Maschinenbau-Konjunktur

Maschinenbau: KI und Verteidigung geben Impulse

Die Maschinenbau-Konjunktur zeigt im dritten Quartal 2026 deutliche Erholungstendenzen. Laut VDMA blicken mehr Unternehmen optimistisch nach vorn. Doch hohe Standortkosten, schwache Kundenbranchen und Stellenabbau bleiben Belastungsfaktoren.

Wichtige deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute werden ihre Konjunkturprognosen infolge des Iran-Kriegs voraussichtlich senken.
Die Konjunktur im Maschinen- und Anlagenbau zeigt wieder nach oben. Laut VDMA hellen sich Geschäftslage und Umsatzerwartungen auf. Hohe Standortkosten, internationaler Wettbewerbsdruck und anhaltender Stellenabbau bremsen jedoch die Erholung.

  • Laut VDMA bewerten 34 % der Maschinenbauunternehmen ihre Geschäftslage als gut oder sehr gut, nach 28 % im Juli.

  • Für 2027 erwarten 62 % der befragten Unternehmen ein nominales Umsatzwachstum.

  • Verteidigungsindustrie, Medizintechnik und KI-Investitionen sorgen für positive Impulse, während Automobil- und Chemieindustrie schwächeln.

  • Mehr als 30 % der Unternehmen rechnen mit Stellenabbau. Seit 2019 gingen rund 100.000 Arbeitsplätze im deutschen Maschinen- und Anlagenbau verloren.

Die Stimmung im deutschen Maschinen- und Anlagenbau verbessert sich. Das zeigt die aktuelle Konjunkturerhebung des VDMA für das dritte Quartal 2026. Demnach bewerten rund 34 % der befragten Unternehmen ihre Geschäftslage als gut oder sehr gut. Im Juli waren es lediglich 28 %. Gleichzeitig stufen noch etwa 22 % der Unternehmen ihre Situation als schlecht oder sehr schlecht ein.

Auch die Erwartungen für die kommenden Monate fallen positiver aus. Während im Juli nur 25 % der Unternehmen mit einer Verbesserung rechneten, sind es inzwischen 33 %. Lediglich 10 % erwarten eine Verschlechterung ihrer Geschäftslage.

Wie entwickelt sich die Maschinenbau-Konjunktur 2027?

Die zunehmende Zuversicht zeigt sich insbesondere bei den Umsatzerwartungen. Für das laufende Jahr rechnen rund 57 % der Unternehmen mit einem nominalen Umsatzplus. Weitere 22 % erwarten stagnierende Erlöse, während 21 % von einem Rückgang ausgehen.

Für 2027 ist der Optimismus noch etwas ausgeprägter: 62 % der befragten Maschinenbauunternehmen halten ein nominales Umsatzwachstum für möglich.

Trotz der verbesserten Geschäftserwartungen bleibt die wirtschaftliche Situation angespannt. Insbesondere geopolitische Unsicherheiten, der intensive Wettbewerb mit China und die hohen Kosten am Standort Deutschland setzen die Unternehmen unter Druck.

„Die Ergebnisse der jüngsten Konjunkturerhebung geben Anlass zu vorsichtigem Optimismus. Dennoch bleibt das Umfeld für den Maschinen- und Anlagenbau herausfordernd. Geopolitische Verwerfungen und der verschärfte Wettbewerb mit China bringen viele Unternehmen an ihre Grenzen. Die Kosten am Standort Deutschland sind zu hoch. Die Politik muss den Reformstau am Standort Deutschland endlich auflösen“, kommentiert VDMA-Chefvolkswirt Dr. Johannes Gernandt die Ergebnisse.

KI, Verteidigung und Medizintechnik treiben Nachfrage

Die Geschäftsaussichten unterscheiden sich je nach Kundenindustrie weiterhin deutlich. Positive Wachstumsimpulse kommen insbesondere aus der Verteidigungsindustrie, der Luft- und Raumfahrt sowie der Medizintechnik.

Auch die Elektro- und Elektronikindustrie profitiert von den hohen Investitionen in künstliche Intelligenz. Zudem beurteilen die befragten Unternehmen den Maschinenbau als Kundenbranche wieder etwas positiver.

Schwierig bleibt dagegen die Situation in der Automobil- und Chemieindustrie. Beide Branchen stehen unter erheblichem internationalen Wettbewerbsdruck. Davon betroffen sind insbesondere Maschinenbau-Fachzweige mit einer starken Abhängigkeit von der Automobilindustrie.

Dazu zählt die Robotik und Automation. Die aktuelle Geschäftslage wird dort weiterhin überwiegend als durchwachsen eingeschätzt. Allerdings haben sich die Aussichten verbessert, auch durch positive Entwicklungen in Teilbranchen wie der industriellen Bildverarbeitung.

In der Bauindustrie bleibt die Stimmung trotz leichter Verbesserungen verhalten.

Warum setzt sich der Stellenabbau im Maschinenbau fort?

Während sich die Geschäftserwartungen verbessern, bleibt die Beschäftigungssituation angespannt. Laut VDMA dürfte sich der Personalabbau im Maschinen- und Anlagenbau in den kommenden Monaten fortsetzen.

Zwar rechnen 52 % der befragten Unternehmen mit einer stabilen Stammbelegschaft. Allerdings sehen sich mehr als 30 % gezwungen, weitere Stellen abzubauen. Nur 18 % planen zusätzliche Einstellungen.

Die längerfristige Entwicklung verdeutlicht den Beschäftigungsrückgang in der Branche. Seit 2019 sind im deutschen Maschinen- und Anlagenbau rund 100.000 Arbeitsplätze weggefallen.

„Die zahlreichen Schocks der vergangenen Jahre und die Transformation der Industrie haben deutliche Spuren in den Unternehmen hinterlassen. Das zeigt sich auch bei der Beschäftigung: Seit 2019 sind im Maschinen- und Anlagenbau rund 100.000 Stellen am Standort Deutschland weggefallen“, sagt Dr. Gernandt.

Die Ergebnisse der VDMA-Konjunkturerhebung zeigen damit ein zweigeteiltes Bild: Während steigende Umsatzerwartungen und positive Impulse aus einzelnen Kundenindustrien für vorsichtigen Optimismus sorgen, bleiben der internationale Wettbewerbsdruck, die hohen Standortkosten und der Beschäftigungsabbau zentrale Herausforderungen für den Maschinen- und Anlagenbau.

mit Material des VDMA

Was Sie zum Thema Maschinenbau-Konjunktur wissen müssen

  • Wie entwickelt sich die Maschinenbau-Konjunktur 2026? Die Geschäftsstimmung hat sich im dritten Quartal verbessert. 34 % der Unternehmen bewerten ihre aktuelle Lage als gut oder sehr gut. Rund 57 % erwarten für 2026 einen nominalen Umsatzanstieg.

  • Welche Prognose gibt es für die Maschinenbau-Konjunktur 2027? Laut VDMA halten 62 % der befragten Unternehmen ein nominales Umsatzwachstum im Jahr 2027 für möglich.

  • Welche Branchen treiben die Maschinenbau-Konjunktur an? Positive Impulse kommen insbesondere aus der Verteidigungsindustrie, der Luft- und Raumfahrt, der Medizintechnik sowie der Elektro- und Elektronikindustrie.

  • Wie wirkt sich die Maschinenbau-Konjunktur auf die Beschäftigung aus? Mehr als 30 % der Unternehmen rechnen mit weiterem Stellenabbau. Nur 18 % planen Neueinstellungen. Seit 2019 gingen in Deutschland rund 100.000 Arbeitsplätze im Maschinen- und Anlagenbau verloren.

  • Welche Risiken belasten die Maschinenbau-Konjunktur? Zu den zentralen Belastungsfaktoren zählen geopolitische Unsicherheiten, der zunehmende Wettbewerb mit China, hohe Standortkosten sowie die anhaltende Schwäche wichtiger Kundenindustrien wie Automobil und Chemie.