Michael Brecht

Daimler Aufsichtsrat Michael Brecht äußerte sich auf Twitter zu dem Anschlag in Hanau. - Bild: Daimler

| von Anja Ringel

Auf ihren Plakaten steht „Liebe für alle. Hass für keinen“ und „Rassismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen“. Rund 10.000 Menschen sind am Sonntag in einem Trauerzug durch die Hanauer Innenstadt gelaufen. Bundesweit demonstrierten tausende Menschen gegen Rassismus und Rechtsextremismus.

Das rechtsradikale Attentat, bei dem ein 43-Jähriger neun Menschen mit ausländischen Wurzeln erschossen hatte, und anschließend seine Mutter und sich selbst getötet haben soll, bewegt auch Vertreter der Wirtschaft.

Daimler Aufsichtsrat Michael Brecht twitterte zum Beispiel: „Hass und Hetze haben das Ziel, unsere Gesellschaft zu spalten. Bei Daimler arbeiten weltweit mehr als 300.000 Kolleginnen und Kollegen aus rund 160 Nationen – zusammen.“

 

Anschlag in Hanau: Siemens hängt Konzernfahnen auf Halbmast

Auch Siemens-Chef Joe Kaeser meldete sich nach dem Anschlag auf Twitter zu Wort. „Hass Ausgrenzung und Rassismus sind Wurzeln des Bösen und Ursachen für menschliche Katastrophen“, schreibt er. Und weiter: „Sie sind Gift für die Zivilisation. Wer sie verharmlost, duldet oder gar fördert, macht sich mitschuldig. Den Angehörigen der Opfer in #Hanau gehört unsere aufrichtige Anteilnahme.“

 

Am Tag nach der Gewalttat setzte der Konzern die Unternehmensfahnen an seinen Gebäuden auf Halbmast, berichtet „Welt online“.

So positioniert sich Kuka gegen Rassismus

Der Augsburger Hersteller Kuka verweist auf Nachfrage von Produktion auf sein „Diversity Management“. Darin heißt es: „Interkulturelles Verständnis, Toleranz und Akzeptanz haben in einem globalen Unternehmen wie Kuka mit Standorten und Geschäftspartnern in aller Welt einen hohen Stellenwert.“ Im Unternehmen arbeiten Menschen mit mehr als 90 verschiedenen Nationalitäten. Die Kuka-Mitarbeiter sollen ein vorurteilsfreies Umfeld vorfinden, erklärt das Unternehmen.

DIHK-Präsident äußert sich nach Anschlag in Hanau

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) äußerte sich ebenfalls nach dem Anschlag in Hanau. DIHK-Präsident Eric Schweitzer sagte in einer Mitteilung: „Weltoffenheit, Toleranz und grenzüberschreitender Austausch zahlen sich nicht nur in der Handelsbilanz aus. Sie sind zentrale Werte unseres auf Zusammenarbeit, Kreativität und Entfaltung angelegten Wirtschafts- und Gesellschaftsmodells.“ Die deutsche Wirtschaft stemme sich gegen alles, was Hass und Gewalt schüre.

In einem Interview mit der Rheinischen Post befürchtet Schweitzer außerdem, dass ausländerfeindliche Tendenzen das Bild Deutschlands in der Welt negativ prägen. Das schrecke gute Fachkräfte ab.

Auf einer DIHK-Vollversammlung im November 2018 haben alle IHK-Präsidenten zudem eine Resolution für Weltoffenheit und gegen Ausländerfeindlichkeit verabschiedet. Schweitzer verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass etwa 40 Prozent der neu gegründeten Unternehmen in Deutschland von Menschen mit Migrationshintergrund gegründet werden.

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