene Kapital bekräftigte der Konzern ebenfalls. (DPA)

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Maschinenbau-Verband: AfD könnte negativer Standortfaktor werden

Der Präsident des Maschinenbauverbands VDMA, Karl Haeusgen, sieht im Erfolg der AfD ein mögliches Risiko für den Wirtschaftsstandort Deutschland. "Die Partei lehnt vieles ab, was für unsere Wirtschaft wichtig ist, etwa Zuwanderung oder den Euro", sagte Haeusgen der 'Welt'. "Das könnte zu einem negativen Standortfaktor werden."

Über Äußerungen von CDU-Chef Friedrich Merz zu einer möglichen Zusammenarbeit mit der AfD sagte Haeusgen: Für den Standort Deutschland "sind solche Gedankenspiele gefährlich".

Aussagen von Merz im ZDF-Sommerinterview zum Umgang mit der AfD in den Kommunen waren vielfach als Aufweichung der klaren Abgrenzung der CDU zu den Rechtspopulisten interpretiert worden. Merz nannte die Vorwürfe abwegig und machte deutlich, dass der Unvereinbarkeitsbeschluss seiner Partei gelte. Die AfD wird vom Verfassungsschutz als rechtsextremistischer Verdachtsfall eingestuft. (DPA)

Stabilus konkretisiert Jahresziele - Operatives Ergebnis legt zu

Mo, 31.07.2023, 7:32: Der Autozulieferer Stabilus hat im dritten Geschäftsquartal von einer anziehenden Autoproduktion und einem guten Industriegeschäft profitiert. Unternehmenschef Michael Büchsner sprach am Montag laut Mitteilung von erneut deutlichem Wachstum in allen Marktsegmenten. Umsatz und operatives Ergebnis legten zu. Die Ziele für 2022/23 (Ende September) konkretisierte das Unternehmen.

Für das laufende Geschäftsjahr peilt Stabilus nun einen Umsatz von 1,2 Milliarden Euro an und damit das obere Ende der bisherigen Bandbreite. Die bereinigte operative Marge (Ebit-Marge) soll mit 13 Prozent das untere Ende der zuvor anvisierten Spanne erreichen. Im Gegensatz zum Vorjahr sei das laufende Geschäftsjahr negativ beeinflusst durch Währungseffekte im operativen Ergebnis, vor allem zwischen dem mexikanischen Peso und US-Dollar. Diese Effekte verringerten die bereinigte Ebit-Marge.

Im dritten Quartal stieg der Umsatz um gut 13 Prozent auf 306,5 Millionen Euro, wie das im Mdax notierte Unternehmen mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit etwas weniger gerechnet. Vor Zinsen, Steuern und Sonderposten stieg das Ergebnis um 10,6 Prozent auf 41,9 Millionen Euro. Die entsprechende Marge ging gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 14 auf 13,7 Prozent zurück. Unter dem Strich erzielte Stabilus einen Gewinn von 21,7 Millionen Euro nach 24,3 Millionen ein Jahr zuvor. Das Unternehmen begründete dies vor allem mit negativen Währungseffekten. (DPA)

Kreise: Interesse für Stahlsparte von Thyssenkrupp sinkt

Fr, 28.07.2023, 9:37: Das Interesse mehrerer Unternehmen an einer Beteiligung an der Stahlsparte von Thyssenkrupp schwindet offenbar. So habe sich die staatliche Emirates Steel Arkan aus Abu Dhabi zurückgezogen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Donnerstag unter Berufung auf informierte Personen. Als Gründe wurden Sorgen im Zusammenhang mit Pensionsverpflichtungen sowie die Komplexität des Geschäfts genannt. Auch das Interesse der indischen JSW Steel soll den Informationen zufolge erlahmt sein. JSW und Thyssenkrupp wollten dies nicht kommentieren, Emirates Steel war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Die frühere Konzernchefin Martina Merz hatte Thyssenkrupp als Gruppe weitgehend selbstständiger Unternehmen aufstellen wollen und auch eine Verselbständigung des schwankungsanfälligen Stahlgeschäfts favorisiert. Die Managerin war damit jedoch auf Widerstand gestoßen. Seit 1. Juni ist nun Miguel Ángel López Borrego am Ruder. Die EU-Kommission genehmigte erst kürzlich Fördergelder von bis zu zwei Milliarden Euro für die Stahlsparte durch den Bund und das Land Nordrhein-Westfalen für den Aufbau einer Produktion von klimafreundlich erzeugtem, sogenannten "grünen" Stahl. (DPA)

Kion hebt Prognose nach zweitem Quartal erneut an

Do, 27.07.2023, 9:33: Angesichts gut laufender Geschäfte in seinem Gabelstapler-Geschäft hebt Kion seine Jahresziele an. Der Vorstand rechnet nun statt mindestens 11,2 mit mindestens 11,4 Milliarden Euro Konzernumsatz, wie der Mdax-Konzern bei der Vorlage der Halbjahreszahlen mitteilte. Davon sollen als um Sonder- und Einmaleffekte bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) mindestens 680 Millionen Euro bleiben. Bislang standen mindestens 615 Millionen Euro auf dem Zettel.

Für den Geschäftsbereich mit Lieferkettenlösungen geht der Vorstand zudem im Vergleich zu den ersten sechs Monaten des Jahres von einem besseren zweiten Halbjahr aus, nachdem das Segment im zweiten Quartal nur knapp profitabel war.

In den drei Monaten bis Ende Juni verdiente Kion insgesamt im Tagesgeschäft 192,3 Millionen Euro, was auf Basis eines Umsatzes von gut 2,8 Milliarden Euro einer bereinigte operativen Marge von 6,8 Prozent entsprach. Die Frankfurter erhielten dabei zwar weit weniger Aufträge als vor einem Jahr, konnten aber trotzdem leicht wachsen und vor allem profitabler wirtschaften. Grund dafür ist, dass vor einem Jahr hohe Materialkosten und fehlende Preisklauseln in den Verträgen mit ihren Kunden die Marge belastet hatten. (DPA)

Podcast: Kion-Aufsichtsrätin über Frauen in Führungspositionen

Gute Nachfrage und Erhalt Exportlizenzen: Aixtron hebt Ausblick an

Do, 27.07.2023, 9:01: Fortschritte bei der Erteilung von Exportlizenzen sowie eine weiterhin rege Nachfrage nach Maschinen zur Herstellung moderner, energieeffizienter Halbleiter stimmen Aixtron optimistischer für 2023. Große Chipkonzerne bauen ihre Kapazitäten in diesem Bereich aktuell stark aus, weil die Nachfrage nach besonders leistungsfähigen Elektronikchips im Zuge der weltweiten Digitalisierung, der Elektromobilität und der Energiewende weiter wachsen wird und weil westliche Länder ihre Abhängigkeit von China verringern wollen.

Nach einem Umsatzanstieg um gut ein Drittel im ersten Halbjahr auf knapp 251 Millionen Euro traut Aixtron-Chef Felix Grawert seinem Unternehmen für 2023 nun Erlöse zwischen 600 und 660 Millionen Euro zu, nach bisher avisierten 580 bis 640 Millionen. Dabei steigerten die Nordrhein-Westfalen den Umsatz allein im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 69 Prozent auf 173,5 Millionen Euro. Damit schnitt Aixtron besser ab als von Analysten erwartet. Beim Umsatzausblick liegt der Konsens eher am unteren Ende der neuen Prognose.

Rückenwind lieferte dabei im abgelaufenen Vierteljahr auch die Erteilung zahlreicher ausstehender Exportlizenzen, deren Fehlen Aixtron zuvor noch deutlich gebremst hatte. So waren Behörden überlastet und warfen auch teils einen kritischeren Blick auf bestimmte Abnehmerländer, wohl insbesondere China. Die Behörden hatten daher zusätzliche Schutzmechanismen an den Maschinen verlangt, damit sie nur dafür verwendet werden können, wofür sie auch bestellt worden seien, hatte Grawert vor einigen Monaten gesagt. Dabei stellte er auch eine Erhöhung der Jahresprognosen in Aussicht, sollten die Ausfuhrgenehmigungen erteilt werden.

Von rund 70 Millionen Euro Umsatz, die durch das Fehlen der Genehmigungen bis zum Ende des ersten Quartals nicht realisiert werden konnten, sind bis zum heutigen Tag Anlagen für deutlich mehr als 50 Millionen Euro ausgeliefert worden, hieß es vom Unternehmen auf Nachfrage. Mit dem Rest wird weiterhin bis zum Jahresende gerechnet. (DPA)

Mercedes-Benz verdient auch unter dem Strich mehr

Do, 27.07.2023, 8:51: Der Autobauer Mercedes-Benz hat dank des guten Laufs bei Lieferwagen und Pkw im vergangenen Quartal auch unter dem Strich mehr Gewinn gemacht. Das Konzernergebnis stieg im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum um 14 Prozent auf 3,64 Milliarden Euro, wie das Dax-Unternehmen mitteilte. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern legte im zweiten Quartal um 6 Prozent auf 5,21 Milliarden Euro zu. Den Umsatz steigerte der Autobauer dank eines besseren Absatzes um fünf Prozent auf 38,2 Milliarden Euro.

Bereits am Vorabend hatten die Stuttgarter Eckdaten für die Profitabilität in den Geschäftsfeldern vorgelegt und im starken Geschäft mit Vans den Ausblick für das Gesamtjahr angehoben. Auch beim freien Mittelzufluss im Fahrzeuggeschäft wurde das Management um Chef Ola Källenius etwas optimistischer. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern soll nun auf Vorjahresniveau ebenfalls etwas besser ausfallen als bisher gedacht. (DPA)

Boeing erneut in den roten Zahlen aber trotzdem positive Überraschung

Mi, 26.07.2023, 15:39: Der angeschlagene US-Flugzeugbauer Boeing hat im zweiten Quartal erneut rote Zahlen geschrieben. Probleme in den Lieferketten, gestiegene Kosten für ein militärisches Trainingsflugzeug und eine Tarnkappendrohne sowie andere Sonderposten führten unter dem Strich zu einem Verlust von 149 Millionen US-Dollar (rund 135 Millionen Euro), wie Boeing mitteilte. Schon im ersten Quartal hatte der Konzern einen Verlust erlitten, nachdem er von 2019 bis 2022 bereits vier Jahre in Folge in den roten Zahlen gesteckt hatte. Dennoch sprach Boeing-Chef Dave Calhoun von einem "soliden zweiten Quartal".

Boeing erzielte in den Monaten April bis Juni überraschend einen bereinigten freien Barmittelzufluss von 2,6 Milliarden Dollar. Analysten hatten damit gerechnet, dass der Konzern wieder einmal Geld verbrennen würde. Die Boeing-Aktie legte im vorbörslichen US-Handel um mehr als drei Prozent zu.

Im zweiten Quartal wirkte sich der Anstieg der Flugzeugauslieferungen positiv auf den Umsatz aus: Der Erlös stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 18 Prozent auf knapp 19,8 Milliarden Dollar und damit deutlich stärker als von Analysten im Schnitt erwartet. (DPA)

VW-Lkw-Holding Traton wird im Rahmen der Prognosen optimistischer

Mi, 26.07.2023, 14:50: Die VW-Nutzfahrzeugholding Traton wird nach einem Umsatz- und Ergebnissprung im ersten Halbjahr etwas zuversichtlicher für den Rest des Jahres. Zwar bestätigten die Münchener ihren Ausblick, bei der bereinigten operativen Ergebnismarge und dem Mittelzufluss aus dem Fahrzeuggeschäft rechnet das Management um Chef Christian Levin aber damit, das Jahr jeweils in Richtung des oberen Endes der Prognosebandbreiten abzuschließen. Im ersten Halbjahr stieg der Umsatz um 27 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro, das bereinigte operative Ergebnis kletterte mit 1,97 Milliarden Euro auf mehr als das Doppelte. Bei beiden Werten schnitt Traton damit besser ab als von Experten zuvor geschätzt.

Die bereinigte operative Marge lag mit 8,6 Prozent fast doppelt so hoch wie vor einem Jahr - und auch spürbar über der Prognosespanne von sieben bis acht Prozent für das Jahr. Traton begründete das vor allem mit einer besseren Auslastung der Produktion. Deutlich gestiegene Energie-, Rohstoff- und Teilepreise hätten durch höhere Verkaufspreise kompensiert werden können.

Derweil geht Traton eigenen Angaben zufolge weiter zurückhaltend vor bei der Annahme von Aufträgen. Diese sackten im Vergleich zum bestellstarken Vorjahreszeitraum um 24 Prozent auf 125.258 Fahrzeuge ab. Der Auftragsbestand sei weiterhin sehr hoch, hieß es. (DPA)

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Opel-Mutter Stellantis mit Rekordwerten

Mi, 26.07.2023, 10:58: Die Opel-Mutter Stellantis hat wegen entspannter Lieferketten und gesenkter Kosten im ersten Halbjahr profitabler gewirtschaftet als erwartet. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg das Nettoergebnis um 37 Prozent auf 10,9 Milliarden Euro und erreichte damit einen Rekordwert, wie der Konzern mitteilte. Die bereinigte operative Marge kletterte auf 14,4 Prozent und übertraf damit die Erwartungen von Analysten um mehr als zwei Prozentpunkte.

Die Aktien von Stellantis legten infolge der Neuigkeiten um bis zu drei Prozent zu. Das Niveau konnte das Papier nicht ganz halten. Zuletzt lag die Aktie mit einem Plus von rund zwei Prozent aber immer noch an der Spitze des Eurozonen-Auswahlindex EuroStoxx 50. Damit setzten sie ihren Erholungskurs der vergangenen Wochen fort und nähern sich ihrem Jahreshoch.

Der Hersteller von Marken wie Peugeot, Fiat, Chrysler, Jeep und Opel profitierte im abgelaufenen Halbjahr auch von höheren Auslieferungen. Sie trieben den Umsatz auf das Rekordhoch von 98,4 Milliarden Euro, ein Zuwachs von zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Absatz mit batterieelektrischen Fahrzeugen zog um fast ein Viertel an.

Stellantis geht davon aus, dass die Nachfrage in Europa, dem Nahen Osten und Afrika stärker ausfallen dürfte als erwartet. Auch vor diesem Hintergrund bestätigte das Management seine Jahresziele. Europas Autobauer stehen unter wachsendem Druck, da sie ihre Flotten elektrifizieren müssen und gleichzeitig eine schwächelnde Nachfrage fürchten. Zudem geraten ihre hohen Preise der vergangenen Jahre durch günstigere E-Autos aus China unter Druck. (DPA)

MTU legt weiter zu: Operativer Rekordgewinn im Blick

Mi, 26.07.2023, 9:10: Die Erholung der Luftfahrtbranche von der Pandemie hat dem Triebwerksbauer MTU auch im zweiten Quartal kräftige Zuwächse beschert. Dank einer starken Nachfrage nach neuen Antrieben, Ersatzteilen und Wartungen sprang der Umsatz im Jahresvergleich um 20 Prozent auf 1,55 Milliarden Euro nach oben, wie der Dax-Konzern mitteilte. Der um Sonderposten bereinigte operative Gewinn (bereinigtes Ebit) legte um 21 Prozent auf 193 Millionen Euro zu und traf damit in etwa die durchschnittlichen Erwartungen von Analysten.

Der Überschuss legte sogar um 85 Prozent auf 122 Millionen Euro zu, nachdem MTU ein Jahr zuvor wegen einer zerschlagenen Auftragshoffnung eine millionenschwere Sonderbelastung verbucht hatte. "Die Erholung unserer Branche hält im Hinblick auf Flugbewegungen und Auftragslage weiter an", sagte Vorstandschef Lars Wagner.

Er sieht den Triebwerksbauer daher auf einem guten Weg, seine Ziele für 2023 zu erreichen. So rechnet der Manager seit Mitte Juni fest mit einem Rekordergebnis im Tagesgeschäft: Der bereinigte operative Gewinn soll auf etwas mehr als 800 Millionen Euro steigen und damit den bisherigen Höchstwert von 757 Millionen aus dem Jahr 2019 übertreffen. (DPA)

Varta kappt Prognose für operativen Gewinn

Mi, 26.07.2023, 7:59: Der in der Krise steckende Batteriekonzern Varta blickt pessimistischer auf 2023. Der Umsatz werde nur noch das untere Ende der bisherigen Spanne von 820 bis 870 Millionen Euro erreichen, teilte das im Sdax notierte Unternehmen mit. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) dürfte zwischen 40 und 60 Millionen Euro liegen. Während Analysten bereits mit einem ähnlich hohen Umsatzwert gerechnet hatten, liegt die neue Prognose für das operative Ergebnis deutlich unter den Erwartungen. 2022 war der Umsatz um ein Zehntel auf knapp 807 Millionen Euro gesunken und das bereinigte Ebitda lag bei 69,5 Millionen.

Varta begründete die neue Prognose damit, dass Kunden weniger nach Produkten fragten und die Lagerbestände bei Herstellern und Verbrauchern weiter hoch seien. Die Konzernführung hofft auf eine Besserung im zweiten Halbjahr, das "traditionell" starke Geschäfte aufweise. Unter anderem erwartet Vorstandssprecher Markus Hackstein von der neuen Fabrik für Energiespeicher in Ellwangen einen positiven Impuls.

Auf Basis vorläufiger Zahlen erlöste Varta im zweiten Quartal rund 175 Millionen Euro und damit etwa 8,6 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Der bereinigte operative Verlust (Ebitda) lag bei fünf Millionen Euro nach einem operativen Gewinn von 30,8 Millionen ein Jahr zuvor. (DPA)

Dassault Systèmes wächst in vielen Bereichen

Mi, 26.07.2023, 7:40: Dassault Systèmes hat im zweiten Quartal nach eigenen Angaben die Erwartungen übertroffen und den positiven Trend des ersten Quartals fortgesetzt. Demnach stiegen im zweiten Quartal sowohl der Gesamtumsatz als auch der Softwareumsatz um jeweils acht Prozent. Dieses Ergebnis stimmt mit den angestrebten Geschäftszielen überein. Verantwortlich dafür waren dem Unternehmen zufolge vor allem die wiederkehrenden Umsätze, die um neun Prozent stiegen.

Eine deutliche Steigerung von sechs Prozent ist zudem beim Umsatz mit Vorablizenzen zu verzeichnen, angetrieben durch eine dynamische Entwicklung in verschiedenen Unternehmensbereichen. Dassault Systèmes verbuchte im zweiten Quartal eine operative Gewinnspanne auf Nicht-IFRS-Basis von 31 Prozent. Die angestrebten Geschäftsziele wurden in dieser Hinsicht übertroffen. Zusätzliche Investitionen sollen auch weiterhin zukünftiges Wachstum unterstützen.

Der Gewinn pro Aktie einschließlich aller Umtauschrechte auf Nicht-IFRS-Basis stieg um sieben Prozent auf 0,28 Euro. Das entspricht einem Plus von 15 Prozent bei konstanten Wechselkursen und liegt damit am oberen Ende der Zielspanne. Für das laufende Geschäftsjahr 2023 bekräftigte Dassault Systèmes noch einmal seine (Non-IFRS) Ziele: Der Gewinn pro Aktie soll bei 1,18 bis 1,20 Euro liegen. Gleichzeitig wird ein Umsatzwachstum von acht bis neun Prozent angestrebt. (Dassault Systèmes)

Trumpf mit Höchstwert beim Umsatz

Do, 20.07.2023, 9:59: Die Trumpf-Gruppe erzielte im Jahr des 100. Firmenjubiläums ein deutliches Umsatzwachstum. Nach vorläufigen Berechnungen beläuft sich der Wert im Geschäftsjahr 2022/23 (Stichtag 30. Juni 2023) auf 5,4 Milliarden Euro (Geschäftsjahr 2021/22: 4,2 Milliarden Euro).

Im Heimatmarkt Deutschland stieg der Umsatz deutlich um mehr als 30 Prozent auf rund 770 Millionen Euro (Vorjahr: 589 Millionen Euro). In den USA konnte Trumpf das starke Wachstum des Vorjahrs fortsetzen und erzielte einen Umsatz von rund 900 Millionen Euro (Vorjahr: 649 Millionen Euro). Stärkster asiatischer Markt war China mit rund 600 Millionen Euro Umsatz (Vorjahr: 575 Millionen Euro).

Das Ditzinger Unternehmen beginnt das neue Geschäftsjahr zudem mit noch gut gefüllten Auftragsbüchern: Der Auftragseingang übersprang erneut die Fünf-Milliarden-Euro-Marke, blieb mit insgesamt 5,1 Milliarden Euro jedoch rund neun Prozent unter dem Höchstwert des Vorjahrs. (Geschäftsjahr 2021/22: 5,6 Milliarden Euro).  

"Trotz anhaltend schwieriger Rahmenbedingungen haben wir im Jahr unseres 100. Firmenjubiläums ein hervorragendes Geschäftsjahr abgeschlossen. Gleichwohl sehen wir seit einigen Monaten wegen der nachlassenden Weltkonjunktur einen Rückgang bei den Bestellungen", sagt CEO Nicola Leibinger-Kammüller. "In das neue Geschäftsjahr starten wir deshalb trotz noch solider Auftragslage mit der gebotenen Vorsicht.“

Die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gruppenweit stieg auf rund 17.900. In Deutschland waren zum Stichtag 30.06.2023 rund 8.800 Mitarbeitende tätig, davon etwa 5.800 am Stammsitz in Ditzingen. (Trumpf)

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ABB steigert Gewinn im zweiten Quartal klar

Do, 20.07.2023, 7:50: Der Schweizer Industriekonzern ABB ist im zweiten Quartal 2023 deutlich gewachsen und hat den Gewinn klar gesteigert. Wie ABB mitteilte, stieg der Umsatz von April bis Juni um 13 Prozent auf 8,16 Milliarden US-Dollar. Bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte kletterten die Verkäufe gar um 17 Prozent. Mit der höheren Auslastung stieg auch die Profitabilität. Die operative Marge erhöhte sich um volle zwei Prozentpunkte auf 17,5 Prozent. Der Reingewinn schnellte gar auf 906 Millionen US-Dollar hoch nach 379 Millionen im Vorjahr. Seinerzeit hatten der Ausstieg aus einem alten Projekt und der Rückzug aus Russland hohe Sonderkosten verursacht.

Der Auftragseingang, also die Basis des künftigen Umsatzes, nahm hingegen um zwei Prozent auf 8,67 Milliarden ab. Im ersten Quartal hatte ABB noch ein Prozent mehr Aufträge entgegengenommen. Auf vergleichbarer Basis nahm der Auftragseingang im zweiten Quartal um zwei Prozent zu.

Die Prognosen für das Gesamtjahr 2023 werden erhöht. Die EBITA-Marge wird neu bei 16 Prozent erwartet, bisher sollte sie lediglich "über dem Niveau des Vorjahres" liegen (2022: 15,3 Prozent). Für den vergleichbaren Umsatz werden unverändert mindestens zehn Prozent Plus versprochen. (DPA)

Daimler Truck steigert operativen Gewinn stärker als gedacht

Do, 20.07.2023, 7:34: Der Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck hat im zweiten Quartal überraschend stark zugelegt. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) habe nach vorläufigen Zahlen 1,4 Milliarden Euro erreicht, teilte der Dax-Konzern am Mittwochabend in Leinfelden-Echterdingen mit. Im Vorjahr hatte hier ein operativer Gewinn von 1,1 Milliarden Euro gestanden. Von Daimler Truck befragte Analysten hatten diesmal im Schnitt 1,3 Milliarden erwartet. Der Konzern begründete die Entwicklung mit einem starken Absatz, dem "robusten" Durchsetzen von Preisen und einer positiven Entwicklung des Service-Geschäfts.

Im nachbörslichen Handel auf der Plattform Tradegate lösten die Nachrichten nur einen kurzen Kurssprung aus. Zuletzt wurde die Daimler-Truck-Aktie dort sogar unter ihrem Xetra-Schlusskurs von 32,82 Euro gehandelt.

Vor Sondereffekten erzielte das Unternehmen im zweiten Quartal den Angaben zufolge einen operativen Gewinn von 1,4 Milliarden Euro, ebenfalls mehr als die 1,0 Milliarden ein Jahr zuvor und mehr als von Analysten im Schnitt erwartet.

Den Angaben zufolge übertrafen alle Segmente die Erwartungen der Branchenexperten. Im Industriegeschäft, das die Fahrzeugsegmente Trucks North America, Mercedes-Benz, Trucks Asia, Daimler Buses und die Überleitung umfasst, lag die bereinigte Umsatzrendite den vorläufigen Zahlen zufolge bei 10,3 Prozent, während Analysten im Schnitt nur 9,2 Prozent erwartet hatten. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte sie bei acht Prozent gelegen. Seine vollständigen Quartalszahlen will das Unternehmen am 1. August veröffentlichen. (DPA)

Habeck rechtfertigt staatliche Förderung für Halbleiterindustrie

Fr, 14.07.2023, 8:30: Wirtschaftsminister Robert Habeck hat staatliche Investitionen in die Halbleiterindustrie in Deutschland verteidigt. Der Bedarf an Halbleitern wachse gewaltig, aktuell kämen sie aber überwiegend nicht aus Europa, sagte der Grünen-Politiker am Donnerstag bei einem Besuch der Chipfabrik von Infineon in Dresden.

"Und deswegen ist die Frage, ob wir einen Teil der Produktion und damit die Technik und das Wissen und die Menschen, die die Technik und das Wissen beherrschen, hier in Deutschland und in Europa haben, eine Frage der wirtschaftspolitischen Souveränität." Die deutsche Wirtschaft könne sich nicht darauf verlassen, dass Lieferketten immer funktionierten.

Die Bundesregierung unterstützt die Ansiedlung von Halbleiterfabriken mit gewaltigen Summen. So soll Intel in Magdeburg bei einem Gesamtinvestitionsvolumen von 30 Milliarden Euro fast zehn Milliarden vom Staat erhalten. Infineon baut sein Werk für fünf Milliarden Euro aus und strebt laut Vorstandschef Jochen Hanebeck eine staatliche Förderung von einer Milliarde an. Ab Herbst 2026 sollen die ersten Chips die Anlage verlassen. (DPA)

Mehr Chips für Europa - EU-Parlament billigt Milliardenförderung

Di, 11.07.2023, 14:20: Das EU-Parlament hat wie erwartet das Europäische Chip-Gesetz gebilligt, durch das für die Chip-Industrie bis zu 43 Milliarden Euro mobilisiert werden sollen. Die Investitionen sollen unter anderem aus dem EU-Haushalt und der Privatwirtschaft kommen, wie das Parlament am Dienstag in Straßburg mitteilte. Mit dem Gesetz will die EU unter anderem die Produktion von Mikrochips in der EU fördern und dadurch unabhängiger von anderen Märkten wie etwa China werden.

Die CSU-Europaabgeordnete Angelika Niebler bezeichnete das Vorhaben als wichtigen Grundstein für die europäische Halbleiterindustrie. Ihre Grünen-Amtskollegin Henrike Hahn betonte: "Neben Megaprojekten werden jetzt auch Start-ups und kleine und mittlere Unternehmen einfacher gefördert und gezielt unterstützt." Die EU-Staaten müssen der Einigung noch formell zustimmen. Das gilt aber als Formsache.

Intel-Geschäftsführer Pat Gelsinger begrüßte die Abstimmung. "Das ist ein aufregender Tag für Europa." Die EU habe damit ein starkes Signal an Investoren und Firmen gesendet, dass Europa sich für den Aufbau eines wettbewerbsfähigen Ökosystems für Halbleiter einsetze. Das US-Unternehmen plant den Aufbau mehrerer Chipfabriken in Magdeburg (Sachsen-Anhalt) und Investitionen in Höhe von rund 30 Milliarden Euro. Die Bundesregierung hatte vor Kurzem staatliche Hilfen von 9,9 Millionen Euro genehmigt, die aber ebenfalls noch von der EU bestätigt werden müssen. Daneben plant Intel weitere Investitionen Europa, unter anderem in Polen, Frankreich, Irland und Spanien. (DPA)

Daimler Truck wird optimistischer

Di, 11.07.2023, 8:29: Der Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck ist nach dem bisherigen "starken" Jahresverlauf optimistischer für 2023. Beim Umsatz sei nun mit 56 bis 58 Milliarden Euro zu rechnen, teilte das Unternehmen am Montagabend mit. Zuvor waren 55 bis 57 Milliarden Euro angepeilt worden. Analysten haben bisher das untere Ende der neuen Prognosespanne auf dem Zettel.

Der Absatz soll bei 530.000 bis 550.000 Stück liegen, nach 510.000 bis 530.000 Fahrzeuge zuvor. Kurz davor hatte Daimler Truck die Absatzzahlen für das zweite Quartal veröffentlicht. Insgesamt wurden demnach knapp 132.000 Fahrzeuge losgeschlagen. Im zweiten Jahresviertel des Vorjahres hatte der Absatz noch bei knapp 121.000 Stück gelegen.

Auch beim Gewinn wird das Unternehmen zuversichtlicher. Die bereinigte Umsatzrendite beim Industriegeschäft soll bei 8,5 bis 10 Prozent liegen. Bisher war man von 7,5 bis 9 Prozent ausgegangen. Daimler Truck verwies zur Begründung auf eine Stabilisierung der Lieferketten, stärkere Kernmärkte, eine robuste Preisdurchsetzung und eine starke Entwicklung des Service-Geschäfts.

"Vor dem Hintergrund der robusten Liquiditätssituation" kündigte das Unternehme zudem an, ab Anfang August eigene Aktien für bis zwei Milliarden Euro zurückkaufen zu wollen. Diese sollen anschließend eingezogen und das Kapital entsprechend herabgesetzt werden. Damit würde der Gewinn je Aktie, eine von Anlegern vielbeachtete Größe, steigen.

Auf der Handelsplattform Tradegate konnten die Papiere denn auch zulegen. Zuletzt lag das Plus im Vergleich zum Schlusskurs im Xetra-Hauptgeschäft bei eineinhalb Prozent. (DPA)

Weiterer Auftragsrückgang für Elektro- und Digitalindustrie

Mo, 10.07.2023, 10:48: Die Neubestellungen in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie sind den dritten Monat in Folge gesunken. Die Auftragseingänge lagen im Mai um 6,5 Prozent unter dem Vorjahreswert, wie der Branchenverband ZVEI mitteilte. "Damit war der Wert der eingehenden Bestellungen den dritten Monat in Folge rückläufig", erläuterte ZVEI-Chefvolkswirt Andreas Gontermann.

Von Januar bis Mai lagen die Auftragseingänge um 1,9 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum. Vor allem das Auslandsgeschäft schwächelte. Trotz der gesunkenen Bestellungen sind die Auftragsbücher den Angaben zufolge aber weiterhin gut gefüllt.

Die reale, um Preiserhöhungen bereinigte Produktion der Branche stagnierte im Mai. In den ersten fünf Monaten insgesamt stieg sie gegenüber dem Vorjahreszeitraum aber um 4,7 Prozent. Der Umsatz legte von Januar bis Mai um 13,5 Prozent auf 98,9 Milliarden Euro zu. Im Mai wurde ein Plus von 8,1 Prozent auf 19,7 Milliarden Euro verbucht. (DPA)

Ifo: Materialknappheit in der Industrie entspannt sich

Do, 06.07.2023, 12:50: Die seit langer Zeit als Wachstumshemmnis geltende Materialknappheit in der deutschen Industrie hat sich einer Studie des Münchner Ifo-Instituts zufolge etwas entspannt. Im Juni hätten nur noch 31,9 Prozent der befragten Firmen von Materialengpässen berichtet. Im Mai waren es noch 35,3 Prozent, teilte das Institut am Donnerstag auf Grundlage seiner aktuellen Umfrage mit. Betroffen sind weiterhin vor allem die Elektrotechnik, der Maschinenbau und die Autobauer.

Der langfristige Mittelwert von 15,2 Prozent sei allerdings noch immer deutlich überschritten. "Die Entspannung kann dem Stimmungsabschwung in der Industrie leider kaum etwas entgegensetzen", sagte Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen. "Aufträge können zwar schneller abgearbeitet werden, dennoch kommen im Moment zu wenige neu herein." (DPA)

Rohstoffe Produktion
(Bild: sashagrunge - stock.adobe.com)

Rohstoffe: Preise und Infos zu Kupfer und Schrott

Rohstoffe sind in der heutigen globalisierten Welt ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Besonders Kupfer und Schrott haben in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Das liegt auch an den aktuellen Nachhaltigkeitsbemühungen der Industrie.
Kupfer wird unter anderem für die Herstellung von elektrischen Leitungen und Bauteilen verwendet, während Stahlschrott als wichtiger Rohstoff für die Stahlproduktion dient. Erfahren Sie hier alles Wissenswerte über Kupfer und Stahlschrott - zu welchen Preisen sie gehandelt werden, wo sie herkommen und wozu sie benötigt werden.

Trumpf investiert in Bauprojekte am Firmensitz

Mi, 05.07.2023, 11:03: Trumpf investiert bis 2027 nach eigenen Angaben rund 380 Millionen Euro in Baumaßnahmen am Firmensitz in Ditzingen. Das sei ein Bekenntnis zum Standort sowie dem Großraum Stuttgart, sagte die Vorstandsvorsitzende Nicola Leibinger-Kammüller der 'Stuttgarter Zeitung' und den 'Stuttgarter Nachrichten'.

Bis zum Herbst investiere Trumpf knapp 200 Millionen Euro in den Bau neuer Gebäude für die Lasertechnik sowie in ein neues Aus- und Weiterbildungszentrum, wie das Unternehmen mitteilte. Hinzu kämen bis 2027 weitere rund 180 Millionen Euro, die zum Großteil in ein neues Kundenzentrum flössen.

Im vergangenen Geschäftsjahr, das Ende Juni letzten Jahres endete, verzeichnete Trumpf einen Umsatzrekord von 4,2 Milliarden Euro. Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 310 Millionen Euro. Das Unternehmen beschäftigte zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres 16.554 Menschen. (DPA)

Podcast: Trumpf CEO Werkzeugmaschinen über China und Blechbearbeitung

Maschinenbauer stecken mehr Geld in Forschung - Fachkräfte gesucht

Mi, 05.07.2023, 7:30: Maschinenbauer sorgen sich angesichts fehlender Fachkräfte um die Innovationskraft der Branche. Durch den Personalmangel gehe gerade im industriellen Mittelstand Innovationspotential verloren, sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Branchenverbands VDMA, Hartmut Rauen, mit Blick auf die Ergebnisse einer Mitgliederbefragung im Juni.

Von rund 400 Unternehmen stellen demnach 90 Prozent Engpässe auf dem Arbeitsmarkt bei Akademikerinnen und Akademikern sowie Fachkräften für Forschung und Entwicklung fest. Jedes zweite Unternehmen spreche sogar von starken Engpässen.

Dabei hat jedes dritte Unternehmen laut VDMA-Umfrage im Jahr 2022 zusätzliche Ingenieursbeschäftigte für den Forschungsbereich eingestellt. Für das Jahr 2023 gehe die Mehrheit der Befragten (54 Prozent) davon aus, dass die Anzahl in ihren Unternehmen weiter steigen wird.

"Unsere Unternehmen melden seit Monaten Einstellungsbedarfe fürs laufende Jahr - auch im letzten Jahr bereits", betonte Rauen. "Sie sind auch bereit, zusätzliche Stellen anzubieten." Die Beschäftigtenzahl im Maschinenbau habe aber nur vergleichsweise geringfügig zugenommen. Von daher sei davon auszugehen, dass die Unternehmen mehr eingestellt hätten, wenn sie die entsprechenden Fachkräfte gefunden hätten.

Trotz der personellen Herausforderung halte die Branche das Tempo in der Forschung und Entwicklung hoch, sagte Rauen: "Nicht ohne Grund sehen rund 50 Prozent der Unternehmen ihre innovationsstärksten Wettbewerber in Deutschland, dabei insbesondere in Süddeutschland." China, die USA und Italien folgen demnach mit deutlichem Abstand.

Im vergangenen Jahr haben rund 90 Prozent der befragten Unternehmen nach eigenen Angaben Forschung betrieben. Demnach verzeichneten 59 Prozent dafür steigende Aufwendungen. Nur sechs Prozent gaben an, weniger für Forschung und Entwicklung ausgegeben zu haben, wie der Verband weiter mitteilte. Bei 35 Prozent der Unternehmen seien die Ausgaben stabil geblieben. (DPA)

Klimaneutralität im Schiffbau füllt Auftragsbücher der Zulieferer

Di, 04.07.2023, 10:30: Der beginnende klimaneutrale Umbau der Schiffsflotten beschert den Zulieferern der Schiffbauer eine zusehends bessere Auftragslage. "Die Investitionen der Reeder haben sehr stark zum Ziel, die klimaneutrale Schifffahrt in die Tat umzusetzen", sagte der Vorsitzende der entsprechenden Arbeitsgemeinschaft (AG) im Maschinenbauverband VDMA, Martin Johannsmann. "Im Neubau, aber gerade auch bei der Modernisierung und Nachrüstung der fahrenden Flotte, wird an herausfordernden Projekten in der deutschen maritimen Zulieferindustrie gearbeitet."

Unter dem Strich sei der Auftragseingang 2022 um fast acht Prozent gestiegen, und auch im laufenden Jahr legten die Bestellungen weiter zu, berichtete der Verband. Das kommt auch der Beschäftigung zugute. Im vergangenen Jahr verzeichnete die Teilbranche des Schiffbaus einen Zuwachs der Beschäftigung um 1,6 Prozent auf 64.000 Mitarbeitende. Und eigentlich könnten die Betriebe noch mehr Fachkräfte einstellen, finden sie aber nicht. "Den Engpass bilden jetzt tatsächlich die fehlenden Fachkräfte, um die Aufträge zu erfüllen und fristgerecht an die Kunden ausliefern zu können", sagte Johannsmann. "Deshalb sind wir ständig auf der Suche nach Talenten und stellen deutlich mehr in unseren Unternehmen ein."

Die Industrie, die von der Schraube bis zum Navigationssystem und vom Schiffsdiesel bis zur elektronischen Steuerung wichtige Komponenten für Schiffe liefert, sieht sich als weltweiter Marktführer und lebt zu 80 Prozent vom weltweiten Export. Ungefähr die Hälfte des Umsatzes von aktuell 10,7 (2021: 10,3) Milliarden Euro entfällt auf Unternehmen in Bayern und Baden-Württemberg, weitere bedeutende Zulieferer sitzen in Nordrhein-Westfalen und den norddeutschen Bundesländern. (DPA)

Fanuc steigert Umsatz und nähert sich Rekordjahr

Mo, 03.07.2023, 15:29: Fanuc Deutschland ist weiter auf Wachstumskurs: Die „Offensive 2022/2023“ führte laut Unternehmen zu einem gesteigerten Geschäftsergebnis. Der Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr lag bei 236 Millionen Euro. Im Vergleich zum Jahr davor ist das eine Steigerung um 22 Prozent. Damit ist das Rekordjahr 2018 nahezu wieder erreicht. Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr war die Robotik die stärkste Sparte.

„Der Robotermarkt hat sich im letzten Jahr für uns kontinuierlich weiter entwickelt“, sagte CEO Ralf Winkelmann in einer Pressemitteilung. Dabei seien die 'klassischen' Industrieroboter sowohl von den Stückzahlen als auch vom Umsatz her nach wie vor dominierend, „auch wenn vor allem die Leichtbauroboter der CRX-Baureihe an Bedeutung gewinnen.“

Um für die Zukunft gerüstet zu sein, wird der Standort Neuhausen weiter ausgebaut. Das neue Gebäude steht kurz vor der Fertigstellung. Zusätzlich wurde in Ladesäulen und den Einsatz regenerativer Energien investiert. (Fanuc)

Auftragsflaute im Maschinenbau: Bestellungen sinken auch im Mai

Mo, 03.07.2023, 10:00: Die Auftragsflaute im deutschen Maschinenbau hat sich im Mai fortgesetzt. Die Bestellungen sanken bereinigt um Preiserhöhungen (real) um zehn Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, wie der Branchenverband VDMA mitteilte. "Unser Bild einer anhaltend schwachen globalen Investitionsnachfrage bestätigt sich", erläuterte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. "Noch sind die Auftragspolster für die kommenden Monate groß genug, aber es mehrt sich die Zahl der Unternehmen, die hier eine deutliche Veränderung spüren."

Bei einer jüngst durchgeführten Umfrage des Verbandes gaben 57 Prozent der Unternehmen an, der Auftragsbestand habe in den vergangenen drei Monaten geringfügig oder sogar stark abgenommen.

Besonders deutlich verringerte sich im Mai die Nachfrage nach Maschinen und Anlagen der exportorientierten Industriebranche aus dem Ausland. Die Bestellungen sanken im Jahresvergleich um 18 Prozent, besonders deutlich war der Rückgang dabei im Geschäft mit dem Euroraum (minus 36 Prozent). Das Auftragsvolumen aus dem Inland legte dagegen um neun Prozent zu. "Ohne Großanlagengeschäft wäre es im Inland ebenfalls zu einem hohen Bestellrückgang gekommen", ordnete Wiechers ein.

Im weniger schwankungsanfälligen Drei-Monats-Zeitraum März bis Mai 2023 sanken die Bestellungen insgesamt um real zwölf Prozent zum Vorjahreszeitraum. (DPA)

Jungheinrich: Guter Start ins Geschäftsjahr 2023

Mo, 08.05.2023, 7:33: Jungheinrich ist nach eigener Aussage stark in das Geschäftsjahr 2023 gestartet. Der Auftragseingang aller Geschäftsfelder betrug in den ersten drei Monaten des Jahres knapp 1,4 Milliarden Euro und hat sich damit gegenüber dem Vorjahr (1,3 Milliarden Euro) leicht verbessert. Der Konzernumsatz lag im ersten Quartal bei knapp 1,3 Milliarden Euro und verzeichnete damit gegenüber dem Vergleichszeitrum ein Wachstum von 22 Prozent. Wesentlicher Treiber dafür war einer Pressemitteilung zufolge das Neugeschäft.

Das Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern (EBIT) stieg in den ersten drei Monaten 2023 auf einen Höchstwert von 120 Millionn Euro. Es übertraf damit den Vorjahreswert (77,9 Millionen Euro) um 54 Prozent. Dabei berücksichtigt das Ergebnis belastende Effekte im Zusammenhang mit dem Erwerb der Storage-Solutions-Gruppe in Höhe von neun Millionen Euro, die weitestgehend aus einmaligen transaktionsbezogenen Kosten resultieren. Die EBIT-Rendite (EBIT-ROS) erreichte 9,3 Prozent (Vorjahr 7,3 Prozent).

„Wir sind aufgrund der erfolgreichen Arbeit des gesamten Teams weltweit stark in das neue Geschäftsjahr gestartet und blicken daher trotz der weiterhin großen Herausforderungen optimistisch auf den weiteren Verlauf des Jahres“, erklärt CEO Dr. Lars Brzoska.

Vor dem Hintergrund der aktualisierten Unternehmensplanung und der guten Geschäftsentwicklung im 1. Quartal 2023 hat der Vorstand der Jungheinrich AG seine Prognosebandbreiten für das Jahr 2023 mit einer Ad-hoc-Meldung am 24. April 2023 angehoben. Auch die erhöhte Prognose enthält die anteiligen Effekte aus dem am 15. März 2023 vollzogenen Erwerb der US-amerikanischen Storage-Solutions-Gruppe. Jungheinrich rechnet für das Gesamtjahr 2023 nunmehr mit einem Auftragseingang zwischen 5,0 Milliarden Euro und 5,4 Milliarden Euro. Für den Konzernumsatz wird eine Bandbreite von 5,1 Milliarden Euro bis 5,5 Milliarden Euro prognostiziert. (Jungheinrich)

Siemens-Chef will Umsatzanteil von Software und Digitalisierung verdoppeln

Do, 13.04.2023, 7:55: Siemens will die Bedeutung seines Software- und Digitalgeschäfts deutlich ausweiten. "Ich kann mir vorstellen, dass wir längerfristig um die 20 Prozent liegen werden", sagte Vorstandschef Roland Busch dem 'Handelsblatt' (Donnerstagausgabe) mit Blick auf deren Umsatzanteil. Zuletzt lag dieser noch unter zehn Prozent.

Zu dem Wachstum beitragen soll vor allem die neue Digitalplattform Xcelerator, die Busch im vergangenen Jahr vorgestellt hatte. "Wir haben über die Siemens Xcelerator-Plattform neue Kunden und zusätzliche Umsätze gerade aus dem Mittelstand gewonnen", sagte der Manager. Über den Xcelerator will Siemens künftig Hardware- und Softwaremodule vertreiben und zugleich externe Partner anbinden. Knapp ein Jahr nach dem Start bieten laut Busch 70 externe Partner 91 Applikationen und 333 Produktangebote an.

Er sei "sehr zuversichtlich", im laufenden Geschäftsjahr das aktuelle Ziel eines Digitalwachstums von mehr als zehn Prozent trotz der laufenden Umstellung auf ein "Software-as-a-Service"-Mietmodell zu erreichen, sagte Busch. Wenn die Umstellung einmal weitgehend abgeschlossen sei, soll das Wachstum deutlich beschleunigt werden. (DPA)

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Studie: Fachkräfte nur selten im Ausland gesucht

Do, 08.12.2022, 7:58: Deutsche Unternehmen klagen zunehmend über Fachkräftemangel, aber lediglich ein Sechstel von ihnen rekrutiert aktiv im Ausland. 73 Prozent der Betriebe berichteten zuletzt über Engpässe bei Fachkräften, wie aus dem Fachkräftemigrationsmonitor 2022 der Bertelsmann Stiftung hervorgeht. Im Jahr zuvor waren es noch 60 Prozent und 2020 lag der Wert bei 55 Prozent. In der gleichen Zeit blieb der Anteil der Unternehmen, die Fachkräfte aus dem Ausland rekrutierten, in etwa gleich. 2022 bejahen das 17 Prozent der Betriebe.

"Die niedrigen Geburtenraten der Vergangenheit holen uns jetzt ein", sagte Susanne Schultz, Expertin für Migrationspolitik bei der Bertelsmann Stiftung. "Mit dem Renteneintritt der Generation der Babyboomer wird das Problem nun noch größer. Ohne Zuwanderung kann Deutschland den Wohlstand nicht sichern."

Besonders fehlen den Betrieben laut der Erhebung Menschen mit Berufsausbildung. Während 2020 noch 37 Prozent der Unternehmen über Engpässe in dem Bereich klagten, sind es in diesem Jahr 58 Prozent. Von Engpässen im Bereich der Mitarbeiter mit Hochschulabschluss berichteten 29 Prozent. An Fachkräften fehlt es vor allem in der Kranken- und Altenpflege, im Bau und im Handwerk, in der Industrie und Logistik sowie im Tourismus.

Als Hindernisse für eine Rekrutierung im Ausland nennen die Betriebe vor allem sprachliche Verständigungsschwierigkeiten (65 Prozent) und die Schwierigkeit, Qualifikationen einzuschätzen (45 Prozent). 57 Prozent wünschen sich mehr Vereinbarungen zwischen Deutschland und anderen Staaten zur Vermittlung von ausgebildeten Fachkräften.

Die Bertelsmann Stiftung wertete für den Monitor Zahlen zur Zu- und Abwanderung aus. Außerdem ließ sie über das Meinungsforschungsunternehmen Civey von August bis Oktober 2022 Vertreter von Unternehmen befragen. (DPA)

Podcast: Leoni-COO Ingo Spengler zur Zukunft des Zulieferers

Siemens bündelt Qualifizierung in eigener Digitalisierungsakademie

Fr, 02.12.2022, 8:18: Siemens will seine Belegschaft mit einer eigenen Digitalisierungsakademie durch die Transformation der Wirtschaft begleiten. In der "SiTecSkills Academy" sollen deutschlandweit 19 regionale Trainingszentren Kompetenzen für den "digitalen Wandel im Arbeitsumfeld" schärfen, wie der Konzern mitteilte. Damit will Siemens die "Beschäftigungsfähigkeit" seiner Mitarbeiter sichern - also dafür sorgen, dass sie auch in Zukunft das können, was das Unternehmen braucht.

"In passgenaue Fort- und Weiterbildung zu investieren, ist nicht nur wirtschaftlicher, sondern auch aus Unternehmenssicht sinnvoller, da wir auf bereits bestehendem Know-how unserer Mitarbeitenden aufsetzen können", sagt Judith Wiese, die im Siemens-Vorstand unter anderem für Personalthemen zuständig ist. "Damit bieten wir einen Mehrwert für alle: die Menschen, das Unternehmen und unsere Gesellschaft." (DPA)

Hermle in den ersten drei Quartalen 2022 mit starker Nachfrage

Montag, 14.11.22, 08:31: Hermle hat verzeichnete im bisherigen Verlauf 2022 eine deutliche Nachfragebelebung gegenüber Vorjahr verzeichnet. Der Auftragseingang des Werkzeugmaschinen- und Automationsspezialisten wuchs in den ersten drei Quartalen 2022 konzernweit um 35,6 Prozent auf 420,2 Millionen Euro (Vorjahr 309,9 Millionen Euro). Die neuen Bestellungen erhöhten sich im Inland um 29,8 Prozent auf 151,0 Millionen Euro (Vorjahr 116,3 Millionen Euro) und aus dem Ausland um 39,0 Prozent auf 269,2 Millionen Euro (Vorjahr 193,6 Millionen Euro). Besonders stark war der Bedarf an kundenindividuellen Automationslösungen. Der Auftragsbestand des Hermle-Konzerns lag per 30. September 2022 bei 211,5 Millionen Euro, das waren 64,7 Prozent mehr als am Vorjahresstichtag (30.09.2021: 128,4 Millionen Euro) und 96,0 Prozent mehr als Ende 2021 (31.12.2021: 107,9 Millionen Euro).

Den Konzernumsatz steigerte Hermle in den ersten neun Monaten 2022 um 39,9 Prozent auf 316,7 Millionen Euro (Vorjahr 226,4 Millionen Euro). Davon entfielen 115,6 Millionen Euro auf das Inland (Vorjahr 92,4 Millionen Euro) und 201,1 Millionen Euro auf das Ausland (Vorjahr 134,0 Millionen Euro), was einer Exportquote von 63,5 Prozent entsprach (Vorjahr 59,2 Prozent).

Die Zahl der Beschäftigten nahm in der Hermle-Gruppe per 30. September 2022 auf 1.375 Personen zu (30.09.2021: 1.309, 31.12.2021: 1.320).

Im Schlussquartal 2022 wird sich die dynamische Entwicklung wegen der unsicheren Konjunktur, zunehmender Belastungen in der Lieferkette und des wegfallenden Basiseffekts weiter abschwächen, so das Unternehmen. Die Risiken für die verbleibenden Wochen des Jahres sind inzwischen jedoch besser abschätzbar und schlagen sich, wie im Halbjahresbericht bereits als günstiges Szenario dargestellt, weniger stark nieder als ursprünglich erwartet. Daher scheint für Hermle im Gesamtjahr 2022 aus heutiger Sicht ein Umsatzplus von rund 20 Prozent erreichbar. Das Ergebnis dürfte sich hierzu unterproportional entwickeln, da im vierten Quartal wegen der sehr hohen Auslastung anders als in den Vorquartalen kein zusätzlicher Kapazitätseffekt mehr zu erwarten ist. (DPA)

Bauindustrie rechnet 2022 mit deutlichem Umsatzrückgang

Di, 25.10.2022, 12:45: Die deutsche Bauindustrie rechnet damit, dass der um die hohen Preissteigerungen bereinigte Umsatz im Jahr 2022 deutlich zurückgehen wird. "Wir halten einen realen Umsatzrückgang von fünf Prozent für realistisch", sagte der Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Peter Hübner, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Dienstag).

Hohe Materialpreise, steigende Zinsen sowie wirtschaftliche Unsicherheiten hatten zuletzt den Höhenflug am Bau gestoppt, die realen Umsätze waren gesunken. Nur die stark gestiegenen Preise für Bauleistungen hatten zuletzt noch dafür gesorgt, dass Erlöse nominal höher ausfielen als im Vorjahreszeitraum. So waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes die preisbereinigten Umsätze (real) im ersten Halbjahr 2022 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,7 Prozent rückläufig, nominal stiegen sie um 12,6 Prozent.

Besonders hart getroffen ist der Wohnungsbau. Nach Angaben aus der Branche müssen private Bauherren neben hohen Baukosten und steigenden Zinsen noch die steigenden Energie- und Lebenshaltungskosten stemmen. "Im Augenblick geht es dem Bau noch gut", sagte Hübner weiter. "Aber wir befürchten, dass den Bauherren das Geld ausgeht." (DPA)

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IG Metall startet bei Vestas Urabstimmung über unbefristeten Streik

Di, 25.10.2022, 11:49: Der Streit zwischen der IG Metall und der deutschen Tochter des dänischen Windanlagenbauers Vestas über die Aufnahme von Tarifverhandlungen spitzt sich zu. Seit Dienstag ruft die Gewerkschaft die Beschäftigten zu einer dreitägigen Urabstimmung über einen unbefristeten Arbeitskampf auf. "Urabstimmung und Streik sind immer das letzte Mittel", sagte der Verhandlungsführer der IG Metall, Martin Bitter, am Dienstag der DPA. Die Urabstimmung sei eine Reaktion auf die die unveränderte Haltung der Vestas Deutschland GmbH, keine Tarifgespräche mit der Gewerkschaft führen zu wollen.

Die Vestas-Geschäftsführung hatte laut IG Metall im Juli Gespräche abgebrochen. Daraufhin gab es seitens der Gewerkschaft insgesamt vier Warnstreiks, zuletzt im September ganztägig während der Branchenmesse Windenergy in Hamburg.

Der Konflikt betrifft laut IG Metall insgesamt rund 1.700 Beschäftigte, darunter 700 Monteure, die im ganzen Bundesgebiet mit Service und Wartung von Windkraftanlagen beschäftigt sind.

Die IG Metall beklagt seit langem, dass zwar viele Zulieferer der Windindustrie, zum Beispiel Maschinenbauer, traditionell dem Flächentarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie unterliegen. Bei Herstellern und im Servicebereich habe sich die Windbranche aber bisher weitgehend einer Tarifbindung verweigert. (DPA)

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