Die deutsche Wirtschaft wächst weiter, sagt das Statistische Bundesamt (Destatis).

Die deutsche Wirtschaft wächst weiter, sagt das Statistische Bundesamt (Destatis). - Bild: PIXabay

| von Stefan Weinzierl

Die konjunkturelle Lage in Deutschland war damit im Jahr 2017 durch ein stetiges und kräftiges Wirtschaftswachstum gekennzeichnet (+ 0,9 Prozent im ersten Quartal, + 0,6 Prozent im zweiten Quartal und + 0,7 Prozent im dritten Quartal). Für das gesamte Jahr 2017 ergibt sich daraus ein Anstieg von 2,2 Prozent (kalenderbereinigt: + 2,5 Prozent), teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mit. Das im Januar veröffentlichte vorläufige Jahresergebnis für das BIP wurde damit bestätigt.

Wachstumsimpulse zum Vorquartal vorwiegend aus dem Ausland

Positive Wachstumsimpulse kamen im Vorquartalsvergleich (preis-, saison- und kalenderbereinigt) überwiegend aus dem Ausland: Nach vorläufigen Berechnungen legten die Exporte im vierten Quartal 2017 mit + 2,7 Prozent stark zu und trugen deutlich zum Wirtschaftswachstum bei. Die Importe stiegen gleichzeitig um 2,0 Prozent. Aus dem Inland kamen gemischte Signale: Während die privaten Konsumausgaben in etwa auf dem Niveau des Vorquartals lagen, erhöhte der Staat seine Konsumausgaben um 0,5 Prozent. Die Ausrüstungsinvestitionen waren um 0,7 Prozent höher als im dritten Quartal 2017. In Bauten wurde hingegen um 0,4 Prozent weniger investiert als ein Quartal zuvor.

Vorjahresvergleich zeigt leichte Beschleunigung

Auch im Vorjahresvergleich hat das Wirtschaftswachstum - gemessen an den Ursprungswerten - weiter zugelegt: Das preisbereinigte BIP stieg im vierten Quartal 2017 um 2,3 Prozent (kalenderbereinigt: 2,9 Prozent), nach + 2,2 Prozent im dritten Quartal 2017 (kalenderbereinigt: 2,7 Prozent) und + 1,0 Prozent im zweiten Quartal 2017 (kalenderbereinigt: 2,3 Prozent). Einen stärkeren Anstieg des kalenderbereinigten BIP hatte es zuletzt mit 3,3 Prozent im dritten Quartal 2011 gegeben.

Neuer Höchststand bei der Zahl der Erwerbstätigen

Die Wirtschaftsleistung im vierten Quartal 2017 wurde von 44,7 Millionen Erwerbstätigen erbracht, das waren 642 000 Personen oder 1,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Die gesamtwirtschaftliche Arbeitsproduktivität, gemessen als preisbereinigtes Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigenstunde, lag ersten vorläufigen Berechnungen zufolge deutlich über dem Niveau des Vorjahresquartals (+ 1,6 Prozent). Je Erwerbstätigen gerechnet ist die Arbeitsproduktivität um 0,8 Prozent gestiegen.

Wachstumsimpulse im Vorjahresvergleich aus In- und Ausland

Im Vorjahresvergleich kamen die Wachstumsimpulse im vierten Quartal 2017 sowohl von der Inlandsnachfrage als auch von einer gestiegenen Nachfrage nach deutschen Gütern aus dem Ausland. Die privaten Konsumausgaben stiegen um 1,2 Prozent, die Konsumausgaben des Staates um 1,6 Prozent. Die Bauinvestitionen nahmen um 1,3 Prozent zu, in Ausrüstungen - darunter fallen hauptsächlich Maschinen und Geräte sowie Fahrzeuge - wurde preisbereinigt um 6,0 Prozent mehr investiert. Insgesamt stieg die inländische Verwendung im Vorjahresvergleich um 1,7 Prozent.

Zum Jahresende 2017 legten neben den Exporten von Waren und Dienstleistungen (+ 5,6 Prozent) auch die Importe (+ 4,8 Prozent) gegenüber dem vierten Quartal 2016 deutlich zu. Der Außenbeitrag als Saldo zwischen Exporten und Importen hatte rein rechnerisch einen Effekt von + 0,8 Prozentpunkten auf das BIP-Wachstum im Vorjahresvergleich.

Bruttowertschöpfung in nahezu allen Wirtschaftsbereichen gestiegen

Auf der Entstehungsseite des Bruttoinlandsprodukts war die preisbereinigte Bruttowertschöpfung im Schlussquartal 2017 bis auf die Finanz- und Versicherungsdienstleister (- 0,1 Prozent) in allen Wirtschaftsbereichen höher als ein Jahr zuvor. Die höchsten Zuwachsraten gab es im Verarbeitenden Gewerbe (+ 4,4 Prozent) sowie im Bereich Information und Kommunikation (+ 4,2 Prozent). Insgesamt war die preisbereinigte Bruttowertschöpfung aller Wirtschaftsbereiche um 2,5 Prozent höher als im vierten Quartal 2016.

Volkseinkommen gestiegen

In jeweiligen Preisen gerechnet war das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal 2017 um 4,0 Prozent und das Bruttonationaleinkommen um 4,2 Prozent höher als im vierten Quartal 2016. Das Volkseinkommen, das sich aus dem Arbeitnehmerentgelt (+ 4,2 Prozent) sowie den Unternehmens- und Vermögenseinkommen (+ 5,1 Prozent) zusammensetzt, nahm nach ersten vorläufigen Berechnungen insgesamt um 4,5 Prozent zu.

Die Bruttolöhne und -gehälter der Arbeitnehmer waren um 4,3 Prozent, die Nettolöhne und -gehälter um 3,7 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Im Durchschnitt je Arbeitnehmer stiegen die Löhne und Gehälter weniger stark (brutto um 2,6 Prozent und netto um 2,0 Prozent), da auch die Anzahl der Arbeitnehmer im Vergleich zum Vorjahresquartal zunahm (+ 1,7 Prozent). Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte erhöhte sich um 3,2 Prozent und damit etwas stärker als die privaten Konsumausgaben in jeweiligen Preisen (+ 2,9 Prozent).

Überarbeitung der bisherigen Ergebnisse

Neben der Erstberechnung des vierten Quartals 2017 hat das Statistische Bundesamt auch die bisher veröffentlichten Ergebnisse der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen für die ersten drei Quartale 2017 sowie für das Jahr 2017 überprüft. Wie bereits in der Schnellmeldung vom 14. Februar 2018 berichtet, ergaben sich dabei geringfügige Änderungen für das BIP im dritten Quartal 2017. In einzelnen Komponenten des BIP kam es aber zum Teil zu größeren Änderungen. Darüber hinaus kann es wie üblich bei saison- und kalenderbereinigten Reihen zu geänderten Ergebnissen in der gesamten Zeitreihe ab 1991 kommen.

Destatis