Industriestandort Deutschland: 92 Prozent der Unternehmen bleiben
Der Industriestandort Deutschland bleibt für 92 Prozent der Unternehmen wichtig. Doch laut Lünendonk-Studie bremsen organisatorische Hürden die Transformation stärker als technische Probleme.
Redaktion ProduktionRedaktionProduktion
Der Industriestandort Deutschland bleibt wichtig. Eine Lünendonk-Studie zeigt Investitionspläne, Transformationshürden, Kompetenzlücken.Symbolbild - KI-generiert
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• 52 Prozent der Unternehmen wollen ihre Produktionskapazitäten in Deutschland halten, 40 Prozent planen einen Ausbau.
• 83 Prozent fordern Bürokratieabbau und schnellere Genehmigungen, 80 Prozent niedrigere Energiepreise.
• 58 Prozent sehen organisatorische Hürden als größtes Transformationshemmnis, nur elf Prozent die Technik.
• Daten- und KI-Kompetenzen fehlen bei 53 Prozent der befragten Unternehmen.
Der Industriestandort Deutschland bleibt trotz steigender Anforderungen für die meisten Unternehmen relevant. Gleichzeitig geraten die Rahmenbedingungen und die interne Transformationsfähigkeit zunehmend unter Druck. Das zeigt die Lünendonk-Studie „Industry Performance – Von der Prozessoptimierung zur Transformation“, die in Kooperation mit Efeso, H&Z, Ingenics, KPMG und Roland Berger entstanden ist.
Trotz schwieriger Standortbedingungen planen 52 Prozent der befragten Unternehmen, ihre Produktionskapazitäten in Deutschland stabil zu halten. Weitere 40 Prozent wollen sie ausbauen. Lediglich acht Prozent rechnen mit einem teilweisen oder stärkeren Rückzug. Entsprechende Tendenzen zeigen sich häufiger bei Konzernen. Allerdings wächst der Handlungsdruck auf die Politik. 83 Prozent der Befragten fordern weniger Bürokratie und schnellere Genehmigungsverfahren. Für 80 Prozent sind niedrigere Energiepreise entscheidend.
Industriestandort Deutschland muss Wettbewerbsfähigkeit neu beweisen
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„Deutschland bleibt trotz aller Unkenrufen für die Industrie ein wichtiger Produktionsanker. Die Standortentscheidung ist jedoch kein Selbstläufer mehr. Investitionen werden zunehmend danach bewertet, ob Qualität, Fachkompetenz und Marktnähe die Nachteile bei Kosten, Energie und Regulierung noch ausgleichen können. Der Standort muss seine Wettbewerbsfähigkeit daher neu begründen“, betont Lünendonk-Geschäftsführer und Studienautor Jörg Hossenfelder.
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Organisation bremst industrielle Transformation
Die größten Hindernisse für den industriellen Wandel liegen weniger in der Technologie als in deren Umsetzung. 58 Prozent der Unternehmen sehen die eigene Organisation als wesentlichen Engpass. Nur elf Prozent nennen primär technische Herausforderungen, während 30 Prozent beide Bereiche gleichermaßen als hinderlich bewerten. Zwar gewinnen Digitalisierung, Wachstum und Produktinnovationen an Bedeutung. Doch häufig fehlen klare Verantwortlichkeiten und Strukturen, um neue Lösungen in bestehende Produktionsprozesse einzubinden und werksübergreifend zu skalieren.
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Welche Kompetenzen fehlen der Industrie?
Neben organisatorischen Defiziten erschwert der Fachkräftemangel in zentralen Kompetenzfeldern die Transformation. 53 Prozent der Befragten identifizieren Lücken bei Daten- und KI-Kompetenzen. 47 Prozent nennen fehlendes Wissen über digitale Produktion und Automatisierung. Weitere 31 Prozent sehen Defizite bei der Führung im Wandel.
Für eine erfolgreiche Skalierung digitaler Anwendungen müssen Produktion, IT und Datenmanagement enger zusammenarbeiten. Ebenso wichtig sind geeignete Governancestrukturen, damit erfolgreiche Lösungen nicht auf einzelne Werke oder Geschäftsbereiche beschränkt bleiben.
Quelle: Mit Material von Lünendonk & Hossenfelder
Was Sie zum Industriestandort Deutschland wissen müssen
1. Wie viele Unternehmen halten am Industriestandort Deutschland fest?
92 Prozent wollen ihre Produktionskapazitäten halten oder ausbauen.
2. Was belastet den Industriestandort Deutschland besonders?
Bürokratie, langwierige Genehmigungen und hohe Energiepreise zählen zu den zentralen Herausforderungen.
3. Welche Rolle spielt die Transformation für den Industriestandort Deutschland?
58 Prozent der Unternehmen sehen organisatorische Defizite als größtes Hindernis.
4. Welche Kompetenzen fehlen am Industriestandort Deutschland?
Besonders gefragt sind Daten- und KI-Kompetenzen sowie Kenntnisse in digitaler Produktion und Automatisierung.
5. Wie können Unternehmen am Industriestandort Deutschland digitale Lösungen erfolgreich skalieren?
Durch eine engere Zusammenarbeit von Produktion, IT und Datenmanagement sowie klare Verantwortlichkeiten und geeignete Governancestrukturen.