Die deutsche Industrie steht unter Druck. Doch hinter den Krisenmeldungen zeigt sich eine Branche voller Innovationskraft, Anpassungsfähigkeit und technologischer Dynamik. Was fehlt, ist nicht das Können, sondern die Zuversicht, so unser Kolumnist Andreas Syska.
Prof. Dr. Andreas SyskaProf. Dr. AndreasSyska
Die deutsche Industrie hat allen Grund zur Zuversicht: Innovationskraft, qualifizierte Fachkräfte und neue Technologien wie KI und Robotik bilden die Basis für eine erfolgreiche Zukunft.Pug - stock.adobe.com (mit KI generiert)
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Die öffentliche Diskussion zur deutschen Industrie wird dominiert von Bildern des Abstiegs. Meldungen über Umsatzeinbußen, Standortschließungen und Stellenabbau lassen den Eindruck von unausweichlichem Niedergang entstehen. Jede Schlagzeile verstärkt die schlechte Stimmung, jedes neue Problem scheint das Gesamtbild zu bestätigen. Doch wer genauer hinsieht, entdeckt Brüche in dieser Erzählung.
Denn in den Industriebetrieben selbst zeigt sich ein anderes Bild – das von Widerstandsfähigkeit, Dynamik und Innovationskraft. Unternehmen manövrieren geschickt durch schwierige Märkte, passen sich rasch an neue Situationen an und integrieren beherzt KI und Robotik.
Sie profitieren hierzulande ja auch von sehr guten Bedingungen: Ihre Fachkräfte sind exzellent ausgebildet, engagiert und wissbegierig. Das Kapital ist reichlich vorhanden und wartet auf den richtigen Moment. Selbst Energie ist trotz punktueller Kostenprobleme längst nicht der Flaschenhals, als der sie dargestellt wird. Und bei aller berechtigten Kritik an Überregulierung: wir haben funktionierende Behörden und Rechtssicherheit. Und nicht zuletzt verfügen wir über eine exzellente Forschungslandschaft und sehr gut funktionierende Netzwerke.
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Niemand behauptet, es gäbe keine Herausforderungen. Geopolitische Veränderungen bergen Risiken, die Geschwindigkeit des technologischen Wandels ist atemberaubend und der Fachkräftemangel fordert Lösungen. Aber genau diese entstehen bereits. Vor Ort, an den Produktionslinien, am Verhandlungstisch, in den Köpfen der Ingenieure. Nur sind diese Lösungen für die breite Öffentlichkeit weitgehend unsichtbar. Denn die mediale Linse bleibt auf Verluste fokussiert, während die Entstehung von Fortschritt oft übersehen wird.
Der wahre Engpass ist kein Mangel an Mitteln oder Können. Es fehlt nichts an Fähigkeiten, nichts an Ressourcen, nichts an Engagement. Was fehlt, ist breite Zuversicht. Und die entsteht aus den unzähligen Geschichten von Erfolgen, von Menschen und Unternehmen, die den Wandel gestalten.
Wir Produktioner wissen das alles. Und genau deshalb sollten wir uns diese Geschichten nicht länger nur gegenseitig erzählen, sondern endlich auch Dritten.
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Das ist Prof. Dr. Andreas Syska
Die Faszination für Produktion begleitet ihn sein gesamtes Berufsleben lang. Nach Maschinenbaustudium und Promotion an der RWTH Aachen war er bei der Robert Bosch GmbH tätig, zuletzt als Produktionsleiter.
Als Professor für Produktionsmanagement an der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach gab er seinen Studenten und Industriepartnern ein größtmögliches Stück dieser Faszination weiter und entwirft radikale, wie optimistische Szenarien für die Industrie der Zukunft.