Wirtschaft, Konjunktur, LKW, Flugzeuge, Container

Im dritten Quartal ist die deutsche Wirtschaft nur knapp einer technischen Rezession entgangen. - Bild: AdobeStock/THATREE

| von Karoline Kopp

Im dritten Quartal sei die Wirtschaftsleistung um 0,1 Prozent gestiegen, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden nach einer zweiten Schätzung mit. Das Bundesamt bestätigte damit wie von Analysten erwartet eine erste Erhebung.

Im zweiten Quartal war die deutsche Wirtschaft um 0,2 Prozent geschrumpft. Wäre die Wirtschaftsleistung auch in den Monaten Juli bis September und damit in zwei Quartalen in Folge gesunken, wäre eine sogenannte technische Rezession eingetreten.

Privater Konsum und Baugewerbe sind Haupttreiber

Gestützt wurde das gesamtwirtschaftliche Wachstum durch den Konsum, sowohl seitens der privaten Haushalte als auch durch den Staat. Außerdem wurde in Bauten deutlich mehr investiert als im Quartal zuvor. Der Außenhandel habe ebenfalls positiv zum Wachstum im dritten Quartal beigetragen, hieß es weiter in der Mitteilung.

Dagegen gingen die Investitionen der Unternehmen zurück.

Wie sind die Prognosen für die kommenden Quartale?

Auch in den kommenden Quartalen dürfte sich der schwache Wachstumstrend der deutschen Wirtschaft fortsetzen. Das erwartet zumindest die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD): Die Wirtschaftsleistung werde in Deutschland 2020 um nur 0,4 Prozent wachsen, teilte die Industrieländer-Organisation am Vortag in ihrer jährlichen Prognose für alle OECD-Länder mit. Zur Begründung verweist die OECD vor allem auf die Spannungen im Welthandel. 

2021 könnte sich die Konjunktur nach Einschätzung der Experten wieder etwas erholen. Hier rechnen die Ökonomen mit einem Wachstum von 0,9 Prozent. Robuste Treiber sieht die OECD im Privatkonsum und im Baugewerbe.

Robotik und Automation in Rezession

Den stark industrie- und exportabhängigen Branchen gelingt es derzeit hingegen weniger, sich einer Rezession zu entziehen. So erwartet etwa die Branche Robotik und Automation für 2019 ein Umsatzminus von 5 Prozent auf 14,3 Milliarden Euro.

„Ein zunächst hoher Auftragsbestand wurde im Jahresverlauf weitgehend abgebaut und die aus Vorjahren bekannte Herbstbelebung blieb aus. Nach einem Jahrzehnt der Rekorde muss auch unsere Innovations- und Wachstumsbranche aufgrund der schwierigen weltwirtschaftlichen Lage nun einen deutlichen Dämpfer hinnehmen“, erklärt Wilfried Eberhardt, Vorsitzender von VDMA Robotik + Automation und Chief Marketing Officer der Kuka AG.

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Gründe für diesen Rückgang sind laut VDMA neben einer an Dynamik verlierenden Weltkonjunktur auch Sättigungseffekte in wichtigen Märkten. So stagniere etwa der weltweite Verkauf von Smartphones, was sich auch auf die Investitionen in Maschinen auswirke. Darüber hinaus sorge die aktuelle Unsicherheit in vielen Kundenbranchen für Investitionszurückhaltung.

Hier wirken sich nach Einschätzung des Verbands Unwägbarkeiten durch die Transformation der Automobilindustrie sowie die zunehmende Zahl von Handelsstreitigkeiten besonders stark aus. Da derzeit noch keine Trendwende in Sicht ist, prognostiziert VDMA Robotik + Automation für 2020 einen weiteren Rückgang des Branchenumsatzes um 10 Prozent.

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