Satellitensystem Galileo

Bild: ESA

Dann kam der Schub durch große Projekte, wie 'Galileo', 'MeteoSat' und 'SARah'. Die Auftragssummen für OHB System liegen pro Projekt bei rund 800 Millionen Euro und katapultierten das Unternehmen an die Spitze der weltweit größten Satellitenbauer.

So hat sich die Zahl der Mitarbeiter am Standort Bremen innerhalb weniger Jahre auf derzeit rund 700 (2 000 im Konzern) fast verdreifacht. Und weil die Raumfahrt eine technische Königsdisziplin ist, haben rund 80 Prozent des OHB-Personals studiert. Darunter befinden sich Physiker, Maschinenbauer, Elektroniker, Informatiker und natürlich Raumfahrttechniker.

Sie haben eine Menge zu tun: Rund 25 000 Arbeitsstunden stecken beispielsweise in einem Satelliten für das Navigationssystem Galileo. Dieser rund 40 Millionen Euro teure Satellit hat die Größe einer Telefonzelle und wiegt etwas über 700 kg. OHB System konnte sich die Aufträge für 22 des insgesamt aus 30 Satelliten bestehenden Systems sichern. "Für ein Raumfahrtprojekt ist das sehr viel", berichtet Dr.-Ing. Ingo Engeln, Vorstandsmitglied bei OHB System AG.

Grund genug, auch bei der Satellitenproduktion eine Art Serienproduktion einzuführen. Wobei dieser Begriff angesichts des großen Anteils von äußerst diffiziler Handarbeit natürlich relativ ist. Daher wurde daraus in der Praxis eine Art Inselfertigung: Jeder Satellit durchläuft bei seiner Fertigung innerhalb von rund 11 Monaten insgesamt 13 dieser Fertigungsinseln.

Der Weg von Bremen in den Orbit

  • Galileo Satellit OHB Systems

    Dr.-Ing. Ingo Engeln, Vorstandsmitglied bei OHB System AG, neben einem Satelliten. - Bild: OHB Systems

  • Galileo Satellit OHB Systems

    Der Hersteller OHB hat den Auftrag für insgesamt 22 der geplanten Satelliten. Das Gesamtauftragsvolumen liegt bei 800 Millionen Euro. - Bild: OHB Systems

  • Galileo Satellit OHB Systems

    Jeder Satellit durchläuft bei seiner Fertigung innerhalb von rund 11 Monaten insgesamt 13 Fertigungsinseln. - Bild: OHB Systems

  • Galileo Satellit OHB Systems

    Die Satelliten werden in die Nutzlaststufe der Rakete montiert. Mit jedem Start werden zwei Galileo-Satelliten in den Orbit befördert. Der Start erfolgt mit russischen Sojus- oder europäischen Ariane-Raketen. - Bild: OHB Systems

  • Galileo Satellit OHB Systems

    Stolzes Team: Rund 25.000 Arbeitsstunden stecken in einem Satelliten für das Navigationssystem Galileo. - Bild: OHB Systems

  • Galileo Satellit OHB Systems

    Die Fertigung der Galileo-Satelliten ist weitgehend akribische Handarbeit. - Bild: OHB Systems

  • Galileo Satellit OHB Systems

    Bis Ende 2017 will OHB alle 22 Satelliten ausliefern. - Bild: OHB Systems

  • Galileo Satellit ESA Orbit

    Nach dem schleppenden Auftakt von Galileo geht es nun Schlag auf Schlag. Für dieses Jahr sind weitere drei Starts geplant. Hier der Start einer russischen Sojus-Trägerrakete. - Bild: ESA

  • Galileo Satellit ESA Orbit

    Hier ein Galileo-Satellit in der Umlaufbahn. Die Lebensdauer der Satelliten ist mit zwölf Jahren veranschlagt. Danach werden sie mit dem verbleibenden Treibstoff in den ‚Friedhofsorbit‘ gehoben. - Bild: ESA

  • Galileo Satellit ESA Orbit

    Pro Schuss 2 Treffer: Mit jedem Start werden zwei Satelliten in den Orbit befördert. Dabei muss der Satellit Beschleunigungen von bis zu 3,5 G und starke Vibrationen aushalten. - Bild: ESA

  • Galileo Satellit ESA Orbit

    2020 wird Galileo komplett einsatzbereit sein. 30 Satelliten kreisen dann im Orbit und ermöglichen bis auf wenige Meter genaue Positionsbestimmungen. Dabei lassen sich gleichzeitig die Signale der anderen Navigationssysteme GPS (USA) und GLONASS (Russland) nutzen. - Bild: ESA