Zu dem Umsatzplus 2017 von zwei Prozent bei Schwarzmüller hat laut Unternehmen die stark wachsende Nachfrage nach Bau- und Entsorgungsfahrzeugen maßgeblich beigetragen

Zu dem Umsatzplus 2017 von zwei Prozent bei Schwarzmüller hat laut Unternehmen die stark wachsende Nachfrage nach Bau- und Entsorgungsfahrzeugen maßgeblich beigetragen. - Bild: Schwarzmüller

| von Stefan Weinzierl

Hartwig bestätigte die unveränderte Planung bis 2020: In seinem 150. Bestandsjahr will der oberösterreichische Hersteller von Premiumfahrzeugen 450 Millionen Euro Umsatz machen und 10.000 Fahrzeuge absetzen.

Die Abweichungen gegenüber der Planung für das Geschäftsjahr 2017 habe das Unternehmen in Kauf genommen, um strategische Ziele zu forcieren, sagte Hartwig. Vorrang habe der Aufbau der Fließproduktion gehabt, bei der in allen Werken völlig neue Produktionslinien aufgebaut werden. Die mit dieser Umstellung verbundene Reduktion der Durchlaufzeiten steigere die Effizienz und erfülle die Kundenerwartungen. Gerade die Lieferzeiten hätten sich in der aktuellen Phase der Hochkonjunktur zu einem heißen Thema entwickelt.

Diese Umstellung der Produktion sei in Tschechien am schnellsten gelungen. Dort liege die Liefertreue bereits bei 90 Prozent, erläuterte Hartwig. In Ungarn konnte der Aufbau der neuen Strukturen knapp vor Jahresende abgeschlossen werden, die Anzahl der produzierten Fahrzeuge war größer als im Vorjahr, aber geringer als geplant.

In Österreich werden die letzten Produktionslinien im ersten Halbjahr 2018 errichtet. 2017 blieb die Produktion trotz des Umbaues stabil, die Ressourcen seien seit Jahresmitte auf den beschleunigten Umbau der Produktion konzentriert worden. Auf diese Weise konnte der Prozess um sechs Monate verkürzt werden.

„Die höhere Effizienz versetzt uns schon ab Herbst 2018 in die Lage, allen Kunden kürzere Lieferzeiten anbieten zu können”, betonte Hartwig. Mit der leistungsfähigeren Struktur könne Schwarzmüller die Planungsziele 2020 mit 450 Millionen Euro Umsatz und 10.000 Fahrzeugen aufrecht erhalten.

Mehr Fahrzeuge für Bau und Entsorgung

Mit einer Produktion von 8.880 Fahrzeugen wurde 2017 das Niveau des Vorjahres erreicht (2016: 8.866 Stück). Der Umsatz stieg hingegen um sieben Millionen Euro und damit stärker als die Stückzahl. „Das zeigt, dass sich der Fahrzeugmix neuerlich in Richtung der umsatzstarken Bau- und Entsorgungsfahrzeuge verschoben hat“, sagte Hartwig. Ihre Stückzahl betrug im abgelaufenen Jahr bereits 3.900 Stück oder 44 Prozent. Damit hat die Schwarzmüller Gruppe schon jetzt das Niveau erreicht, das für 2020 geplant gewesen ist. Die Fernverkehrsfahrzeuge machen aktuell 49 Prozent oder 4.350 Stück aus. Der Rest sind Tank- und Spezialfahrzeuge.

Roland Hartwig, seit 2016 CEO der Schwarzmüller Grupp
Roland Hartwig, seit 2016 CEO der Schwarzmüller Gruppe. - Bild: Schwarzmülle

Deutschland jetzt ganz klar voran

Unter den Einzelmärkten dominiert erstmals Deutschland, wo der Verkauf von Baufahrzeugen boomt. Die Marktführerschaft in Österreich und der Schweiz wurde verteidigt, die Umsätze in Osteuropa, insbesondere in Ungarn und Polen, sind stabil. Der
Personalstand der Gruppe ist 2017 um 40 Personen auf 2.290 Mitarbeiter gestiegen. Die Anzahl der Lehrlinge stieg auf rund 100.

Weitere acht Millionen Euro für die Produktion

2018 will die Schwarzmüller Gruppe 370 Millionen Euro Umsatz erzielen und dafür 9.300 Fahrzeuge absetzen. In der Produktion werde nach der Einführung der Fließfertigung mit der Sequenzierung begonnen: Durch diese über den Computer optimierte Steuerung der Produktionsabfolge werde das Unternehmen eine weitere Effizienzsteigerung erreichen. Der überwiegende Teil der Investitionen von acht Millionen Euro für 2018 wird dafür eingesetzt. Es ist aber auch Geld für den Aufbau einer innerbetrieblichen Lehrwerkstätte vorgesehen, um die betriebsinterne Ausbildung weiter zu forcieren.

Schwarzmüller

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