Ein großer Passagierjet von Airbus und ein Kampfjet am Flughafen

Der digitale Wandelt stellt laut einer aktuellen Studie die größte Herausforderung für die Luft- und Raumfahrtindustrie dar. - Bild: Airbus/H. GOUSSÉ/master films

| von Gabriel Pankow

Mehr als 80 Prozent der Unternehmen sprechen dem technologischen Wandel eine hohe Bedeutung zu, obwohl messbare Produktivitätsgewinne und erfolgreiche digitale Geschäftsmodelle noch die Ausnahme sind. Das sind Ergebnisse der Studie „Aerospace 2019 – Leadership in Zeiten des Wandels“.

Die Unternehmensberatung Staufen hat dafür zusammen mit dem Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie e.V. (BDLI) eine Befragung unter den Führungskräften der BDLI-Mitgliedsunternehmen durchgeführt.

„In jedem heute auf der Welt ausgelieferten Passagierflugzeug steckt Technologie ‘made in Germany‘. Um diese Erfolgsgeschichte fortzuschreiben, muss die digitale Transformation jetzt umgesetzt werden. Aber gerade wegen des wirtschaftlichen Höhenflugs der vergangenen Jahre haben die Unternehmen teilweise Schwierigkeiten, den Wandel fokussiert voranzutreiben“, sagt Christoph Heine, Branchenmanager Aerospace bei der Staufen AG.

Manager blicken zuversichtlich in die Zukunft

Rückblickend betrachtet, veränderten sich in den vergangenen drei Jahren bei den BDLI-Mitgliedsunternehmen sowohl die eigene Organisation (bei 84 Prozent der Unternehmen) als auch die Kundenprozesse (70 Prozent) positiv oder sogar stark positiv. Und auch der Ausblick ist laut Heine optimistisch: „Neun von zehn Top-Managern gehen in den kommenden Jahren von einer positiven oder sehr positiven Entwicklung aus!“

Angesichts der guten Aussichten sollte die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie die Chance des digitalen Wandels jetzt ergreifen und insbesondere ihre Führungskultur entsprechend ausrichten. Einige Spitzenreiter der Aerospace-Branche treiben den digitalen Wandel bereits voran, doch bei vielen Unternehmen besteht Nachholbedarf. Deutlich besser aufgestellt sind die befragten Unternehmen hinsichtlich der Basis-Technologien. 62 Prozent bewerten in diesem Bereich ihre eigene Position als „guter Durchschnitt“ beziehungsweise „Spitzengruppe“.

Airbus auf dem Weg zur Paris Air Show 2019

„Die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie steht im internationalen Wettbewerb gut da“, bestätigt auch Volker Thum, Hauptgeschäftsführer des BDLI. „Angetrieben vom weltweiten Marktwachstum des Luftverkehrs und neuen technologischen Möglichkeiten der Raumfahrt konnte sich unsere Branche – vom Großunternehmen bis hin zum KMU – in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich entwickeln.“

Die gemeinsame Studie der Staufen AG und des BDLI zeigt, wie gut die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie aufgestellt ist, um auch künftig einen internationalen Spitzenplatz zu behaupten. Zumal das wirtschaftliche Umfeld heute deutlich dynamischer als noch vor wenigen Jahren ist und auch die Aerospace-Branche eine starke Beschleunigung bei technologischen Entwicklungen spürt und diese auch mitgestaltet.

Welche Chancen darin für die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie liegen, erläutern Christoph Heine, Partner der Staufen AG und Robert Friebe, Referent für Digitalisierung, Cybersicherheit und UAV auf der gemeinsamen Präsentation der Studienergebnisse im Rahmen der Paris Air Show.

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